‘Fußball’

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (23)

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SPIELTAG 23: Die Liga der Schatten
Dortmund – Schalke 31:3 (Torschüsse)

“Tönnies schlägt vor, dass alle 132 000 Vereinsmitglieder 1000 Euro zahlen, um die Schalker Finanzverbindlichkeiten von rund 178 Millionen Euro möglichst schnell abzubauen.” (WZ Online)

“Mayer schlägt vor, dass Tönnies allen 132 000 Vereinsmitgliedern 1000 Euro zahlt, um die Schalker Monumentalblamage von rund 90 in den Wind geschissenen Derbyminuten möglichst schnell vergessen zu machen.” (BP Online)

Meine Sympathie für Schalke hat sich ja eh ein wenig aufgebraucht, seit die Mannschaft den Fußball des zweitschlimmsten Spiel meines Lebens imitiert, aber am Samstag hab ich mich nochmal mit Schwarztee und Ritter Sport Trauben Nuss vor den Fernseher gesetzt, um den Royalblauen die Daumen zu drücken. Meine Abneigung gegen die allgegenwärtige Dortmunder Hybris namens “Echte Liebe” hat sich beim dummen Geschwätz von Wotan Wilke Möhring in der Sky-Konferenz eigentlich noch ganz gut angelassen. Dann stürmt Schalke sogar entgegen ihrer jüngsten Gewohnheiten die ersten fünf Minuten los, als hieße der Trainer nicht Gevatter Catenacio. Der Haken: nur zehn Minuten später habe ich angefangen, dem BVB die Daumen zu drücken. Okay, das Lazarett ist voll, okay, Wellenreuther ist erst seit drei Minuten Profitorwart und vom Spagat zwischen Derbyoffensive und Zerstörerfußball sind die Spieler offenbar dazeder und confuseder als John Bonham nach einer Magnumflasche Wodka, aber das rechtfertigt nicht diesen Sondermüll von Fußball. Das Zweikampf-Verhalten entsprach der Zivilcourage von Angorahasen und Alfred Prince Boateng kann sich von mir aus mit Ra’s al Matteo zusammen in die Liga der Schatten schleichen. Wie gesagt, beinahe wäre ich noch zum BVB-Anhänger geworden, aber dann haben Reus und Aubameyang sich als Cosplay-Fetischisten herausgestellt und ich mich gefragt: wo ist Bane wenn man ihn braucht? (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (22)

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SPIELTAG 22: Danke für das tolle Zerlegnis

Paderborn – Bayern 0:6 (0:2)
A Backerl Sechserwatschn is gleich….ah, never mind. Auf jeden Fall macht Bayern da weiter, wo es letztes Wochenende und Gott sei Dank nicht da, wo es am Dienstag aufgehört hat. Die ersten fünfzehn Minuten haben die Paddys den besseren Matchplan, bzw. haben überhaupt einen. Bayern eher so gelangweilt angreifen und schauen was geht. Am interessantesten ist da noch der Kampf der Plosive: Boateng vs. Kachunga. Aber irgendwann lässt sich die Robbenmaschine nicht mehr aufhalten, spitzt den Ball durch zu Lewandowksi und der trifft betont so, als hätte er nie nicht getroffen. Weil er nämlich bis eben die Verschwörungspresse und altkluge Altfußballer mit Nervenleiden an der Backe hatte. Ich blinzel dich an, Didi Hamann, aka The Zwinkerer. Du sagst nämlich, dass Pep böse ist, weil er Lewi ein einziges Mal nicht von Anfang an spielen lässt und überhaupt wüsste Bayern nichts mit dem Polen anzufangen und die Premiere League-Muftis sollen schon mal die Schatulle plündern für nächsten Sommer. Ich gebe zu, ich habe kurz über das alles nachgedacht und es zudem mit der Akte Mandzukic verglichen, bin aber dann zu folgendem Schluss gekommen: Ja, Lewandowksi hat bei Bayern ein paar Großchancen versäbelt und stellenweise wie ein Fremdkörper gewirkt, er hat aber auch bewiesen, dass er sich ganz und gar in den Dienst eines neuen Spielsystems stellen kann und in der Hinrunde mit seinem Ausweichen auf den Flügel dafür gesorgt, dass die Bayernoffensive so flexibel, schnell und unberechenbar geworden ist. Und jetzt schießt er auch noch die Tore, die man von ihm will. Zwack off, Didi Hamannforden. Hut generell ab vor Pep, weil er gar nicht versucht, es irgendjemand Recht zu machen, das aber sehr elegant macht. Schweinsteigers Spiel gegen Donezk war wirr – er hat Alonso indirekt zu den Fouls genötigt. Kaum bekommt Schweinsteiger von Pep ein bisschen Zeit zum Nachdenken, ist Alonso wieder der Alte. Der Alte ist Robben natürlich nicht: Er übersteht Fouls, ohne in Einzelteile zu zersplittern, oder die Todesstrafe für seinen Gegenspieler zu reklamieren, er ist neuerdings auch Vorbereiter und muss sich keine Elfmeter mehr von den Teamkameraden ergaunern, man schenkt sie ihm einfach aus Liebe wie Thomas Müller. Und habt ihr Robben nach dem Spiel im Interview gesehen? Gelöst, geliebt, gelassen. Euphorie – Hilfsausdruck. Ein Upgrade hat auch Mitch Weiser erfahren, der nach einem Streberpass von Rode über die Gesamtlänge der Pader eingelocht hat wie Tiger Woods zu seinen promiskuitiven Zeiten. Dass Breitenreiter sich nach der 6-Tore-Pappklatsche für das “tolle Erlebnis” bedankt, ist entweder die Folge einer westfälischen Mutation des Influenza-Viruses oder die höfliche Form von Selbsterniedrigung. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (21)

