Fast vergessen: ich bin ja immer noch in Berlin
Ich hab mein eigenes Berlin-Jubiläum verschlafen. Am 1. September 2009 wäre es soweit gewesen: 6 Jahre St. Burnster in Berlin. Das ist für mich wesentlich bedeutsamer als das letztjährige, ebenfalls verschlafene 5-Jährige, denn 6 Jahre war bislang die meiste Zeit, die ich in einer Stadt am Stück verbrachte hatte (18 Jahre Grafentraubach zählt nicht, weil Zwangsaufwuchs und ausserdem keine Stadt): Nämlich in Regensburg, worauf ich nie so besonders so stolz war, nichts gegen die Stadt an sich. Obwohl, eigentlich doch. Jetzt aber hat Berlin den Rekord eingestellt und damit kann (und muss) ich ganz gut leben. Als Exilbayer schielt man ja immer mit dem einen oder anderen Sinnesorgan in die bayerische Heimat, aber wenn ich ehrlich bin: unglücklich bin ich in Berlin nur aus Gründen gewesen, die sozusagen universal sind. Oder auch global, wie man heutzutage sagt. Ich widme diesen Post Don Alphonso, dessen an sich reichlich vorhandene Fantasie genau da aufhört, wo jemand aus Niederbayern sagt, er lebt gerne in Berlin.
9. Oktober, 2009 um 19:16
Nach dem Wegzug aus deiner aktuellen Ecke versuche ich Genf mit den
“universellen Gründen” zu entschuldigen, aber Berlin mit einem Pied-à-terre
am Schliersee täd mir schon taugen!
In diesem Sinne herzlichen Glückwunsch!
10. Oktober, 2009 um 21:15
Danke, danke, Herr Doktor. Mir ist neulich aufgefallen, dass ich gerade mal einmal im Leben in der Schweiz war und das war nur eine radikale Durchfahrt nach Frankreich. Wenn ich also jetzt dann mal nachhole, wo soll ich anfangen? Genf, Basel oder Zürich?
11. Oktober, 2009 um 09:38
Lausanne! Lausan is zinftig. Und a boa Bayan kimma etzad a af Bealin affi.. Deppn in meine Augn, owa wos wuist mocha:
http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1504865/
Owa om Ent kemmas olle hoam. Und wann i in Frongfuad woa, foa i wieda hoam und moch a boa Buidl egstra fia di.
11. Oktober, 2009 um 11:10
das ist ein so ein angenehmes ich-bin-dann-halt-mal-was-länger-inberlin-post, ohne zu viel schmalz der stadt angetragen, noch nerviges berlin-bashing, dass ich dir jetzt glatt die einbürgerungsurkunde virtuell überreichen wollte.
passiert mir ja auch nicht so oft!
11. Oktober, 2009 um 17:42
don: tatsächlich schade, das mit der blumenbar. dass ich irgendwann mal heimkomm, ist ja nicht abwegig. aber selbst wenn ich wollte, müsste ich da schon ein paar tausender mehr auf der langen bank sitzen haben und aufträge, bei denen ich auch aus der ferne zuschauen kann.
creezy: oh, aus deiner tastatur eine wahre ehre, diese urkunde, stehst du doch mit leib und seele für das eigenwillige, aber dennoch liebenswerte berlin. zudem bin ich ja hier in den hafen der ehe mit einer berlinerin eingefahren. das ist doch eh die halbe stadtsbürgerschaft, oder?
11. Oktober, 2009 um 18:28
Herzlichen Glückwunsch, Berlin! Pass gut auf ihn auf.
12. Oktober, 2009 um 12:49
Lausanne ist ganz fein, insbesondere dann entlang den Uferstrassen Richtung Montreux.
Bern ist besser als Yoga, unheimlich relaxt. Zürich ist eine Puppenstube, mir gefällts. Basel wäre am besten in eine Elsass-Schwarzwald-Rundreise einzubinden.
Das Land ist ja klein, ich fahr fast jedes Wochenende einmal durch ;)
(Für die Routenvorschläge der Roadtrips hat Don Alphonso in seinen Blogs
ja schon detaillierte Vorschläge parat).
14. Oktober, 2009 um 07:48
mq: ich richts es/ihm/ihr aus.
dr: uferstraßen klingt so, als müsste man da gewesen sein. falls es je wieder warm wird, setz ich mich in die alte karre und komme. vielleicht mögen sie mich ja einen teil des weges geleiten, verehrter herr doktor.
14. Oktober, 2009 um 23:04
Aber selbstverständlich, ich übersetzte dann auch Niederbairisch – Vadois soweit möglich. Das Bier ist grausam, aber fremde Länder, fremde Sitten und so…
16. Oktober, 2009 um 10:47
Immer dieser latente Regensburg-Rassismus! tststs..
Aber so sind sie, die Menschen, der eine lebt lieber 30 Jahre in Regensburg als 30 Tage in Berlin.
16. Oktober, 2009 um 15:47
Ach, das ist natürlich ein zwiespältiges Bashing. Ich erinnere mich gerne an die ersten vier von meinen sechs Regensburg-Jahren zurück. Und immer noch schwärme ich meiner Frau von den Winzerer Höhen, den Biergärten an der Donau und dem Blick von der Walhalla aus vor. Gerne bummle ich mittlerweile ein-, zweimal im Jahr hindurch und meine beste Freundin stammt aus Regensburg. Es verbindet mich also viel Gutes mit der Stadt, abgesehen davon, dass sie so etwas wie meine Heimat ist. Dennoch hab ich mich da eingeengt gefühlt als Twen und das war eine unangenehme Erfahrung. Und ansonsten: bitte jeder nach seiner Facon, ausser seine Facon hat was mit Guido Westerwelle oder Angela Merkel zu tun. Oder Hans Schaidinger;)