‘Fußball’

Brennerpass WM-Studio 2014 (25)

Deutschland - Argentinien 1:0 n.V.

Da hab ich mein Maul im Vorfeld aber proppevoll genommen, als ich dem Endspiel in einer Berliner Boulevardzeitung jegliche Spannung und Dramatik abgesprochen habe. Gnadenlos unterschätzt habe ich diese Argentinier aber wie hätte ich auch wissen sollen, was die drauf haben, sie haben es ja das ganze Turnier nicht gezeigt. In diesem Sinne ein ganz ironiefreies und herzliches Danke fürs Mitspielen, das war Fußball. Ich hatte aber auch nicht gedacht, dass dieses Spiel auf einer derart scharfen Klinge ausgetragen werden würde. Noch beim Warmlaufen ging eine ganze wärmende Zuversicht von den Deutschen und eine sorgenvolle Mimik von den Argentiniern aus. Sabella wirkte sogar so, als wäre ihm die Finalteilnahme eher unangenehm, nach dem Motto: ich weiß, dass ich hier eigentlich nichts zu suchen habe.

Doch dann haben ihm ein paar Dinge in die Karten gespielt: zum einen der Spontanausfall von Khedira und in der Folge der vom beinahe enthaupteten Kramer. Damit war Deutschland in der mittlerweile so implosionssicheren Chemie im Mittelfeld leicht geschwächt, auch wenn Kramer (kurz) und Schürrle (4ever) die Offensive auf Trab gebracht haben. Gleich zu Beginn passierten auch ein paar Konter, die den Argentiniern Selbstbewusstsein gegeben haben, weil sie gesehen haben, dass sie schneller als die Deutschen sind. Später wurde ihnen genau dieses Selbstbewusstsein wieder im Alleingang von Boateng genommen, dem man nachträglich den Ballon D’Or überreichen sollte und ihn Ronaldo wieder wegnehmen. Man kann eh getrost behaupten, dass diese angeblich so improvisierte Abwehrkette spätestens seit dem Algerien-Spiel die WM für Deutschland entschieden hat und das ganz ohne Zement.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel dann immer mehr zu Bastian Schweinsteiger in “Die Hard In A World Cup Final”. Der Schiedsrichter hat ja wirklich alles dafür getan, dass Schweinsteiger zerschmettert vom Platz getragen wird und Argentinien sich ins Elfmeterschießen schleppt, aber dann kam der beinahe schon entzauberte Zauberlehrling Götze, der sich ganz im Gegentrend zu seinen Verschwindetricks bei dieser WM in letzter Minute unsterblich gemacht hat. Und den einsamen Hauch der Unsterblichkeit muss er auch gespürt haben, als er alleine am Spielfeldrand stand statt mit den Kollegen zu feiern.

Noch mehr Respekt als der Kriegsgott Schweinsteiger und Marathon-Läufer Schürrle hatten die Argentinier aber vor der Medusa Neuer. In ihrem Blickfeld erstarrten Higuain und Palacio bei todsicheren Chancen zu Stein. Pünktlich zum Finale hat auch Mesut Özil sein erstes gutes Spiel im Turnier abgeliefert, Kroos dagegen war in der ersten Hälfte mies und fiel in der zweiten zumindest nur noch selten unangenehm auf. Gekämpft hat auch er, deshalb Schwamm drüber, aber ich prophezeie, dass sein Phlegma ihm auch bei Madrid im Weg stehen wird.

Am Ende bin ich erleichtert, aber nicht überrascht, denn es hat wirklich die konstanteste, spielerisch wertvollste und wohltemperierteste Mannschaft bei dieser WM gewonnen. Stolz bin ich nicht, denn ich hab ja nicht gespielt. Es ist nur eine Mannschaft, die ich mag, die einen Pokal gewonnen hat, den sie unbedingt gewinnen wollte. Eine Mannschaft mit einem guten Trainer. Am meisten freut es mich für Lahm und Schweinsteiger, die nach der Championsleague-Lücke in ihrem Leben nun auch diese Scharte in Gold auswetzen können.

Ein paar Beobachtungen von der Siegesfeier noch bevor wir alle ins Bett gehen, und da passt das “wir” dann auch endlich: Wie Höwedes und Hummels sich im Rasen geherzt und entspannt haben, hatte was von “Stand By Me”. Der eine ist Schalker, der andere sein theoretischer Erzfeind. Das sah mehr nach Liebe aus als zwischen so manchen herbeigerüschten Spielerfrauen und ihren Männleins. Auch schön wie Neuer und Großkreutz herumgetollt sind. Während Sepp Blatter den Lahm dann beinahe vor Begeisterung über sein eigenes Turnier unter sein Jackett genommen hätte, bekam Pille den Weltpokal von der unangenehm nach Erika Steinbach aussehenden brasilianischen Staatspräsidentin Rousseff sichtlich widerwillig überreicht. Natürlich musste Lukas Podolski noch vor allen anderen Siegergesten erstmal die Köln-Flagge auspacken, aber irgendeinen bleibenden Eindruck wollte er ja hinterlassen.

