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Wo doofe Kräfte sinnlos walten

In letzter Zeit und eigentlich schon immer werden in unserer schönen Stadt Autos angezündet. Ob da der gesellschaftskritische Autonome am Werk ist oder der Freizeitpyromane, ist mir eigentlich wurscht. Ich hab ja wirklich nichts gegen ein bisschen Chaos einzuwenden und wenn dafür mal ein hochversicherter Porsche Cayenne abraucht, kann ich damit leben. Dass man aber neuerdings auch 10-Jahre alte Familienkarren zu Schmorklumpen verarbeitet, erschließt sich mir jetzt nicht direkt. Einem sehr guten Freund ist das am vergangenen Wochenende passiert. Den alles andere als neuen Audi mit Berliner Kennzeichen auf der Linienstraße abgestellt und am nächsten Tag ein glühendes Wrack besichtigt. Seinen Hintermann hatte man auch nicht verschont, war ja schließlich auch ein alter Volvo Kombi, offensichtlich der Inbegriff von schmierigem Berliner Establishment. Ich stell mir grade die Brandstifter unter ihres sozialen Gleichen vor:

“Na, was haste abgefackelt am Wochenende?”
“Alten Audi, alten Volvo.”
“Echt, das ist aber nicht so cool. Gabs da nix besseres?”
“Ach, ich weiß nicht, mein iPhone hat geklingelt und da hab ich einfach das nächstbeste genommen.”

Vermutlich leiden Berlins Randalierer auch längst an einer Art Burnout-Syndrom. Mal sehen, was der 1. Mai bringt.

13 haben herzlich gelacht bei “Wo doofe Kräfte sinnlos walten”

  1. Michael sagt an:

    Vielleicht hat denen irgendein Spaßvogel gesagt, dass es dafür noch 2.500 Euro Abwrackprämie gibt? Blöde gibt’s genug…

  2. burnster sagt an:

    mehr als genug

  3. textorama sagt an:

    oi. mein beileid zu volvo wie audi, hatte auch mal ollen audi, fahre nun ollen volvo – wie sich´s so trifft.
    auch wenn ich es definitiv nicht gut heiße anderer leute volvos oder audis zu verzündeln, stelle ich fest, dass die herren und damen feuerteufel den terror vorurteilslos angehen. und eine alte möhre ist ja nicht zwingend ein zeichen dafür, dass einer nicht zum establishment gehört. es wird rigoros terrorisiert. die “unschuldige” breite masse soll instrumentalisiert werden um druck von unten her aufzubauen. das machen die knalltüten in strasbourg (siehe frongraisch) alle nase lang. da reicht schon parken um dem grillanzünder zur speise zu gereichen.
    aber wahrscheinlich waren es wirklich nur ein paar hohlbirnen. man möchte kotzen.

  4. creezy sagt an:

    Mir ist klar, da wird Versäumtes aus der Kindheit kompensiert. Dass ist diese Generation Halbwüchsiger, die nie „Laterne, Laternre“ singen durften und den bittersüßen Schmerz nicht kennen, wenn die eigene selbstgebastelte Laterne gerade vor einem abfackelt – weil deren Kindergärten seit Erfindung der Leuchtdioden nur noch batteriebetriebene Fackeln erlauben, wie ich letztes Jahr lernen musste.

    Kein Wunder, dass die irgendwann mit ihrem ersten eigenen Zippo ‘nen bisschen abdrehen.

  5. mq sagt an:

    Diesen Quatsch habe ich zum ersten Mal an Sylvester 1986 in Berlin erlebt. Ich verbrachte einen vergnügten Abend im SO36, aber als ich kurz an die frische Luft wollte, war der Mob am toben. Und dann hat das Auto des Dönerladen-Besitzers gebrannt, bei dem sich zuvor noch alle die Wänste vollgeschlagen haben. War halt ein dicker Mercy.
    Meine Wahrnehmungs- und Reaktionsgeschwindigkeit waren aufgrund des fortgeschritten vergnügten Abends leicht eingetrübt, also setzte mich auf den Mauervorsprung unter ein zerschmissenes Schaufenster und versuchte, dem Geschehen zu folgen.
    Um das Gesamtbild abzurunden, kam ein Polizist auf mich zu und wies mich trotz meiner Frisur und der schwarzen Kleidung freundlich darauf hin, dass mir ein Rest des Schaufensters, der noch im oberen Rand des Rahmens hing, ins Genick fallen könnte. Vielleicht habe ich es diesem Bullen zu verdanken, dass ich heute nicht gelähmt oder skalpiert vor diesem Beitrag sitze, denn nachdem ich aufgestanden war, fiel das Glasstück auf den Mauervorsprung und zerbrach.

  6. burnster sagt an:

    lieber mq, das klingt wie ein six feet under vorspann. oder eine szene aus final destination. scary shit.

    creezy: kann sein. kann aber auch sein, dass da jemand ganz furchtbar langweilig ist.

    texto: von frankreich lernen, hieß ja bekanntlich noch nie siegen lernen. mag schon sein, dass man auch unparteiisch autos anflammen kann, aber macht es das aussagekräftiger?

    ich könnte auch gern mal dem ein oder anderen brezelberg-spießer auf die familienkarre hämmern (womit wir vermutlich beim volvo wären), aber am ende würde ich einen wie meinen freund p. erwischen, der ein musterbeispiel an unangepasster freundlichkeit ist. und das wärs dann nicht wert.

    ansonsten gib mir einen sack voller deppen und ich hau drauf. muss ja nicht gleich immer abfacklprämie sein.

  7. textorama sagt an:

    cher burnster.

    Sie haben absolut recht. Ich verstehe Sie voll. Gut heißen is nich. Auch mir geht es jeden Tag so, dass ich dem ein oder anderen SUV Befahrer (das heißt wohl Sehr-Unflätige Verkehrsärsche) das Blechkleid gerne mit Steigeisen besteigen würde. Oder im Hechtsprung mit zwei Dosenlochern bewaffnet (wer sich daran noch erinnert) das Zeichen des Rächers in die Haube stanzen. Ich hoffe Ihr Freund war wenigstens gut versichert. Oder ist das höhere Gewalt, oder Terror, und der wird ja bekanntermaßen nicht versichert.

  8. burnster sagt an:

    vandalismus. auch nicht versichert. es gibt wohl ausnahmen bei totalschaden. aber noch weiß er nix genaues, weil er auf einen gutachter wartet. all der ärger, für den man nix kann.

  9. textorama sagt an:

    rrrrrichtig. Vandalismus. Ds ist immer so ein schöne Klausel bei Hausratsversicherungen. Drecksäcke. Sowohl Versicherungen als auch Vandalen.

  10. stt sagt an:

    Drecksäu dreckerte.

  11. Don Alphonso sagt an:

    Nicht dass ich für eine Bürgerwehr wär, aber da denk ich an einen Filnm aus meiner Jugend, der “Christine” hiess – fackel Du mein Auto ab, und ich fackel Dir die Hoden ab.

  12. Burnster sagt an:

    Na, deine Karre würd ich nicht länger als 5 Min am Boxi stehen lassen;)

  13. professorbunsen sagt an:

    Komisch, oder? Wenn’s einem selbst passiert ist es dann doch immer was anderes.

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