‘Fußball’

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (17)

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SPIELTAG 17 (FRÖHLICHE WEIHNACHT, ÄH, ÜBERALL)

Mainz – Bayern 1:2 (1:1)
Wenn sich Reif mal innerlich auf eine Bayern-Niederlage eingeschossen hat, dann ist er in seiner Häme und seinem Frust, wenn es dann doch nicht klappt, nicht zu bremsen, sprich: polemisch, unsachlich, selbstverliebt. Dennoch hat er am Freitag Abend etwas Wahres gesagt: “Gegen Bayern packen sie alle noch was drauf.”

Tja, Mainz, was soll uns das sagen: seit acht Spieltagen dümpeln und dann kommt Bayern, also der einzige Gegner, wo eine Niederlage zu rechtfertigen wäre, und man spielt plötzlich wie im DFB-Pokal-Endspiel. Liebes Mainz, wenn so Mannschaften wie Köln, HSV oder Bremen unter eurem Niveau sind, vielleicht spielt ihr dann lieber in der Serie A, wie Beckenbauer das damals so gustiös für die Bayern vorgeschlagen hat. Aber natürlich ist meine Stichelei ein verstecktes Kompliment, denn mehr noch als Augsburg hat Mainz eine perfekte Symbiose von offenem Visier vorne und Keuschheitsgürtel hinten gewagt, und das ist verdammt aufwendig und riskant gegen die Bayern.

Die dann allerdings auch ein wenig müde von den vielen Rekorden sind. Rafinha hudelt, Götze ist zweikampfscheu, Højbjerg hat eine große Klappe (zu wenig Einsatzzeit), aber momentan wenig dahinter, Ribery macht nichts aus der unglaublichen Lauf- und Vorarbeit von Bernat und Dante verliert jedes Laufduell noch bevor es angefangen hat. Gut, dass es Hollands Sportler des Jahres gibt, der einen eigentlich schon festlich verpackten Weihnachtspunkt an Mainz in letzter Sekunde aufreisst und nach München schickt. (Auf Zuschauerwunsch sei dann freilich noch Schweinsteigers As bei erstem Aufschlag zum 1:1 erwähnt)

Fazit: trotz und gerade wegen Fehlpass Central auf Bayernseite ein flottes Spiel auf der sprichwörtlichen Augenhöhe, das den Startpunkt von Schweinsteigers Rückkehr zu alter Form markiert. Und zwar eher die offensive Variante. Die ordnende Hand Alonsos hat tatsächlich gefehlt. Der Jubel nach dem Siegtreffer versichert mir als Fan zudem, dass man trotz des Laufs, den man ja offensichtlich gerade hat, immer noch Spaß am Beruf hat. Sollte Reus sich wirklich im Anmarsch (weil fahren darf er ja nicht mehr) befinden, wäre das ein schlechter Zeitpunkt fürs Fanklima und ich sehe schon die “koan Reus”-Plakate vor meinem geistigen Auge. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (16)

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SPIELTAG 16

Bayern – Freiburg 2:0 (1:0)
Zunächst Sturmlauf ins große Nichts. Heißt: viele Sahnekombis aber keine Kürsche obendrauf. Bleibt dann bis auf die zwei Tore auch so. Freiburg verweigert Teilnahme am Spiel, Bürki ausgenommen. Aber warum nicht, bringt ja auch nichts und aufs Torverhältnis muss man ja auch mal achten. Robben und Ribery spielen Doppelkopf. Lewandowski trifft gefühlt nie – man wundert sich, woher seine 8 Saisontore kommen. Dann sind plötzlich alle wichtigen Bayernspieler verletzt und gehen heim. Jetzt lasst den Bernat doch sein Tor machen zefix! Thomas Müller ist der Juggernaut.

Dortmund – Wolfsburg 2:2 (1:1)
Positiv: Immobile zeigt endlich seine Klasse. Negativ: es hilft nichts. Beim Sky-Interview hat Klopp leicht gelallt, aber wer will ihm den Absacker übelnehmen, haha. Naldo beim Standard nicht manndecken ist wie hoffen, dass CR7 kein Tor schießt, wenn man ihn ignoriert. Wann spielt Naldo für Jogi Löw? Mitch Langerak hält wirklich keinen Deut besser als Weidenfeller. Möchte wissen, was da los war zwischen Jürgen und Roman. Immerhin ist Klopp bei der Kaderplanung dieses Mal nicht aufgefallen, dass sich Kevin Großkreutz selbst in die erste Elf geschrieben hat. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (15)

