Brennerpass: Das Leben der Anderen (3)

Um die Winterpause zu überbrücken, lasse ich hier Fans „anderer“ (also anders als FC Bayern) Vereine zu Wort kommen, die ihrer Leidenschaft, Sorge oder Rage freien Lauf lassen. Teil drei beschäftigt sich mit den Ex-Unaufsteigbaren aus Fürth, die trotz bewunderswerter Spielwut irgendwie einfach keine Tore machen mögen. Hier blutet das Fanherz grade aus allen Kanälen. Ganz vorbildlich leiden tut deshalb meine heutige Kolumnistin, die Original-Wienerin Exilfränkin Lisa Neun, Comicbloggerin der ersten Stunde, die auch ein Buch erzeichnet hat, allerdings mit Fisch statt Fußball.

Die Kleeblatt-Achterbahn
von Lisa Neun

Spielvereinigung Greuther-Fürth, Status Mai 2012: 4 Niederlagen in 34 Spielen, mit 27 Stück die wenigsten Gegentore der gesamten Liga, Aufstieg als Tabellenerster – Euphorie im Frankenland.

Spielvereinigung Greuther-Fürth, Status Dezember 2012: 10 Niederlagen in 17 Spielen, bereits mehr Tore kassiert als das ganze letzte Jahr, Tabellenletzter – schleichende Depression.

Schleichend deshalb, weil wir ja eigentlich gar nicht so schlecht spielen. Weil wir ja noch gar keine richtige Klatsche hinnehmen mussten. Weil wir uns immer wacker schlagen, die Spiele schön aufbauen, ein gutes Bild abgeben. Weil wir mit Mike Büskens den coolsten Trainer der Liga haben (Bestes Zitat der letzten Saison: „..wir kommen auch nicht von der Baumschule …“) und ein junges, dynamisches, höchst motiviertes Team nebst Altsympathieträgern wie Gerald Asamoah.

Woran es dann letztendlich doch immer wieder scheitert: wir kriegen den Ball nicht rein. Das ist wie verflixt. Entweder steht der Pfosten im Weg oder das Tor ist plötzlich woanders, ganz oft werden wir natürlich von den Schiedsrichtern schlecht behandelt – und überhaupt.

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Und alle wissen es ganz genau: „Ihr braucht einen Stürmer, einen Knipser, einen Vollstrecker“. Na klar, ist ja logisch. Man könnte jetzt natürlich lamentieren, dass wir ja so arm sind, mit 12 Millionen den niedrigsten Etat der ganzen ersten Liga haben. Das wäre mir aber jetzt zu einfach. Ich denke mal zwischen 12 und 17 Millionen (Mainz) ist jetzt nicht so ein großer Unterschied. Ich denke der Etat reicht zwar nicht für die Championsleague – aber um drinzubleiben sollte/ könnte er reichen.

Dennoch bin ich natürlich nach wie vor optimistisch! Jetzt probieren wir erstmal einen neuen Knipser aus – Nikola Djurdjic – stellen uns auf die Rückrunde ein und hoffen, dass die Mannschaft nicht den Mut verliert. (Wo die ihre Motivation hernehmen, jede Woche aufs Neue alles zu geben und dennoch zu verlieren). Optimistisch stimmt mich auch, dass unser Management jetzt nicht in operative Hektik verfällt sondern im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten am Boden bleibt. Wenn also das Schlimmste eintreten sollte bin ich überzeugt, dass es halt 2014 die nächste Aufstiegsfeier gibt.

Und – yeah – wir sind Hallenfußballvizemeister beim Frankfurtcup!

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>> Das Leben der Anderen (1) – Eintracht Frankfurt
>> Das Leben der Anderen (2) – Hertha BSC Berlin

6 Kommentare zu Brennerpass: Das Leben der Anderen (3)

  1. L9
    8. Januar 2013 at 10:24

    War mir eine Ehre – aber, ja ich habs eh gemerkt – ich hab ChampionsleagUe falsch geschrieben! Reiner Tippfehler, gell!!!

  2. St. Burnster
    8. Januar 2013 at 10:57

    Korrigiert, passiert mir auch dauernd. Und Großdank für den Beitrag!

  3. mek
    8. Januar 2013 at 11:38

    Nix absteigen. Wir wollten uns im Herbst ja im Olympiastadion sehen.

  4. L9
    8. Januar 2013 at 12:11

    Hach – ich glaub das gleiche habe ich vor nicht allezulanger Zeit zu Dir gesagt…. Wir werden alles dran setzen!

  5. Ole
    8. Januar 2013 at 22:09

    Ich drück – schon seit Saisonbeginn – feste die Daumen für die Fürther, und ich hoff, dies werde ich in diesem Jahr erfolgreicher tun. Auf dass Düsseldorf noch untern Strich rutscht und Fürth drüberklettert!

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