Amoklauf in Berliner REWE-Filiale
Bekannter Berliner Blogger (33) bayerischer Herkunft drehte gestern Abend gegen 20 Uhr Ortszeit durch, nachdem man ihn in einem Supermarkt in der Kulturbrauerei angeblich bis aufs Blut provoziert hat. Der Täter selbst spricht von kultureller Vergewaltigung, von rhetorischem Mundraub. Folgender Dialog ist überliefert:
Blogger: Ham Sie einen Obazdn da?
Käsethekenfrau: Nein, so etwas führen wir nicht. Gucken Sie doch in der Selbstbedienungsabteilung. Ausserdem spricht man das Obazda (betont das zweite a) aus.
Blogger: Arrrrgh!!! Ich muss mir doch nicht von einer preussischen Mistschleuder…
30. August, 2007 um 23:54
Ha! Das kriegst du in der Münchner Innenstadt auch an der Käsetheke erklärt – allerdings dem Akzent nach zu urteilen, eher von einer Leipzigerin.
31. August, 2007 um 00:04
Obwohl selber ja gebürtige preussische Mistschleuder muß ich an dieser Stelle Dir ausdrücklich beistehen. Aussprache wem Aussprache gebürt.
Aber welcher bayerische Depp kommt auf auf die strunzdumme Idee in Berlin in ‘nem Supermarkt in der Kulturbrauerei nach Obazdn zu fragen? Hallo? War Dir zu langweilig? Hattest Du ‘nen Kasper zum Nachmittagskaffee gefrühstückt? Sind wir hier in Zone oder sind wir hier in der Zone?
31. August, 2007 um 00:07
Wie Frau Creezy?? Ich dachte der Obatze ist, wie Spezi und Weissbier schon seit langem Deutschlandweit eingebürgert?
31. August, 2007 um 01:11
Der guten Creezy gehen mal wieder die lokalpatriotischen Gäule durch. Industriell manufakturierten Obazdn gibt es seit langem in ganz Berlin (und Restdeutschland) zu erstehen. Und er schmeckt nicht einmal schlecht. Wäre mir tatsächlich langweilig gewesen, hätte ich dich gebeten, mir einen Kartoffelsalat ohne Mayo zuzubereiten, beste Creezy.
31. August, 2007 um 08:15
Nee, das hat mit Lokalpatriotismus wenig zu tun, im Gegenteil, das spreche ich eher Kompetenz ab. Mal im Ernst: das ist doch gar kein Akt, das Zeug selber zu machen oder? Es gibt Sachen, die kauft man nicht industriell gefertigt. Obazdn. Grüner Salat in Tüte abgepackt. Und Currywürste aus dem Supermarkt (für die Mikrowelle) gehören auch zu.
31. August, 2007 um 08:51
Herzlich gelacht und dabei gedacht: Die Zone lebt!
31. August, 2007 um 09:47
Hams auch schon selbst gemacht, klar, aber manchmal is man halt zu faul. Mit der Bitte um Verständnis.
31. August, 2007 um 10:23
http://www.obazda.de/
Ham ses mal im Plattenladen versucht?
Aber Brezn werd´s doch ham in Berlin? Oder nua die trocknen?
31. August, 2007 um 11:03
Brezn sind zum Teil 1a in Berlin. Die Brezln beim Bäcker Sepp in Grafentraubach waren eine Katastrophe dagegen.
31. August, 2007 um 11:11
was mich zum ausflippen bringt, ist die tatsache dass man hier in münchen bereits gefragt wird, ob man ketchup auf der leberkassemmel haben will. wer so was perverses essen mag – bitte sehr. aber müssen solche geschmacksverfehlungen auch noch forciert werden?
31. August, 2007 um 11:57
Und wer is schuld? Die ganzen zugroasten Oberärzte, Lehrer, Banker und Verleger, die ihren Kindern weder bayerische Sitten, noch kulinarische Manieren beigebracht haben. Am Ende muss man nach Berlin für einen gescheiten Leberkäs mit süßem Senf. Weil man hier im Exil mehr Bayer als daheim sein kann.
31. August, 2007 um 12:33
Ich hatte mal eine Bekannte, die sprach Croissant “Krusang” aus.
Falllatte.
31. August, 2007 um 12:44
Wieso, spricht man das nicht so?
31. August, 2007 um 12:48
Etz hab ich ja auch auf dem Selbermachdogma rumreiten wollen, aber das wurde ja bereits erledigt. Bloß daß der Burnster dann noch mit dem versteckten wir im “hams” gar so das Pärchenmonster heraushängen läßt, das schockiert noch weit mehr.
(Aber süüüüß isses schon auch.)
31. August, 2007 um 16:57
meine oma spricht buffet nich büfee, sondern bufett aus.
[ich gratulier noch mal eben nach:
herzlichste grüße, alter mann.]
31. August, 2007 um 17:08
Ob ich der Creezy jetzt mal stecke, dass der Obatzte eigentlich nur der alte, hässliche Käse von letzter Woche ist, denn keiner mehr gegessen hat, weil er schon so schiach ausgschaut hat? A bisserl Paprika und Kümmel und scho ist der Kaas bissn!
Und ich kauf den “Industriellen” auch ab und an – aus genau dem gleichen Grund wia du!
31. August, 2007 um 17:54
Hasenbraten gerochen, moanst? Und wenn ich mich und meine Ma gemeint hätte, ha? Was dann? Ist dann das Mamamonster? Oder ich und mein Mitbewohner? Das Wohnmonster? Ich rate zur Vorsicht.
Merci Kosmi. Eh, Sno.
31. August, 2007 um 19:00
Leberkas mit süßem Senf? Pfui Deifi. Weißwürscht ja.
31. August, 2007 um 21:37
War klar, dass das hier in einen urprofanen Kulinardiskurs aus(ent)artet.
31. August, 2007 um 22:48
@dr. sno*
Das weiß ich doch, je älter also je stinkiger der Camenbert für’n Obatza um so besser schmeckt das Bier dazu. Es soll ja deswegen auch Obatza für die harten, ganz harten und die Elite geben (bei denen läuft der dann von selber). Angeblich. Ich habe ja keine Ahnung. In Wirklickeit. Bin Preussin. Das sind die Deppen, die Blattgold auf die Curry legen. Schrecklich.
1. September, 2007 um 18:36
a bisserl Preiss derf scho sei
1. September, 2007 um 19:42
in bayern sagt ihr auch schiach?
wiederholt sich der dr dann nicht im satz.
schiach ist doch hässlich, oder?
2. September, 2007 um 13:10
Was treibst dich auch so weit in der Ferne rum! Schiach ist hässlich, gach ist schnell oder krass, je nach Kontext. Wobei letzteres aus dem Mittelhochdeutsch kommt, wenn ich mich richtig erinnere. Ist quasi historisch ;)
2. September, 2007 um 17:18
Die Ferne treibt mich herum. glaub ich. Unser Dialekt ist so oder so historisch. Hochsprache ist eine rein zweckmäßige Erfindung. Eine Fantasiesprache quasi.
1. Juni, 2008 um 11:08
thlpymwjr sxrwufapn ciawkm avkqrjlom aglfrqd npxdukaby jokr
8. März, 2009 um 08:37
zykh