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SPIELTAG 21: A Backerl Achterwatschn is glei aufg’rissn

Bayern – Hamburg 8:0 (3:0)
Witzfigur des Spieltags: Beppi Zinnbauer. Der Mann hat tatsächlich geglaubt, er könnte nach ein paar Duselpunkten aus den letzten Spielen mutig gegen Bayern nach vorne spielen (und sagt das auch noch, räumt aber ein, dass man auch “untergehen” könne). Das war ein brutaler, aber notwendiger Desillusionierungsprozess. Einmal abschlachten bitte, dann heimgehen und eingestehen, dass die Mannschaft scheiße ist. Und das schlimmste: scheiße bei einer Menge wirklich okayer bis guter Spieler. Gut, Marcos war das Opferlamm des Robben-Onslaughts, aber ansonsten hat der HSV die gesamte Defensive Drobny überlassen. Über das türöffnende Tor (see what I did here) nach Handelfmeter kann man streiten, und wer weiß ob die Bayernoffensive überhaupt so ins Rollen gekommen wäre, aber sie kam nun mal ins Rollen. Und Teufel, wie sie ins Rollen kam. Höchste Liga-Niederlage des HSV, aber immerhin war man dabei, als Robben mit rechts getroffen hat. PS: Dahoam is dahoam, Markus Söder, Holger Badstuber. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (20)

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SPIELTAG 20: DIE GÖTTER MÜSSEN VERRECKT SEIN

Stuttgart – FC Bayern 0:2 (0:1)
Es ist nicht Alonsos Schuld, dass im Mittelfeld der Schlendrian eingekehrt ist. Das ist der Nachlass von Schweinsteigers Reintegration in die Mannschaft. Zu wenig Offensivspiel für seine vorgelagerte Rolle und zu wenig Verantwortung fürs Gesamtsystem, das deswegen mit Xabi steht und fällt – und das abwechselnd im Minutentakt. Eigentlich wollte ich auch schreiben, dass Alaba ein Schatten seiner selbst ist nach der Verletzung und den braven Supersoldat Bernat da vorne hängen lässt. Doch erstens hat Alaba ein Freitstoßtor für die Götter (in seinen fommen Augen natürlich ein Frevel, die polytheistische Phrase) geschossen und zweitens kann Bernat eigentlich Alabas Rolle mitinterpretieren, so viel wie der läuft. Ernsthaft, Bernat hätte locker den Sieg bei Marathon in Athen verkündet, allerdings nicht wie das Original vor Erschöpfung im Sterben liegend, sondern mit Strohhalm isotonischen Retsina schlürfend. Ansonsten muss man leider konstatieren, dass Bayern in der ersten Halbzeit noch schlechter als in den beiden Spielen zuvor gespielt hat. “Lewi allein zu Haus” heißt es in der Offensive und auch Götze scheint mehr Spaß am Einfädeln als am Ausspielen zu haben. Letztlich gewinnen Robben und Neuer eigentlich im Alleingang, freilich unter Assistenz von Thomas Müller, der nicht nur bei Alabas Götterboten-Freistoß Laufwege eingeschlägt, die selbst einen Aristoteles vor einen unlösbaren Dreisatz gestellt hätten. Dennoch: Die Götter bleiben sterblich. Ekliges anbei: wie unsere hochnäsige Sportpresse jeden noch so kleinen Makel beim rhetorisch praktisch wehrlosen Ausländer Pep nimmt, ihn seziert oder sich drüber beömmelt wie Drittklässler. Shame on you. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (19)