Einen bleibenden Eindruck hat bei mir auch Tom Bartels hinterlassen. Nachdem ich in der ersten WM-Woche noch twitterte, ich fände ihn “vollkommen okay”, bin ich jetzt bekehrt. Eine Platitüdenflak wie der gehört aufs Badeschiff oder ins deutsche WM-Quartier abgeschoben. Oder auf die Fanmeile. So, jetzt hab ich wenigstens auch noch eine Kriegsmetapher untergebracht. Apropos Krieg, wäre schön gewesen, wenn ein Spieler nach dem Spiel gesagt hätte, Israel und Palästina sollen sich nicht mehr ihre blöden Schädel zusammenhauen. Weltfrieden, ist das wirklich so ein abstrakter, ja strafnaiver Begriff geworden?

Ich geh jetzt ins Bett. Es war mir eine große Freude, hier berichten zu dürfen.

NACHTRAG
One last time in other news: Messi ist zum Spieler des Turniers gewählt worden. Von wem? Von Blatter? Und wäre es da nicht ehrlicher gewesen, man hätte ihm den Titel noch vor dem ersten Gruppenspiel verliehen?

Brennerpass WM-Studio 2014 (24)

Brasilien – Niederlande 0:3 (0:2)

Na schau her, dann war ja das Spiel um den dritten Platz doch nicht ganz umsonst. Hat es doch ein paar meiner Kernthesen dieser WM untermauert.

1. Brasilien kann nichts ohne Neymar, da kann Felipao umstellen wie er will.

2. Die Schiedsrichterleistungen bei dieser WM waren natürlich nicht alle so dürftig, aber insgesamt war das schon eine bizarre Anhäufung von Fehlentscheidungen. Siehe hier: Der Elfmeterpfiff außerhalb des Strafraums mit Trostgelb.

3. Holland hat nicht immer für große Unterhaltung, aber für umsichtigen Fußball mit Köpfchen und ansehnlicher Offensive gesorgt. Ein Einzug ins Finale wäre mehr als verdient gewesen, weil zweitbestes Team der WM.

4. David Luiz ist durch und durch powered by emotion und so gut das für eine Mannschaft sein kann, bei der’s grad läuft, so pestig ist das in einer Defätismusspirale. Kommt alles vom zuvielen Glauben an irgendwas.

5. Deutschland wird Weltmeister. Das hab ich hier reingeschummelt. Erst seit dem USA-Spiel gibt es da bei mir einen verhaltenen Optimismus. Das hab ich geschrieben: “Insgesamt ein Spiel das Mut macht, nicht, weil die Deutschen so filigran waren, sondern weil sie sich Wind und Wetter anpassen können wie alte Hasen.”

Brennerpass WM-Studio 2014 (23)

Niederlande - Argentinien 2:4 i.E.

Das war Schlafes Bruder statt Mutter Courage! Hätte ich mir den Wecker gleich aufs mutmaßliche Elferrittern (denn ein anderes Ergebnis als 0:0 war nie drin) gestellt, hätte ich wenigstens bequem in einer dafür vorgesehen Vorrichtung statt auf der Couch auf meinem iPad geschlafen. Argentinien hat seinen Zerstörungsfußball ohne schlechtes Gewissen fortgesetzt und Holland hat sich nichts getraut. Das war das eine Spiel, wo Louis Van Gaal mit seiner Schmidtchen-Schleicher-Taktik in Sabella und seinen Hundes des kalten Krieges seinen Meister gefunden hat. Abwartender geht halt nun mal nicht mehr. Fürs Finale gegen Deutschland sehe ich zwei Gefahren: 1. Die deutsche Mannschaft schläft ein und kassiert während der R.E.M.-Phase ein Tor oder 2. es geht bis zum Elfmeterschießen, in dem ein einstmals zweitklassiger Towart namens Romero (AS Monaco) plötzlich als hochstilisierter Elfmeterkiller wirken darf. Ansonsten aber ein ähnlich leicht ausrechenbarer Gegner wie Brasilien, nur eben ganz anders.

In other news: Gerd Gottlob hat das langweiligste Spiel dieser WM emotionaler und begeisterter kommentiert als Bela Rethy neulich das 1:7.