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SPIELTAG 15

Augsburg – Bayern 0:4 (0:0)
Mein Mann des Spiels? Nein, heute mal weder Robben noch Rode (ja, ich bin Fanboy von beiden), sondern am liebsten hab ich Manninger im Augsburger Tor zugeschaut. Also entweder der ist Method Actor und hat sich jahrzehntelang auf die Rolle eines wild entschlossenen Bundesliga-Torwarts im Spitzenspiel gegen Bayern München vorbereitet, oder er ist ein bisher unbekannter direkter Nachfahre von Karl Valentin. In jedem Fall ist er ein echter Vollblut-Mime, sein Gesicht hat in jeder Phase die Geschichte dieses Spiels erzählt. Und das mit dieser Hausmeister-Physiognomie – göttlich. Anonsten wieder einmal ein Bayernspiel nach Schema “Take it easy, altes Haus und pass dich erstmal richtig aus”. Man hat wirklich das Gefühl, die Bayern spielen sich 30 Minuten warm und erkunden so ein bisschen die Lage, bis sie die Kriegsbemalung auftragen. Wobei die Eleganz und fluffigen Abläufe eher auf so postmodern trendiges und metrosexuelles Mexiko-Toten-Emo-Make-Up (google Video zu “Prayer in C”) schließen lassen. Wo war ich? Ach so, beim Warmspielen. Natürlich kann man in solchen Selbstfindungsphasen auch Konter finden und der FCB hat Glück gehabt, dass der FCA bei aller Willenstärke und taktischer Finesse keinen besonders bissigen Sturm sein Eigen nennt, dann wiederum haben die Bayern mittlerweile auch nachweislich die beste Defensive Europas und mit Benatia auch einen der besten Verteidiger. Beinahe müßig zu erwähnen, wie gut Robben und Rode in Form sind und was für ein Hochgenuss Lewandowksi-Tore sein könnten, wenn er sie auch tatsächlich mal macht. Und zu Schweinsteiger, Bastians Comeback in der Startelf lässt man eh besser Bilder sprechen. Zum Beispiel das wo Pep seinen Weltmeister küsst und drückt wie die eigene Tochter. Süß. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (14)

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SPIELTAG 14

Bayern – Leverkusen 1:0 (0:0)
Ein Hochgenuss. Leverkusen ruppig, taktisch, forsch und die Bayern ihr Spiel immer perfide dem Gegner anpassend wie der T-1000. Das Leverkusener Spiel letztlich terminierend: Rode. God, I love me some Rode. Der löst mit seiner Einwechslung alle Münchner Probleme und das sind nach der ersten Hälfte nicht wenige. Verlorene Zweikämpfe im Mittelfeld, Ratlosigkeit im Spielaufbau gegen die auf Neuer schon beim Ausgeben des Balls zubrausende Levko-Welle und die Vier-Mann-Formationsattacken auf Ribery, die schon früh das bayerische Angriffsspiel dauerhaft auf die rechte Seite verlagern.

Doch dann kommt Rode, gewinnt endlich Zweikämpfe und holt die Bälle, an die die großartig gestaffelten Leverkusener Xabi Alonso bisher nicht haben rankommen lassen. Es könnte sogar 0:1 stehen, kehrte der rote Blitz Bernat nicht in letzter Sekunde den Ball von der Hawkeye-Demarkationslinie. Letztlich ist es auch Rode, der eine Ecke (hört, hört) herausholt, nach der Bayern via Ribery das Siegtor erzielt. Nach einer Ecke wohlgemerkt. Neben Rode (der einen völlig sinnentleerten Götze ersetzt) Mann des Münschner Spiels: Benatia, der aufräumt wie einst Boateng, bevor der zum modernen Lothar Matthäus (spieltechnisch) geworden ist mit seinen formidablen Pässen und seiner unheimlichen Spielübersicht. Aber wo wir grade beim Loben von Defensivspielern sind: was Jedvaj, Wendell und der Schlachter Spahic dahinten wegschaffen, gleicht auch dem Tagwerk eines Minenarbeiters. Respekt. Nur das Allianz-Arena-Chainsaw-Massacre vom an sich sehr sympathischen Bellarabi gegen meinen Boy Rode hätte es nicht gebraucht.