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SPIELTAG 19: SCHARADE DOHAM

Bayern – Schalke 1:1 (0:0)
Bayern hat gespielt wie eine Parodie von Bayern. Alle Ansätze waren da, der Ballbesitz, die hochstehenden Abwehrreihen, das Gewiesel im Sturm, aber nichts war auch nur im Ansatz so gut wie das Original. Mag natürlich auch an der roten Karte für Boateng (wieder nix mit Bruderduell) liegen, die trotz berechtigten Elfmeterpfiffs überzogen ist. Man fragt sich eh, was nach Elfmeter, Platzverweis und Sperre noch kommen soll – zieht man Boateng auf dem Weg in die Katakomben auch noch ein Brett über den Kopf, ist es dann genug? Schalke hat die Überzahl unfassbarerweise dazu bewogen, sich noch mehr zurückzuziehen und falls Di Matteo vorhatte, ein Finale dahoam light abzuziehen, ist ihm das wahrscheinlich sogar gelungen mit dem späten Kopfballtor, wo ein sichtlich verunsicherter Weiser (immerhin besser als letztes Mal) einem sichtlich entschlossenen Höwedes zum Abschied leise Servus sagt. Taktisch also nicht unclever von Schalke, aber – sind wir ehrlich – seit der schicke Roberto coacht, kann man den Königsblauen nicht mehr zuschauen, ein Spielaufbau der das Präfix “auf” nicht mehr verdient. Dass Huntelaar absurde sechs Spiele gesperrt werden soll, macht die Sache in Zukunft nicht attraktiver. Bei Bayern kann man eigentlich nur Robben loben, der auch als einziger stinksauer wegen dem Unentschieden schien. Dem Mittelfeld-Duo Alonso und Schweinsteiger stand die Koordinationslosigkeit nicht erst seit dem Platzverweis ins Gesicht geschrieben. Hätte Choupo-Moting seinen Elfer verwandelt, hätte dieser Bruchteil einer Sekunde, bei dem Boateng daneben säbelt zum Beginn einer Abwärtsspirale für den FCB werden können, so wars einfach nur ein unbefriedigendes Gewurschtel zwischen dem Stunt-Double von Bayern München und einer Laien-Variante von Chelsea 2012. Nachtgedanke: Wie der Humanist Pep den vierten Offiziellen umarmt hat, war ein Gender-Statement feinster Sorte. Ein echter Gentleman schmust eben nicht nur mit Bibiana Steinhaus. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (18)

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SPIELTAG 18: GOOD MOURNING, VfL!