Brennerpass WM-Studio 2014 (22)

Brasilien – Deutschland 1:7 (0:5) (difficulty: amateur)

Gemessen an den Fähigkeiten beider Teams und dem bisherigen Turnierverlauf ein stringentes Ergebnis, das mich nicht so wahnsinnig überrascht, wie man meinen könnte – ein 4:0 hielt ich immer für möglich. Brasilien stand ja schon beim Eckball und Tor von Müller dermaßen verloren herum, man hätte auch diese dösigen Leute hinstellen können, die morgens in der S-Bahn nie Platz machen, wenn man einsteigt. Hätte mehr gebracht. Die Szene war für mich symptomatisch für das gesamte Spiel der Brasilianer bei dieser WM und hat den Überfallfußball der ersten zehn Minuten ins Lächerliche gezogen. Jetzt haben die Brasilianer ja weiß Gott keine schlechten Leute im Team, was mich zu zwei Thesen führt: 1. Scolari coacht einen ziemlichen Mumpitz zusammen 2. Dieser Haufen marginal überbezahlter Sonderlinge war in der kurzen Zeit nur über Euphorie und Autoerotik zu coachen. Als Quintessenz fürs gesamte Turnier fällt diese Niederlage dann auch kein Tor zu hoch aus und es ist lediglich traurig, dass so Mannschaften wie Chile, Mexiko und Kolumbien der Seleçao unter die Räder gekommen sind. Wobei die auch selbst schuld sind, denn wie man gesehen hat, braucht man nicht am CERN arbeiten, um die Brasilianer zu entschlüsseln.

Aber ja doch, zum Unvermögen des Gegners kam dann auch ein wenig deutsche Brillianz dazu. Ich fand zum Beispiel weniger Kloses billigen Abstauber toll, dafür aber grandios, wie er David Luiz durch massiven Körpereinsatz schon bereits am Anfang des Spiels für alle Zeiten den Schneid abgekauft hat. Und während andere vielleicht Mitleid mit dem greinenden Knäuel verspürt haben, ist dieses Herumheulen einfach nur ein Zeichen von gekränkter Eitelkeit und einem völlig überzogenen Nationalbewusstsein. Und am schlimmsten: wahrscheinlich sogar ein Dialog mit Gott. Fußballer und ihre “Frömmigkeit”, Thema für sich.

Wichtig, dass das mit dem Toreschießen überwiegend in der ersten Hälfte erledigt war, so konnte sich Manuel Neuer ein wenig fürs Finale einschießen lassen. Nach wie vor ist die angeblich nur aus Innenverteidigern bestehende Abwehrkette der eigentliche Star der Mannschaft and I’m also looking at you, beautiful Benni Höwedes. Dass der hierzulande eher ungeliebte Löw jetzt auch aufgrund seiner Umstellungen und vermeintlichen Taktik den höchsten WM-Sieg in einem Halbfinale sein Eigen nennen darf ist doch ein schönes Trostpflaster, wenn er am Sonntag seinen Meister in Louis Van Gaal findet. Aber im Ernst: ich hab noch Hoffnung – trotz des Spiels gestern.

Zum Schluss mach ich das, was Spiegel.de und Konsorten so gerne tun: Ich zitiere aus diesem verrückten Social Web.

“I’m gonna rip my ears off if I hear anybody using the words ‘German’ and ‘Efficient’ in the same sentence ever again.” (Chris von der Liverpooler Band Silent Sleep auf Facebook)

“Someone needs to make the Hulk angry.” (Noel Fielding auf Twitter)

“Someone needs to pick up the other Playstation Controller.” (Gary Warnett @gwarizm auf Twitter)

“Wonder if David Luiz is still ahead in FIFA’s player of the tournament competition.” (Gary Linker auf Twitter)

Brennerpass WM-Studio 2014 (21)

Argentinien - Belgien 1:0 (1:0)
Niederlande - Costa Rica i.E. 4:3

Hey, da ist ja Martin Demichelis. Und noch dazu auf demselben Spielfeld wie sein ehemaliger Arbeitskollege Van Buyten. Beide haben mir damals bei den Bayern schlaflose Nächte verursacht mit ihren schlimmen Schludrigkeiten in der Abwehr, aber als Demichelis ging, war Daniel VB plötzlich bockegut und ist es bis heute geblieben. Er ist einer der wenigen Spieler dieser WM die von vorne bis hinten durchgespielt haben. Bis gestern Abend. Die erste Halbzeit sah kurz so aus, als hätten Belgien und Argentinien die Rollen getauscht. Argentinien sprintete und attackierte und Belgien sagte: “Ja, ja, macht ihr erstmal.” Doch dann erinnerte sich Argentinien wieder an seine eigentliche Rolle bei diesem Turnier: den Fußball boykottieren und mit einem Tor Unterschied gewinnen. Und so hat Belgien zu spät bemerkt, dass die Tür zum Halbfinale gerade zugeht und sich von der Albiceleste auch noch das letzte Herzblut aussaugen lassen, so dass es am Ende so wirkte, als gehe die Niederlage schon in Ordnung. Und vielleicht war es so: selbst Pluster-Rhetoriker Wilmots hat gesagt, er sei sehr zufrieden mit der Mannschaft in dem Turnier gewesen und das kann er auch sein. Ich hab zumindest in den letzten Acht niemanden gesehen, der deutlich besser gewesen wäre, am wenigsten Argentinien.

