November 2011 archive

Brennerpass: Bundesliga 2011/2012 (14)

Spieltag 14: Einstürzende Altbauten

Mainz 05 - FC Bayern 3:2 (1:0)
Was für eine lausige, lausige Vorstellung. Ich möchte in ihrer Beschissenheit vor allem Gustavo und Gomez herausheben, die scheinbar beide vergessen haben, dass man zum Nasenbohren nicht unbedingt ein Trikot überziehen muss. Und ich weiß nicht, ob man es auf die Bronchitis oder aufs hohe Alter schieben soll, dass Heynckes vergessen hat, Robben einzuwechseln. Aber das wird er sich noch anhören müssen, hat er doch stattdessen den vollkommenen wirkungslosen Olic und Rafinha gebracht. Ganz ehrlich, von der Champions League abgesehen, hat mir Bayern unter Andries Jonker besser gefallen als bisher bei Heynckes. Vor allem die Defensive war das schmerzlichste Van-Gaal-Deja-Vu. Bezeichnend auch, dass der Müller von Mainz ungefähr drei Ligen besser als der Müller von München gespielt hat. Und auf diese ach so treffenden Analysen von Philipp Lahm nach dem Spiel ist auch geschissen. Der Mann kann innerhalb des Spiels noch nicht einmal einen Grashalm mitreissen. Noch eine Anmerkung anlässlich Wettklo, der mit Schiri Kirchner nach einer Diskussion beinahe in einen Zungenkuss verfallen wäre: Was soll das Schiedsrichter-Getouche in letzter Zeit? Hat der Fall Amerell das bewirkt?

Bremen - Stuttgart 2:0 (0:0)
Bremen klaubt seine abgeschnittenen Eier aus dem Gladbach-Spiel wieder auf und Stuttgart hat einfach nur die erste Halbzeit verpennt. Dass Harnik die Großchance verholzt, kann man ihm nachsehen. Das Tor von Naldo freut mich für ihn. Der Mann hat weiß Gott genug gelitten.

Hannover - HSV 1:1 (0:0)
Zur Leistung von Hannover in den ersten drei Vierteln des Spiels gab’s ausnahmsweise einen guten Kommentar von Jens Lehmann: “Man muss den Hut ziehen vor Hannover. Wenn die immer so spielen, muss man sich wundern, dass die überhaupt das Stadion vollkriegen.” Jepp, es war der typische Abwart- und Verhinderungsfußball, nur diesmal ohne schnelle Konter. Der HSV hat das Spiel nach Kräften schnell und schön machen wollen, und manchmal ist das dank Töre und Rincon (richtig gehört, Rincon) auch gelungen. Wäre der Gegentreffer von Schlaudraff nicht so eine großartige Hommage an das Robben-Tor nach Ribery-Ecke gegen ManU damals gewesen, man hätte das Unentschieden entschieden unverdient nennen müssen. Zudem war das Spiel zugunsten der Schwalbentruppe aus Hannover verpfiffen und was mich persönlich noch gestört hat war, dass der Pander die weißen Stutzen bis zur Unterhose hochgezogen hatte und damit aussah wie eine schwule Porno-Krankenschwester.

Dortmund - Schalke 04 2:0 (1:0)
Von wegen Derbystimmung. Ich hatte mich ernsthaft auf das Spiel gefreut, aber schon nach fünf Minuten auf die Konferenz umgeschaltet. Mit diesem defätistischen Kick hat sich Schalke seinen Kredit als meine neue Zweitlieblingsmannschaft sofort wieder verspielt. Drei Torschüsse in 90 Minuten, da hätte ich mit meinem doppelten Bandscheibenschaden ja mehr Zug ins Spiel gebracht. Einzig guter Schalker in diesem Anti-Derby war der Unnerstall. Dortmund hat konzentriert und aggressiv agiert und ich wüsste grade nicht, wer die stoppen sollte. Umso ärgerlicher, dass man sich in der Champions League mal wieder in die Schule schicken ließ. Was aber dazu führt, dass der BVB seine zweite Meisterschaft in Folge holt.