Im Vorfeld des Spiels hat sich Pep ja so dermaßen für Roger Schmidt ausgesprochen, dass man meinen hätte können, der braucht einen neuen Assistenztrainer. Aber die Lorbeeren sind schon berechtigt, wenn man sieht was für eine exzellente Balance aus Kampf und Kunst der Mann den Seinen verordnet hat. Fragt sich nur (wie bei den meisten Bayerngegnern), warum die Mannschaft das nicht auch bei “herkömmlichen” Ligaspielen abruft.

Ein paar Anmerkungen noch zur Bayern-Offensive: nach wie vor geht eigentlich kein Match verloren, wenn Ribery und Robben gleichzeitig spielen. Statt jetzt wieder über die Abhängigkeit von den beiden Götterboten zu mosern, möchte ich nur mal kurz schriftlich folgendes fixieren: die zwei haben nicht nur eine Bayern-Ära mitgeprägt, sie sind selbst Eine und es ist schlichtweg ein Witz, dass Robben noch nie für den Ballon D’ingsda nominiert war. Und noch was: es mag ihn die Stärke Lewandowskis kosten (der immer noch nicht ganz auf Höhe des Münchner Spiels ist, aber immer besser wird, dennoch gern mal einen reinwurzen darf, wenn er möchte), aber Pep ist zu einem bekennenden Nutzer und Liebhaber von Angriffen über die Außen geworden. Das war bei Barca noch keineswegs so, da war die Außenbahn nur eine veritable Ablenkung von Messi, der dann innen das Fallbeil betätigt hat. Und auch wenn Pep Ribery (ohne Erfolg) und Robben (mit Erfolg) gerne nach innen schiebt, es bleibt doch auf ewig der Verdienst von Robbery, dass Bayern mit den beiden den besten Flügelangriff der Welt hat. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (13)

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SPIELTAG 13

Berlin – Bayern 0:1 (0:1)
Ach ja, die Hertha. Hat schon gut gespielt in der zweiten Halbzeit, aber von einem knappen Spiel kann man wirklich nicht sprechen. Hätte Lewando (klingt wie Zalando) eine seiner drei Großchancen reingemacht, hätte sich der Widerstand der zweiten Halbzeit eh erledigt. Zudem muss man sich fragen, warum sich die Berliner ausgerechnet gegen Bayern so reinhängen und dann auch erst in der zweiten Hälfte. Macht das doch gegen Mannschaften, wo es auch was zu holen gibt, Dortmund kommt demnächst. Oder wechselt öfter Ronny ein, ist doch scheißegal, ob dem die Luft ausgeht, dann soll er halt nicht so viel laufen – mehr zärtliche Unberechenbarkeit bringt auf jeden Fall sonst keiner auf den Platz, auch nicht Kalou. Die Bayern haben nach dem Arsenal-Geschussel am Dienstag auch nicht unbedingt ein Wiedergutmachungs-Feuerwerk abgeliefert, aber halt das getan, was sie immer tun: mit Götze, Müller und Robben zauberhafte Tore herauskombinieren. Der Monsieur ist da noch ein bisschen außen vor, vor allem weil sein Lieblingszubringer Alaba fehlt und das mit Roadrunner Bernat noch nicht ganz eingeübt ist. Lewandowksi hat die Laufwege der Kollegen mittlerweile verstanden und tut sein übriges dazu, sie unvorhersehbar zu machen, leider gilt das auch gelegentlich für seine Bewegungsabläufe vor dem Tor. Aber eigentlich keine Klage, der integriert sich super. Wo Robben spielt – Zentrum, rechts oder unter Tage – ist mir scheißegal, Hauptsache er spielt. Und so sieht das auch Pep, er hat nämlich die Positionsfaxen schon lange dicke. Ein Wort noch zu Fritz v. Thurn & Taxis, der uns vor dem Spiel mal wieder unbedingt wissen lassen muss, dass er sich mit Matthias Sammer duzt und während dem Spiel kommentiert wie bei Sprachaufnahmen für ein Konsolenspiel: Floskeln auf Trigger, leider nicht genug, um ein paar Spiele ohne Wiederholungen zu schaffen. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (12)

