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Der Austritt

Mir ist es ja schon peinlich, wenn ich meine Blogeinträge vom letzten Monat lese und mit größer werdendem chronologischem Intervall wird’s nicht besser. Ganz unangenehm sind dann allerdings die alten Tagebucheinträge. Ich geb dir Recht, es ist ja schon beschämend genug, überhaupt Tagebuch geführt zu haben (sag ich manchmal auch übers Bloggen), aber dann noch den selbstmitleidigen Mist lesen zu müssen, das ist gelebte Überschreitung der egozentralen Schmerzgrenze.

Normalerweise les ich ja auch nicht hinein in meine alten Tagebücher, aber neulich hat mir das Finanzamt ganz viel Geld weggenommen. Beziehungsweise neulich hab ich gemerkt, dass mir das Finanzamt ganz viel Geld weggenommen hat. Und das ging so: Ich bin eigentlich schon zu Studentenzeiten aus der Kirche ausgetreten. Eigentlich wollte ich schon mit vierzehn austreten, aber da hab ich ja noch bei meinen Eltern gewohnt und da hätte mein Templer-Opa mitbekommen, dass ich nicht mehr in der Katholischen bin und meiner Mama sicher eine Szene gemacht, die ich ihr nicht hätte zumuten wollen. Hatte ja auch so schon genug Kummer mit mir. Also, der Opa ist nicht wirklich ein Templer, aber einerseits war ihm die Katholische immer so wichtig, er war ja auch so mit dem Pfarrer Schmeißer, andererseits hatte sein Auftreten immer so etwas mystisch-kreuzfahrermäßiges, wenns um Kirchenbelange ging. Vor allem an Weihnachten, aber lassen wir das.

Jetzt hab ich also geduldig gewartet mit dem Austritt bis ich nicht mehr aktiver Teil der Kirchengemeinde Grafentraubach-Laberweinting war. Danach bin ich als Student zwar in Regensburg angesiedelt gewesen, dort aber nicht mit dem Hauptwohnsitz angemeldet. Und man weiß ja wie das ist als Student. Hast du tausend Sachen zu tun: Bandprobe, Barkeepern, Saufen und Weiber knutschen, kannst du nicht einfach so auf’s Amt und den Hauptwohnsitz ummelden. Man bedenke auch die Öffnungszeiten von solchen Ämtern. Kannst ja höchstens morgens direktamente nach dem Fortgehen hinkriechen, aber im Suff vergisst man ja dann auch immer das Wichtigste, wie z.B. den Personalausweis oder die Bearbeitungsgebühr ist längst versoffen. Summa summarum hat’s offensichtlich noch ein paar Jahre gedauert, bis ich mich umgemeldet hatte und damit auch beim Standesamt Regensburg gegen die Unsumme von 25 Mark meinen Austritt aus der katholischen Kirche vollziehen konnte.

Irgendwann 2006/2007 bin ich so wüst durch die Gegend gezogen, also adressatisch, dass weder ich noch die diversen Meldeämter mehr wussten, was sie mit mir anfangen sollten, also rein meldetechnisch. Und so schnell kannst du gar nicht ummelden, so schnell hast du schon wieder ein RK in der Konfessionsspalte. Ich hab’s natürlich in der Hitze der Umzugsgefechte auch nicht gemerkt und so hat mein ehemaliger Arbeitgeber schön das Schutzgeld an den lieben Gott bezahlt, ohne dass es mir aufgefallen wäre. Aufgefallen ist es aber gottseidank meinem Steuerberater. Jetzt brauchst du nicht glauben, dass das Finanzamt oder das Bürgeramt dir glauben, wenn du sagst, du wärst längst nicht mehr in der Katholischen. Nein, da liegt die Beweislast bei dir und nur bei dir. Was machst du jetzt? Du telefonierst dich in Regensburg durch die Ämter bis du beim Standesamt herauskommst, wo man dir sagt: Beglaubigte Austrittserklärung, überhaupt kein Problem, allerdings bitteschön sechs Euro und das Jahr des Austritts.

