Das falsche Tagebuch: 29. März 2016

Als ich neulich in den Flughafenbus einsteige, erreicht mich eine SMS von meiner Frau. „Attentat am Brüsseler Flughafen. Sei vorsichtig…“
Auf meinem zu dem Zeitpunkt noch funktionierenden Telefon lese ich nach, was passiert ist und frage mich, wie man eigentlich genau vorsichtig ist im Schatten von Terroranschlägen.

Ich kann meistens nicht die ganz große Empathie in Katastrophenfällen zeigen, aber nach meiner Ankunft in Köln, liege ich eine Weile stumpf im Hotel herum und überlege, was einem das jetzt alles abverlangt. Die AfD, der IS, der Trump, der humanitäre Abgrund namens Flüchtlingskatastrophe, das Näherkommen der Einschläge an allen Fronten. Alles Anzeichen einer noch viel größeren Eskalation, wenn man es nüchtern betrachtet? Aber wann betrachtet man überhaupt nüchtern? Ist man so wie ich alleine in Hotels gerne gefülsduselig, hofft man, dass die Werte und Demokratien jetzt endlich ihre Feuertaufe erleben, aus der sie dann gestärkt hervorgehen und sich dann endlich wieder der intellektuellen und moralischen Evolution der Menschheit widmen können. Ohne Asche kein Phönix, die Frage ist nur, wieviel Asche es braucht, wie stark es gebrannt haben muss. Aber wie gesagt: alleine im Hotel/gefühlsduselig.

In einer Mischung aus geistiger Ausgelaugtheit und Langeweile verlasse ich das Hotel in Köln und laufe ins Bahnhofsviertel, um dort meinen Akku austauschen zu lassen. Ergebnis: Akku ausgetauscht, Telefon kaputt. Kein Mucks mehr. Bis heute nicht. Zum Glück bin ich mit meinem Lektor fest verabredet und habe mir auf einem Stadtplan (old school, baby) angesehen, wo ich hinmuss. Exkurs: Mein neuer Verlag macht mich glücklich. An guten Tagen glaube ich, ich schreibe das deutsche Pendant zu Southern Gothic, eine neue Schwarze Romantik. Allerdings: an schlechten Tagen hoffe ich, dass mich keiner wegen Scharlatanerie einsperrt. Nach dem Verlagsessen probiere ich alle fünf Minuten das Telefon aus, aber es tut sich nichts. Das beunruhigt mich. Fühle mich ganz brüchig so ohne Telefon. Meine Frau hat ihrs auch irgendwo vergessen. Fast sind wir allein.

Den Karadžić haben sie verurteilt. Für mich immer das Übelste am Balkankrieg: wie nebenbei alles passiert. Massaker-rama, Komplettverlust der Menschlichkeit im Nachbarhaus quasi und hier keine Spur und niemand ein schlechtes Gewissen. Und der Revanchismus findet ja kein Ende. Geht immer weiter. Über-fuckin-all. Eine Zeit lang dachte man ja, man könnte wieder eine Deutschlandflagge auf seine Frühstückstasse drucken lassen, von wegen Nationalmannschaft und weil wir so gute Gastgeber waren bei der WM 2006. Jetzt ist die WM gekauft und 22 Prozent der Bevölkerung rechts. Ich mochte nie Deutschlandflaggen, ich hab meinem Land nie ganz über den Weg getraut und ätsch, wer hat jetzt Recht?

(Sogar der Nationalmannschaft misstraue ich, seit damals beim 4:4 im Olympiastadion gegen Schweden eine in Dur singende, alle Töne treffende schwedische Familie hinter mir gesessen ist und vor mir ein Riegel kettenrauchender Deutscher mit Adlern auf den Schals etwas in Stolz-Moll gegrölt hat.)

An Tagen wie heute, wenn die Kinder nicht in der KiTa sind, es regnet und alle schlecht geschlafen haben, die Frau kurz woanders ist, beschleicht mich das Gefühl, dass ich weder Haushalt noch Kinder jemals wieder in den Griff bekommen werde. Aber das Gefühl von Kontrolle ist eine einzige Illusion, das hat der Verlust vom Telefon gezeigt, das zeigen die Anschläge. Eine Luxusillusion, die man sich mal gönnen kann, auf die man aber nicht bauen sollte. Ich hab mir trotzdem sofort ein neues Smartphone gekauft. Die Illusion war mir fast 400 Euro wert. Ein Witz eigentlich.

