Kurzkritik zu Creed, Fury, Macbeth, Darling

CREED
Politisch korrekter Rocky. Einwanderer-Problematik der 70er muss endlich und selbstverständlich hinter „Black Lives Matter“ zurücktreten und das meine ich nicht im Geringsten ironisch. Stallone spielt super und Coogler inszeniert gut, für meinen Geschmack aber noch ein bisschen zu weiß. Bis auf die ziemlich übermotivierte Jogging/Moped-Gang-Szene ziemlich grounded ohne spaßfrei zu werden. Das Ringgeschehen kann noch so modern aussehen und auf ESPN-Sports Center machen, die Kämpfe bleiben ein Watschenfest alter Schule. Jeder Punch ein Treffer.

FURY
Slicker Kriegsfilm ohne neue Erkenntnisse. Trotzdem lei(n)wand, weil was soll man auch zum Krieg noch sagen, außer dass er brutal und überflüssig und vor allem überflüssig brutal ist.

MACBETH
Nach Polanksis Sharon-Tate-Aufarbeitung die erste nennenswerte Verfilmung. Fassbender gelingt der Übergang vom kriegsmüden Helden zum irrlichternden Tyrannen glaubwürdig und Cotillard ist eine schlangige Lady Macbeth, aber zuckrig genug, um auf sie reinfallen zu wollen. Wollen muß man schon. Bin trotz Studium der englischen Literatur kein Shakespeare-Kenner, kann also nichts zum Text sagen – würde behaupten stark gekürzt, aber überwiegend original. Insgesamt sehr modern. Fast wie ein Neo-Western inszeniert. Musik hätte auch von Cave/Ellis sein können, stammt aber von Jed Kurzel, Bruder vom Regisseur Justin Kurzel, der übrigens in der Besetzung Fassbender/Cortillard gerade die Verfilmung von Assassins Creed in Angriff nimmt. Bisschen manieristisch, aber das liegt wohl in der Natur der Vorlage. Hervorragend: Macbeths letzter Talk mit Banquo und seine fiebrige Ansprache bevor er im King-Stannis-Gedenkfeuer die Familie von Macduff anzündet.

DARLING
Junge Frau passt auf ein altes New Yorker Haus auf und dreht durch. That’s all, folks. Visuelle Anbiederei bei Polanskis frühen Werken wie The Tenant, Rosemarys Baby und vor allem Repulsion. Hab ich nicht nur abgeschrieben, ich hab auch alle drei Filme gesehen. Sieht trotzdem unfuckingfassbar gut aus und Lauren Ashley Carter knocks it out of the (Central) park. Crux: Fast schon provozierend derivatives und unorginelles Drehbuch.

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