Hertha BSC - Leverkusen 3:3 (2:1)
Schon wieder führt Hertha 2:0 und verliert das Spiel beinahe noch. Als Hertha-Fan kann man zur Zeit eigentlich von einem Spieltag auf den anderen gleich in den eigenen Arsch verbissen bleiben. Leverkusen stand zunächst mental noch auf der Heerstraße, aber der Derdiyok hat ihnen letztlich die Haut gerettet. Auch so ein Fall, wo Chaoscoach Dutt erst nach gefühlten sechs Monaten kapiert, was der Spieler eigentlich wert ist, analog zur Causa Ballack. Es war aber am Mittwoch ein tolles Spiel gegen Chelsea und ich gönne den Spielern das Achtelfinale von Herzen, nur der Dutt braucht sich das nicht ans Rever heften, um einen Beckenbauerismus zu verwenden.

Hoffenheim - Freiburg 1:1 (1:0)
Freiburg hat das gespielt, was es momentan kann und Hoffenheim schafft es wieder nicht, über eine ganze Spiellänge nicht komplett auseinander zu fallen. Ich will noch nicht an Stanislawski zweifeln, aber irgendwo ist da der Wurm drin. Und ob es so eine gute Idee war, auf Ibisevic und Rudy im Startteam zu verzichten, weiß ich auch nicht.

Augsburg - Wolfsburg 2:0 (0:0)
Endlich. Der FCA belohnt sich endlich mal für seinen Malocherfußball. Und diese dauermediokre und permanent unterperformende Autohaus-Truppe bekommt, was sie verdient. Erneut war Mölders die treibende Kraft in der Augsburger Offensive, aber treffen tut der Mann ums Verrecken nicht, schon seit über zehn Spielen. Letztlich war das der Sieg, den sie schon gegen Bayern verdient hätten.

Nürnberg - Kaiserslautern 1:0 (1:0)
Und nochmal ein “endlich”. Endlich haut sich der Club mal wieder in ein Spiel rein und gewinnt souverän gegen in letzter Zeit seltsam hilflos wirkende Lauterer. Hinten und vorne alles sauber beim Club, aber jeder weitere Sieg (so es denn noch welche gibt) dürfte ein Kraftakt werden. Für Hecking kann die Winterpause nicht früh genug kommen.

Köln - Gladbach 0:3 (0:2)
Dass Favre sich irgendwann für pfeilschnellen Überfallfußball beim Fastabsteiger der letzten Saison verantwortlich zeichnet, haben auch nur Erich-von-Däniken-Anhänger für möglich gehalten. Auch wenn ich nicht an eine dauerhafte Stabilität dieses Höhenflugs glaube, ist das eine herrliche Abwechslung im Kampf um die Herbstmeisterschaft. Die wahre Reifeprüfung wird das nächste Spiel gegen die gelbe Borussia. Zu Köln fällt mir nur ein, dass Geromel genauso dröge gespielt hat, wie er aussieht, und das ist ziemlich dröge. Als Trainer würde ich mich langsam fragen, ob es überhaupt einen Unterschied macht, was ich den Leuten unter der Woche beibringe. Die Mannschaft macht ja doch, was sie will und jedes zweite Spiel will sie offenbar gar nichts. Randnotiz: Extrem daneben die Kritik vom verletzten Novakovic an Rensing wegen dem Freistoßtor.

BRENNERPASS-TIPPSPIEL:
stt und benchman behaupten mit souveränen Tippleistungen die Spitze und das Tagesresultat liefert der Kollege Juri, was ich ihm nicht gönne, weil er gerade im Urlaub ist. Da muss man nicht auch noch Tippsieger werden.

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

Der Brennerkurzpass auf Twitter

Niederbayer/Oberfranke, Folge 2

Folge 2: Die Rehabilitation

Kurz zur Entstehungsgeschichte: Der Norbert schreibt mir, ey, lass uns den zu Guttenberg in die Pfanna haua, weil das ja seit jeher eins der hehrsten Anliegen vom Norbert ist. Ich wollte mir zwar diesmal das Thema Schulbildung vornehmen, aber weil’s der Norbert ist, hab ich nachgegeben. Am nächsten Tag mach ich seinen Videobeitrag auf und was muß ich sehen: Der Norbert, völlig überarbeitet, im Dunkeln, wahrscheinlich vollkommen authentisch (oder wie er sagen würde: autochthon) besoffen mit einer Generalabsage an unseren zu-Guttenberg-Pfannahau-Plan. Ja, was machst du da draus, Berni, hab ich mich gefragt. Und bin mal in mich gegangen und hab in mir drin rausgefunden, dass mir der KTG mittlerweile fast genauso wurscht ist wie dem Norbert. Am Ende hab ich dann aber doch noch ein paar schmierige Gags reingezwungen, weil sonst hättet ihr jetzt nur was über fränkisches Bier und griechischen Schnaps gehört.