Ja, puh, das Jahr des Austritts, schon klar. Jetzt weißt du von deiner Studentenzeit schon mal gar nicht mehr genau, von wann bis wann sie stattgefunden hat, geschweige denn, wann der Kirchenaustritt war. Und jetzt musst du Anhaltspunkte sammeln. Du bist in dem Jahr des Austritts mit dem Paul in Stadtamhof im Biergarten gesessen. Also schon mal Sommer. Dann der Paul. Mit dem Paul hattest du eigentlich nur am Anfang deiner Beziehung zur C. was zu tun, weil eigentlich komischer Typ. Muss also am Anfang der Beziehung zur C. gewesen sein. Also 1997, weil so Beziehungsanfänge behält man im Kopf, weil man dann als Frau sagen kann: Jetzt sind wir schon drei Jahre zusammen und planen immer noch keine Zukunft miteinander.

Hmm, 1997. Moment, aber du erinnerst dich plötzlich, dass du dir beim ersten Date mit C. auf dem Weg ins Paletti die Finger wundgefroren hast. Und dass du eine Woche vorher was mit der Dings hattest und da warst du danach mit ihr frühstücken, wo sie gesagt hat, wenn du nicht anrufst, dann redet sie nie wieder ein Wort. Und bei dem Frühstück hats von draussen ganz eklig kalt hineingezogen. Und die Dings hast du nie angerufen, weil du ja dann mit der C. zusammen warst, und die war überhaupt damals die Allertollste. Aber wurscht, weil Hauptsache Winter war’s und der Kirchenaustritt war aber im Sommer wegen dem Biergarten und da warst du schon eine Weile mit der C. zusammen. Du weißt, dass du nach dem Austritt mit dem Paul im Spitalgarten warst und dich gefragt hast, ob dich jetzt gleich der Blitz triffft, wegen dem Austritt aus der Gemeinschaft mit dem lieben Gott. Ja, wir Katholischen wir sind so dauergestresst wegen unserm Chef. Weiß man ja nie, ob der gerade zuschaut und was er so ausheckt. Glaubenspanik lebenslang, da kannst du aus der Kirche austreten sooft du willst.

Im Endeffekt ließen meine Erinnerungen zwar nur den Schluss zu, dass der Austritt im Sommer 1998 erfolgt ist, aber dann war da noch das Wunschdenken. Weil das Wunschdenken hat mir nämlich gesagt, dass ich sicher viel früher als 98 aus der Kirche ausgetreten bin. Zumal ich ja schon seit 1993 in Regensburg gewohnt hab, da kann’s ja nicht sein, dass ich viereinhalb Jahre für das Ummelden und den Kirchenaustritt gebraucht hab. So ein fauler Hund wirst du ja nicht gewesen sein, denk ich. Also hat das Wunschdenken den eigentlich sorgfältig recherchierten Fakten völlig widersprochen und dann hat nur noch eins geholfen: Der Blick ins Tagebuch. Weil, wenn du schon so ein pathetischer Lalli warst, dann hast du sicher auch aufgeschrieben, wie sich das angefühlt hat, aus der Kirche auszutreten. Und dann sicher auch mit Datumsangabe. Wär typisch. Da steht ja auch mit Datum drin, wann du das erste mal die Dings, die so sportlich daherkam, verräumt hast, weil direkt der Abend nach dem Korfu-Urlaub. Gut, schau ich also hinein in die Sommer 1995 und 1998 und vergleiche die Einträge. Und dann kommt so ein Humbug zu Tage, aber in keinem Jahr was über den Kirchenaustritt. Am Ende lassen die Eintragungen wieder nur Mutmaßungen zu:

    Montag, 31. Juli, 1995
    Ich träumte vom Ende der Welt, an dem ich mit unerschütterlichem Lebenswillen teilhatte.

Könnte natürlich ein Hinweis auf den Kirchenaustritt gewesen sein. Weil wie gesagt: diese Glaubenspanik. Ende der Welt, wenn du aus der Kirche austrittst. In scharfer Konkurrenz dazu aber ein Eintrag aus dem Sommer 1998:

    Sonntag, 17. Mai, 1998
    Ich fühle mich gerüstet für antike Schlachten, während ich im Schlamm meines Hausgartens einsinke.

Wie ich mich kenne, ein Aufbruchsdogma mit Hinweis auf die kleinbürgerliche Existenz, die einen so einlullt, dass man nicht richtig großmännisch denken kann. Aufbruch gleich Religionsverlust, vollkommen denkbar aus meiner Sicht.

