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Heimatlieder (2): Wuide unterwegs

Angesichts der zügellosen Verhältnisse in Gesellschaft und Politik habe ich einen alten Hit meiner Gymnasialzeit wieder ausgegraben. “Wuide Unterwegs” von Herrn Dr. Georg Ringsgwandl mag textlich ein bisschen antiquiert wirken (von wegen Kohl und Schreckenberger), aber die Botschaft ist zeitlos: Die Leut sind wahnsinnig. Und zwar alle.

Damit meine norddeutschen Leser aber auch was von dem Beitrag haben, hier die Übesetzung des Mundarttextes in zeitgemäßes Schriftdeutsch.

Ich, mein Freund Max Huber und sein Hund Wolf fahren gerade in einem Öltankschiff am Persischen Golf. Da kommen die Revolutionswächter in einem Boot und glauben, sie müssten mit diesen verdammten Maschinengewehren auf uns schießen. Mensch Max, ich brauche ein Pfund Dynamit für den Schiit. Bevor wir in die Grube fahren, nehmen wir den mit. Ich kann den Kerl nicht leiden, der hat was Freches an sich. Heute sind lauter Wilde unterwegs. Föhn in München, Föhn am See, Föhn im Oberland. Der eine läuft blind über die Straße und die Autos fahren wie krank. Ein migränekranker Schüler fährt eine Oma mit dem Fahrrad an. Die Oma schreit: Sperrt den ein, der ist nicht ganz dicht. Die Marktfrau sagt: Da geb ich Ihnen Recht, der Junge hat zu heiß gebadet. So aufgeschwemmt wie der aussieht, dürfte der gut und gerne drei Zentner wiegen. Den hat seine Mutter doch seit der Geburt verzogen. Die hat den dicken Kloß fast drei Jahre ausgetragen. So dick wie der aussieht, isst der sicher nur Kekse. Heute sind lauter Wilde unterwegs. Der Kohl, der war in Afrika, tja, das war lustig. In der Hitze muss der Dicke hecheln und trotzdem immer schön lächeln. Zum Schreckenberger sagt er: Schrecki, klar, ich bin im Bilde, da kannst du sagen, was du willst, für mich sind das nur Wilde. Elite-Afroamerikaner in Reih und Glied, und er watschelt durch die Parade. Den Bauch voraus, den Po hinterher, wie eine Schleichtomate. Da sagt ein Afroamerikaner zum anderen: findest du nicht, dass der irgendwie schräg drauf ist? Genau, heute sind lauter Wilde unterwegs.

4 haben herzlich gelacht bei “Heimatlieder (2): Wuide unterwegs”

  1. MC Winkel sagt an:

    Schön, wie Du mit dieser kalten, dunklen Jahreszeit umzugehen verstehst, Bizzy!

  2. burnster sagt an:

    what else can you do, bro

  3. pils sagt an:

    Vorsichtige Nachfrage: Was machen denn die ganzen Amerikaner in Afrika?

  4. St. Burnster sagt an:

    Ja, die Nachfrage ist natürlich berechtigt. Ich hatte gedankenlos das N-Wort im amerikanischen Sprachgebrauch übersetzt. Jetzt lass ich’s aber auch drin, denn Afroafrikaner klingt auch blöd.

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