Kurzkritiken zu The Conjuring 2, Zoomania, Midnight Special

THE CONJURING 2
Am ersten Teil gefiel mir so gut, dass er sich Zeit ließ mit den Schockeffekten, dass er zumindest in der ersten Hälfte wirklich glaubwürdig vermittelt hat, dass der örtliche Dämon diese Familie in den Wahnsinn treibt. Dazu kam, dass Patrick Wilson und Vera Farmiga die echten Ghostbusters – das Ehepaar Warren – wirklich so gut in Szene gesetzt hat, dass ich mir daraufhin die Warren-Biografie auf den Kindle geladen habe und seitdem panische Angst vor Ouija-Boards habe.

Der zweite Teil kommt schneller zu den Special Effects und das macht ihn weniger gruseliger und überhaupt ein bisschen generischer. Dass der Film auf einem tatsächlichen „Fall“ der Warrens beruht und hemmungslos übertreibt ist nur insofern ein Problem, als dass der echte Fall mit all seinen für Dämonologie so typischen Symptomen eigentlich viel unheimlicher ist. Dann wiederum schaut sich heutzutage die Masse vermutlich keine zwei Stunden lang einen Film an, wo es die ganze Zeit klopft und als Höhepunkt ein einsames Möbelstück an die Wand klatscht. Wilson und Farmiga heben den Film dann aber doch erneut weit übers Spukhaus-Mittelmaß, und die pissnasse Londoner Vorstadt ist ein wunderbar unverbraucht gebrauchtes Setting. Wem nicht das Herz bricht, wenn Patrick Wilson „Can’t help falling in love“ singt, ist sicher von allen guten Geistern verlassen.

MIDNIGHT SPECIAL
Jeff Nichols Filme sehen immer gut aus und seine Schauspieler sind hochmotiviert. Bisher hat mir jedoch ein wenig das Adrenalin und eine gewisse Lässigkeit gefehlt. Das ist jetzt alles voll da – Midnight Special geht ab wie eine überlange Folge von Fargo, Staffel 2. Dieser Schwung wird auch nicht von der schwachsinnigen Handlung eines Jungen mit Superkräften gebremst, der auf der Suche nach seinen Roots ist. Man stelle sich ein übertrieben langes Roadmovie-Flashback aus Zack Snyders „Man Of Steel“ vor, nur mit guten Dialogen. Erstaunlich wie unterhaltsam der Film bei dieser Prämisse geworden ist, was nicht zuletzt an Michael Shannon, Joel Edgerton, Kirsten Dunst und Kylo Ren liegt, der hier einen NSA-Ermittler spielt, der seine Emotionen ganz gut im Griff hat.

ZOOTOPIA (ZOOMANIA)
Nett, aber mit dem Faultier-Trailer verschenkt er auch schon seine beste Szene.

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