Kritik zu Batman v Superman

Mein lieber Scholli, Zack Snyder. Das war ein Eigentor mit einem Kilometer Anlauf. So sehr ich diesen Film sehen wollte (und letztlich macht das Sehenwollen ja einen Blockbuster aus – viel, viel mehr als die Kritiken), so sehr ging er mir schon nach einer halben Stunde auf die Nerven und an die Nieren.

Selbstgefällig, humorlos und aufgeblasen liest man ja und ich behaupte: so tut der Film nicht, weil er sich selber so gefällt, sondern weil er weiß, dass er Schwachsinn ist. Das superdystopische Setting, der Blickwinkel auf den Bosskampf von Man Of Steel als Terrorakt und Batman als der verrohte Brandeisen-Vigilant, das mag alles ein bisschen dick aufgebrandet wirken, aber das war interessant, solange es das vorbereitet, was dann folgt.

Aber es führt zu rein gar nix. Plötzlich steht da Jesse Eisenberg herum und overacted so eklektisch, als könnte er sich nicht entscheiden, welche Art von Tick oder Psychose sein Luthor denn nun eigentlich hat – vielleicht in der vagen Hoffnung, es einem Heath Ledger gleichzutun. Doch statt ikonisch, wirkt er nur idiotisch und aus dem Plot gefallen. Und das will bei dem Plot was heißen.

Gal Gadot als Wonderwoman darf eigentlich nur vielsagend und allwissend schauen, bevor sie am Ende dem Kollegen Doomsday (meine Fresse) die Eier abschnürt (kein Spoiler), hat aber ansonsten keine Funktion in dem Film, was im Prinzip sogar auch auf die Hauptdarsteller Cavill und Affleck zutrifft. Cavill ist ein guter Mann, der bleibt tapfer all in, während ich bei Affleck (der ja auch ein guter Regisseur ist) den Verdacht hege, dass er das Ganze deshalb so unterspielt, weil er schon am Set ahnt, dass das Mumpitz wird. Aber es war nicht alles schlecht – das reguläre Batman-Kostüm (nicht die Rüstung) sah gut aus, besser als bei Nolan.

Brennercast Bundesliga 2015/2016 (27)

SPIELTAG 27: Sandro Hawke in Gattaca II

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Themen heute: Bayerns Torture Porn gegen Juve, International Kotzday, Max Kruses Birthday Bash, Kontaktlinsen-Revelations, Sandro Wagner Kickerlele-Fail

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Wir empfehlen den Brennercast auf der Auswechselbank und bei Magen-Darm-Infekt. Mein Co-Kommentator ist der Schauspieler, Comedian, Nachbar und Freund @RuedigerRudolph.

TIPPSPIEL
Tagessieg geht an Lattenknaller. Sehr enges Duell an der Spitze zwischen Ex-Meister Martin und dem Kollegen Blutgraetsche.

TOP 5
1. Blutgraetsche 319
2. martin 317
3. Schwanzhund 312
4. laboum 309
5. Vollpfosten 309

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Brennercast Bundesliga 2015/2016 (26)

SPIELTAG 26: Wo die Ukulelen Trauer tragen
von Rüdiger Rudolph und Berni Mayer

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Themen heute: Tod, Wahl und Bittencourt. (Und unsere Mittelnamen)

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Wir empfehlen den Brennercast beim Obstbrand aus Greilsberg und beim Wiedererlangen der humanistischen Besinnung. Falls AfD-Wähler oder Impfgegner anwesend sind, gently fuck off. Für immer willkommen: Mein Co-Kommentator ist der Schauspieler, Comedian, Nachbar und Freund @RuedigerRudolph.

TIPPSPIEL
Tagessieg geht an Mouchi und Mequito, hoch sollt ihr leben!

