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starkbieranstich

Ich muss noch einen Nachtrag zur Gewalt meiner Regensburg-Phase tätigen, auf den mich folgender Kommentar gebracht hat.

Der Starkbieranstich auf dem Adlersberg nahe Regensburg ist einer jener Anlässe, die man als pseudo-alternativer Freshman an der Uni Regensburg eigentlich meidet. Weil sich die Leute da prügeln, überall hin brechen und man um jeden Zentimeter mit dem Bierpöbel kämpfen muss. So zumindest erzählt es die Legende. Aber dann gibt es da Gründe, die über obigen Zweifel erhaben sind. Man erzählt sich, die Regensburger Mädels sind williger als sonst wenn das ölige Palmator fließt und wenn man schon nicht zum schmusen kommt, springt wenigstens eine Telefonnummer einem Girl heraus, das man sonst nur im Mizurb hätte von der Ferne anglotzen können. Und so nimmt man am Palmsonntag dann doch den Bus den Berg hinauf und trampt am frühen Abend rotzbesoffen wieder zurück. Was zwar nicht ungefährlich ist wegen alkoholisierter Fahrer, aber halb so eklig wie mit der Kotzlinie der Regensburger Busgesellschaft wieder hinunter in die Stadt zu fahren.

Im Jahr meines Berichts hatte ich eine Freundin, die mich die ersten Monate unserer Beziehung in einer andauernden sexuellen Abhängigkeit hielt und ich gar nicht anders konnte, als ihr überall hin zu folgen. Unter anderem auf den Adlersberg zum alljährlichen Palmatoranstich. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, diese Festivität von nun an zu meiden, so ich ja endlich eins der Regensburger Mizurb-Mädels meine Freundin nennen durfte. Aber was tut man nicht alles für diesen übermotivierten studentischen Sex.

Wir standen also im Bierzelt rum und ich war ein bisschen angespannt, weil mal wieder ein paar Exfreunde meiner Freundin anwesend waren und ich keine Exfreundinnen zum Kontern vorweisen konnte. Schließlich war ich neu in der Gegend. Plötzlich gab es einen Knall und 10 Meter entfernt bildete sich eine Traube Menschen. Die Blasmusik hörte auf zu spielen. Ich bildete mir ein, die Füße von jemanden zu sehen, der wohl am Boden lag. Sanitäter drängten ins Zelt und zehn Minuten später war die Polizei da. Ein junger Mann hatte sich erschossen. Pistole in den Mund, der angeblich noch voller Bier war, und abgedrückt. Ein paar Meter von meiner Freundin weg. Nach weiteren 5 Minuten fing die Blasmusik wieder an zu spielen. Ich weiß noch genau, wie surreal und erschütternd die erneute Polka in die Szenerie hinein krachte. Waren doch noch alle in Aufruhr und die Polizei und die Sanitäter immer noch im Zelt. Ich konnte nicht sehen, ob sie den Toten schon hinaus transportiert hatten, aber es war mir auch egal. Wir fuhren mit einem Schlag ausgenüchtert nach Hause. Den Rest des Nachmittags war ich so bedröhnt von dieser schrecklichen Groteske, dass ich mir abends mit meinem besten Freund “Dumm und Dümmer” im Kino anschauen musste, um nicht trübsinnig zu werden.

15 haben herzlich gelacht bei “starkbieranstich”

  1. Don Alphonso sagt an:

    Man darf nie vergessen:Owapfoiz. Des is a so.

  2. Burnster sagt an:

    ..so im nachhinein betrachtet..hmm..

  3. Juri sagt an:

    Ja, krass!
    Ich hatte mal ein ähnliches Erlebnis als Zivi in Kreuzberg – nur da wurde die Familienehre nicht mit der Knarre sondern mit dem Messer wieder hergestellt.

  4. Fuxbeck sagt an:

    Mit verlaub Herr Don, Sie sind ein …, Siehe Josef Fischer.

  5. Lektor sagt an:

    In Trauer:

    http://neobazi.net/archives/10486

  6. Burnster sagt an:

    ach du scheiße

  7. gentle.rocker sagt an:

    ist die Story echt oder hattest Du schon zu viel Palmator intus? Ich kann es nicht fassen; bin ja selber schon einiges von diesen Bauernfesten gewöhnt, aber das sprengt den Rahmen. btw: Was ist “Mizurb”?
    thumps up @ “weil mal wieder ein paar Exfreunde meiner Freundin anwesend waren” ;)

  8. burnster sagt an:

    nein, völlig echt, die geschichte. mizurb war eine kneipe, die es nicht mehr gibt. da gingen wir immer hin, um die mädchen aus der “stadt” zu bewundern:)

  9. Don Alphonso sagt an:

    Fuxbeck, wenn man in so einer Region aufwächst – und das Donaumoss vor Ingolstadt ist so eine Region, in der ich oft war, allerdings ohne dort zu wohnen – und da besaufen sich welche im Winter am Baggersee, und einer geht da hinein und die anderen lachen nur, bis er verschwunden ist, einfach so, und sagen dann auch nichts, dann weiss man: es gibt Gegenden bei uns, de hom an Deife.

  10. gentle.rocker sagt an:

    @mädels: wie sind denn die mädels aus der “stadt” so? tatsächlich bewundernswert? da würd´ ich doch glatt mal auf ein palmator nach rengschburg vorbei schauen^^

  11. burnster sagt an:

    wie sie heutzutage sind, weiß ich nicht. damals (1993) kamen sie uns ganz schön frech und kosmopolit vor. uns provinzheinis^

  12. Burnster sagt an:

    don: aber ganz ehrlich, niederbayern ist keinen deut zivilisierter wenn ich mir das recht überlege. da wurde mit bierflaschen auf mich geworfen.

  13. stt sagt an:

    Hoffentlich hat die ganze Angelegenheit nicht zu einem leichten PTBS geführt.
    Vielleicht war es ja auch einer der zahlreich anwesenden Ex-Freunde, der es nicht länger ertragen konnte, das neue Glück seiner Verflossenen mitansehen zu müssen. Man weiß es nicht.
    Promiskuität hat somit auch Schattenseiten.Und die ganz Abgebrühten dachten sich “schad’ um des guate Bier”.

  14. Günni sagt an:

    Servas

    Ich bin drei Biertische vor dem Idioten gesessen.
    Erst hat er seiner Freundin rechts und links eine geschallert, dann denTrommelrevolver rausgezogen, in den Mund gesteckt und abgedrückt.
    Wenn der Depp erst noch 5 von den Patronen an die Tischnachbarn abgibt und sich danach erst killt braucht man sich auch nicht zu wundern.
    Zuvor hat er im Linienbus des RVV mit dem Ding rumgespielt, aber es hat offensichtlich keiner damit gerechnet das dieses Ding echt ist.

    Was mich interessiert und , da finde ich auch keine Berichte darüber, wann war das? – In welchem Jahr?
    Merci

  15. Burnster sagt an:

    Günni,

    da läufts mir ja heut noch kalt den rücken runter wenn ichdas lese. ich hab auch nichts im netz gefunden, aber mein damals noch geführtes tagebuch (gab ja keine blogs) sagt: palmsonntag 95.

    stt: bei wem jetzt disorder? bei mir? ja, wer weiß. aber da ich grade meine alten tagebücher kontrolliert habe (siehe antwort an günni), bin ich mir relativ sicher, dass ich vorher schon einen rechten hau ghabt hob.

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