‘Fußball’

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (29)

SPIELTAG 29: ..of our elaborate plans, the End.

Hoffenheim – Bayern 0:2 (0:1)
Wie permeabel doch die Trutzwalle unserer Existenz sind. Morgens geht die Waschmaschine kaputt und der Orangensaft wird verschüttet, am Abend ist schon der Job weg und jemand in der Nachbarschaft gestorben. Was ich sagen will: die Menschheit und ein Fußballverein sind fragile Gebilde. Beim FC Bayern verletzt sich ein Arjen Robben und plötzlich haben wir die größte menschliche Ausfallrate seit der Pest im Verein. Dazu kommen ein paar Lapsus (korrekter Plural) der Sorte dumm und dümmmahr, eine herbe Niederlage gegen einen von sich selbst berauschten portugiesischen Proletenhaufen und die Nerven liegen so blank, dass der Medicus seine Kräuter einpackt und so dermaßen davon braust, dass es den erfolgsverwöhnten spanischen Chefinquisitor Cheftrainer nur so schüttelt. In nur drei Wochen ist aus dem Ligariesen und Ohrenpokal-Aspiranten ein Krisenverein geworden. Es ist herrlich und schrecklich zugleich, es ist eine Storyline, die selbst mich als Bayernfan mitreisst. Zumindest so lange bis die Bayern das Heimspiel gegen Porto nicht 2:0 gewinnen und von Dortmund aus dem Pokal geslamdunkt werden. Dann haben wir ein Staffelfinale, wie es sich George R. Martin nicht brachialer ausdenken könnte.

Aber es gab ja auch noch ein Spiel, dazu folgende Anmerkungen: Bernats Engagement in allen Ehren, aber es muss schon ein bisschen mehr passieren als das substanzlose Rumgewetze auf der Linie. Irgendwer muss auch von seinem Aufwand profitieren können. Und überhaupt – wenn die Trainer der gegnerischen Mannschaft immer sagen, es stünde auch nach den Ausfällen immer noch nur Weltklasse auf dem Platz, haben sie wohl vergessen, dass Weiser und Gaudino spielen. Das sind ganz liebe, talentierte Jungs, aber der eine (Weiser) ist jetzt schon drei Jahre Talent und der andere ungefähr 13. Wie Rudy Bernat abgeräumt hat, war unappetitlich. Wenn andere Mannschaften jetzt wirklich noch beherzter in die Bayern hineintreten, weil man das grade so macht, dann sei denen gesagt: Ihr seid Schwachköpfe, Bayern wird eh nächstes Wochenende Meister, egal was ihr da noch rumamputiert. Fazit des Spiels muss natürlich heißen: In Rode we trust. Dieser rustikale aber technisch hervorragende Chuzpeur hält das Bayernspiel am Leben und diesmal war auch kein Phillip Lahm dabei, der ihm dasselbe wieder aussaugt – im langen Schatten seiner selbst. Hoffenheim finde ich zur Zeit eher mies, das Europageschäft spart man sich in dem Zustand lieber, wird nur blamabel. Dass Dante immer noch spielen darf verdankt er mittlerweile nur noch Sternenkonstellationen und wenn Pep von seinen Helden spricht, meint er in Wirklichkeit nur Thiago, Rafinha und Neuer. Ich habe ja diese Theorie, dass Götze an allem schuld ist. Bayern hat sich in eine Abhängigkeit von Ribery und Robben begeben, die nicht mehr gesund ist, aber sie haben sich immer genug Ballkunst von Götze versprochen, um das zu kompensieren. Leider spielt Götze wie sein eigener talentfreier Golem. Und eins noch: Das mit den kurzen Ecken lassen wir lieber wieder bleiben.

