Kurzkritik zu Saw

Revealing mistakes: After he saws off his foot and squirms across the bathroom floor you can see the outline of his „missing“ foot in the bottom of his jeans. (Quelle: IMDb)

Das sollte in einem Fußabsägefilm natürlich nicht passieren und ist mir leider auch aufgefallen!

Going Underground

Fritte, Fritte, Fratze, bald gibt was auf die Glatze. Na, freust Dich schon Hoppelbärchen? Papa kommt wieda nach Berlin und hat ordentlich Durst.

..lautete einst ein vielversprechender, aber auch furchterregender Eintrag in unserem Online-Band-Gästebuch. Getätigt wurde er von Florian „Lobo“ Seiler und gerichtet war er an unseren netten Schlagzeughünen mit der Kurzhaarfrisur, besagten Ole. Anlass war ein Konzert im Friedrichshainer Frittiersalon, das sich quasi jetzt jährt! Damit gilt:

GRAND UNDERGROUND in der Öllaube
Going Down French Fries Style
21.05.2005
Frittiersalon, Boxhagenerstr. 104
Friedrichshain, Berlin, U5 Samariterstr.
Beginn 20:00, Eintritt: nüscht

Letztes Jahr habe ich ja noch im selben Haus wie der F-Salon gewohnt; das hatte was: vom Wohnzimmer direkt die Treppe runter auf die Bühne. Zudem war das der Abend, an dem Flo 21 (!!) Wodka Red Bull verdrückte und sich dann am nächsten Mittag auf den Rückweg nach München machte. Müdigkeit am Steuer war wohl nicht sein Hauptproblem. Was ich mit weniger WRB alles anstellte, sag ich lieber nicht. Überhaupt war das ein kurioser Abend in einer kuriosen Örtlichkeit, aber wer auf skurrile Menschen, gute Burger, laute Musik von Besoffenen, Isländer und hübsche Mädels steht, sollte dringend auch dieses Jahr vorbeischauen.

Royal Air Force Returns

Krieg

„You Germans are so obsessed with the Second World War.“

sagt die blonde Schwedin, als sie mein Spiegel-Weltkrieg-Hitler-Spezialheft auf dem Küchentisch liegen sieht. „I can’t stand it. All this Nazi shit“, fährt sie fort.

Was du heute kannst besorgen

Neue Weezer kaufen, Entzug vom Erkältungs-Nasenspray schaffen, keinen Ridley-Scott-Film mehr im Kino gucken, The Motorycycle Diaries nicht weiter empfehlen, mich bei irgendjemand für Schweden bedanken, das Wetter zur Hölle wünschen, meine Darth-Vader-Figur von Burger King auf Druckknopfmechanismen untersuchen, meinen Eltern die Fotos von ihrem parkähnlichen, wunderschönen Garten schicken, ein beeindruckendes Thai-Gericht aussuchen, das meine Kochkünste nicht übersteigt, jemand ganz entwaffend ehrlich anlügen, mich nicht von dem Bürowahnsinn in den Irrsinn treiben lassen, T.B. ignorieren oder wegkloppen, den Gig im Frittiersalon eintüten, mich bei irgendjemand für Berlin bedanken, schlafen, schlafen, schlafen.

Dear Munich

München ist synonymisch mit Sommerabenden für mich. Eingebrannt für Dekaden: Freitag Abend, nach einer Woche voller Workflow-Repressalien: Auf der Bierbank sitzend, die Beine im Wasser. Freunde, lauter laute, gemütliche Freunde. Zigaretten, Bier und Tätowierungen im Unterhemd. Die Jeans in Fetzen. Auf dem Weg zurück in die Stadt entfernen sich die Lichter des Sees. Der kurze, angetrunkene Weg zurück zur Münchner Freiheit. Vorbei an der toskanischen Villa, die es so nicht mehr gibt und eigentlich eh nur in meiner Vorstellung gab.

Dann einbiegen in die Wilhelmsstraße, wo schon ein blondes Mädchen vor meiner Haustür wartet, ebenfalls in Unterhemd und Jeans. Mit ausdruckslosen, aber großen Augen. Ich, willenlos und gleichgültig, hineinrumpelnd in die Münchner Nacht. Wo aufgeben noch ungefährlich war.

Jetzt ist es anders. Die pittoresken Verlockungen eines Stein gewordenen Stadttraums lassen mich kalt. Den Ostwind hab ich im Parka und den kriegt auch kein Fön mehr raus. Jetzt kann man sehen, wie es wirklich ist. Chancenlosigkeit und Pechsträhnen werden einem dort kaum verziehen. Die Eiscreme ist die beste, die Mädchen die gepflegtesten und die Italiener sind echt. Aber der Peer-Pressure in Sachen heiler Welt ist zu groß. Ich arbeite unter Hochdruck daran, einmal die Kriterien für eine Rückkehr zu erfüllen. Ob ich dann auch zurückkehre, steht auf einem anderen Blatt.

Inspiriert von Rebellen ohne Markt.

Neunzehn

Ich wär gerne im Seehaus gewesen, hätte am Fuß der Statue mit einer Maß Bier gesessen, die Bayern Spieler eintrudeln sehen, sie die Meisterschaft feiern hören und dann das Münchner Mädchen geküsst, das ich dabei gehabt hätte. Das wäre meine Meisterfeier gewesen, wohnte ich noch in München.

Da ich seit längerem in Berlin wohne und damit auch mehr als im Einklang bin, sah meine Meisterschaftsfeier so aus: in der Fußballkneipe Staunen, dass keine Buhrufe zum FCB-Sieg kamen, dafür aber reichlich und im Akkord für Schalke. Meinen Pa angerufen, der sagte: „Erst sind wir Papst geworden, jetzt auch noch Meister.“ Danach ein klassisches Allnighter Vier-Bezirke-Saufen und am Ende eine rotz- und ich sage nochmal ROTZbesoffene Neofolkore Band irgendwo am Rosenthaler Platz. Zufällig versteht sich. Sonnenaufgang im Bergstüberl. Anything can happen anytime. Als 19facher Meister weiß ich das.

Das bisschen Bohei

Im Zwielicht diverser Kapitalismuskritik-Kritik sonnen sich so manche Schisser, darunter Wirtschaftsbosse, Arbeitgeberpräsidenten, Grüne, Rote, Schwarze, Gelbe. Einen Kessel voll Buntes hat Franz Müntefering da umgekippt und jetzt verteilt er sich als farbloser Einheitsbrei in den Medien und dazu gibt’s noch Eier darüber geschlagen.

Ich-bin-dagegen-egal-um-was-es-geht-Patron Oskar Lafontaine wittert ein „wahlpolitisches Betrugsmanöver“ und kann noch viel doller kapitalismuskritisieren. Dass der Vorwurf „unpatriotischen Verhaltens“ aufkommt, ist das eigentlich Unpatriotische und wenn Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt im ZDF die Thematisierung von Raubtierkapitalismus „zum Kotzen“ findet, dann doch nur weil sich die Heuschrecke auf die Fühler getreten fühlt.

Ich finde: das bisschen Bohei um Kapitalismus ist schon angebracht.

Hard Rock Capitalism Cafe

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