Aufgrund der Indizienlage hab ich aber dann beim Standesamt Regensburg angerufen und auf gut Glück behauptet, der Austritt hätte 1998 stattgefunden. Und was war los? 1998, Volltreffer, allerdings am 30. April 2008. Muss wohl ein früher Sommer gewesen sein, weil ich war ja mit dem Paul im Spitalgarten gesessen danach. Der Templer-Opa denkt sicher heute noch, dass ich in der Katholischen bin.

austritt

27 haben herzlich gelacht bei “Der Austritt”

  1. textorama sagt an:

    Wahahaha, nicht schlecht senior fuego, nicht schlecht. Ich kann mich an ein Telefonat mit einer Bibelschubse erinnern, das kam einige Tage nachmeinem offiziellen Austritt aus der Kirche, als ich just schon joggenderweise aus der Haustür raus wollte, aber trotzdem dran bin – könnt ja wichtig sein, könnt ja die Frau sein, war´s ja dann auch, nur die falsche. Ja, sie sei von der evangelischen (moi: gewesener evangelisch-lutherisch) Kirche und sie wollte mal fragen warum und überhaupt. Die Quasi Standart Anwort: Aaaalso, ich bin hier raus, weil es Gott nicht nicht gibt, aber ich ihm nur eine geringe Existenzwahrscheinlichkeit einräume. Es wäre ja nicht so, dass ich sagte es gäbe keine, verstehn Se?, aber ich kann auch nicht sagen, es gäbe einen, wenn Se verstehn was ich meine. Ich wäre also quasi Agnostiker, der, würde er sich äußern, irgendeine übergeordneten Entität nur als Möglichkeit betrachtet, und das auch nur mit höchst geringer Wahrscheinlichkeit, das sei aber nun wirklich meine ganz persönliche Überzeugung, und sie solle sich nicht in der Ausübung ihres Glaubens behindert fühlen, aber sie könnte sich das ja mal durch´s das obere Stübchen gehen lassen und ich müsse nun los und es war mir ein Vergnügen ihr meine Ansicht auseinandergesetzt zu haben, wenn ich auch nicht glaube, das die Saat auf fruchtbaren Boden fiel. Einen schönen Tag noch. Klick.

  2. St. Burnster sagt an:

    Also bist du auf Verdacht aus der Kirche ausgetreten?

  3. mq sagt an:

    Als ich aus dem ältesten Verein der Welt ausgetreten bin, schickte man mich auf dem Amt in einen Raum, in dem 12 – kein Witz, ich habe damals zweimal nachgezählt, und auf diese Geistesgegenwart bin ich heute noch stolz – Personen an einem großen Tapeziertisch versammelt waren und frühstückten. Vermutlich wäre das korrekte Codewort gewesen: “Gestatten, Judas, darf ich mich dazu setzen?”, aber ich sagte nur irgendwas sachlich blödes, weil mich alle feindselig angestarrt haben. Dann stand einer auf, schlurfte zu seinem Schreibtisch und wickelte mich ab. Ich habe zwar kein letztes Frühstücksmahl bekommen, aber anschließend ein gesegnetes Bier getrunken, wie es sich für einen anständigen Judas gehört.

    Aber was ich hauptsächlich sagen wollte: Großartige Geschichte, merci Burnster – lange nicht mehr so gegrinst!

  4. Rationalstürmer sagt an:

    Hahahahahahaha, Herr Q – meine Hochachtung für den Satz mit dem Judas und dem Dazusetzen!

    Bei mir sind die nämlichen Gedanken ja auch schon in einem sehr frühen Stadium aufgetreten. Ich hab nämlich zur Konfirmation einen sowas von beschissenen Samtcord-Anzug anziehen müssen, dass ich am liebsten gleich da schon Schluss gemacht hätte.

    Dann wär allerdings auch der 64er gestorben gewesen (MIT FloppyDisc, nicht Datasette), und so hab ich korrupter Pubertero halt nochamal ein Äugerl zugedrückt. Und das Thema erst so kurz vorm Zivildienst daheim wieder aufs Tapet gebracht. Was auch wieder nicht ganz einfach war. Einerseits hatte ich zu der Zeit auch noch eine C-Zusatzmitgliedschaft bei der Jungen Union abgeschlossen – und andererseits meinte mein Vater nach der Verkündigung dieses meinen Vorhabens “Dann schaut mi der Bachs Ernst nimmer an.” Tja, und der Bachs Ernst war nicht nur ein alter Schulfreund von meinem Vater, sondern obendrein im Kirchenvorstand und ergo sowas wie eine Autorität in der fränkischen Kleinstadt. Weil der Affront wär bei mir daheim mindestens so groß gewesen wie bei dir in Grafentraubach-Laberweinting.