Uh, das Hollandspiel. Zunächst einmal mehr eine Halbzeit, die man sich getrost hätte sparen können. Eigentlich die ersten 75 Minuten. Theatralik, Abseitsfallen und Navas lautet meine Kurzzusammenfassung auf dem Notizzettel. Dann kommt aber die größte Ungeheuerlichkeit der jüngeren WM-Geschichte und ich meine nicht den grausamen Chancentod Van Persie in der 88. Minute. Nein, es ist Zeit für Aloysius Paulus Maria van Gaal, Ritter von Nassau-Oranien, der dieser Tage scheinbar eine Lösung für jedes Problem parat hat. Man sollte den Mann unbedingt auch in der Stammzellenforschung tätig werden lassen. Auf jeden Fall wechselt er seinen tadellosen Torhüter Cillessen aus und bringt den offensichtlich für den herkömmlichen Spielbetrieb untauglichen Elfmeterkiller Krul, der dann quasi mit links das Spiel entscheidet und Holland ins Halbfinale einzieht, so als wär nix gewesen. Holy shit.

In other news: Die FIFA untersucht jetzt mit großem Trara den “Fall Neymar”. Was für einen Fall und was gibt es zu untersuchen? Muß Batman als freier Ermittler ran oder reicht auch Claus Theo Gärtner? Schau dir die Zeitlupe an, Blatter, gib dem Kolumbianer eine Strafe und sag deinen Refs, sie müssen nicht alles laufen lassen.

Brennerpass WM-Studio 2014 (20)

Frankreich - Deutschland 0:1 (0:1)
Brasilien - Kolumbien 2:1 (1:0)

Aha, Kroos geht zu Real, weiß die SZ aus angeblich sicherer Quelle. Na dann, Reisende soll man nicht aufhalten. Ich als Bayernfan bin natürlich ein bisschen kleinkariert und verbittert und etwas in mir will Verrat, Söldner, Illoyaler, Ballack und hinterfotziger Karrierist schreien, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich Kroos hier im Brennerpass meistens eher weniger geschätzt – genau wie sein eigener Verein. Egal wie viel Geld da im Spiel ist, ginge Kroos allein aus gekränktem Stolz, könnte man es ihm kaum nachsehen, wäre da nicht Pep Guardiola, der für seine Verhältnisse geradezu treuherzig auf ihn gesetzt hatte. Also doch: Verräter, Ballack!

Aber jetzt zum Spiel. Medial hat sich die deutsche Elf zuletzt ja arg dünnhäutig und Löw betont stur gegeben, aber die Kritik nach dem Algerien-Gehudel hat ja dann doch die “richtige” Aufstellung zu Tage gefördert und in der Konsequenz ein orchestriertes und dennoch kämpferisches Gebaren auf dem Platz. Gut, Klose war ein Ausfall, aber wenn man mit so etwas exotischem wie einem Stürmer spielen will, hat man ja neuerdings nicht mehr die Wahl. Die Viererabwehrkette war der eigentliche Star des Spiels, das Kronjuwel davon freilich der Kollege Hummels, aber man kann da hinten niemanden anderes als eine große Leistung bescheinigen, noch nicht einmal Höwedes, den ich bisher sowieso nicht so schlecht gesehen habe wie die meisten. Irgendwie traurig stimmt mich Mario Götze. Das hätte immerhin die definierende WM seiner Vita sein können, das Turnier, bei dem er aus dem Atelier des sich ewig Ausprobierenden ausbricht und sein Gesamtwerk in einer globalen Vernissage ausstellt und zum Picasso wird. Aber vielleicht braucht auch er eine Sonderstellung außerhalb aller Systeme. Leider spielt er derzeit zu mittelmäßig, als dass Pep oder Löw dieses Risiko eingehen würden.

Wie gesagt, Abwehr prima, Neuer wieder Ernst Eiswürfel und Müller löwenherzt, hantiert und grantelt sich da vorne einen Wolf, aber was war mit dem Mitteleld? Defensiv haben Schweindhira und Krözil zumindest gut mitgeholfen, aber ansonsten stand man meist nur da, um schnell überbrückt zu werden. Es ist eben eine WM ohne Mittelfeld. Mehmet Scholl hat schon recht, wenn er sagt, das ist ein robustes Turnier, das die zarten Violinisten Neymar und Özil mit seiner rohen Kontrabassigkeit zu verschlucken droht, aber während Neymar spielt wie er spielt und dabei dem Tod ins Auge blickt, hat Özil Angst vor dem Gegenspieler, vor der Aufgabe, ja vor der gesamten WM.

Wie die Deutschen diesen knappen Vorsprung ins Ziel bringen, das hat was Italienisches, etwas Erhabenes, da stört es mich fast, dass man am Ende sich noch so zu Panik-Kontern hinreißen lässt. Vor allem wenn man sie so dermaßen verschürrlet. Zum Schluss muss man unbedingt mal darauf hinweisen, dass eine Jogi-Löw-Abwehr ein Spiel gewonnen hat. Per aspera ad astra. Wer hätte – ernsthaft jetzt – jemals damit gerechnet? Und auch wenn ich Löw und seine spröde und unpersönlich wirkende Art nicht mehr unbedingt brauche – dass er nicht in den Altersstarrsinn verfällt, sondern während des Turniers schraubt, werkelt und sich damit auch Fehler eingesteht, muss man ihm positiv anrechnen. Moment, rechne ich ihm jetzt positiv an, dass er Weltmeister werden will?