PLUGTIME: Mein Artikel für Vice Sports über das Robbery Dilemma

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Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (28)

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SPIELTAG 28: Game Of Bones

Bayern – Frankfurt 3:0 (1:0)
Ah, die Knochen, die Knochen. Passt doch jemand auf die teuren Knochen auf. Aber langsam. Erstmal Rührung, als Reina seinen kleinen süßen Sohn mit in die Allianz-Arena führt. Damit ist der Fratzi halb so oft aufgelaufen wie sein Papa. Dann Angst, als Aigner zur Eröffnung Bernat wegaxt ohne sich zu entschuldigen und Dante umgehend Valdez entstellt. Angst, dass das Match die Bayern wieder ein paar Spieler mehr kostet und man gegen Porto mit der Viertliga-Auswahl antritt. Ja, ja, ich weiß, wir Bayernfans und unser Lamentieren auf internationalem Spitzenniveau. Es ist ja legitim, wenn man uns in der Liga ein wenig die Federn stutzt, aber wir sind immerhin das letzte verbleibende deutsche Team in der Champions League …ein bisschen Lokalpatriotismus bitte. Aber letztlich gabs eh nur noch eine wüste Sense von Madlung und dann hat sich Frankfurt mehr oder minder ergeben. Zum Spiel: Für Schaafs Scharmützelfußball hat Pep dann auch mit Freuden wieder auf die Offensive gesetzt und kann sich jetzt endlich wieder im Spiegel anschauen. Ich mag den Flow im Frankfurter Spiel, aber der zieht die Spieler halt auch ziemlich auseinander und eröffnet Räume für Thiagos Trickball-Performance. Nur Götze verliert trotzdem jeden Zweikampf. Angesichts der Verletzungen von Robben und Ribery war ja die Frage, wer sich jetzt besonders hervortut – und das ist eindeutig Lewandowksi, dessen erstes (Abseits)Tor wie eine Intro-Animation fürs nächste FIFA auf der PS4 wirkt. Die zweite Halbzeit besteht dann überwiegend aus dem Duell Lewandowski vs. Trapp und….*trommelwirbel*…. The Man who Physics forgot – Thomas Müller. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (27)

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SPIELTAG 27: Josep im Wunderland

(Anmerkung: Es ist Ostern, das Kind sucht Transformers im Garten und außer dem Bayernspiel hab ich mich nur oberflächlich über die Liga informiert, crucify me, um’s mit Tori Amos und Jesus H. Christ zu sagen)

Dortmund – Bayern 0:1 (0:1)
Auf den Tag habe ich gewartet. Pep hat die Schnauze voll von den ganzen Konteropportunisten in der Bundesliga und dreht den Spieß einfach um. Mit acht Vasallen hinten rein und wer nicht mit einem hohen Pass die Mittellinie überbrückt, wird zur Persona non Grata erklärt. Es ist Bizarro-Pep in einer Bizarro-Welt, alles steht auf dem Kopf, Lewis Carroll hat die Mannschaft aufgestellt, der Gegner hat stellenweise mehr Ballbesitz als der motherfukkin FC Bayern, es ist wie eine Cosplay-Convention unter Fußballstrategen. Aber es haut hin.

Schon wieder, zum zweiten Mal nach dem letztjährigen Pokalfinale, schlägt Guardiola die Dortmunder mit der Feder statt dem Schwert. Wobei zugegebenermaßen auch etwas Glück (nicht gegebener Elfer) im Spiel war und ein BVB, der vorne a) keinen Plan B hatte und b) einen mediokren Plan A. Aubameyang verwelkt in der Mitte förmlich und Reus ist zwar engagiert, aber bei Dante und Bernat in guten Händen. Apropos Dante, für den war das Spiel die Chance, sich als Säule der Innenverteidigung zu rehabilitieren und – oh boy – hat der sich rehabilitiert, oder? Pep hat den Sieg ihm gewidmet und gesagt, er hätte gerne 1000 Dantes in der Mannschaft, ein derart verstiegener Superlativ, wie ihn nur Pep bringen kann (und der fast schon wie ein Trostpflaster klingt, bevor er ihn im Sommer rausschmeißt). Ich liebe beide – den Haarigen und den Haarlosen.