Wolfsburg – FC Bayern 4:1 (2:0)
Willkommen in der Rückrunde, FC Bayern, gut geschlafen? So ganz verwundert mich dieser Fehlstart nicht. Bei allen Bescheidenheitsbekundungen der Herren Müller und Co schwang da doch immer eine gewisse Süffisanz mit, Subtext: Ja, ja, sprich mit der Hand. Dabei hätte man sich denken können, dass es für Wolfsburg mehr als nur um die Bestätigung von Platz 2 geht. Es war die letzte Chance, sich den Hauch einer Chance auf die Meisterschaft zu sichern, es war ein trotziges Tribut für Malanda (sehr geschmackvoll, die kurze Trauerfeier) und zudem ein weltweites Schaufenster für Wolfsburgspieler mit Hoffnungen auf lebenswerte europäische Städte als Arbeitsplatz. Bayern hat nicht nur unkoordiniert und inkonsequent, sondern auch respektlos gespielt. So halbarschig in das Spitzenspiel zu gehen, das man ganz sicher nicht im Vorfeld als solches wahrgenommen hat, schreit geradezu nach der Hochmut/Fall-Kombi. Alaba wusste da vorne ohne Ribery gar nichts mit sich anzufangen, Müller auf links war ein unnötiges Experiment, Schweinsteiger spielte schlichtweg zu oft riskanten Unsinn und Alonso war von der Larifahrigkeit seiner Kollegen rettungslos überfordert. Wenn dann auch noch in Form von De Bruyne und Bas Dost Weltklasse und massive Schlitzohrigkeit gegen einen arbeiten, kann es schon mal genauso viel Tore wie in der gesamten Hinrunde regnen. Nur der Duracell-Außen Bernat wusste was mit Torchancen anzufangen, selbst wenn sie gar keine waren. Traurig macht mich, wie schlecht meine Lieblinge Robben und Rode aussahen. In der Zeitung hieß es zudem, bei Mitchell Weiser hätte es endlich klick gemacht. Nach dem Spiel würde ich eher sagen, Mitch hat den Schuss nicht gehört. Gilt aber auch für Boateng und Dante, denn die haben den Wolfsburgern Räume eröffnet, die es eigentlich nicht geben dürfte. Peps persönliche Nachtmahr bleibt der Konterfußball, diese ehrlos opportunistische Prekariatsvariante von Angriffsfußball. Aber Ehre, wem Ehre gebührt: Wolfsburg spritzig und besonnen zugleich, auch ohne Olic und (noch) ohne einen völlig überteuerten Schürrle, den ich ähnlich wie Mourinho eher als Ergänzungsspieler sehe. Besonders gut, aber auch besonders prollig und deshalb zurecht von Alonso aus dem Bild geschubst: Kevin Arnold. Dieter Hecking, der unglamuröseste Trainer der Welt, ist wahrscheinlich genau der Richtige für das oberpreisige Wolfsburger Ensemble, außerdem hat er den Bayern auch mit Nürnberg jedes Mal eine Szene gemacht, das habe ich nicht vergessen. Für Bayern gilt: Mund abputzen, Kaufvertrag für De Bruyne aufsetzen und weitermachen. Vielleicht war es auch nur die karmische Rache für die Handshake-Politik mit den Menschenrechts-Spezis aus Katar. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (17)

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SPIELTAG 17 (FRÖHLICHE WEIHNACHT, ÄH, ÜBERALL)

Mainz – Bayern 1:2 (1:1)
Wenn sich Reif mal innerlich auf eine Bayern-Niederlage eingeschossen hat, dann ist er in seiner Häme und seinem Frust, wenn es dann doch nicht klappt, nicht zu bremsen, sprich: polemisch, unsachlich, selbstverliebt. Dennoch hat er am Freitag Abend etwas Wahres gesagt: “Gegen Bayern packen sie alle noch was drauf.”

Tja, Mainz, was soll uns das sagen: seit acht Spieltagen dümpeln und dann kommt Bayern, also der einzige Gegner, wo eine Niederlage zu rechtfertigen wäre, und man spielt plötzlich wie im DFB-Pokal-Endspiel. Liebes Mainz, wenn so Mannschaften wie Köln, HSV oder Bremen unter eurem Niveau sind, vielleicht spielt ihr dann lieber in der Serie A, wie Beckenbauer das damals so gustiös für die Bayern vorgeschlagen hat. Aber natürlich ist meine Stichelei ein verstecktes Kompliment, denn mehr noch als Augsburg hat Mainz eine perfekte Symbiose von offenem Visier vorne und Keuschheitsgürtel hinten gewagt, und das ist verdammt aufwendig und riskant gegen die Bayern.

Die dann allerdings auch ein wenig müde von den vielen Rekorden sind. Rafinha hudelt, Götze ist zweikampfscheu, Højbjerg hat eine große Klappe (zu wenig Einsatzzeit), aber momentan wenig dahinter, Ribery macht nichts aus der unglaublichen Lauf- und Vorarbeit von Bernat und Dante verliert jedes Laufduell noch bevor es angefangen hat. Gut, dass es Hollands Sportler des Jahres gibt, der einen eigentlich schon festlich verpackten Weihnachtspunkt an Mainz in letzter Sekunde aufreisst und nach München schickt. (Auf Zuschauerwunsch sei dann freilich noch Schweinsteigers As bei erstem Aufschlag zum 1:1 erwähnt)

