Brennerpass 2013/2014: Relegation und Pokalfinale

brennerpassLIGA1

Fürth – Hamburg 1:1 (0:1)
Hamburg – Fürth 0:0 (0:0)

Es ist schon unglaublich, wie verdammt ungeschoren der HSV jetzt schon seit Wochen durchkommt. Gewinnt kein einziges Spiel und bleibt praktisch ohne eigenes Zutun in der Liga. Die ganze Arbeit bleibt an Lasogga, Drobny, Calhanoglu und van der Vaart hängen und vielleicht noch an Mirko Slomka, auch wenn man dessen Handschrift bislang lediglich auf seinem Vertrag erkennen konnte. Nimmt man die Genannten und gnädigerweise noch Westermann und Jansen aus, ist dieser Kader schlichtweg nicht mehr erstligatauglich. Ich habe dem HSV trotz großer Sympathien für Fürth die Daumen gedrückt, hauptsächlich aus Nostalgie, aber wenn man den Verein in der Sommerpause nicht gründlich von Arschlöchern entschlackt, dann wünsche ich ihm mit vollem Vorsatz den 18. Tabellenplatz in der nächsten Saison, und zwar ab Spieltag 1. Fürth hingegen kann sich in der nächsten Saison immerhin Schlachtplatten von Derbys gegen den Glubb gönnen und wenn man so weiter spielt, sollte einem Aufstieg nichts im Wege stehen. Außer wieder so ein Marsianer-Verein von schräg halbunten wie Paderborn.

Dortmund – FC Bayern n.V. 0:2
Das klingt jetzt scheinheilig aus der Position eines Bayernfans heraus, aber hätten wir das Spiel in der Verlängerung verloren, ich wäre nicht verärgert gewesen. Denn Bayern hat unabhängig vom Ergebnis alles das gemacht, was ich mir als Fan gewünscht hatte. Kampfschweingeist und Zusammenhalt auf dem Platz gezeigt, ihr Spiel variiert, und trotzdem die Spielweise kultiviert und sogar weiterentwickelt. Rafinha wird mir immer zu wenig gelobt – er hat auf der für ihn ungewohnten Seite ein sensationelles Spiel gemacht. Gleiches gilt für Højbjerg, von dem wir sicher bald noch einiges høren werden. Und natürlich hat der beste Spieler der Saison, Arjen Robben, seine Leistung erneut bestätigt und uns eingebleut, dass er zu Unrecht in der internationalen Einschätzung hinter Ribery geführt wird. Mein Star und Lieblingsspieler war aber der gute Martinez, dessen Name nicht umsonst mein Trikot von dieser Saison trägt. Der Mann für die Endspiele, der Werkler im Unterholz, der sich aber auch für die filigranen Pässe nicht zu schade ist. Der Mann für den defensiven Duktus, der Mann fürs feine Grobe. Ich weiß nicht, ob Pep Guardiola ihn bisher nicht zu schätzen gewusst hat oder er einfach nach den vielen Verletzungen nicht fit genug war, aber Javis Anteil an den Erfolgen vom Vorjahr war eigentlich nicht zu übersehen, und er hat auch hier wieder (wie auch schon im Supercup gegen Chelsea) in die Vereinschroniken gemeisselt: Diese 40 Mille waren gut angelegt. Ich glaube immer noch, dass Pep nach der Schalatio praecox einige Fehler in der Strategie und im Umgang mit der Mannschaft unterlaufen sind, aber ich war mir auch immer sicher, dass die geistige Verfassung – sprich die Unbedingtheit -, mit der das Team in ein Spiel geht, der viel ausschlaggebendere Punkt ist. Es tut mir leid wegen Mandzukic, weil ich den kroatischen Sturschädel eigentlich gern mochte, aber wenn Pep rasieren muss, um seine Philosophie durchzupeitschen, dann soll er rasieren. Letztlich war es gut, dass mental und körperlich gerade etwas wankelmütigere Leute wie eben Mandzukic, Schweinsteiger und eigentlich auch Ribery nicht im Stammkader waren, denn dieses großartige und spannende Fußballspiel konnte man nur völlig melancholiefrei gewinnen. Und das ist dann doch wieder die Stärke von Toni Kroos: dass er zwar nie leidenschaftlich wirkt, aber auch nie geknickt. Hätte der FCB nicht ausgerechnet im Mittelfeld neuerdings Personalprobleme, sähe ich ihn immer noch als den nächsten Streichkandidaten nach Mandzukic. Und zum BVB sei gesagt: Das war schon herbes Pech mit dem nicht gegebenen Tor, aber die Mannschaft hat ihre Stärken einfach nicht ausgespielt an jenem Abend, und das obwohl der halbe Bayernkader nach 60 Minuten nur noch gehumpelt ist. Davon abgesehen war der BVB trotz des trügerischen 19-Punkte-Abstands in der Liga keinen Deut schlechter als der FCB, dafür etliche Deuts unkonzentrierter. Es ist und bleibt ein toller Verein, bei dem mich nur der inszenierwütige Trainer stört.

Der Brennerpass verabschiedet sich hiermit in die Sommerpause und wird sicher zur WM wiederauftauchen. In welcher Form stellt sich noch heraus. Ich wünsch euch was!!

4 Kommentare zu Brennerpass 2013/2014: Relegation und Pokalfinale

  1. Michael
    19. Mai 2014 at 20:07

    Ich glaube, wenn die Hamburger jetzt nicht sehr Vieles sehr konsequent zu Ende bringen, dann wird man sich zur nächsten Winterpause wünschen, dass man abgestiegen wäre. Ich wünsche eine angenehme Pause und verspüre meinerseits erstaunlicherweise noch keinerlei WM Fieber. Wird sich vermutlich noch ändern :-)

  2. burnster
    20. Mai 2014 at 15:21

    Ich wollte grad sagen, ich verspürs auch nicht, aber dann sind zwei Dinge passiert: ich hab eine Erkältung (mit Fieber) bekommen und es ist draußen 30 Grad. It’s catching up: http://youtu.be/zPyAii6f-hc

  3. stt
    21. Mai 2014 at 12:38

    Dieser HSV hat das Potential, um mindestens um die CL-Teilnahme mitzuspielen! Ah Quatsch, das war ja die sportliche Einschätzung vom letzten Jahr. Also der Umstand, dass der HSV ohne Sieg trotzdem in der BuLi geblieben ist, hat genau so viel Flair wie die Gruppenphase der Italienern bei der WM82.
    zu den Bayern: ich wußte bisher noch gar nicht, dass die Holländer so lange so schnell laufen können! Vermutlich wußte das der Klopp bis dato auch noch nich. Sonst weiß er aber alles. Ich finde übrigens, dass beide Torhüter stark waren, der stärkere der beiden am Schluß den Pokal als Gewinner in Händen halten durfte. Und außerdem war das Tor zwar drin, aber vorher abseits.

  4. burnster
    21. Mai 2014 at 21:38

    Ich fands auch ziemlich abseits, aber angeblich dann doch nicht, wofür ich zudem den Videobeweis fordere. Spaß beiseite, wenn man die Torlinientechnik will, darf man halt nicht Erzgebirge Aue fragen.

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