Was gabs sonst noch? Der Rasen war offenbar mit Seife gewässert, so oft wie die Bayern ausgerutscht sind. Auch sonst fielen viele bzw. wurden viele gefällt, es war ein hartes, aber nicht sonderlich derbes Spiel. Schweinsteiger wird noch zum John McClane des deutschen Fußballs, wenn das so weiter geht und er sieht auch zu Beginn eines Spiels schon so aus, als hätte er Kopfweh. Ich habe ja Leute gehört, die das Spiel langweilig fanden, aber für mich wars ein Gaumenschnalz-Taktik-Thriller, wie ich ihn bei anderen Vereinen und Trainern (looking at you, Lucien) saulangweilig fände.

Benatia und Boateng waren atemberaubend gut, so gut wie Hummel gern gewesen wäre, in diesem Schaukastenspiel vor seinen potenziellen nächsten Arbeitgebern aus England, und Neuer hat einen Reusstoß gehalten, als wäre er Reed Richards höchstpersönlich. Gestört hat mich nur das Fehlpassinferno der Bayern Mitte der zweiten Halbzeit und dass wie immer niemand Lewandowski geholfen hat, der sein absolut bestes Spiel bei den Bayern abgeliefert hat.

Fazit: Robben und Ribery müssen erst beide weg sein, bevor sich Bayern mal was Neues einfallen lässt, aber irgendwann muss man den kalten Entzug von diesen Adrenalin-Junkeys an der Außenlinie ja mal beginnen. Schön, dass Thiago wieder da ist, ich hatte tatsächlich ein bisschen taubtrüben Ginst in den Augen.

Lieblingsstatistiken: 1. Torschuss BVB in der 51. Minute, erste Torchance BVB in der 61. Minute, 1. Eckball im Spiel in der 74. Minute, 1. Bayernchance = einzige Bayernchance = Siegtor. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (26)

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SPIELTAG 26: Ein letztes Mal winken und raus

Bayern – Gladbach 0:2 (0:1)
“Der Matchplan ist nur fast aufgegangen”, sagt Stranzl im Interview nach dem Spiel und das ist noch nicht einmal arrogant. Denn im Prinzip musste Gladbach eigentlich nur zuschauen, wie Bayern sich am eigenen Ballgeschiebe delektiert und immer unkonzentrierter wird. Dann verletzt sich der essenzielle Robben, Manuel Neuer leistet sich seinen Quartalspatzer gegen Gladbach und schon wirkt die Spielweise der Bayern eher dümmlich als dominant. Ich will Favre nicht die Akribie oder den Feingeist absprechen, aber dieses Ei hat sich Bayern auch selbst gelegt. Schweinsteiger und Alonso können übrigens nicht nicht miteinander, sondern jeder für sich nicht. On the bright side: Notwendiger Dämpfer vor so Passivkonstrukten wie Porto in der Champions League, schon allein wegen der Erkenntnis, dass Torgefahr bei Bayern immer noch unter dem Kürzel Robbery firmiert, allen Götzes und Lewandowksis zum Spott. UPDATE: Robben fällt länger aus und so sehr ich Pep liebe, aber die Abhängigkeit von Robben und Ribery hat auch er dem FCB nicht austreiben können. Das könnten bittere Wochen in Pokal und Champions League werden oder eben die Chance sich von meinem Lieblingsholländer zu emanzipieren. PS: Schee, dass’d wieder do bist, Thiago. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (25)

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SPIELTAG 25: Die Akte Puckmuckl

Bremen – Bayern 0:4 (0:2)
Pepe Reina gefällt das. Ich bin ja immer skeptisch wenn Robbery fehlt (siehe Statistik unten), aber das hat Bayern wirklich handfest und überlegt revanchistisch (dazu gleich) heruntergespielt. Wenn die beiden Flügelanarchisten schon fehlen, ein bisschen mehr Vorsicht nach hinten walten lassen, aber gleichzeitig mehr Vertrauen in Müller und Lewandowski setzen – Pep und ich, great minds think alike oder so. Und meine Herren, haben Müllerowski dieses Vertrauen zurückgezahlt. Überhaupt wurde viel vertraut, umarmt und gelacht auf und außerhalb des Platzes, man hätte fast meinen können, Bayern habe sich grade mit einem knappen 0:1 aus der Abstiegszone befreit.