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SPIELTAG 12

Bayern – Hoffenheim 4:0 (2:0)
Wenn in einer Mannschaft Thiago, Martinez, Lahm, Pizarro, Badstuber, Alaba, Reina und Starke fehlen und die Mannschaft weiter so agiert, als spiele sie bereits sei drei Saisonen zusammen, dann geb auch ich zu: Bayerns Kader ist krisensicherer als der Euro. Zum Spiel: Hoff presst brutal, aber komischerweise nur von Manuel Neuer bis zu Alonso. Götze darf rumlaufen wie ein glücklicher Freilandstürmer und ein dementsprechend gesundes Ei legt er dem armen Baumann dann auch. Klar hätte auch die TSG ein Törchen machen können, aber dann wärs halt 4:1 ausgegangen. Ansonsten wieder alles sehr verzückend bis auf den einen oder anderen letzten Pass und diese Ecken, die seit Peps öffentilchem Attribut “katastrophal” noch unseeliger geworden sind (ab jetzt bitte nur noch kurz). Robben und Ribery legen eine Spielfreude an den Tag, das sie vom Gegenspieler schon gar nicht mehr gefoult werden, die wollen auch was für ihr Geld geboten bekommen und schauen fasziniert auf die Lustballer. Magnifique, dass der Monsieur wieder so zurück gekommen ist seit seinem Pofurunkel. Boateng ausnahmsweise mal wieder wild und wütend, aber dabei mit dem nötigen Maß an Knochigkeit, um nicht vom Platz zu fliegen, Elfer zu verursachen und den gelegentlichen Lothar-Matthäus-Gedächtnispass hoch in den Sturm (sagt man das noch?) zu spielen. Ausgewählte Highlights: Müllers Milimeterpass auf Robben vor Lewis (ich nenne ihn jetzt auch so, lieber Jürgen Klopp, nicht aus plumper Primus-inter-pares-Kumpelei, sondern weil ich tippfaul bin), 2:0 Robbens Houdini-Doppelpass mit Lewandowski vorm 3:0, Rodes Spaltung der Materie zum 4:0 (nach Pass von he who will now be named) und natürlich die Rückkehr des deutschen Nick Fury, Wasti Schweinsteiger, der Capitano der Herzen, der Weltmeister der Augenbrauen. Überhaupt hat erst Pep geschafft, was Klinsi der Liga damals angedroht hat: jeden Bayernspieler noch ein Stück besser zu machen. In der zweiten Hälfte hat Hoffheims Offensive aus Volland, Modeste und Firmino dann den Preis für ihr laufintensives Pressing in der ersten bezahlt, auch so etwas plant Pep Guardiola im Voraus. PS: Das Foul von Szalai an Dante sah auch eher nach Hunnenrugby als nach Fußball aus. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (11)

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SPIELTAG 11

Frankfurt – FC Bayern 0:4 (0:1)
Norbert Nachtweih sieht besser aus als früher, stelle ich grade auf Sky fest. Was gibt’s sonst Neues? Alaba ist verletzt, schade, aber kompensierbar. Will Bayern Sergio Ramos kaufen? Können Schweine fliegen? Zum Spiel: Frankfurt hat besser gespielt als die Roma neulich. Bissiger, interessanter, unberechenbarer und sogar mit besseren Einzelaktionen. Dieser Wiedwald ist auch ein ganz hervorragender Hinlanger im Frankfurter Tor. Der Zubeisser Zambrano hat allerdings gefehlt. Am Sieg der Bayern hab ich nicht gezweifelt, an einem Dreierpack von Müller schon. Ich war grade dabei, folgendes auf meinen Notizzettel zu schreiben: Müller auf der Genie- und Wahnsinn-Waage heute wieder mit schwerem Übergewicht auf der Gagaseite. Ja, so lustige Notizen mach ich mir. Aber vielleicht waren die Müllertore ja auch ein geschickter PR-Schachzug für diesen komischen WM-Film, der ins Kino kommt, der vermutlich denselben Effekt hat wie das “Sommermärchen”: die als glorifizierte Zeit abgeheftete Erfahrung wird noch mit einem Häubchen Fremdscham verziert. Der Hackentrick von Neuer war bei allem ästhetischen Mehrwert ein Schlag ins Gesicht zukünftiger Gegner. Demonstrativer kann man sein Desinteresse am laufenden Spieltag nicht darstellen. FCB-Ecken sind leider immer noch auf Bolzplatzniveau. Siehe bei mir am Ende der Straße neben dem Spielplatz. Da wo die alten Herren ständig “ruhiges Aufbauspiel!” schreien, obwohl der Platz ungefähr 15 Meter lang ist. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (10)