Folge 1 gibt’s hier.

Brennerpass: Bundesliga 2011/2012 (13)

Spieltag 13: Unkraut vergeht nicht

Bayern - Dortmund 0:1 (0:0)
Das Spiel hat nicht die bessere Mannschaft, sondern der bessere Trainer gewonnen. Es ist schon irre, was der Klopp aus seinen obrigkeitsgläubigen Jungwirblern alles rausholt und wie er jetzt schon das dritte Mal in Folge genau das Rezept findet, um den Bayern den Offensivzahn zu ziehen. Andererseits hat mich das Spiel trotz der schmerzenden Niederlage auch beruhigt, denn es hat gezeigt, dass die Dortmunder im Prinzip nicht mehr die berühmte Nasenlänge voraus sind. Nach der üblichen Selbstbegeisterung der Bayern auf der Jahresvollversammlung haben sie zwar Federn gelassen, aber auch die Gewissheit bekommen, dass Dortmund sie nur mit Dusel schlagen kann, im Gegensatz zu letzter Saison, wo es kein Dusel gebraucht hat, um die marode Van-Gaal-Defensive aufzureissen. Klar, Schweinsteiger fehlt und Robben muss die Schlagzahl deftig erhöhen, klar hat Gomez genau genommen alle Zweikämpfe sang- und klanglos verloren, klar ist Gustavo seine 15 Mille derzeit auch nicht wert, und Lahm scheint auch an Tempo eingebüßt zu haben, klar hat Bayern keinen moppeligen Zauberlehrling namens Götze, aber letzten Endes haben sie das schönere Spiel gespielt und gegen die hässliche Realität verloren, ihr Potenzial noch längst nicht auszuschöpfen. Ich prognostiziere: Bayern wird Meister, aber auch in der Rückrunde nicht gegen Dortmund gewinnen. Olic hat mir gut gefallen. Weniger gut gefallen tun mir die spastischen Jubelfäuste von Klopp. Da würd ich immer gerne zurückschlagen. Immer mitten in die…. (ja, es tut immer noch weh)

Hamburg - Hoffenheim 2:0 (1:0)
Super, wie der HSV sich da reinkrawallt hat. Hoffenheim ist die technisch bessere Mannschaft, aber so richtig kommen die trotz der ständigen Gardinenpredigten von Stanislawski auch nicht in Fahrt. Hier hat die Mannschaft mit dem größeren Herz gewonnen und ich zahl für die Phrase 5 Euro in dieselbe Poserkasse, in die Torsten Fink nach seinem Bruststopper in der ersten Halbzeit mindestens 500 Euro eingezahlt hat. Hamburg hat den Abstiegskampf jetzt schon gewonnen.

Stuttgart - Augsburg 2:1 (1:0)
Ach, was soll man zu Augsburg noch sagen. Wenn man die gelegentlichen Überlegenheiten – und sei es nur, weil die Stutten die erste Halbzeit verschlafen haben – nicht zu nutzen weiß, dann steigt man halt unverrichteter Dinge wieder ab. Eher stellt das ZDF Carsten Spengemann für Wetten Dass…? ein, bevor sich bei Augsburg jemand Goalgetter nennen darf. Harnik dagegen darf das ganz ohne Wetteinsatz.

Gladbach - Bremen 5:0 (3:0)
Man hätte es sich aber auch schon nach dem Holland-Spiel denken können, dass Oranje in der Woche keine gute Trikotidee ist. Meine Fresse, das war ja der reinste Wutanfall von Reus. Jetzt würd ich an Uli Hoeneß’ Stelle aber schnell das Scheckbuch zücken bevor aus Reus ein unbezahlbarer Reussi wird. Gerüchteweise lautete die ursprüngliche Pressemitteilung von Werder nach dem Spiel: “Nach Dikat verreust”.

Schalke - Nürnberg 4:0 (2:0)
Es müsste sich schon viel tun nach der Winterpause, wenn der rote Laternenumzug am Ende der Saison nicht Lautern, Nürnberg und Augsburg heisst. Schalke macht das gut, selbst ohne die wichtigen Höwedes und Farfan. Sympathischstes und bestes Schalke seit Jahren und mit viel Luft nach oben, bevorzugt nächstes Wochenende gegen den BVB.