So, und jetzt zu Heulsilien. Kann doch nicht sein, dass die Mannschaft jetzt schon ihr fünftes Spiel im absoluten Mittelmaß zubringt und wieder gewinnt. Dass die Euphorie und noch mehr die beinahe greifbare Angst vor der Blamage die Mannschaft weiter durchs Turnier eskotiert und am Ende wohlmöglich so gar über die Leichen der Deutschen hinweg. Denn wenn wir etwas fürchten, dann ist es übermäßige Begeisterung und Inbrunst bei Nationalhymnen. Natürlich hält man zunächst lieber zu den eleganten Kolumbiern, aber weil die in der ersten Halbzeit eher im ungewzungenen Gruppenspielmodus herumtollen, ist der Rückstand gerecht und der Einsatz von Scolaris Hauspsychologin und Aphorismen der Weltliteratur nachträglich gerechtfertigt. Als Kolumbien dann endlich seiner scheinbar unbegrenzten ästhetischen Mittel gewahr wird, entsteht ein tolldreister Wettkampf, bei dem Brasilien holzhackt und dennoch sanft überflügelt wird. Dann aber kommt eine Zäsur wie ein Fallbeil. Mit diesem surrealen Freistoß erzielt der außer Rand und Band geratene Luiz das zweite brasilianische Tor und zwingt damit Kolumbien eine viehische Härte und Konsequenz auf, die ihr Spiel und letztlich den armen Neymar kaputtmacht. Und dann tut einem Kolumbien plötzlich nicht mehr so leid, wie man das anfangs vorhatte, als man ja längst ahnte, dass der brasilianische Emo-Fußball am Ende wieder der prädominate sein würde.

In other news: Deutschland hat Kolumbien übrigens schon im Vorfeld dieses Spiels ein Trösterli “spendiert”.

98.000 Pistolen vom Typ SP2022 im Wert von 50 Millionen Euro soll das Unternehmen (Sig Sauer) an die kolumbianischen Sicherheitskräfte verkauft haben. (Quelle: taz Online)

Brennerpass WM-Studio 2014 (19)

Argentinien - Schweiz 1:0 n.V.
Belgien - USA 2:1 n.V.

Uf widerluege, Ottmar! Du warst nie mein Lieblingsübungsleiter und hast die Hälfte deiner Zeit beim FC Bayern gewirkt, als stündest du kurz vor einem Nervenzusammenbruch mit deiner demonstrativen Teilnahmslosigkeit, aber du warst garantiert ein arschguter Trainer und das war ein würdiger Abschied, nicht unähnlich dem signifikantesten Moment in deiner Karriere: Das Champions-League-Finale gegen Manchester. Und das Beste: während ich hier noch einen Kalauer mache, sagt St. Gottmar (wie ihn die Nati nennt, was nicht die Kurzform von Renate ist) genau dasselbe: der bittere Schluss seines letzten Spiels als Trainers in dieser Version der Galaxie war eine (g)ottverdammte Farce. Wir erinnern uns an folgenden Satz aus meiner Montags-Kolumne:

“Offenbar lautet die FIFA-Regel fürs Achtelfinale: die pomadigen Favoriten schlagen die engagierten Underdogs. Schon wieder ein Spaßteam raus, und ein Kalkulierer weiter.”

There you go again. Während der interessierte Laie vergeblich 90 Minuten auf Shaqiri vs. Messi wartet (der eine schießt das erste Mal nach 30 Minuten aufs Tor, der andere nach 60), entspinnt sich ein Drama vor meinem Auge, das tatsächlich 1999-Ausmaße annähme, wäre ich Schweizer. Argentinien spielt erneut die Variante von Ballbesitzfußball, die nur darauf ausgelegt ist, dass Messi irgendwann die Schnauze von dem Geschiebe voll hat, oder sich ein Konter so dermaßen auf dem Silbertablett präsentiert, dass man sich flach auf den Rasen legen müsste, um ihn nicht anzunehmen. Argentinien ist das Hannover der WM und die Schweiz längst das entschieden bessere Team, goddammit. Dass Dzemaili am Ende aus einer Distanz, die der zwischen meinem Auge und meiner rechten Hand entspricht (und ich bin nur 1,76), nur den Pfosten trifft, macht die Nacht nicht einfacher.

