Die Verstörung
Ich weiß nicht, was mich jeden Abend dazu bringt, mich selbst dermaßen zu verstören. Entweder spiele ich eine Partie Silent Hill 1-4 als Betthupferl auf der PS2 oder ich lege Grotesken wie Terry Giliams Tideland in den DVD-Player. Manchmal darf’s auch ein Splatterfilm a la Dead Mary oder eine filmische Schlachtplatte mit Werschafen (Black Sheep) sein. Und wenn gar kein Stoff im Haus ist, läuft sicher eine Nazi-Doku, eine Stasi-Reportage oder etwas über den 11. September im TV. Und zur allerletzten Not gibt es ja auch Bücher zu selbigen Themenkreisen wie Don De Lillos Falling Man oder die Speer-Biografie von Fest.

Warum tu ich das? Warum tu ich mir das an? Statt einem geruhsamen Absacker wie “My Name is Earl”, einer Beach Boys CD oder ein bisschen das perfekte Promi-Dinner passieren lassen, suche ich mein Heil in heillosem Schrecken und – wen wundert’s – bin Gastgeber von schmierigen Albträumen und anderer nervtötender somnabuler Heimsuchungen des abendlich Konsumierten. Und ich hege den schrecklichen Verdacht, dass der Horror und die zunehmende Verabartung meines Geschmacks meine Haut brüchig und mein Nervenkostüm instabil machen. Oder bilde ich mir das alles nur ein und muss ich eine alternative kranke zu meiner heilen Welt bilden, um die Balance zu wahren? Vielleicht sollte ich auf leichten Entzug setzen und wieder auf Teenhorror und Slashermovies wie “Behind The Mask” runter-entziehen. Vielleicht schlafe ich dann ruhig und entspannt und bin am nächsten Tag topfit und motiviert. Wenn sich das einpendelt, zitter ich mich zu handelsüblichen Krimis zurück und wenn alles gut geht, schlafe ich in ein paar Jahren selig bei Call-In-Shows vorm Fernseher ein.
6. November, 2007 um 19:04
Also bei mir funktioniert’s ja auch.
6. November, 2007 um 19:09
Aber mal ehrlich, Matze, du gruselst dich doch auch sicher schon beim Tatort, oder;)
6. November, 2007 um 20:33
Ooohhhh Leslie Vernon! Wie großartig! Unbedingt noch Botched gucken, bevor du mit dem Entzug anfängst…
6. November, 2007 um 23:17
Oiso spinna duast hoid scho, Burnse.
6. November, 2007 um 23:18
… und Sie, Herr Dr. Sno*, am 25. wär ich in München. Und ich schuld´ Ihnen doch noch ein Bier. Wie wärs?
7. November, 2007 um 00:52
Botched hatte ich auf meiner Liste. Einer geht noch! Merci, Snoster und Vorsicht vor dem Ratzlinger. Der teilt sich auch gern mal ein Augustiner.
7. November, 2007 um 13:19
25. November ist notiert!
7. November, 2007 um 13:34
Ich weine oft sogar dabei und benutze das 70er-Jahre Kettenschloß an der Tür!
8. November, 2007 um 11:18
Ein erster Schritt wäre, alle Jason-Filme am Stück zu gucken. Danach… aber sehen Sie selbst.