Her mit dem Bauernopfer!

„Mein Produzent wird zum Bauernopfer gemacht. Fast jeder in der Branche kauft eigene Platten – wer nicht, ist dumm. Regeln, die nicht beachtet werden, sind keine Regeln mehr.“

Sagt die Grand Prix Künstlerin Gracia einfach mal so zum Kölner Express über die Entscheidung des Phonoverbands, ihren Song aus den Charts zu nehmen. Und wie abgebrüht man in dieser Branche auch immer sein mag und wie dickhäutig auch der dauerverarschte Konsument schon ist, das kann man doch nicht so stehen lassen. Wenn ich als heranwachsender Musikfan damals erfahren hätte, dass die Charts manipuliert sind, und das auch noch so schnoddrig dahingesagt, eine Welt wäre für mich zusammengebrochen. Die Wirkung wäre ähnlich gewesen wie bei den einschneidenden Infos „Hey, der Nikolaus war Onkel Wolfi“ und „Es gibt doch gar kein Christkind“. Klar, heutzutage zuckt man verächtlich mit den Schultern wenn man von der Chartsmanipulation hört. Gerade erst hatte man sich ja daran gewöhnt, dass Fußballspiele manipuliert werden. Ich zucke noch zusammen, ich will nicht völlig vom Glauben abfallen. Aus Prinzip nicht. Lasst mir meine Unschuld. In diesem Sinne, liebe Gracia, sogar noch mehr Bauernopfer bitte! Zudem: „Regeln, die nicht beachtet werden, sind keine Regeln mehr.“ Das ist weder moralisch noch juristisch haltbar.

Seelsorge

Lag um ein paar Sekunden daneben mit meinem 2:2 Tipp für das Bayern-Chelsea Spiel. Möchte nur folgendes anmerken: Chelsea hat aus einer Chance zwei Tore gemacht, Bayern aus fünfzehn auch zwei. Gezaubert haben weder Siegfrid noch Roy Makaay. Und hat Felix Magath denn nun wirklich seine Seele verkauft, oder warum sitzt er so seelenentleert in seinem Trainerhäuschen? Und wenn ja, an wen? An den ausgebrannten Ottmar Hitzfeld, der aus dem Off wahrscheinlich immer noch das Doppelte von Magath verdient und vor lauter Langweile gegen José Mourinho wettert? Für die Meisterschaft? Die gibt’s doch eh von Schalke als Trost für’s Ausscheiden aus der Championsleague geschenkt. Und wie soll der Magath jetzt ohne Seele überhaupt irgendwas gewinnen? Ich weiss keinen Rat , aber klar, der Kaiser hat einen:

Erfolg ist ein scheues Reh. Der Wind muss stimmen, die Witterung, die Sterne und der Mond.

Fortune für Felix & Friends

Gleich zu Anfang meiner Bloggerexistenz begeb ich mich in Antipathiegefahr und sage mit Stolz: Ich bin ein ausgemachter Fan des FC Bayern München. Allerdings mach ich mir nicht viel daraus, mit den Emotionen von Fans anderer deutscher Vereine zu zündeln (ausser ich zähle sie zu meinem engeren Freundeskreis) und somit will ich lediglich eine Prognose für das Championsleague Rückspiel heute abend gegen Chelsea abgeben.

Das wird nichts, Herrschaften, weil sich vermutlich Herr Ze Roberto wieder selbst ausspielt, Herr Scholl sich verletzt, Herr Deisler traurig ist, Herr Magath neuerdings valiumartig am Seitenaus dämmert, die Herren Lampard und Drogba Spass am Fussball haben und die Allianzarena noch nicht geöffnet hat. Ich wünsch es den Jungs ja wirklich, aber wenn der Rheuma Kai nicht in Topscore Form ist, wer soll den Zweitorevorsprung dann einrichten? Oder wie der Herr Kaiser sagt: „Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage!“

Nachtrag: Mein Tipp lautet 2:2

First Blood

Das erste Mal tut’s noch weh. Wer auch immer dieses Blog liest, sollte sich nicht allzu viele Gedanken über den Autor machen. Das wäre mir tatsächlich ein wenig unangenehm. Vermeiden kann man es nicht, aber um potenziellen Lesern gleich mal die Fantasieflügel zu stutzen: Der Autor gondelt so um die Dreissig herum, ist berufstätig, und zwar in der Medienbranche, und lebt in Berlin. Zudem hört er gerne Gitarrenmusik aus dem Independent-Sektor, interessiert sich für Film und Fernsehen und natürlich zu mancherlei Leser Entsetzen für Fußball. Genau um diese Dinge soll es auch in diesem Blog gehen. Vorher kann man viel erzählen, mal sehen was hinterher rauskommt, wozu es führt, und ob’s noch jemand anderen ausser mich selbst interessiert. Falls man mich direkter als über das Blog ansprechen möchte, biete ich die Gelegenheit über berni [at] burnster [punkt] de!

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