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SPIELTAG 10

FC Bayern – Dortmund 2:1 (0:1)
Hier ist meine Theorie, was bei Dortmund nicht stimmt. Die Spielweise von Klopp erfordert eine feine Balance der einzelnen Elemente, denn das BVB-Spiel ist Risikospiel. Es ist rasant und laufintensiv, es ist im Prinzip stoisch und monoton, es nutzt sich ab, wenn es nicht zum sofortigen Erfolg führt, oder nicht alle Spieler in derselben Intensität am selben Strang ziehen. Und das passiert vielleicht deswegen, weil Transfers wie Immobile, Ginter und Ramos nicht so richtig hinhauen (im Gegensatz zu den klugen Zugängen im letzten Jahr Mikidings, Abumeyang und der grimmige Grieche) und man anfangs eher beiläufig ein paar Punkte liegen lässt, die Bayern davonziehen und einen die Presse plötzlich abschreibt. Die anfänglich noch zaghaften Abstimmungsprobleme bekommen durch die Medien einen psychoaktiven Schub und so gerät langsam Sand ins Getriebe, nicht viel, aber es reicht eben nicht mehr zum Gewinnen. Das wird sich bald wieder ändern, aber der Schaden ist angerichtet. Spieler wie Reus (angeblich demnächst bei Unterhaching), Hummels (angeblich Angebot von Arsenal) suchen sich vielleicht bald schon Wohnungen in neuen Städten und ein Stern, der noch gar nicht richtig aufgegangen ist, könnte sich schon wieder im Sinken befinden. Wenn Dortmund wirklich nicht in die Championsleague kommt und dazu noch etliche Schlüsselspieler verliert, wird alles an den kommenden Transfers hängen. Das wird der Schlüssel zur Zukunft der zweiten Kraft in der Liga. An Klopp liegts nicht, auch wenn er mit seinem grünstichigen Deckhaar im Moment arg verloren vor den Interview-Kameras wirkt.

Das Spiel: Nichts für schwache Nerven. Bayern war zu ungenau in der ersten Hälfte und der BVB dafür umso exakter. Ergo Augenhöhe. In der zweiten Hälfte war die Münchner Chancenverwertung zwar immer noch so effektiv wie die Dobrindt-Maut, aber die spielerische Überlegenheit war erdrückend, da hat selbst der sonst “dahoam” so furchtlose BVB den Hut gezogen. Königseinwechslung war dann natürlich Subotic, erst der hat das Abwehrgeflecht der Schwarzgelben erfolgreich aufgelöst. Nach dem Foul an Ribery hat er sich natürlich wieder mörderungerecht behandelt gefühlt und ich hab schon befürchtet, dass er gleich wieder Robben ins Gesicht springt, wenn der seinen Elfer verschießt, aber diese Zeiten sind wohl vorbei -> Arjen Robben, BVB-Killer. Das wird so in die Annalen eingehen. Ansonsten hat mir Bernat wahnsinnig gut gefallen. Sein finaler Pass ist zwar meistens Grütze, aber was der Mann für Räume aufreisst, kann Spiele entscheiden. Mario Götze dagegen, not so much. Hut ab vor Lewandowski, der einfach nicht einsehen will, dass er Scheiße am Fuß hat und quasi gegen sein Karma trotzdem das wichtigste Tor des Tages geschossen hat. Und Boateng ist eh nicht mehr von dieser Welt. Es scheint, als schäle sich aus dem einstigen Teilzeit-Weddinger-Käfigkämpfer endlich der Bildungsbürger, den seine Mutter immer gerne gesehen hätte und in der Verflechtung von Hip-Hop-Hool und Feingeist entsteht einer der intelligentesten Verteidiger der Welt. Falls übrigens jemand von mir erwartet, dass ich die Reus-Wechselgerüch(t)e kommentiere, hier bitte: Ist mir vollkommen wurscht. Die Sportjournaille mit ihren fantasielosen Reflexpolemiken wie (“Schwächt der FCB absichtlich die Konkurrenz”) kann einen allerdings tatsächlich zu Ohrenschützern zwingen. Symbolbild des Tages: Sammer herzt Pep ganz ungemein, aber immer mit diesem “Liebt er mich auch zurück?”-Zweifeln im Blick. Und dann bei Sky 90 hundertdreissig Mal die Versicherung, wie wunderbar die beiden sich verstehen. Die Lex fori ist die Lex Pep. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (9)