Wolfsburg - Hannover 4:1 (2:1)
Nachdem Magath mit Kyrgiakos und Helmes wieder angefangen hat, willkürlich Spieler zu suspendieren (selbst wenn er sie selbst gekauft hat), greift endlich das System Angst und Schrecken wieder in Wolfsburg. Gegen die Fußballprogrammierer von Hannover funktioniert auch nur dieser Überfallfußball. Trotzdem lege ich mich fest: das war nicht der Aufschwung für Wolfsburg und auch kein Abschwung für Hannover. Ach ja, und ich glaube Madlung hat Ron Robert Zieler den Mittelnamen weggeschossen, so wie der draufgehalten hat.

Freiburg - Hertha 2:2 (0:2)
Den reinsten Nervenfick habe ich das Spiel bei Twitter genannt und ich bin noch nicht einmal Hertha-Fan. Als solcher musst du wahrscheinlich im Quadrat gekotzt haben, als dieser Kuriositätensturm namens zweite Halbzeit über das Spiel hereingebrochen ist. Ich zitiere meine liebe Kollegin @katjaberlin: “vergiss beziehungen, werde herthafan. hier enttäuschen dich elf männer gleichzeitig!” Am Ende sogar noch ein glückliches Unentschieden, aber einen Sieg gönne ich dem Sorg auch erst, wenn er seinen obszönen Mattenschniepel da hinten abschneidet. Übrigens: Wenn Tore in Zukunft auch weiterhin erst fünf Minuten später zurückgenommen werden, freu ich mich in Zukunft nur noch beim Endergebnis.

K’lautern - Leverkusen 0:2 (0:0)
Verdienter Sieg für ‘Kusen, aber nur weil Lautern einfach nicht das Personal hat, um ein Ensemble wie das Chemische an einem guten Tag zu schlagen. Immer noch macht Dutt nichts aus dem unglaublichen Kader, das nimmt neuerdings Michael Ballack in die Hand, der immerhin seinen ehemaligen Vorgesetzten Simon Rolfes auf die Bank verdrängt hat. Ich find’s trotzdem schade, weil man selbst in solchen Niederlagen sieht, dass der Kurz langfristig einen guten Job auf dem Betze macht.

Köln - Mainz (abgesagt)
Bedauernswert, was da passiert ist. Bis man mehr weiß, sag ich nichts dazu und vielleicht auch dann nicht. Ich frage mich allerdings immer, ob es für einen Suizidalen tatsächlich immer ein Glücksfall ist, wenn man ihn vor dem Exitus noch auf frischer Tat ertappt. Weil die Presse spricht ja immer schnell von einem glücklichen Umstand und besten Genesungswünschen.

BRENNERPASS-TIPPSPIEL:
Tipper des Tages war Jojo, dicht gefolgt von Benchman, der damit dem Kollegen stt weiterhin an der Spitze dicht auf den Fersen bleibt. Auch Anke Groener, Mek und ich hatten einen guten Tipptag und von unten schleicht sich der Kollege nedfuller an.

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

Der Brennerkurzpass auf Twitter

Der Kinski

Im Schawarma-Laden. Eine vierköpfige Familie sitzt um einen Tisch herum. Sie sind mit Essen fertig, der Teenagersohn hat sich noch ein zweites Weizenbier bestellt und trinkt sehr erwachsen daraus. Die Mutter ist fein zurecht gemacht, der Vater sieht so aus, als käme er gerade aus der Arbeit. Das Kleinkind spielt mit der Tischdecke.

TEENAGERSOHN (struppig):
Ick mach jetz ma die Schule fertig und dann mack ick Kunst.

MUTTER (besorgt)
Was willst du denn dann studieren? Willst du wirklich Kunst studieren?

TEENAGERSOHN
Was wees ick. Für Kunst brauchste ja nich Kunst zu studieren. Da kommtet nur auf die Konäkschns an, weißte. Das geht nur über Konäkschns und da bin ick jut. Da hilft dir so n’ Studium im Prinzip gar nix.

VATER (stolz)
Na klar, der Kinski war ooch keen Schauspieler.