Auch für die UFO-Gläubigen war wieder eine Szene dabei, als Boateng Prödl am Trikot in ein Handspiel hineinzupft und so ein Tor verhindert, das nichts am Trend geändert, mir aber vier Punkte mehr im Tippspiel eingebracht hätte – verflucht sollst du sein, Schiri das Schnabeltier. Apropos Schiri – Eichin hatte sich ja mit seiner Aussage zur ewiglich leidigen Bayernbevorteilung eh schon einen Puck-Kalauer vom sonst eher weniger schlagfertigen Sammer abgeholt und dann kommen die Bayern unter Oberaufsicht der Gerechtigkeitsliga nach Bremen und was is…? Ein Loch ist im Tornetz, Karl-Thomas, ein Loch. Außerdem ist Lewandowski in der ersten Hälfte auch von Prödl beinahe bis auf die Unterhose ausgezogen worden und ist nicht ans Bundesverfassungsgericht gegangen.

Einen hab ich noch: Nicht erst als Freistoßruhmeshallenanwärter Alaba sein Ding ins Tor linealt, entfährt Kommentator Fritz von Thurn und Taxis zum wiederholten Mal ein David Aliba. Was ihm sein kolonialhumoristisches Unterbewusstsein da eingibt, ist nichts anderes als Alibaba und die vierzig Räuber – Sie wissen schon, der trickreiche Exot aus fernen Ländern (Österreich), der den Armen die Punkte klaut und sie an die Reichen verteilt. Oder so ähnlich ging das doch. Was ist mit den Ösis und Freistößen anyway los, siehe Junuzuvic? Haben die zuviel Platz da drüben, trainieren die Freistöße über ganze Landstriche? Jetzt aber zu meiner Lieblingsstatistik.

Der Punkteschnitt mit “Robbery” auf dem Feld liegt bei 2,7. Rechnet man dies auf eine ganze Saison hoch, wären das rund 92 Punkte. Der Bundesliga-Rekord liegt bei 91 Punkten. Quelle: spox.com

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Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (24)

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SPIELTAG 24: Wuschels Inferno

Hannover – Bayern 1:3 (1:1)
Das Spiel war natürlich ein gefundenes Fressen für alle Bayernhasser. Schiri gekauft, arroganter Trainer den armen Wuschel vergrätzt und am Ende unverdient gewonnen. Aber von vorne. Zunächst ist Martin Kind ein Arsch (hab ich mal jemand sagen hören), weil er seinen Trainer (Korkut) öffentlich anzählt. Das bringt dem Trainer nix, der ist ja nicht wie mein Junior, zu dem man sagt, ich zähl bis fünf und dann ist die Unterhose an, dafür aber Kind wie ein herrschsüchtiger Übervater ohne Vertrauen zu seinem Zögling. Ähem, andere Metapher, bitte.

Korkut lässt sich davon aber wenig und vielleicht doch ziemlich beeindrucken, denn seine Elf kratzt, beisst und zieht an den Haaren. Nicht falsch verstehen, Hannover hat toll gespielt und vermutlich alles gegeben, aber warum bitte nicht gegen Stuttgart oder Köln, wo es bedeutend einfacher wäre, diesen seit acht Spieltagen ersehnten Sieg einzufahren? Dieses Aufbäumen und alles-Abrufen ausgerechnet gegen Bayern, wo man in der Regel eh nichts holt – ist das nicht ex cathedra ein sysiphosisches Unterfangen oder zumindest eine Verschwendung von Resourcen? Wenn so Pappkameraden wie Bittencourt dann ausgerechnet gegen den großen Franck Ribery “ihren Mann” stehen, wirkt das auf mich irgendwie traurig.

That being said, gutes Spiel von H96 und als hätte Pep gewusst, was da auf die Seinen einhagelt, hat er mit drei Innenverteidigern begonnen, ein Experiment, das ihn nach einer halben Stunde direkt ins Dante-Gate führen sollte. Um ein paar Dinge klarzustellen: Beim 1:0 sieht Dante hölzern aus, aber er will einerseits Kiyotake (in dem hatte die Bayern-Def eh ihren Meister gefunden) den Ball nehmen, andererseits sicherstellen, dass der nicht zum Nebenmann abspielt. Das ergibt keine klare Abwehraxion (wie Steffen Effenberg sagen würde) und damit das Gegentor. War nicht annähernd so dumm, wie es aussah. Unglücklicher als seine Kollegen wirkt er dennoch in letzter Zeit, nicht zuletzt wegen der Rückkehr von Badstuber, der nach drei Spielen beinahe die alte Geschindigkeit aufweist und schon wieder ins Spiel eingebunden ist, als wäre er nur kurz in Bad Tölz auf Kur gewesen.