TOP 5
1. martin 307
2. Blutgraetsche 306
3. Schwanzhund 302
4. Vollpfosten 299
5. mouchi 297

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Brennercast Bundesliga 2015/2016 (25)

SPIELTAG 25: Peter im Glück

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Themen heute: AfD-Burger, Demokratie, Bart, Kenny Veh, The Great Arturo Vidal, Freshfields für Werder, Statistik mit Rüdiger Rudolph, Kickerlele vs. The People

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Wir empfehlen den Brennercast im Papa Pane, bei der Bartpflege und vor der Kommunalwahl. Mein Co-Kommentator ist der Schauspieler, Comedian, Nachbar und Freund @RuedigerRudolph.

TIPPSPIEL
Tagessieg geht an feierbiest und tus_Berne, gratuliere, der Spieltag war eine harte Nuss!

1. martin 292
2. Blutgraetsche 289
3. Schwanzhund 288
4. Vollpfosten 283
5. Papadopoulos 281

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Das falsche Tagebuch: 4. März 2016

Ich weiß auch nicht so genau. Vielleicht erzähl ich was von München.

Ich hatte Mittags einen Termin beim BR. Um fünf hab ich mit dem Freund F. auf dem Viktualienmarkt eine Wurst gekauft und dann wie früher beim Müller CDs angeschaut. Danach ins Fraunhofer und mindestens vier Stunden nicht von der Stelle gerührt, Klogang ausgenommen. Ich hatte Salsicce mit Bratkartoffeln. Der Kollege wollte nichts trinken wegen Fastenzeit (sowas gibt’s scheins immer noch), aber ich hatte das beste Argument dagegen, das man als Bayer haben kann: „Jetzt trinkst erst moi einen und dann schauma weida“. Gegen diese Präzisionslogik war er machtlos und danach war Polen rein Obstlermäßig offen. Hey, was alles so passiert, wenn man einfach nur sitzenbleibt. Die skurrilsten Leute kommen und setzen sich zu einem an den Tisch, prosten, essen, gehen wieder. Die Tische gegenüber schauen und man schaut zurück, die Bedienung stellt sich bald so akkurat auf deine Bestellintervalle ein, dass sie immer zur rechten Zeit kommt.

Danach sind wir ins Podium nach Schwabing. Das ist da, wenn man von der Feilitzschstraße rechts abbiegt. Ich hab drei Jahre in dem Viertel gewohnt, bin aber kein einziges Mal rechts von der Feilitzsch abgebogen. War deshalb auch nie im Podium. Im Podium hat eine Coverband mit älteren Herren gespielt, von denen ich auch bald einer bin und dann hoffentlich auch in einer Coverband spielen darf. 80er-Jahre-Metal-Cover bitte. Saxon statt Chuck Berry und Maiden statt Stones. Die Band war gut, die Stimmung völlig übersext, super zurechtgemachte ältere Frauen mit riesigen Frisuren und spitzen Schuhen treten dir absichtlich auf den Fuß, damit ein Gespräch beginnt. Man lächelt sich an, Männer, Frauen, Alt, Jung, Scheiß, Egal. Geht um nix, das ist das Tolle. Nur dem Freund M., der vorhin auf meine Warnung, „es könnte kurios werden“, noch gesagt hat, eine „kuriose“ Location wär doch cool, dem war es dann doch zu kurios. Ein anderer Bekannter hat mir die ganze Zeit von seiner aufgebohrten 76er-Fender Strat erzählt, nur beim Solo von „Hotel California“ haben wir andächtig zugehört. Der Freund M. hat sich aus heiterem Himmel drauf versteift, dass die Kindheit vom Kurt Cobain doch nicht so schlimm war und sein Selbstmord-induzierendes Gemüt wohl eher eine unvermeidliche DNA-Sache. Zumindest hab ich es so verstanden. Mir war das zu ernst. Alkoholferien im Stumpfonien war doch der Deal.