Kurzkritik zu The Adventures of Tintin

(ist diesmal mein Kommentar beim Kollegen Quint)

Ich hab den Film jetzt doch noch gesehen, zähneknirschend in 3D, aber es gab sonst nix Gescheites an dem Abend und in der spärlichen abendlichen Freizeit eines Paares mit Kind nimmt man dann, was man kriegt. Und ich fand ihn gar nicht so schlecht. Tintin hat ein bisschen der Indy-Soul gefehlt, aber dafür waren der Kapitän und sein Schnaps das charismatische Odd Couple (statt Tim & Struppi). Man sagt ja, dass dem Film die feine Ironie des Comics fehlt und das kann ich mir gut vorstellen, andererseits habe ich mich trotzdem besonders bei der Verfolgungsjagd durch die Stadt sehr gut unterhalten gefühlt. Am Ende war ich weder blind, noch hatte ich Kopfweh, was für eine gute Verwendung der 3D-Technologie spricht.

“Ich habe jedenfalls noch nie aus Sehnsucht nach der Realität ein Lichtspielhaus aufgesucht.”
(M. Quint)

Niederbayer/Oberfranke Folge 1

Folge 1: Die rektale Steuerverschwörung

Synopsis: Der Norbert und ich, wir reden einen Haufen Blödsinn und kommen am Ende eher zufällig auf eine erstaunliche Wahrheit. Die Steuersenkung an sich ist nämlich eine Hochverschwörung der warmen öffentlichen Hand. Und zwar europaweit. Gut, dass wir auch das nicht nüchtern ertragen müssen.

“..und jetzt könnt ihr weinen, Restdeutschland.”

Feierabend

Neulich auf einer Beerdigung gewesen.

Als sich das letzte Licht des Tages gegen vier Uhr nachmittags langsam in ein samtiges Rot auflöst und die letzte Milde dieses Jahres ganz ruhig und gelassen aus der Luft entweicht, der Sarg von den vier schwarz Gekleideten mit Schirmmützen bedächtig hinuntergelassen wird, und die Bläser was in Dur spielen, dann erscheint einem das Leben gar nicht so übel, selbst wenn es vorbei ist.

Mandels Büro

Mandels Büro Cover Es ist soweit, die Kollegen Mandel und Singer sind im Dienst. Das erste hauseigene St. Burnster-Buch ist ein sogenannter Kriminalroman geworden, obwohl es eigentlich die lakonische Geschichte einer Freundschaft ist, die langsam zum Teufel geht. Mandel und Singer sind taufrische Privatdetektive mit eigenem Erbbüro, die im alten Leben Musikjournalisten waren. Jetzt schlagen sie sich immer noch mit Tod, Verderben und Hinterfotzigkeit der Show- und Musikbranche herum, aber als von der Industrie- und Handelskammer geprüfte Ermittler.

Das Buch ist so ein bisschen die Essenz von allem, was sich hier auf dem Blog in den letzten Jahren abgespielt hat. Die ganze Todesverachtung, die Klugscheisserei, das süddeutsche Gehabe und die Musik, all das kommt jetzt zusammen und ergibt sogar noch halbwegs eine Handlung (und wer genau hinschaut, sogar eine Haltung).

Mandels Büro beim heyne.de (zum hineinlesen)
Mandels Büro beim amazon.de, bitte bestellen Sie jetzt!

Der Trailer:

Ein paar Pressestimmen:

“Berni Mayer eröffnet mit Mandels Büro eine Krimireihe, die oft an einen Geschichte von Kir Royal-Regisseur Helmuth Dietl erinnert und mit ganz viel Musikinsiderwissen punktet. [..] Das Buch hat Schmäh und Schnelligkeit, Ideen und Individuen, die unverwechselbar gezeichnet sind.”
- Jan Drees, 1Live, Januar 2012

“In seinem herrlich bösen Roman [..] hat Berni Mayer diese unsteten und vom Opportunismus getriebenen Figuren der Stadt porträtiert.”
- Reiner Meyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Juli 2012

“Berni Mayer schafft es mit ´Mandels Büro´, einer fast vergessenen Zunft zu einer furiosen Wiedergeburt zu verhelfen. Die Charaktere sind herrlich, die Geschichte ist wunderbar erzählt und dabei auch noch überaus spannend und teilweise saukomisch. Ich möchte jetzt sofort Detektiv werden.”
- Markus Kavka, Dezember 2011

„Mandels Büro fand ich sehr unterhaltsam! Hoffentlich verfilmt das jemand!“
- Bela B., Januar 2012

“Mandels Büro funktioniert nämlich nicht nur als Krimi, sondern auch als pointierte Abrechnung mit der Medien- und Musikbranche. Da Mayer aus dieser Welt kommt, treffen seine Anspielungen ins Schwarze.”
- Jan Schwarzkamp, Visions Magazin, Januar 2012