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SPIELTAG 9

Gladbach – Bayern 0:0 (0:0)
Nach der ersten Halbzeit fiel mein Fazit noch ziemlich nüchtern aus. Typisches Bayernspiel gegen zugegeben defensiv extrem gut organisierte Underdogs, die sich außer Kontern nichts zutrauen. Das war vermutlich auch Favres Plan aber zum Wohlgefallen des deutschen Fußballästheten hat bei Gladbach noch während des Spiels eine Evolution stattgefunden, die diesem nominellen Spitzenspiel dann auch gerecht wurde. Auf deutsch: Die Gladbacher haben sich was getraut, sie haben gewerkelt und gewuchtet, aber nie den Kopf verloren. Sie haben ihr System im Spiel selbst verschärft und weiterentwickelt, und das hat sie zumindest für diesen Abend zu einer Bayern absolut ebenbürtigen Mannschaft gemacht. Und damit haben sie die Roten auch ab Hälfte zwei kolossal verunsichert, zu Schlurigkeiten und damit in die Abhängigkeit von “Wunderpranke” (J. Guardiola) Neuer und seiner Defensive gezwungen. Die aber bis auf zu verzeihende verlorene Laufduelle ohne Murks agiert hat und dank Xabi Alonso auch nie in Panik verfallen ist. Lediglich Benatias körperliches Spiel war eine tickende Zeitbombe und Rafinha musste man aus dem Spiel nehmen, sonst hätte er Hahn einen Arm abgebissen. In der Summe das bisher spannendste Unentschieden der Saison, lediglich den Ionesco um Xhaka hätte man sich sparen können, der Mann war ja praktisch schon ohne Fuß als er wieder auf den Platz zurückkam. Habt ihr übrigens gesehen, dass Kramer vor Wut das Richtmikro aus dem Stadion getreten hat? Ist das ein Vergehen? Und wenn ja, kann sich der Delinquent überhaupt daran erinnern? Und was patscht Pep Guardiola denn so ungehalten an Bibiana Steinhaus herum? Muss ja nicht gleich einen #Aufschrei geben, aber sowas ist zu unterbinden, wie überhaupt das dauernde Umarmen und Herzen von Schiedsrichtern (siehe Rafinha). Letztlich aus Bayernsicht nicht das beste Spiel der letzten Zeit aber dennoch alles easy und alle Ecken bitte auch weiterhin genau auf den Torwart schlagen, liebe Bayern, wenn ihr die Liga spannend halten wollt. (…und wie sehr immer wieder Robben fehlt) (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (8)

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SPIELTAG 8

Bayern – Bremen 6:0 (4:0)
Zum Thema Thiago: Himmelherrgottfickscheißenochmal. Zurück zum Spieltag.
Ich hab ja neulich seit Jahren wieder mal eine Bundesliga-Saison auf der PS3 angespielt, leider auch meine letzte, da die Konsole vor zehn Minuten ihren zweiten YLOD (yellow light of death) verzeichnet hat. Auf jeden Fall hat diese Saison, in der ich die Allmacht meines Kaders in der PS3-Liga beklagt habe, den Sprung von der Virtualität in die Realität geschafft. Bayern spielt nicht in der Bundesliga, es spielt auf der Konsole und die KI ist ein Krüppel. Das mag sich mit den nächsten Update auch wieder ändern, aber momentan hat Pep Guardiola eine lackierte und geölte Spielmaschine auf dem Platz, der nicht beizukommen ist. Und wenn jetzt jemand meckert, weil ihm Bayern gelegentlich zu pragmatisch ist und zu wenig Barca, dann sei daran erinnert, wie sich letztes Jahr noch die Beschwerden über das Ballgeschiebe gehäuft haben. Jetzt geht es wieder steiler über die Außen und länger durch die Mitte. In der Bundesliga hat Pep Guardiola den Pragmatismus seinem Arsenal hinzugefügt und das sind doch schlechte Nachrichten für jeden zukünftigen Bayerngegner. Das Spiel ist allerdings immer noch “Jazz” verglichen mit dem Heavy Rock von Madrid, sagt Alonso am Wochenende im SZ-Interview und man mag sich gar nicht ausmalen, was passiert wenn zu Ballbesitz und Pragmatismus jetzt auch noch die kalte Wut eines Mourinho dazukäme. Das Spiel war durchaus amüsant, wenn man kein Bremen-Fan ist. Allein die lustige Freistoß-Gaudi war schon das Sky-Abo wert. Müllers Laufweg vor Alonsos Schuss hätte selbst den Minotaurus in die Irre geführt. Sonst noch verhaltensauffällig: Torjäger Lahm, der Schiedsrichter und eine Bremer Mannschaft, die statt Gegenwehr Verständnis für die Offensive der Bayern gezeigt hat. Ob Fans und das demnächst neue Präsidium (Ciao Willi Lemke) ebenso viel Verständnis für das bisherige Wirken von Dutt aufbringen, darf bezweifelt werden. Andererseits: welches Wirken? (mehr …)

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