Fazit: trotz und gerade wegen Fehlpass Central auf Bayernseite ein flottes Spiel auf der sprichwörtlichen Augenhöhe, das den Startpunkt von Schweinsteigers Rückkehr zu alter Form markiert. Und zwar eher die offensive Variante. Die ordnende Hand Alonsos hat tatsächlich gefehlt. Der Jubel nach dem Siegtreffer versichert mir als Fan zudem, dass man trotz des Laufs, den man ja offensichtlich gerade hat, immer noch Spaß am Beruf hat. Sollte Reus sich wirklich im Anmarsch (weil fahren darf er ja nicht mehr) befinden, wäre das ein schlechter Zeitpunkt fürs Fanklima und ich sehe schon die “koan Reus”-Plakate vor meinem geistigen Auge. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (16)

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SPIELTAG 16

Bayern – Freiburg 2:0 (1:0)
Zunächst Sturmlauf ins große Nichts. Heißt: viele Sahnekombis aber keine Kürsche obendrauf. Bleibt dann bis auf die zwei Tore auch so. Freiburg verweigert Teilnahme am Spiel, Bürki ausgenommen. Aber warum nicht, bringt ja auch nichts und aufs Torverhältnis muss man ja auch mal achten. Robben und Ribery spielen Doppelkopf. Lewandowski trifft gefühlt nie – man wundert sich, woher seine 8 Saisontore kommen. Dann sind plötzlich alle wichtigen Bayernspieler verletzt und gehen heim. Jetzt lasst den Bernat doch sein Tor machen zefix! Thomas Müller ist der Juggernaut.

Dortmund – Wolfsburg 2:2 (1:1)
Positiv: Immobile zeigt endlich seine Klasse. Negativ: es hilft nichts. Beim Sky-Interview hat Klopp leicht gelallt, aber wer will ihm den Absacker übelnehmen, haha. Naldo beim Standard nicht manndecken ist wie hoffen, dass CR7 kein Tor schießt, wenn man ihn ignoriert. Wann spielt Naldo für Jogi Löw? Mitch Langerak hält wirklich keinen Deut besser als Weidenfeller. Möchte wissen, was da los war zwischen Jürgen und Roman. Immerhin ist Klopp bei der Kaderplanung dieses Mal nicht aufgefallen, dass sich Kevin Großkreutz selbst in die erste Elf geschrieben hat. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (15)

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SPIELTAG 15

Augsburg – Bayern 0:4 (0:0)
Mein Mann des Spiels? Nein, heute mal weder Robben noch Rode (ja, ich bin Fanboy von beiden), sondern am liebsten hab ich Manninger im Augsburger Tor zugeschaut. Also entweder der ist Method Actor und hat sich jahrzehntelang auf die Rolle eines wild entschlossenen Bundesliga-Torwarts im Spitzenspiel gegen Bayern München vorbereitet, oder er ist ein bisher unbekannter direkter Nachfahre von Karl Valentin. In jedem Fall ist er ein echter Vollblut-Mime, sein Gesicht hat in jeder Phase die Geschichte dieses Spiels erzählt. Und das mit dieser Hausmeister-Physiognomie – göttlich. Anonsten wieder einmal ein Bayernspiel nach Schema “Take it easy, altes Haus und pass dich erstmal richtig aus”. Man hat wirklich das Gefühl, die Bayern spielen sich 30 Minuten warm und erkunden so ein bisschen die Lage, bis sie die Kriegsbemalung auftragen. Wobei die Eleganz und fluffigen Abläufe eher auf so postmodern trendiges und metrosexuelles Mexiko-Toten-Emo-Make-Up (google Video zu “Prayer in C”) schließen lassen. Wo war ich? Ach so, beim Warmspielen. Natürlich kann man in solchen Selbstfindungsphasen auch Konter finden und der FCB hat Glück gehabt, dass der FCA bei aller Willenstärke und taktischer Finesse keinen besonders bissigen Sturm sein Eigen nennt, dann wiederum haben die Bayern mittlerweile auch nachweislich die beste Defensive Europas und mit Benatia auch einen der besten Verteidiger. Beinahe müßig zu erwähnen, wie gut Robben und Rode in Form sind und was für ein Hochgenuss Lewandowksi-Tore sein könnten, wenn er sie auch tatsächlich mal macht. Und zu Schweinsteiger, Bastians Comeback in der Startelf lässt man eh besser Bilder sprechen. Zum Beispiel das wo Pep seinen Weltmeister küsst und drückt wie die eigene Tochter. Süß. (mehr …)