“Der Autor dieses sympathischen Irrsinns [..] kennt sich nicht nur in der Popgeschichte aus, sondern auch mit alten Jungsfreundschaften. Und obwohl er nicht mit absurden Zufällen spart, ist die Geschichte nie komplett überdreht. Sein bester Kniff: die drollig dilettantischen Ermittler, die den Wahnsinn brav nach den Regeln des IHK-Umschulungskurses für Detektive bekämpfen.”
- NEON, Januar 2012

“Als Debütroman sind die 336 Seiten in Taschenbuchform also durchaus ein kurzweiliger und flott zu lesender Volltreffer [..]”
- musikansich.de, Januar 2012

“Glaubwürdig, superlustig und spannend bis zur letzten Seite, eine echte Pflichtlektüre, nicht nur für angehende Journalisten und Detektivpraktikanten.”
- Anne Müller, Sonic Seducer, Januar 2012

“Herrlich ergötzlich geschrieben, mit sehr viel ironischem Augenzwinkern. Wer immer schon alle möglichen Vorurteile über dieses Rock’n’Roll-Business hatte, der wird herrlichst bestätigt durch diesen Roman.”
- Leo Schuwerak, HR2, Februar 2012

“Die in einem irgendwie münchnerisch wirkenden Kaff spielende Geschichte um den Mord an einem Bandleader erinnert zudem von fern an die Episoden in “Kir Royal”. Der Ich-Erzähler wirkt zunächst wie ein Trottel vom Dienst, bis man den Eindruck gewinnt, dass er von allen am meisten draufhat. Und das Beste: Berni Mayer trifft den richtigen Ton und schreibt mit viel Augenzwinkern. Lesenswerte Stereotypien aus dem “Milljöh”.”
- Culturmag.de, März 2012

“Das Buch ist augenscheinlich gut recherchiert und der Autor brilliert mit authentischen Dialogen. [..] Berni Mayer ist ein höchst unterhaltsamer Krimi abseits des Mainstreams gelungen, und seine beiden unkonventionellen Helden haben durchaus das Potenzial für weitere Romane.”
- Andreas Kurth (krimi-couch.de), März 2012

“Die neue Rolle des Krimiautors steht ihm überraschend gut. Vor allem die beiden Hauptfiguren sind recht charismatisch und deren Dialoge stellenweise sehr amüsant.”
- Christoph Parkinson, OX-Magazin, März 2012

“[..] Mayer bietet mit seinem Debüt gute Unterhaltung, die – dank seiner eigenen Branchenerfahrung – durchaus glaubwürdig mit dem Musikbusiness als Hintergrund für seine Film Noire – Handlung spielt.”
- Christian Ihle, taz.de, Mai 2012

“Mit reichlich Drive und absurden Wendungen erzählt Mayer eine satirische Krimistory aus der Welt des Rock’n’roll. Die überkandidelte Großstadt-Hipness kann bisweilen aber auch nerven.”
- Fred Filkorn, Mittelbayerische Zeitung, März 2012

“Das Debüt von Berni Mayer, einst bei MTV und Viva, ist ein Lesegenuss und bei aller Spannung stellenweise richtig lustig. Bleibt zu hoffen, dass diese beiden Rock’n’Roll Detektive bald ihren zweiten Fall bekommen.”
- Münchner Merkur, März 2012

Kurzinterview:
Kulturnews.de

Und Tourdaten:

17.01.2012 Mandels Büro, Eröffnungslesung, Buchbox Berlin
20.01.2012 Lesung bei 1Live Klubbing, Köln
16.03.2012 Leipzig, mit Oliver Uschmann, Ilsse Erika
17.03.2012 Merseburger Lachnacht, Special Guest
28.03.2012 Regensburg, Alte Filmbühne
29.03.2012 München, Laab, Musik: Mexican Elvis
03.04.2012 Hamburg, Molotow, Gast: Max Leßmann (Vierkanttretlager)
14.04.2012 Mainz, Bukafski, Musik: Thomas Müller (Million Dollar Handshake)
24.05.2012 Berlin, Melody Nelson mit Katja Berlin
12.08.2012 Berlin, Heimathafen

Brennerpass: Bundesliga 2011/2012 (12)

