Jetzt wird wieder in die Hände gespukt

Nenn mich amerikanophil oder einfach nur kindisch, aber ich adaptiere dieses Halloween gerne. Leider bin ich selbst zu groß und mein Kind noch zu klein, um verkleidet von Tür zu Tür zu gehen, und dann kommt dazu, dass es hierzubierernstenlandes so gut wie keinen Gruselkonsens und somit auch keine dekorierten Wohnungen und Haustüren gibt. Was mich abgesehen von Süßigkeiten und Kürbisgewitter immer schon fasziniert an der ganzen Allerheiligen-Preshow: dass man eine ganze Nacht den Toten widmet. Ich finde das wildromantisch, beängstigend und hoffnungsvoll in ein und demselben Gedankengang. Man stelle sich nur vor, der Tote an sich hat eine Nacht lang Ausgang. Was er wohl für melodramatische Dinge anstellen mag, weil so ein Tod geht ja in den seltensten Fällen spurlos an einem vorüber. Oder in diesem Falle spuklos. So angegruselt wie ich eh schon bin und wo grade ein paar der letzten Sturmnächte die Wolken so herrlich vor sich hergepeitscht haben und einen schwarzblauen Symbolhimmel preisgegeben haben, möchte ich eigentlich den ganzen Tag nur Gruselfilme schauen. Leider komme ich nie vor 23.00 Uhr dazu und meine Lebensdauer vorm Einschlafen beträgt dann nur noch zirka 15 Minuten. Deshalb schaue ich auch schon die ganze Woche an Argentos „Deep Red“ hin. Außerdem habe ich eine Ausrede, um mal wieder dieses schöne Bild aus einem Pariser Museum zu posten. Zur Feier des Tages in tiefem Rot.

halloween

3 Kommentare zu Jetzt wird wieder in die Hände gespukt

  1. mq
    31. Oktober 2013 at 18:38

    Dein Text hat einen biblischen Satz in mir ausgegraben, der mich bereits im Kindesalter, während der Zeit als Messdiener so sehr fasziniert hat wie kaum ein anderer: „Lasset die Toten die Toten begraben.“ Und bis heute bin ich mir trotz aller Exegesen nicht vollkommen sicher, was das überhaupt bedeutet. Viva el muerte!

  2. burnster
    31. Oktober 2013 at 20:58

    meine interpretation je nach stimmungslage: viva la muerte, wenn das glas halbvoll ist, bei halbleer: schleich da, boandlkramer.

  3. mq
    1. November 2013 at 05:32

    Stimmt. Der Tod ist weiblich.

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