Nächstes Spiel, nächstes finale furiose. Man ist bei dieser K.O.-Runde ja wirklich gut beraten, wenn man sich alle ersten Hälften einfach komplett schenkt und vielleicht sogar erst ab der 80. Minute einschaltet. Vorher fallen eh keine Tore. Und eigentlich ist es auch wurscht, wie das Spiel vorher gelaufen ist, denn erst ab der 80. Minute fallen auch die Masken. Belgien zeigt – nach zugegeben 134 Chancen -, was für ein kaltherziger Killer es doch sein kann, wenn die Laufwege erstmal sitzen und De Bruyne das erste Mal seit seiner Zeit in Bremen seinen inneren Prinz Harry und damit die Sau rauslässt. Plötzlich spielt bei den USA auch nicht mehr nur der ehrfurchtsgebietend alles wegwuchtende Howard eine gewuchtige Rolle, sondern die Klinsmänner leveln sich auf, als lösten sie endlich die ganzen XP ein, die sie bei dieser WM bisher gesammelt haben. Schnell entwickelt sich eine der besten Verlängerungen, die ich je gesehen habe, bei der die Last-Exit-Experimental-Joker Lukako auf der einen und Julian Green auf der anderen Seite echte Zuckertreffer erzielen. Oh leck, vor allem der von Green war gut. Der kommt ja von den Bayern Amateuren, die noch nicht einmal den Aufstieg in die dritte Liga geschafft haben (Relegation gegen Fortuna Köln, ja, ja). Mindestens viertschönstes Tor bei dieser WM. Am Ende verlieren Jermaine “Die Harder” Jones und seine Revolverhelden zurecht aber immerhin im Geiste blutverschmiert, wie man das im Land der Freien und Tapferen sehen will. Ich werde vermissen, dass ein Kommentator schreit: “Und Susie zieht ab!”, aber das sagte ich schon, oder?

In other news: Scolari hat jetzt auch öffentlich zugegeben, dass seine Mannschaft eine räudige Bande von frisurenverliebten, larmoyanten und autoerotischen Weicheiern ist. Zumindest so in der Art. “Weniger Herz und mehr Fußball!”, hat er das formuliert. Ex-Weltmeister Carlos Alberto ist da schon deutlicher geworden: “Es reicht mit dem Geheule”, hat er beinahe wörtlich so gesagt.

Brennerpass WM-Studio 2014 (18)

Deutschland - Algerien 2:1 n.V.
Frankreich - Nigeria 2:0 (0:0)

Sicherlich, gemähte Wiese Algerien. Und schlechtestes D-Spiel des Turniers. Das ist kein Paradoxon, das zeigt nur wie minderbemittelt Algerien eigentlich gespielt hat. Schon nach zwanzig Sekunden hat man gesehen, dass die zwar leidlich massiert im Zentrum herumstehen (was ja auch reicht, seit bei der WM per Löw-Duktus gefälligst nix mehr über die Flügel zu gehen hat), und von Zeit zu Zeit den einen oder anderen herzhaften Konter ins Feld stellen, aber das war spielerisch dem deutschen Potenzial himmelhoch unterlegen, so dass ich selbst bei 125 Minuten Sadomaso-Fußball nie auch nur den geringsten Zweifel hatte, dass die Deutschen weiterkommen.

Gelitten habe ich trotzdem wie ein Hund. Die beste Idee von Löw war es zweifelsohne, diesmal nicht Philipp Lahm auf der Sechs spielen zu lassen, sondern Manuel Neuer. Das wars aber schon mit den guten Ideen. Müllers Geracker in allen Ehren, aber der ist kein Robben, man lastet ihm zuviel auf, wenn man das ganze Angriffsspiel auf seine metaphsyischen Angriffe auslegt. Und was ist eigentlich mit Götze? Hat der nicht mal bei einer gewissen Mannschaft in Gelb-schwarz (heute: Borussia Evonik) mit seinen Kniffen von halblinks ganze Landstriche an Gegnern erlegt?

Und fang mir gar nicht erst mit Özil an. Er hat ja der SZ versichert, dass er sein Phlegma und die hängende Aura rechtzeitig zum Achtelfinale ablegt, aber genauso glaubwürdig könnte mir ein Hahn versichern, dass er morgens nicht mehr krähen will. Für Anti-Odonkor (danke, Stephan) Mustafi ist das WM-Aus natürlich ein Fluch, für die weiteren Spiele (Plural?) eher ein Segen, denn irgendwann muss Löw ja mal auf beseeltere Außen wie Durm oder Großkreutz setzen statt auf seinen unbefleckten Musterknaben Mustafi, den keiner anspielt, weil man sich nicht sicher ist, wer das überhaupt ist da draußen so allein auf dem Flügel. No offense, das ist kein schlechter Spieler, aber we’re talking K.O-Runde einer WM.

Überhaupt könnte diese Mannschaft mehr Dortmund vertragen, und das sag ausgerechnet ich. Das Schöne am Turnierfußball ist aber ja, dass der Hybris meist eine Katharsis folgt und man so anhand der eigenen Mangelhaftigkeit eine gewaltige spielerische Evolution innerhalb nur weniger Tage erfahren kann. “Turniermannschaft” nennt das der Boulevard. Ein Nachtrag noch: Ich hab ja neulich schon gesagt, dass die Freistoßvariante, wo drei über den Ball steigen und einer schießt, albern aussieht und man sich selbst mehr verwirrt als den Gegner. Quod erat the fuck demonstrandum.