Spieltag 12: Der Zirkus ist in der Stadt

Augsburg - FC Bayern 1:2 (0:2)
Ich hatte ja neulich zusammen mit den Lesern an dieser Stelle orakelt, wie sich die Aufstellung ändert, wenn das Chefchen schlüsselbeintechnisch verhindert ist. Auf Alaba auf der Sechs ist aber keiner von uns gekommen. Und nach dem Spiel gegen Augsburg wissen wir auch warum. In der ersten Hälfte konnte Bayern den fehlenden Taktstock im Zentrum noch durch geschickte Positionswechsel wett machen, aber nach dem Gegentor ging jegliche Ordnung den Weg aller Fußgängerzonen-Indios (Das gesuchte Wort ist “flöten”). Am Ende auch dank der Roten für Tymoshchuk nur noch der reinste Affenzirkus und schlechtestes Bayernspiel der Saison. Zusammen mit der bräsigen zweiten Halbzeit gegen Neapel hoffentlich kein Vorbote des kommenden Dortmund-Spiels. Kompliment an die auch noch stark dezimierten Augsburger und ihren Saboteur, Manuel Neuer.

Leverkusen - HSV 2:2 (2:1)
Esoterik-Coach Thorsten Fink kann erneut auf die Bayerngen-gestählte Moral seiner Truppe zählen, nur die drei Punkte, die kann er nicht herbeimotivieren. Leverkusen macht das, was es am besten kann, nämlich seine nominelle Überlegenheit zunichte. Jansen, ein Abwehrspieler, lässt die gegnerische Abwehr tanzen, und sich auch durch das nichtgegebene Tor nicht beirren. Letzteres war angeblich ein Aufstützen von Guerrero, bei dem der Schiedsrichter durch einen gezielten Spock-Nervengriff jeglichen Protest sofort unterband. Bonmot von meinem Lieblings-Ko-Kommentator Effenberg: “Bei Leverkusen gab es heute zuviel Licht und zuviel Schatten”. Und wen hat Ballack mit der Maske noch an den Wrestler Mankind (aka Mick Foley) erinnert?

Bremen - 1. FC Köln 3:2 (0:2)
Das Spiel fing mit der Verabschiedung von Torsten “Stinkstiefel” Frings an, der sich gleich als zukünftiger Jugendtrainer empfohlen hat und somit haben wir uns wieder alle zu früh gefreut. Muss ja schön sein in Toronto. Im Spiel öffnete sich nach wenigen Minuten die Kölner Wundertüte und erst Pizarro hat sie wieder zumachen können. Das schönste Tor war allerdings der Fallrückzieher von Hunt, der wegen einer falschen Abseitsentscheidung nicht gegeben wurde. Ich behaupte aber mal, das Spiel wäre gänzlich anders ausgegangen, wenn es die völlig absurde Elfmeterentscheidung (feat. die noch viel absurdere rote Karte) gegen Köln nicht gegeben hätte. Im Gegenteil, es hätte sogar noch ein Elfmeter für Köln sein müssen, als Naldo ein ziemlich offensichtliches Handspiel beging. Letztlich darf sich jetzt auch Bremen “Bayernjäger” schimpfen, dabei gebührt dieser Titel an der Weser einzig allein Claudio Pizarro.

Dortmund - Wolfsburg 5:1 (2:0)
Ich zitiere einen Journalisten: “Der Zirkus ist wieder in der Stadt.” Ach, du gelbe Neune. Jetzt sind die Dortmunder voll auf Betriebstemperatur, ausgerechnet vor dem Spiel gegen Bayern. Wenigstens hat Kyriakos noch schnell den Subotic per technischem K.O. frühzeitig in die Winterpause geschickt. Im Ernst, es hat mich am meisten beeindruckt, wie der Klopp gegen Piräus die Spieler auf effektiv getrimmt hat, nur um in der Liga wieder den Zauberkasten auszupacken. Kagawa, Götze und Lewandowski werden der Bayern-Defensive ein paar gepfefferte Denkaufgaben stellen. Apropos Götze, der hat ja letzte Woche angedeutet, dass er sich auch vorstellen könnte, bei einem Club zu spielen, der nicht nur eine magere Mille pro Jahr zahlt. Jetzt hat Dortmund auch endlich einen guten Grund, sich in der Champions-League anzustrengen.