Ich springe jetzt wegen der Unmittelbarkeit ins Präsens. In der Kellerkneipe, in die wir danach gingen, regiert eine wuchtige afroamerikanische Frau, die auf Getränkebestellungen erstmal „NEIN“ brüllt und gehässig lacht. Dann lacht sie netter und bringt den Bourbon. Ich glaube, sie ist die Chefin von dem Laden, dessen Namen ich mit Kurzem Nummer 12 vergessen habe. Das sitzt ein junges gelangweiltes Pärchen. Wir setzen uns dazu und interviewen sie zu ihrem Leben. Sie sind beide irgendwie unterschwellig aggressiv und verzweifelt, das hat das viele Sitzen und Saufen in der Kellerbar hervorgebracht. Er ist Schreiner, sie ist Stage Hand, sie sehen modern aus, sind aber gehässig wie alte Leute. Irgendwann ist mein Telefon verschwunden und ich krieche im Dunkeln unter Barhockern rum, bis ich es wiederfinde. Nur ein Sprung mehr im Display, fair enough. Hinter mir spritzt Bier und fliegen Stühle. Als ich wieder aufstehe, ist das Pärchen mir beleidigt, sich selbst und meinem Freund F. Keine Ahnung, was passiert ist. Der Schreiner wischt den Tisch, dann schreit er mich an, ich solle eine Spanierin ficken, die gerade hereingekommen ist. Ich sage „Langsam reiten, Carpenter, sonst dusch ich dir noch eine bevor ich ins Bett gehe, mein Flug geht schließlich in vier Stunden.“ Er rudert zurück und sagt mir, dass ich so ein „purer Mensch“ wäre mit so einem „reinen Herzen“. „Das lass ich mir von dir nicht sagen, Kollege“, sage ich. Am meisten hasst er aber meinen Freund F., der hat ihn angeblich einen „fucking loser“ genannt. Der Freund F. ist mittlerweile in ein Gespräch mit einer anderen Spanierin vertieft, und ich will heim, aber er reagiert nur noch, wenn ich ihm Geld für Cuba Libre gebe. Ich ermutige ihm, die Kontaktdaten der Spanierin zu ermitteln und dann nach Hause zu gehen, denn einen besseren Eindruck als jetzt wird er heute nicht mehr machen. Das sieht er ein, zieht seine Visitenkarte aus dem Portemonnaie (is doof, ich weiß, aber ihre Nummer hätte er nicht mehr tippen können) und gibt sie ihr…, nein, was ist das, Jesus, er beisst vorher hinein und leckt einmal herzhaft darüber. Jetzt mag sie die Karte nicht mehr nehmen. Ich sage meinem Freund F., dass das Serienkiller-Style war und er vielleicht doch nicht den gemeinsamen Besuch vom Nockherberg am nächsten Tag so fest einplanen sollte.

Irgendwann gehen wir dann doch heim, ich kann noch anderthalb Stunden schlafen, bis die S-Bahn zum Flughafen geht. Auf dem Nachhauseweg erzähle ich dem ansonsten nie Visitenkarten-leckenden Freund, dass das junge Aggropärchen am Ende doch noch geschmust hat, nachdem sie sich den ganzen Abend entweder angeschwiegen oder beleidigt haben. „Schau, dann haben wir sie ja doch noch zusammengebracht“, sagt Freund F. „Na dann, viel Spaß bei der Beziehung“, sage ich und der Kumpel kriegt einen kurzen Lachanfall.

So viel zu München. Ich weiß auch nicht so genau.

Brennercast Bundesliga 2015/2016 (24)

SPIELTAG 24: Effizienz und Körpersprache

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Themen heute: Rüdiger brilliert, Bayern patzt, Leonardo Di Caprio pupst, Herrmann reust, Effenberg LOL, Pizarro explodiert, Platoon-Pyro in Hannover und eine Schalke-Kickerlele mit Englisch Horn.

Wir empfehlen den Brennercast in toten Pferden, beim Brass-Off und in der Pfalz. Mein Co-Kommentator ist der Schauspieler, Comedian, Nachbar und Freund @RuedigerRudolph.

TIPPSPIEL
Tagessieg geht an Sebastian, gratuliere!