Halt, es gab ja noch ein Spiel. Hier meine Notizen dazu. Nigeria forsch, aber ungenau. Bahren für Verletzte sehen aus wie Särge. Lieber Pogba als Drogba. Mehr Zitronenkuchen kaufen.

In other news: Marc Wilmots bereitet sich laut eigener Aussage gegen die USA “auf einen Krieg vor”. Das ist sicher mit Klinsmann so abgesprochen, um den Sport in den Staaten populärer zu machen. Für Soccer interessiert man sich ja nicht so, mit Krieg kriegst du jeden. Statt einer Pressekonferenz mit Klinsi wird hoffentlich auch Obama heute um 15.00 Uhr vor die Presse in einer Rede zur Lage der Nation treten. Oder Hulk Hogan.

Brennerpass WM-Studio 2014 (17)

Offenbar lautet die FIFA-Regel fürs Achtelfinale: die pomadigen Favoriten schlagen die engagierten Underdogs. Schon wieder ein Spaßteam raus, und ein Kalkulierer weiter. Obwohl man Van Gaals Verweigerungstaktik der ersten Halbzeit freilich nachsehen muss, dass man bei diesem ScHEISSwetter nicht unbedingt sein laufintensivstes Angriffsspiel zeigen möchte. Dennoch: anfangs konnte man Holland noch nicht einmal ein lauern auf Chancen unterstellen, dafür wurde Robben aber gleich zweimal am Stück gefoult ohne mindestens einen Elfer zu bekommen, was die Vorgeschichte zur spielentscheidenden Szene werden sollte. Ochoa ist aber wieder das eigentliche Highlight. Immer da wo der Ball ist, fast so als könne er die Zeit anhalten und in aller Ruhe zum Ort des Geschehens schreiten. Vielleicht kommt er auch aus der Zukunft oder er ist schneller als das Licht. Das Unrecht, das Robben am Anfang des Spiels ereilt, macht er durch eine Schwalbe am Ende wieder wett und dann ist der Schiedsrichter auch reif für den entscheidenden Elfmeter, zu dem ausgerechnet WM-Tourist Huntelaar antritt, weil Van Gaal die so phonetisch wie semantisch so reizvolle “Cooling Break” einfach zu einem Taktikwechsel nutzt, weil er ja laut Eigenauskunft nicht blöd ist. Das ist dann auch der Genickschuss für die Mannschaft ohne Angst mit dem Coach ohne Hals. Ein Jammer, aber nicht ganz zu Unrecht.

Dann wieder die unheimlichen Griechen. Die sich scheinbar an jeden Gegner anpassen können, immer ein Rezept finden. Beinahe geschmeidig zwischen Bollwerk und Sturmwalze umschalten können, Hauptsache rustikal. Und Herrgott noch einmal, denkt man sich, kann denn bei dieser WM keiner mehr eine Führung über die Zeit bringen? Ist die Nachspielzeit denn nur noch Anarchie? Dass Costa Rica trotz eines nicht gegegeben Elfers wegen griechischem Handspiel und einer gelbroten Karte als Gewinner vom Platz geht, ist ein schöner Moment dieser WM, bei allem Respekt vor den Griechen. Und apropos Respekt: Hey Chile, hey Brasilien, so schießt man Elfmeter!

In other news: Der mehrmals überführte Wettbetrüger Perumal, der die Hauptrolle in dem von mir mitübersetzen Buch “Schattenspiele” (Heyne) spielt, hat Kamerun via Spiegel Online vorgeworfen, seine drei Auftaktspiele manipuliert zu haben. Angesichts etlicher Pappnasen und der überzogenen Prämienforderungen in der Mannschaft möchte man die Theorie von den “faulen Äpfeln” nur allzugerne glauben, dann wiederum hat Kamerun auch jedes Mal unabsichtlich genug Mist gespielt, um den Verdacht zu entkräften. Volker Finke kann einem aber in jedem Fall noch mehr leid tun. Ab jetzt bitte alle Spiele nur noch von Howard Webb pfeifen lassen. (Und nie wieder diese ARD-Sendung vom Badeschiff zeigen)

Brennerpass WM-Studio 2014 (16)

Brasilien - Chile i.E. 3:2
Kolumbien - Uruguay 2:0 (1:0)

Klar, die Stimmung war endspielrassig, das fing schon beim Wettsingen der Nationalhymnen an. Und es war ein Kampf ohne Mundschutz und ein Herzschlag-Elfmeterschießen. Aber auch ein Spiel mit Stockfehlern bis der Tropenarzt kommt und der nur halbverdiente Sieger der Partie hat zerfahrener gespielt als der Tempelhofer Damm. Aber ganz ruhig, Burnster, und von ganz vorne:

