Die Rückkehr des Motoristen
words of war don’t mean shit
if the war’s for nothing
(hot water music – alachua)
Das tut fast weh, so geht das unter die Haut, aber es ist das Beste, und Gott, wie hast du den Scheiß vermisst. Du hast nicht lange Zeit und nicht viel Platz, um zu beschleunigen, aber es reicht, um an dieser einen Stelle, wo der Gesang aufhört und die zweite Gitarre einsetzt, Gas zu geben. Das Blut schießt in die Finger zurück und es stinkt nach Benzin, wenn sich Hot Water Music, der Mann und sein Ford die Hände reichen.

Der Gastgeber ist zugleich der Gasgeber und am Ende sind vorerst alle zufrieden, wenn es nach Hause geht, dort wo die Träume warten mit ihren langen Schlingen. Die dich einholen und herunter bremsen, wenn du schläfst und dich nicht wehren kannst. Wie die Nacht dich auffrisst mit ihren Angstfantasien. Doch bevor du erwachst, bevor du wieder an die Maschinen der Anderen gehst, steigst du in den Ford und nimmst Chuck Ragan und Chris Wollard, die man nie hätte trennen dürfen, mit. Hier in deinem Benzinkäfig sind sie wieder zusammen und rebellieren gegen die Zeit, als gäbe es die Gegenwart nicht, wo der eine sein Heil weiterhin auf der Straße und der andere auf einem Fischkutter sucht. Da gibt es keine Zigeunergeigen und die Frage lautet nicht, wer abspült, sondern wer den Dreck macht, wer den Staub aufwirbelt. Auf dem Weg in die Fabrik darf der naive Traum eines herrenlosen Tages, eines eigengesteuerten Lebens nochmals kurz angespielt werden. Am Ende warten sie alle darauf, dann stehen sie Schlange, dass sie jemand aus dieser quälenden Freiheit, ihrer Freizeit, erlöst, die ganze unzumutbare Entscheidungsfreiheit von ihren Schultern nimmt. Aber jetzt lecken sie noch Blut und Benzin an dem einen oder anderen Samstagabend. Und jetzt bist du wieder dran. Jetzt sitzt du hinter dem Steuerrad, wäscht dir das Salzwasser von den Fingern und jagst den Ford in Richtung Ostsee, Vollgas fast bis zur Uferpromenade von Ahlbeck. Und wenn du angekommen bist, wachst du wieder auf, trägst den Müll hinunter und dein Wagen parkt mit all den anderen Leichenkutschen in Reih und Glied in der Gartenstraße. Du bist nicht allein, aber du bist nicht daheim.
21. Oktober, 2007 um 18:11
Ich fordere die virtuelle Todesstrafe für alle, die meinem Lieblingsenkel den Saft abdrehen wollen. Chapeau!
22. Oktober, 2007 um 14:18
Mein letztes Auto habe ich liebevoll Ford Punto Mustang genannt. Leider stimmte nur der Mittelteil. Da habe ich es verkauft …
PS: Fotos sind ineinander kopiert, oder? Meine, das blasse Gesicht schon einmal ohne Straße gesehen zu haben .-)
22. Oktober, 2007 um 23:25
Irgendwann werde ich vielleicht auch ein Auto mein eigen nennen. Vielleicht sogar einen Ford. Unwahrscheinlich, aber. Und dann werde ich irgendwann womöglich auch Usedom wieder beehren. Schon zehn Jahre nicht mehr dagewesen. In der Zwischenzeit delektiere ich mich vorerst an großen Texten wie diesem.
23. Oktober, 2007 um 05:01
mann musik
auto musik
text
musik
23. Oktober, 2007 um 21:38
Das ist so großartig verwirrend, dass ich glatt Entscheidungsfreizeit gelesen habe.
23. Oktober, 2007 um 22:01
Herr Burnstl, schöner Text. Mein Deutsch ist aber nicht sehr gut und ich muss es noch ein paar Mal lesen um es genauer zu verstehen.
24. Oktober, 2007 um 07:49
1.Regel: Du sollst kein Wort verlieren über den Ford-Club!
24. Oktober, 2007 um 11:10
Internet kommt heute abend zurück, wenn ich Glück hab. Dann gnade euch Gott;)
24. Oktober, 2007 um 11:30
oha.
24. Oktober, 2007 um 12:50
die rückkehr des internetisten.
24. Oktober, 2007 um 16:44
uih, schön.
24. Oktober, 2007 um 19:29
Der Wutorist kommt übrigens auch bald zurück, wollt ich bloß sagen…
24. Oktober, 2007 um 20:05
ich würd mich gerade auch am liebsten in meine karre setzen, meine The Get Up Kids kassetten einpacken und mich ganz weit weg bewegen. einfach nur raus!
25. Oktober, 2007 um 12:35
Ich dagegen bleib zuhause ohne Internet, denn die Herrschaften Telekom und Versatel wurden sich leider auf meine Kosten nicht einig. Also weiter Zwangspause.
25. Oktober, 2007 um 20:32
scheiße