Dass sein Trainer ihn nach 30 Minuten auswechselt und ihn dabei keines Blickes würdigt, ist nochmal einen kurzen Exkurs wert. Pep ist keiner, der alle abklatscht (auch keinen Götze oder Alonso), Pep ist fanatisch, fahrig, nervös und in letzter Zeit auch genervt, wenn es nicht so geht, wie er gern hätte. Aber Pep ist auch ein Feingeist und als solcher hätte er seinem Spieler, den er hier fahrlässig bloßstellt ein wenig schützen können, zumal Dante ein Stimmungsträger im Mannschaftsgefüge ist. Frage des Fingerspitzengefühls, mehr aber erstmal nicht.

Dann der Alonso-Freistoß. Klar, war unberechtigt, aber zum einen ist Alaba eben keiner, der für Schwalben bekannt ist, zum anderen haben sich die Hannoveraner durch ihre giftige Art in dem Spiel schon früh generalverdächtig gemacht. Es bleibt eine Fehlentscheidung, aber eine nachvollziehbare. Zuckerl von Freistoß, aber vielleicht auch nur weil Xabi dabei auf den Arsch fällt und damit die Ballphysik entscheidend gen vollkommener Unberechenbarkeit verschiebt. Und man bedenke, dass Alonso auch schon einen Freistoß unter der Mauer hindurch geschossen hat. Dass die Hannoveraner Mauer aber länger steht als die Berliner, lässt sich dadurch allerdings nicht erklären.

Nächste Fehlentscheidung: Elfer nach Dekapitation Lewandowskis. Klar, der Kopf hat da unten nichts zu suchen, der Fuß aber auch nichts am Kopf des Gegenspielers. Fazit: kein Elfer, aber zumindest eine grobe Unhöflichkeit. Dass Bayern das Spiel gedreht hat, ist sicher bei der Faktenlage dem Schiri zuzuschreiben, aber auch so wäre es wohl kaum anders gekommen.

Beobachtungen: Lewandowski kann gar keine Tore schießen, so scheiße wie der immer bedient wird – kann also nix dafür. Wie Müller bei seinen Elfern nur den Towart fixiert ist total Hannibal Lecter/Clarice Starling. Das Duell um Leben und Tod von Bittencourt und Ribery war eine Augenweide – gelb für beide war okay, einer hätte ohne den anderen doch gar nicht mehr gewusst, was er auf dem Platz machen soll. Rafinha ist einer der beständigsten und wertvollsten Bayernspieler seit anderthalb Jahren – unterschätzter aber unerlässlicher Beitrag zu den beiden Pep-Meisterschaften. There, I said it. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (23)

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SPIELTAG 23: Die Liga der Schatten
Dortmund – Schalke 31:3 (Torschüsse)

“Tönnies schlägt vor, dass alle 132 000 Vereinsmitglieder 1000 Euro zahlen, um die Schalker Finanzverbindlichkeiten von rund 178 Millionen Euro möglichst schnell abzubauen.” (WZ Online)

“Mayer schlägt vor, dass Tönnies allen 132 000 Vereinsmitgliedern 1000 Euro zahlt, um die Schalker Monumentalblamage von rund 90 in den Wind geschissenen Derbyminuten möglichst schnell vergessen zu machen.” (BP Online)

