Konzerte

Und dann zwischendurch mal wieder auf Konzerten gewesen, was ja gar nicht besonders oft vorkommt. Zunächst einmal mit dem Kollegen Rationalstürmer bei Scout Niblett. Eigentlich wären wir ja zu Yo La Tengo, aber wir dann: sicher teuer und voll. Deshalb dank Rauschmelder für die so gut wie unbekannte Frau Niblett entschieden. Denkst auch nur du, dass die unbekannt ist in Berlin. Knallvoll der Laden und hat nur 5 Euro weniger als YLT lacostet. Zwischen Cat Powers und PJ Harvey Powerchords in zerbrechlich gespielt und für meinen Geschmack fast zu intensiv dazu gesungen. Gut fand ich, dass sie nach dem zweiten Song die Leute gefragt hat, ob es Fragen gibt. Und da hat der Arschwixer hinter mir doch tatsächlich in schlechtem Englisch (ganz, ganz bös feuchtes TH) gefragt, wie das war mit Steve Albini zu arbeiten. Hat er wohl auf seinem IFön noch schnell nachgeschlagen, die Wixgurke. Der hat eh die ganze Zeit sein Riesenwixmaul offen gehabt. Der Ratzinger wollt ihm glatt eine runterhauen. Deppen, dem. Schön fand ich wie Scout Niblett ganz schlecht Schlagzeug gespielt hat und dabei ohne weitere Instrumente und Harmonien etwas vom Teufel gesungen hat. Kriegt man mich ja immer mit Black Metal.

Woche später dann bei Tegan und auch bei Sara gewesen. Die sind schon gut, aber ich hab bisher zu wenig einberechnet, dass zwei lesbische junge Frauen auch eine Menge lesbische junge Frauen als Fans anziehen. Seit dem Konzert berechne ich das mit ein, aber hallo. Heerscharen von lesbischen jungen Emogören. Und alle geknutscht und unter einssiebzig. Meine Frau nicht besonders beliebt so als Hetero und fast einsachtzig. Ich mit den grauen Haaren schon auch ein bisschen verdächtig gewirkt, nehme ich an. Konzert war im Astra, wo der Sound (sagt man das heute noch so?) schon ziemlich gut ist. Auch das Konzert war die erwartete Mischung aus Tegans Geschnatter und den mittlerweile recht progressiv gewordenen Popsongs von den Zwillingen. Hat mir gut gefallen.

royalbangs

Dann aber der Höhepunkt gestern im West Germany. Royal Bangs. Da stammt auch die obige Fotografie her. Was für ein Jahr eigentlich für Royal Bangs-Fans: Zwei Platten und am Ende als Weihnachtsgeschenk noch das Livekonzert mit wenigen Leuten und fast keinen Idioten. Die Band ist eine einzige hundsgemeine Rhythmus-Maschine. Zwei Gitarristen spielen fast immer dasselbe aus denselben Fender-Verstärkern. Alles war brülllaut, obwohl nicht von der Anlage abgenommen und trotzdem alles glasklar. Und dann nur die Hits gespielt. Vierzig Minuten, mehr hält man doch eh nicht aus, bevor sich Anzeichen der Langeweile einstellen. Die beiden Gitarristen vorne beim Spielen alles gegeben bei der Körperertüchtigung. Und beide so ein bisschen Frank-Lachmann-mäßig ausgesehen. Also cool, falls du mitliest, Frank. Konzert des Jahres, aber vorher eh schon Band des Jahres gewesen.

10 haben herzlich gelacht bei “Konzerte”

  1. mac sagt an:

    fickenpillermannsauscheisse… schon wieder madame niblett verpasst.

  2. St. Burnster sagt an:

    unfair, oder? wo du sie offenbar auch wirklich bewusst sehen wolltest im gegensatz zu uns. bereut hab ichs allerdings nicht.

  3. creezy sagt an:

    Emogören? Gibt es da ‘ne Übersetzung für?

  4. burnster sagt an:

    Es ist kein Begriff aus dem Schwedischen, falls du das meinst. Aber ich versuch’s mal.

    Emogöre, die: Mädchen im Alter 14-17, gekleidet in Jeansrock, schwarze Strumpfhose, Chuck Taylor-Turnschuhen, behängt mit Tüchern. Ein Rucksack gespickt mit Buttons, schwarzgefärbte Haare, oft mit bunten Strähnen. Kajal im ansonsten eher blassen Gesicht. Gesichtsausdruck motzig bis deprimiert. Kettenrauchend, an einem Bier vier Stunden trinkend.

  5. wueste(r) sagt an:

    gut beschrieben.

    vielleicht noch für die älteren leser:

    ehemalig gern als “waver” oder “fraggels” (in der etwas bunteren variante) bezeichnet.

  6. St. Burnster sagt an:

    Super, Waver. So hieß das zu meiner Schulzeit. Das war natürlich noch ein bisschen ein anderes Niveau. Fraggels ist mir jetzt neu, aber ist schon auch ein sprechendes Bild.

  7. creezy sagt an:

    Ah! Ja, die habe ich vor dem Auge, kannte die auch als „Fraggels“ – Emogöre finde ich ehrlich gut!

  8. frank sagt an:

    pff, waver. jeder noch so loserige waver hatte mehr stil als irgendeine dieser emogören. ich laß’ mir doch von denen meine ehemalige sub-/jugendkultur (bzw die erinnerung daran) nicht miesmachen!

    (und danke für das kompliment im letzten absatz, btw – ich werd’s den jungs ausrichten, wenn ich sie mal treffe.)

  9. wueste(r) sagt an:

    @frank: du hast du ja recht, “wir” waren damals ganz anders…
    war mehr son versuch einer definition für menschen, die nur von aussen zugeguckt haben.

  10. St. Burnster sagt an:

    Frank: ich hab ja gesagt, die Waver hatten ein anderes Niveau. Ich hab den Vergleich zu den Emogören ja eher abgewiegelt. Don’t shoot the Kommentarinhaber.

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