    Ist ja auch alles wurscht, weil das Schlimmste kommt nämlich jetzt erst noch: Nicht nur, dass der Bachs Ernst inzwischen heimgegangen ist zu seinem Herrgott – ich bin mittlerweile auch schon langlang nimmer bei dem Verein dabei. Aber zurzeit mehren sich bei mir die Indizien, dass ich mich verliebt hab. Und etz halt dich fest: in eine Pfarrerstochter!

  5. vita sagt an:

    Haha
    Hier waren die sehr behilflich, im tiefsten Oberbayern. Beinahe beängstigend.

  6. MC Winkel sagt an:

    An meinen Austritt erinnere ich mich auch noch genau. Es war … warte.
    Scheiße… irgendwann 2000-2003. Allerdings Winter. Ich bin nämlich beim Verlassen des Amtes direkt in so einen Eisklumpen gerannt, mit meinen neuen Halbschuhen, Leder, auch die Sohle. Aber das nur am Rande.

  7. St. Burnster sagt an:

    MQ: Unfassbare Geschichte, die in Gehalt und Pointe meine um Längen schlägt. Aber immerhin war ich der Erste. (jaja und wir werden die letzten sein, ich weiß)

    RATIOFARMER: Kreuzbirnbaum und Hollerstaun! Ein einziger Kommentar von dir enthält schon wieder Gesprächsstoff für drei Scout Niblett-Konzerte. Junge Union, C64 (ohne Datasette), Pfarrerstochter. Gibt’s doch nicht. Kannst dich gleich wieder in Flieger nach Berlin reinsetzen.

    VITA: Das möcht ich aber auch meinen. Der Aphorismus “Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott” ist ja wohl nicht zum Spaß erfunden worden.

    MC: Die liebe Gott vergisst keins seiner Schäfchen. Auch nicht die mit den Lederschuhen.

  8. Juri sagt an:

    Als kleiner Junge hab ich zur Weihnachtszeit immer die “Weißblauen Geschichten” im ZDF geschaut – irgendwie erinnern mich eure Berichte daran.
    Hach, ein schöner Gedanke… weißblaue Austrittsgeschichten mit bayerischem Flair.

  9. St. Burnster sagt an:

    Ich glaub, dir ist die Mittelmeerluft ein bisschen zu Kopf gestiegen;)
    Und ausserdem wirst du verdächtig sentimental, was mich nicht wundert, wenn man an Weihnachten wohin auswandert, wo kein Weihnachten ist.

  10. Juri sagt an:

    Pah, ab 12. ist doch Hanukkah…

    Dickes Chapeau für “RATIOFARMER”

  11. dr.gailleton sagt an:

    juri, ein servus nach tel aviv!

    das nachverfolgen anhand von weibergschichten kenn ich zugut, ich hab dass aber eher dazugebraucht um mir obskure scheine anrechnen zulassen.

    in der kirche bin ich allerdings, und ich bete dann das nächste mal einen rosenkranz für die verlorenen schäfchen mit, kann ja nicht schaden.

    hier in der schweiz gibts übrigends keine kirchensteuer, sehr, ähm, praktisch ;)

  12. textorama sagt an:

    @ Burnstl
    so könnte man, sagen. Immer noch besser, als auf Verdacht mitmachen.

  13. textorama sagt an:

    @ratio
    AHhhhhhhhhhhhhhhh, Herr Ratio, Samt Cord? Ich auch. Und dazu noch in dunkel braun. Heute wäre das der Hype, aber damals war es bodenlos peinlich.

  14. textorama sagt an:

    @Ratio
    Das mit der Pfarrerstochter: teuflisch ;-)

  15. St. Burnster sagt an:

    DR. G: Zu irgendwas muss es ja gut gewesen sein.

  16. stt sagt an:

    Also der 30. April 1998 war ein Donnerstag. Und im April schon im Spitalgarten zu sitzen, das heißt schon was!
    Wobei der Spitalgarten wirklich einer der schönsten, wenn nicht sogar der schönste Biergarten in Regensburg ist.

  17. mac sagt an:

    Ihr ungläubigen Ketzer! Ich glaubt ja nur an den schnöden Mammon! Und dann kommen dabei nur so Sachen wie Finanzkrise und 3.0-Liter-Turbo-Tieger-Kapitalismus bei raus… Jetzt haben wir den Kapitalsalat. Ich denke wir werden uns alle 2012 (mystisch-mayanischer Termin und so) wieder in die katholische Kirche reinbetteln.

