Wochenende Gelände
Das war kein Wochenende nach Maß. Was ich auch angefasst, probiert oder unternommen habe, es ging daneben. Am Freitagabend, pünktlich zum Feierabend, begann es zu regnen und soweit ich mich erinnere, hat es seitdem nicht mehr aufgehört. Die Party am Freitagabend fand im abgeranztesten Abrissladen Friedrichshains statt und obwohl ich mir nur ein Bier und eine Zigarette gönnte, wurde ich mit Kopfschmerzen nicht unter Stärke Ibuprofen 400 bestraft. Und das zwei Tage lang.
Der Samstag war nicht besser, denn wider absolut besseren Wissens kauften wir Babykrams im Alexa ein. Das Alexa, ein Proletenbunker von einem Einkaufszentrum, das ich gerne im nächsten “Dawn Of The Dead”-Remake als Drehort benutzt und vollkommen zerstört wissen will. Massen von Ditkoofickeuchab-Zombies, beschissenes Thaifood und ein teures Parkhaus rundeten den Besuch zu meiner vollkommenen Unzufriedenheit ab. Den Samstagabend hab ich größtenteils verdrängt. Ich hatte Kopfschmerzen, es regnete in Strömen und sogar im Dschungelcamp war Schmalhans Küchenmeister. Die vertrocknete Biedermann ist ja nicht mal zur Dschungelprüfung angetreten. Selbst die Spartanergaudi “300″ konnte den Abend nicht mehr retten, hatte meine Frau doch alle meine Warnungen in den Wind geschlagen und bei einem bis dato unbekannten Pizzaservice bestellt. Und ich leider mit. Kein Wunder, dass selbst das Baby im Bauch Schluckauf bekam.
Der Sonntag gestaltete sich mit Kopfschmerzen und vollkommener Unlust irre abwechslungsreich. Hatte ich schon erwähnt, dass es in einer Tour regnete? Von Frühstück bis Mittagessen, nichts gelungen, nichts verschlungen und die an sich verlässliche Entertainmentgröße Wrestling auf der PS2 erwies sich mit unvorhersehbaren Programmierfehlern als Rohrkrepierer. Jetzt half nur noch eins: Kino-Doublefeature. Und hätte es nicht den wunderbaren, warmen The Darjeeling Limited gegeben, ein Film der Liebe und Loyalität gegen die gehässigen Skurrilitäten des Lebens ins Rennen schickt und dabei einen Soundtrack vorlegt, wie ich ihn nicht besser hätte kompilieren können, ich hätte mich wahrscheinlich auch erschossen, so wie der Held am Ende des zweiten Films unseres Doppelpacks es gern getan hätte: Der Nebel (im Englischen passender: “The Mist”). Anfangs dachte ich noch, die Proll-Arschlöcher mit dem miesen Rasierwasser fünf Reihen unter uns, seien das Schlimmste an der Vorführung. Aber die konnte ich mit einem aggressiven “Klappe da unten!” wenigstens noch zum Fressehalten bewegen. Der Film war leider nicht so einfach zum Schweigen zu bringen und so ließ ich scheinbar tausende von Minuten des beschissensten Monsterfilms aller Zeiten über mich ergehen, von einem Kristallweizen mürbe und zu müde gemacht, um aufzustehen und zu gehen. Dass ich zuhause fast vor der Haustür einen Parkplatz gefunden habe und wir nicht zehn Minuten durch den strömenden Regen laufen mussten, ist das eigentliche Wunder an diesem Wochenende.
21. Januar, 2008 um 12:00
Das Alexa, ein Proletenbunker von einem Einkaufszentrum, das ich gerne im nächsten “Dawn Of The Dead�-Remake als Drehort benutzt und vollkommen zerstört wissen will.
Strike! Da würde ich auch ausnahmsweise zum Film gehören und wichtig wichtig Straßen mit stolzem Film-Blick absperren. Für lau. Versteht sich. Schöne Kino-Kritik, äh Wochenende-Kritik ,-)
21. Januar, 2008 um 12:03
1 (in Worten ein) und noch dazu Kristallweizen hat schon eine derartige Wirkung erzielt?
Wenn die Bemerkung erlaubt sei, Sie werden alt, lieber Herr Burnster!
Aber trösten Sie sich, es hätte schlimmer werden können. Es hätte z. B. der Parkplatz so weit weg sein können, daß der Regenschirm, den man im Kino vergessen hat, unbezahlbar gewesen wäre.
21. Januar, 2008 um 13:08
Mensch Butze, das klingt nicht gut. Aber Du scheinst inzwischen ja wenigstens wieder zu rauchen. Super!
21. Januar, 2008 um 13:23
creezy: engagiert.
stefan: ich bin schon alt, wenn sie mir diesen nachtritt in eigener sache erlauben, herr stefan.
mc: nee, nee, das war zu ehren eines vierzig gewordenen. ich rauche nicht, aber ich hab immer noch die geilen ausreden parat!
21. Januar, 2008 um 23:43
Da hab ich ja vielleicht wieder mal Schwein gehabt mit meinem Wochenende. Ein kaputter Buckel, ein Kirschkernsackl und ein Zwanzgerpackerl Ibuprofen, und dazu Samstagsonntag arbeiten. Manchmal kann ich mein Glück gar nicht fassen.
22. Januar, 2008 um 00:01
Hör bloß auf, uns rechtschaffende Bürger mit deiner Glückssträhne zu nerven, du windiger Glücksritter!
22. Januar, 2008 um 08:05
Nur kein Neid, Herr Kollege. Nur kein Neid.