Hertha - Gladbach 1:2 (1:1)
Super Spiel und überhaupt nicht so systematisch, wie man das von den beiden Favre-Mannschaften erwarten konnte. Scherz beiseite, alle reden davon, wie Favre seiner Zeit Raffael und Ramos nach Berlin geholt hat – viel interessanter ist doch, dass er damals den Reus nicht in Berlin haben wollte. Der ging nach Gladbach und der Rest ist Geschichte und ein Doppelpack gegen Berlin. Und das ist vielleicht der einzige Vorwurf, den man der Hertha machen muss, dass sie den Reus nicht in Rudelhaft genommen haben.

Hoffenheim - Kaiserslautern 1:1 (1:0)
Wenn die Wut vom Tuchel eine feurige ist, dann ist die von Stanislawski eine zutiefst frostige. Sein sinistres Fazit “Alles falsch gemacht” beim Interview nach dem Spiel ließ einem fast das Blut in den Adern gefrieren. Klar hat Hoffenheim nicht herausragend gespielt, aber Lautern war am Samstag ein sehr starker Gegner. Es mag sein, dass das der schwächste Saisonstart von Hoffenheim in der 1. Liga ist, andererseits hat man sich vielleicht auch ein bisschen zuviel vorgenommen, jetzt, wo der Hoff den Geldspeicher nicht mehr jedes halbe Jahr aufsperrt. Das Tor von Kouemaha (besser zu merken unter “Cujamara”) war im wörtlichsten Sinn der Knaller.

Nürnberg - Freiburg 1:2 (1:1)
Der Glubb will scheinbar nicht mehr gewinnen. Der Pekhart hätte locker drei statt ein Tor schießen können. Das Spiel war schwerer zu ertragen als die Friedensbotschaften von Jana Pallaske, auch wenn die Freiburger spielerisch wieder ein bisschen besser in die Spur zu kommen scheinen.

Hannover - Schalke 2:2 (1:1)
Meine neue zweite Lieblingsmannschaft macht es mir nicht leicht. Erst das todtraurige Spiel gegen Larnaca, dann beinahe gegen die Pennäler-Truppe vom Slomka verloren. Hätte der Deppadopoulos nicht dieses beherzte Eigentor verbrochen, wären die ‘Noveraner nicht so gut ins Spiel zurückgekommen. Gottseidank gibt es den engelsgleichen Finnen Pukki, der in der zweiten Halbzeit spiegelverkehrt sein Tor aus der Ersten wiederholte. Raul war nur auf dem Spielerbogen anwesend.

Mainz - Stuttgart 3:1 (0:0)
Im Vorfeld haben die Medien den Tuchel jüngst als Misanthropen und Choleriker gebrandmarkt und selbst ich hab aus besser informierten Kreisen schon gehört, dass er ein kaum zu bändigender Fußballwahnsinniger ist. Gestern gab er sich aber nicht nur aufgrund der auf ihn gerichteten Kameras etwas ziviler, sondern auch, weil das übliche Bullseye seines Zorns, der Schiedsrichter, den Mainzern einen entscheidenden Elfmeter schenkte. Trotzdem kein völlig unverdienter Sieg, wenn auch die Stuttgarter deutlich mehr Spielkultur besitzen. Bei Mainz waltet trotz der zwei Ujah-Tore weiterhin eher die rohe Gewalt der Selbstfindung und Wutbürger Tuchel wird auch in den folgenden Spielen nicht zum Gaudifußball der letzten Saison zurückkehren können. Aber, ohne jetzt allzu altväterlich wirken zu wollen, der muss das Krisen- und Grantmanagement erst lernen, der junge, wilde Racker. Gelacht hab ich übrigens bei der Auswechslung des Mainzers Mali, der vier Minuten vorher erst ins Spiel gekommen war. Wahrscheinlich aus Versehen.

BRENNERPASS-TIPPSPIEL:
Endlich auch mal ein guter Tag für mich, auch wenn die konstante Tipp-Form von meinem persönlichen Konkurrenten (aus Liebe) Mequito mich schön brav auf Distanz hält. Vorne erfolgreich angegriffen haben mq und Manitsch, aber benchman hat mit einer mittelmäßigen Tippleistung den zweiten Platz verteidigt, während stt mit dem besten Tippverhältnis des Spieltags seinen Expertenthron quasi schon im Wohnzimmer stehen hat. Bei julio_cesar und dem geschätzten Fuxbeck werde ich das Gefühl nicht los, dass sie schon aufgegeben haben.

Die Tipptabelle für den aktuellen Spieltag
Die Tipptabelle in der Gesamtübersicht

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