Meine Sympathie für Schalke hat sich ja eh ein wenig aufgebraucht, seit die Mannschaft den Fußball des zweitschlimmsten Spiel meines Lebens imitiert, aber am Samstag hab ich mich nochmal mit Schwarztee und Ritter Sport Trauben Nuss vor den Fernseher gesetzt, um den Royalblauen die Daumen zu drücken. Meine Abneigung gegen die allgegenwärtige Dortmunder Hybris namens “Echte Liebe” hat sich beim dummen Geschwätz von Wotan Wilke Möhring in der Sky-Konferenz eigentlich noch ganz gut angelassen. Dann stürmt Schalke sogar entgegen ihrer jüngsten Gewohnheiten die ersten fünf Minuten los, als hieße der Trainer nicht Gevatter Catenacio. Der Haken: nur zehn Minuten später habe ich angefangen, dem BVB die Daumen zu drücken. Okay, das Lazarett ist voll, okay, Wellenreuther ist erst seit drei Minuten Profitorwart und vom Spagat zwischen Derbyoffensive und Zerstörerfußball sind die Spieler offenbar dazeder und confuseder als John Bonham nach einer Magnumflasche Wodka, aber das rechtfertigt nicht diesen Sondermüll von Fußball. Das Zweikampf-Verhalten entsprach der Zivilcourage von Angorahasen und Alfred Prince Boateng kann sich von mir aus mit Ra’s al Matteo zusammen in die Liga der Schatten schleichen. Wie gesagt, beinahe wäre ich noch zum BVB-Anhänger geworden, aber dann haben Reus und Aubameyang sich als Cosplay-Fetischisten herausgestellt und ich mich gefragt: wo ist Bane wenn man ihn braucht? (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (22)

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SPIELTAG 22: Danke für das tolle Zerlegnis

Paderborn – Bayern 0:6 (0:2)
A Backerl Sechserwatschn is gleich….ah, never mind. Auf jeden Fall macht Bayern da weiter, wo es letztes Wochenende und Gott sei Dank nicht da, wo es am Dienstag aufgehört hat. Die ersten fünfzehn Minuten haben die Paddys den besseren Matchplan, bzw. haben überhaupt einen. Bayern eher so gelangweilt angreifen und schauen was geht. Am interessantesten ist da noch der Kampf der Plosive: Boateng vs. Kachunga. Aber irgendwann lässt sich die Robbenmaschine nicht mehr aufhalten, spitzt den Ball durch zu Lewandowksi und der trifft betont so, als hätte er nie nicht getroffen. Weil er nämlich bis eben die Verschwörungspresse und altkluge Altfußballer mit Nervenleiden an der Backe hatte. Ich blinzel dich an, Didi Hamann, aka The Zwinkerer. Du sagst nämlich, dass Pep böse ist, weil er Lewi ein einziges Mal nicht von Anfang an spielen lässt und überhaupt wüsste Bayern nichts mit dem Polen anzufangen und die Premiere League-Muftis sollen schon mal die Schatulle plündern für nächsten Sommer. Ich gebe zu, ich habe kurz über das alles nachgedacht und es zudem mit der Akte Mandzukic verglichen, bin aber dann zu folgendem Schluss gekommen: Ja, Lewandowksi hat bei Bayern ein paar Großchancen versäbelt und stellenweise wie ein Fremdkörper gewirkt, er hat aber auch bewiesen, dass er sich ganz und gar in den Dienst eines neuen Spielsystems stellen kann und in der Hinrunde mit seinem Ausweichen auf den Flügel dafür gesorgt, dass die Bayernoffensive so flexibel, schnell und unberechenbar geworden ist. Und jetzt schießt er auch noch die Tore, die man von ihm will. Zwack off, Didi Hamannforden. Hut generell ab vor Pep, weil er gar nicht versucht, es irgendjemand Recht zu machen, das aber sehr elegant macht. Schweinsteigers Spiel gegen Donezk war wirr – er hat Alonso indirekt zu den Fouls genötigt. Kaum bekommt Schweinsteiger von Pep ein bisschen Zeit zum Nachdenken, ist Alonso wieder der Alte. Der Alte ist Robben natürlich nicht: Er übersteht Fouls, ohne in Einzelteile zu zersplittern, oder die Todesstrafe für seinen Gegenspieler zu reklamieren, er ist neuerdings auch Vorbereiter und muss sich keine Elfmeter mehr von den Teamkameraden ergaunern, man schenkt sie ihm einfach aus Liebe wie Thomas Müller. Und habt ihr Robben nach dem Spiel im Interview gesehen? Gelöst, geliebt, gelassen. Euphorie – Hilfsausdruck. Ein Upgrade hat auch Mitch Weiser erfahren, der nach einem Streberpass von Rode über die Gesamtlänge der Pader eingelocht hat wie Tiger Woods zu seinen promiskuitiven Zeiten. Dass Breitenreiter sich nach der 6-Tore-Pappklatsche für das “tolle Erlebnis” bedankt, ist entweder die Folge einer westfälischen Mutation des Influenza-Viruses oder die höfliche Form von Selbsterniedrigung. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (21)

