Booklet
Heute hab ich mich gefragt, warum man nicht mehr die Texte mitliest bei seinen Lieblingsplatten. Früher saß ich bei jedem neuen Album über dem sogenannten Inner Sleeve und habe jede Textzeile genauestens mitverfolgt und unbekannte Vokabeln nachgeschlagen und meinem aktiven englischen Wortschatz hinzugefügt. Besonders im Heavy Metal konnte man viele Fachbegriffe aus der Mythologie und Kriegshistorie dazu lernen.
Klar, heutzutage Flut von Platten und überbordender Zugriff auf zu viel Musik von zu vielen Künstlern, aber das ist es nicht. Nein, als ich neulich bei einer Iron-Maiden-CD versucht habe, die Texte mitzulesen wusste ich plötzlich wieder, warum ich das nicht mehr mache. Die Texte sind zu klein abgedruckt in den CD-Booklets. Kein Mensch kann das lesen. Selbst mit meiner Tausend-Augen-Brille wurde mir nach einer Minute schwindlig. Jetzt habe ich angefangen, die Texte im Netz nachzuschlagen. Das kann’s ja auch nicht sein.
Na ja, wollte ich mal gesagt haben, dass die Texte in den Booklets zu klein sind. Na und? Man kann auch mal über etwas Belangloses bloggen. Es ist ja grade keine Bundesliga.
5. September, 2010 um 14:12
Ich lache laut. Der Allergeilste, Burnstl ist halt einfach der Allergeilste.
6. September, 2010 um 07:50
Du schreibst es selber. Früher ging’s noch problemlos. Es handelt sich um einen biologischen Schutzreflex beim Mann, der verhindern soll, das bei vorhandenem Haupthaar graue Einzelhaare entdeckt werden.
6. September, 2010 um 11:53
Herrliches Thema. Erinnerungen an die Teen- und Twenjahre. Schön schaurig!
Aber ehrlich: Ich habe die Zeit nicht mehr, mich mit Songtexten herumzuschlagen. Weil ich mich stattdessen lieber wichtigeren Dingen widme: Extremcouching z.B. Da kann man nebenher keine Songtexte lesen. Da ginge ja die ganze, in den Enddreissigern so dringend benötigte, Erholung flöten!
6. September, 2010 um 11:54
“If there was a problem yo I’ll solve it
Check out the hook while my DJ revolves it “
6. September, 2010 um 20:17
Überhaupt besitzt die LP nachhaltige Vorteile. Ich erinnere mich an ein Coverfoto von Gore (Wrede/The Cruel Peace), ein stiller, schöner Wald, in der Mitte ein Weg. Beim Meditieren über dem Cover – man hat früher nicht nur die Inner Sleeves gelesen, sondern auch stundenlang auf die Cover geglotzt – fiel mir auf, dass … kaum zu erkennen … ein Messer auf dem Waldweg lag … Und jetzt versuch mal, das auf > diesem Bild zu erkennen.
8. September, 2010 um 14:22
mc: tag
stt: das hat bei mir leider nicht funktioniert im haupthaarbereich.
fly: gut, gegen extremcouching anzuargumentieren wäre aussichtslos.
dr. g: ach, das singt der da. ich hab immer verstanden: check out the book. im sinne von booklet. ohne scheiß.
mq: man sieht echt fast überhaupt nichts!
10. September, 2010 um 10:38
Die Texte werden nicht kleiner, wir werden älter. Oder die Plattenfirmen geiziger. Man könnte Booklets ja auch ein bisschen umfangreicher machen. Und wenn man auf den Hüllen der LPs nur vermeintlich mehr Platz hatte haben die Hansels von PinkFloyd zum Beispiel auf der TheWall die Texte sozusagen handschriftlich (!) dargestellt. Ich in fast irre geworden bei dem Versuch mit radebrechendem englisch das zu entziffern. Ansonsten, sind CDs immer noch besser als eine Festplatte voller Stücke in denen man nicht mehr wühlen kann. Oder bin ich nun zu romantisch? Oder zu alt?
10. September, 2010 um 12:04
Wenn eine Musik nichts mehr kostet in den Augen der “jungen Leute”, dann hat auch das Beiwerk keine Wertigkeit mehr.