Lauras Versuchung
Mein ehemaliger Fahrlehrer hat ein Buch geschrieben. Ein Umensch, der mich aus der Fahrschule geworfen hat, jemand, mit dem ich mich bis auf’s Messer gestritten habe. Und immer jemand, dem man nur die exotischsten Sexarten zugetraut hatte. Und jemand, der auch gerne mal zu den Fahrschülerinnen etwas netter war als zu Leuten wie mir. Dieser Mann hat ein Buch geschrieben. Und anfangs war ich noch so “hey, gibt’s doch nicht”, aber nachdem ich den Amazon-Link gefunden hatte, dann große Beruhigung. Und vielleicht kauf ich mir das Buch. Bei dem Preis. Günstiger ist im Verhältnis nur die Steuersünder-CD.
UPDATE: Mit großem Schrecken (jetzt doch) sehe ich, dass dieser Mann auch noch Reiseanekdoten als Superstecher in die Welt geschissen hat und ein weiteres erotisches Hauptwerk unter Pseudonym. Sicher alles eigenfinanziert, der Schund.
3. Februar, 2010 um 15:06
“Noch 1 Stück auf Lager.” Jetzt aber flott!
3. Februar, 2010 um 15:40
…allein das äußerst originelle Cover verpflichtet zum Kauf :)
3. Februar, 2010 um 17:41
ach du grüne Neune. Ist es zu fassen? Aber, he, warum nicht. Es stehen ja nur das eigenen Anspruchsdenken und der Stolz im Weg.
3. Februar, 2010 um 17:48
rechts ran!
3. Februar, 2010 um 17:51
ausserdem: “Im Stehen nicht lenken.”
3. Februar, 2010 um 19:16
“niederbayerischer Topspion”, “Bräute sind nun einmal meine große Leidenschaft”, “nicht, dass ich mich für meinen Beruf schämen müsste”, “Ein ganzes Meer von Tränen“, “Eine Mark das Pils”, “Dann gab es doch noch ein paar hübsche russische Schenkel zu sehen.”,”Auf dem Grün war ich schon. Jetzt musste ich nur noch einlochen …”, ”
La classe!
3. Februar, 2010 um 19:39
unfassbar, oder? Man möchte es fast kaufen, selbst für 19,90.
4. Februar, 2010 um 11:00
Gratuliere, Dein Fahrlehrer ist Romanautor geworden, der meine hat sich, nachdem er mir Auto- und Motorradfahren beigebracht hatte, derhutzt.
4. Februar, 2010 um 12:48
Manchmal ist es gut, seinen eigenen Ghost-Leser zu haben.
4. Februar, 2010 um 17:55
d.h. jetzt also du hast keinen Führerschein, interessant.
5. Februar, 2010 um 09:15
die armen buchstaben.
5. Februar, 2010 um 09:59
Das ist schon komisch mit den Fahrlehrern. Zu meiner Zeit gab es sowieso nur männliche Fahrlehrer. Meiner hieß Peter S. und irgendwie hatte der vor mir offentsichtlich nur Fahrschülerinnen. Damals konnte man in Regensburg noch mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Ständig musste ich dann während meiner Stadtfahrt anhalten, weil da grad die Uschi an der Ampel stand. Die hat letztes Jahr bei ihm den Schein gemacht. Dann stieg er aus. Es gab Küsschen links, rechts, kleines Gespräch und zum Abschied wieder die links-rechts-Kombination. Und es gab zahlreiche Uschis, die ich in den Tagen meines Fahrschulaufenthaltes so mitbekommen habe.
5. Februar, 2010 um 16:01
Sers, ruhen lassen.
5. Februar, 2010 um 16:33
stt: wo hatte denn peter s. seine fahrschule? ich hab in rgbg nämlich mal nachschulung gemacht.
7. Februar, 2010 um 19:10
Die Fahrschule war damals am Fischmarkt direkt neben dem Griechen.
9. Februar, 2010 um 20:32
ich glaub, die wars.
9. Februar, 2010 um 21:37
tolle rezension auch von Anna Christina Doll (Literaturwissenschaftlerin) .
10. Februar, 2010 um 01:33
Ein lupenreiner Fall von Selbstverlegertum :-) Buch schreiben, Geld mitbringen und schwupps ist man bei Amazon zu finden, inkl. garantiert positiver Rezension einer Literaturwissenschaftlerin. Und wenn erstmal alle Verwandten / Bekannten / Freunde mit einem Probeexemplar versorgt sind, wirds auch schon dünn, was die Absatzzahlen angeht :-) Der Verlag ist über sowas allerdings sehr glücklich, denn der bekommt ja schliesslich sicheres Geld. Ich nenne sowas “Abzocke auf freiwilliger Basis”, im Gegensatz zur Steuererklärung, die macht man nicht freiwillig, zahlen darf man danach trotzdem :-)
10. Februar, 2010 um 12:16
Ja der Wahnsinn! Regensburg war halt damals schon ein Dorf…
11. Februar, 2010 um 10:12
@Es Nervt
Das „Ich schreibe gerade ein Buch!“ ist das neue „Ich mache gerade eine Therapie“ der 80iger. Seid Bushidos Biografie hat auch die Unterschicht das Aufschreiben entdeckt.
Ich stelle mich sehr gerne mit „Guten Tag, meine Name ist creezy und ich schreibe kein Buch!“
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Obwohl ich natürlich ein Buch schreibe.
11. Februar, 2010 um 13:08
Ich schreibe in ein Blog. Das ist mal verschärft, oder?