  18. mac sagt an:

    …und dann lern ich vielleicht auch mal wie man “Tiger” schreibt…

  19. St. Burnster sagt an:

    STT: Winzerer Höhen toppt ihn noch. Im doppelten Sinne. Aber vermutlich ausserhalb und deshalb ausser Konkurrenz.

    MAC: Endlich schreit mal jemand Ketzerei. Dass der Kommentar so spät kommt, zeigt doch schon, wie’s um die räudigen Blogger heutzutage bestellt ist. Technotheismus sag ich nur.

  20. textorama sagt an:

    Gitt sei Dank bin ich Atheist. höhö

  21. St. Burnster sagt an:

    Und jetzt warten wir alle gespannt auf den ersten Blogeintrag über die Pfarrerstochter drüben beim Rationalstürmer.

    Und eins noch, Kollege. Pfaffentöchter, brandgefährlich, weißt eh, oder? Katy Perry, Gudrun Ensslin, nur so als Hinweis.

  22. Juri sagt an:

    Hans-Jörg Butt heute beim Elfmeter… da war doch der liebe Herr-Gott auf eurer Seite, das musst du doch zugeben… saucooler Typ.

  23. Rationalstürmer sagt an:

    @ Texto: DUNKELBLAU. Mit so einem nachgemachten Myrtenzweigerl, oder was immer das für ein Kraut hat darstellen sollen. Und du hast völlig recht: Es war bodenlos peinlich.

    @ Burnstl: Erst einmal Dankschön für die Warnhinweise mit der Perry und der Ensslin. Darauf bin ich tatsächlich noch nicht gekommen. Was aber jetzt weniger an der fortgeschrittenen Verblendung liegt als an dem Faktum, dass ich mir die ganze Sach eigentlich grad noch irgendwie nicht so recht eingestehen will. Folglich dauerts glaub ich noch ein Weilchen bis zur Blogeintragreife. Aber bei mir weiß man ja nie.

  24. St. Burnster sagt an:

    Juri: Nur gut, dass der liebe Gott offensichtlich noch nicht beim FC Bayern ausgetreten ist.

    Ratz: Aha, so funktioniert also der Stürmersche Stufenplan der Selbsterkenntnis: Erst mal in die Kommentare schreiben, dann vielleicht bloggen und am Ende zugeben, dass es wirklich so ist?

  25. textorama sagt an:

    @Ratio
    Genau. Erstmal gemach im Gemach. Kopflos war früher. Und Fehler sind erst dann welche wenn man sie ein zweites Mal macht. Spricht also nix gegen ein wenig Zurückhaltung.

    Das mit dem Myrtenzweigerl ist mir erspart geblieben. War ja evangelisch lutherisch – vielleicht hat mich das vor fragwürdigem Schmuckwerk bewahrt.

  26. creezy sagt an:

    Wunderschön, ich fand es beklemmend als ich anfing zu arbeiten, dass ich meinen Austritt gesondert erklären musste – ich bin nie getauft noch jemals kommuniert oder konfirmiert worden. Man hielt es aber für legitim mich der evangel. Kirche zuzuordnen, weil meine Mutter mal i.d. Kirche gewesen ist, wenn auch zum damaligen Zeitpunkt mindestens 15 Jahre nicht mehr Mitglied war.

    Als ich mich neulich dann selbstständig meldete, wollte das FA kurz danach schriftlich von mir wissen, ob und welcher Kirche ich zugehörig sei. Die Frage fand ich nach immerhin 26 Berufs- und Steuerzahljahren o. Kirchensteuerleistung meinereine reichlich vermessen und ohne Freiumschlag extrem überteuert.

  27. St. Burnster sagt an:

    Ja, ja, wer nicht betet, ist bei uns immer in der Bringschuld. Immerhin fühlt man sich in Berlin der Gottesdienerei nicht ganz so arg verpflichtet wie als bayerischer Sünder. Hier ist eben alles auf Sumpf gebaut und voller Evangeliker, da hält sich das theokratische Element in Grenzen. Lediglich die ewige Schuld bleibt euch erhalten, weil ihr das mit dem Ablasshandel einfach nie kapiert habts.

Dein Servus hier:

(Wenn du mir schon unbedingt einen Link hineinposten musst, unterstreich ihn doch bittschön, damit ihn ein jeder sieht. Dankschön.)