1. martin 288
2. Schwanzhund 277
3. Blutgraetsche 277
4. Papadopoulos 274
5. laboum 271

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Brennercast Bundesliga 2015/2016 (23)

SPIELTAG 23: Street Crêpebility

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Themen heute: Street-Crêpes, Pauli, Arthausporn mit Max Blücher und Dan Schlegel, Sexwale-Verdruss, Löwen-Zoo, Mandžukić-Frisur, Mr. Zuverlässig – The Musical. Diesmal mit Stargast Maximilian Nowka.

Wir empfehlen den Brennercast am Millerntor, während der Telefonumfrage und beim Ausfiltern von Glyphosat. Mein Co-Kommentator ist der Schauspieler, Comedian, Nachbar und Freund @RuedigerRudolph.

TIPPSPIEL
Tagessieg geht an Burnster. Starke Leistung, Digga!

1. martin 272
2. Schwanzhund 263
3. Blutgraetsche 262
4. Papadopoulos 261
5. laboum 256

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Kurzkritiken zu Deadpool, Hail Caesar, Spotlight

DEADPOOL
Mit Zwanzig hab ich den „Merc with a mouth“ gern gelesen. Aber mit Zwanzig hab ich auch noch viel geweint, mich selbst als den „Tritt gegen das Schienbein der Gesellschaft“ bezeichnet, jeden Tag im Schnitt sechs große Bier getrunken und die Balladen auf der „Mellon Collie and the Infinite Sadness“ gehört. Und das ist das Erstaunliche: Trotz des Beavis & Butthead-Humors, trotz des penetranten Durchbrechens (Pleonasmus?!) der vierten Wand, trotz der unmodern drastischen Gewaltdarstellung war das ein guter Film. Stimmiger Plot, fetziger Takt, originelle Dialoge – aus einem Guß. Manchmal vergisst man, wie selten Filme einen wirklich unterhalten, dabei geht man doch deswegen ins Kino.

HAIL CAESAR
Hab ich direkt nach Deadpool gesehen. Über diesen Film zu lästern, fällt einem schwer, wenn man die detailverliebten Sets und Meta-Sets, die Choreographien, Kostüme und Manierismen betrachtet, sprich: die Mühe, die sich die Coens mit der Ausstattung gegeben haben. Ich läster trotzdem. Der Film ist eine reine Nummernrevue, unzusammenhängend, ohne Spannungsbogen und wird ausgerechnet von der uninteressantesten Figur, Brolins Fixer, zusammengehalten. Promis, die überzogene Rollen in Farcen spielen, verhindern zudem, dass man sich auf die Filmrealität einlässt. Man sieht, wie George Clooney, Scarlett Johansson und Tilds Swindon vor sich hin parodieren, aber man sieht nicht die Figuren, die sie spielen. Coen-Filme funktionieren immer besser mit weniger bekannten Schauspielern, siehe Inside Llewyn Davis und A Serious Man.

SPOTLIGHT
Geistiges Erbe von „All The President’s Men“ mit Redford und Hoffmann. Ein Journalistenfilm nach Tatsachen, bedeutet: er erspart uns den romantischen Nebenplot und den großen Twist gegen Minute 90. Ein sehr selbstbewusster Film über einen Skandal, der literally zum Himmel schreit, und wie er in die Zeitung kam. Präzise, gelenkig und sezierend, aber nie aufschneiderisch.

Brennercast Bundesliga 2015/2016 (22)

SPIELTAG 22: Schixit

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Themen heute: Suco der singende Wirt, Clausnitz-Pointen, Schixit, sexy Bayern-Pragmatismus, Sandro Wagners Bart, Kickerlele-Sternstunde mit Roger Schmidt, Weltuntergang, Hail Caesar vs. Deadpool

Wir empfehlen den Brennercast im Wirtshaus, während Reality Bites und in Clausnitz. Mein Co-Kommentator ist der Schauspieler, Comedian, Nachbar und Freund @RuedigerRudolph.

TIPPSPIEL
Tagessieg für MaxSonic – ein herzlichs yeah-eh-yeah von uns!

1. martin 263
2. Schwanzhund 257
3. Blutgraetsche 256
4. Papadopoulos 248
5. laboum 248

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