Ich mag die Brasilianer bei dieser WM nicht. Sie sind ein blasierter Haufen von Haarextremisten und Egomanen, die sich tatsächlich nur von der Stimmung der Menge und der Selbstbegeisterung durchs Turnier tragen lassen. Ihr einziges in der regulären Spielzeit erzieltes Tor ist ein Eigentor, aber weil er so eine geile Frisur hat, verbucht Tingeltangel-Söldner Luiz den Treffer halt einfach mal auf sich. Dann der Hulk: Sein Engagement, seine unendliche Laufbereitschaft und sein Körpereinsatz (Hulk smash!) in allen Ehren, aber er verschuldet auch den Ausgleich und schwalbt kurze Zeit später einen auf, dass selbst es einem Fred die Schamesröte um den Latino-Cop-Schnörres getrieben hätte. Es ist schon gut, dass Brasilien diesen Hurra-Fußball spielt, denn allein mit Chiles Sparvariante wäre kein so manisches Spiel zustande gekommen, aber es ist auch anstrengend, sich 120 Minuten lang einen Ballverlust nach dem anderen anschauen zu müssen. Pep Guardiola hat sicher Cortison bekommen, um solche Spiele vor dem Fernseher durchzustehen.

Im Prinzip geben die beiden Teams in der ersten Halbzeit schon alles, danach verebbt das Spiel mit jeder Minute mehr, wird vom Wadenbiss zum Wadenkrampf, aber auch das ist faszinierend anzuschauen, ad exmemplum Medel. Hulk gibt weiterhin wirklich alles, aber der Chilenische Torwart Bravo noch ein bisschen mehr. Und das obwohl er kurz vor Schluss die Hacke von dem Bauer Jo in die Frontale bekommt. Als dann aber in buchstäblicher letzter Minute der regulären Spielzeit Pinillas den Ball an die Latte und damit ganz knapp neben den Sargnagel für Brasilien hämmert, ist mir klar, dass Chiles Karma aufgebraucht ist. Ich hab also ohnehin schwarz fürs Elfmeterschießen gesehen, allerdings nicht so schwarz, um zu ahnen, dass Chile beinahe jeden Elfer versiebt. For fuck’s sake, Chile, das Tor ist im Prinzip zu 80 Prozent leer, ihr müsst nur hineinschießen.

Fazit: bei Gott kein Spiel für Feingeister, eher ein Expendables als ein Snowpiercer. Brasiliens WM-Aus will ich gar nicht prognostizieren, auf so einer Dusel- und Willenswelle kann man weit reiten. Allerdings muss ich mich bei der Menge an fußballerischer Blackouts schon fragen, warum man nicht mal Dante eine Chance gibt. Selbst Rafinha wäre in diesem Kader eher positiv aufgefallen, man schaue sich nur den Elfmeter von Willian an.

Das zweite Achtelfinale war freilich weniger spektakulär, aber angenehm wohlerzogen, taktisch und filigran in den beiden Abschlüssen. Genau das Richtige zum Runterkommen nach so einem Nervenfetzer. Und genau das Richtige für ein klar definiertes Rausfliegen für Uruguay ohne Schiedsrichter-Fauxpas. Die Urus werden sich sicher dennoch eine Fortsetzung ihrer Verschwörungstheorien wegen der Suarez-Sperre daraus knüpfen und den Papst fragen, ob er Suarez nicht als St. Mordicus heilig sprechen kann, aber die wirklich gerechte Bestrafung war eben, mit dem drucklosen Rumpelfußball aus der ersten Hälfte gegen James, die Ordnung und den Teamgeist Kolumbiens unterzugehen.

Und natürlich hat Suarez gefehlt, sein Ersatz Forlan wirkte schon beim Einlaufen ziemlich forlorn (englisch für “aussichtslos”), standen seine Teamkollegen lustlos in der eigenen Hälfte herum, als spekulierten sie auf eine Entscheidung im Elfmeterschießen. Kolumbien hat sich genau darauf vorbereitet und immer wieder in die hellblaue Defensive gepiekst, ohne die eigene Ordnung zu vernachlässigen. Mit James Rodriguez’ 1:0, dem schönsten Tor des Turniers, ist das Konzept der Urus geplatzt und das supersahnig herausgespielte 2:0 war dann ein Gegentor zuviel, so dass ihr kopfloses Anrennen in der zweiten Halbzeit a) nicht mehr langte und b) am kolumbianischen Torhüter Ospina scheiterte. Wer hätte noch vor zwei Wochen gesagt, dass bei einem Viertelfinale Brasilien – Kolumbien kein Favorit auszumachen sei und Neymar nicht der begehrteste Spieler auf dem Platz?

In other news: Die FIFA zeigt keine Flitzer und hat damit schon manchem Spiel die rasanteste Szene auf dem Platz unterschlagen. Und dann tut es mir leid, euch das vor dem USA-Spiel vorenthalten zu haben, habs selbst grade erst gesehen.

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