Brennerpass Bundesliga 2014 /2015 (14)

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SPIELTAG 14

Bayern – Leverkusen 1:0 (0:0)
Ein Hochgenuss. Leverkusen ruppig, taktisch, forsch und die Bayern ihr Spiel immer perfide dem Gegner anpassend wie der T-1000. Das Leverkusener Spiel letztlich terminierend: Rode. God, I love me some Rode. Der löst mit seiner Einwechslung alle Münchner Probleme und das sind nach der ersten Hälfte nicht wenige. Verlorene Zweikämpfe im Mittelfeld, Ratlosigkeit im Spielaufbau gegen die auf Neuer schon beim Ausgeben des Balls zubrausende Levko-Welle und die Vier-Mann-Formationsattacken auf Ribery, die schon früh das bayerische Angriffsspiel dauerhaft auf die rechte Seite verlagern.

Doch dann kommt Rode, gewinnt endlich Zweikämpfe und holt die Bälle, an die die großartig gestaffelten Leverkusener Xabi Alonso bisher nicht haben rankommen lassen. Es könnte sogar 0:1 stehen, kehrte der rote Blitz Bernat nicht in letzter Sekunde den Ball von der Hawkeye-Demarkationslinie. Letztlich ist es auch Rode, der eine Ecke (hört, hört) herausholt, nach der Bayern via Ribery das Siegtor erzielt. Nach einer Ecke wohlgemerkt. Neben Rode (der einen völlig sinnentleerten Götze ersetzt) Mann des Münschner Spiels: Benatia, der aufräumt wie einst Boateng, bevor der zum modernen Lothar Matthäus (spieltechnisch) geworden ist mit seinen formidablen Pässen und seiner unheimlichen Spielübersicht. Aber wo wir grade beim Loben von Defensivspielern sind: was Jedvaj, Wendell und der Schlachter Spahic dahinten wegschaffen, gleicht auch dem Tagwerk eines Minenarbeiters. Respekt. Nur das Allianz-Arena-Chainsaw-Massacre vom an sich sehr sympathischen Bellarabi gegen meinen Boy Rode hätte es nicht gebraucht.

Im Vorfeld des Spiels hat sich Pep ja so dermaßen für Roger Schmidt ausgesprochen, dass man meinen hätte können, der braucht einen neuen Assistenztrainer. Aber die Lorbeeren sind schon berechtigt, wenn man sieht was für eine exzellente Balance aus Kampf und Kunst der Mann den Seinen verordnet hat. Fragt sich nur (wie bei den meisten Bayerngegnern), warum die Mannschaft das nicht auch bei “herkömmlichen” Ligaspielen abruft.

Ein paar Anmerkungen noch zur Bayern-Offensive: nach wie vor geht eigentlich kein Match verloren, wenn Ribery und Robben gleichzeitig spielen. Statt jetzt wieder über die Abhängigkeit von den beiden Götterboten zu mosern, möchte ich nur mal kurz schriftlich folgendes fixieren: die zwei haben nicht nur eine Bayern-Ära mitgeprägt, sie sind selbst Eine und es ist schlichtweg ein Witz, dass Robben noch nie für den Ballon D’ingsda nominiert war. Und noch was: es mag ihn die Stärke Lewandowskis kosten (der immer noch nicht ganz auf Höhe des Münchner Spiels ist, aber immer besser wird, dennoch gern mal einen reinwurzen darf, wenn er möchte), aber Pep ist zu einem bekennenden Nutzer und Liebhaber von Angriffen über die Außen geworden. Das war bei Barca noch keineswegs so, da war die Außenbahn nur eine veritable Ablenkung von Messi, der dann innen das Fallbeil betätigt hat. Und auch wenn Pep Ribery (ohne Erfolg) und Robben (mit Erfolg) gerne nach innen schiebt, es bleibt doch auf ewig der Verdienst von Robbery, dass Bayern mit den beiden den besten Flügelangriff der Welt hat. (mehr …)

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