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SPIELTAG 21: A Backerl Achterwatschn is glei aufg’rissn

Bayern – Hamburg 8:0 (3:0)
Witzfigur des Spieltags: Beppi Zinnbauer. Der Mann hat tatsächlich geglaubt, er könnte nach ein paar Duselpunkten aus den letzten Spielen mutig gegen Bayern nach vorne spielen (und sagt das auch noch, räumt aber ein, dass man auch “untergehen” könne). Das war ein brutaler, aber notwendiger Desillusionierungsprozess. Einmal abschlachten bitte, dann heimgehen und eingestehen, dass die Mannschaft scheiße ist. Und das schlimmste: scheiße bei einer Menge wirklich okayer bis guter Spieler. Gut, Marcos war das Opferlamm des Robben-Onslaughts, aber ansonsten hat der HSV die gesamte Defensive Drobny überlassen. Über das türöffnende Tor (see what I did here) nach Handelfmeter kann man streiten, und wer weiß ob die Bayernoffensive überhaupt so ins Rollen gekommen wäre, aber sie kam nun mal ins Rollen. Und Teufel, wie sie ins Rollen kam. Höchste Liga-Niederlage des HSV, aber immerhin war man dabei, als Robben mit rechts getroffen hat. PS: Dahoam is dahoam, Markus Söder, Holger Badstuber. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (20)

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SPIELTAG 20: DIE GÖTTER MÜSSEN VERRECKT SEIN

Stuttgart – FC Bayern 0:2 (0:1)
Es ist nicht Alonsos Schuld, dass im Mittelfeld der Schlendrian eingekehrt ist. Das ist der Nachlass von Schweinsteigers Reintegration in die Mannschaft. Zu wenig Offensivspiel für seine vorgelagerte Rolle und zu wenig Verantwortung fürs Gesamtsystem, das deswegen mit Xabi steht und fällt – und das abwechselnd im Minutentakt. Eigentlich wollte ich auch schreiben, dass Alaba ein Schatten seiner selbst ist nach der Verletzung und den braven Supersoldat Bernat da vorne hängen lässt. Doch erstens hat Alaba ein Freitstoßtor für die Götter (in seinen fommen Augen natürlich ein Frevel, die polytheistische Phrase) geschossen und zweitens kann Bernat eigentlich Alabas Rolle mitinterpretieren, so viel wie der läuft. Ernsthaft, Bernat hätte locker den Sieg bei Marathon in Athen verkündet, allerdings nicht wie das Original vor Erschöpfung im Sterben liegend, sondern mit Strohhalm isotonischen Retsina schlürfend. Ansonsten muss man leider konstatieren, dass Bayern in der ersten Halbzeit noch schlechter als in den beiden Spielen zuvor gespielt hat. “Lewi allein zu Haus” heißt es in der Offensive und auch Götze scheint mehr Spaß am Einfädeln als am Ausspielen zu haben. Letztlich gewinnen Robben und Neuer eigentlich im Alleingang, freilich unter Assistenz von Thomas Müller, der nicht nur bei Alabas Götterboten-Freistoß Laufwege eingeschlägt, die selbst einen Aristoteles vor einen unlösbaren Dreisatz gestellt hätten. Dennoch: Die Götter bleiben sterblich. Ekliges anbei: wie unsere hochnäsige Sportpresse jeden noch so kleinen Makel beim rhetorisch praktisch wehrlosen Ausländer Pep nimmt, ihn seziert oder sich drüber beömmelt wie Drittklässler. Shame on you. (mehr …)

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