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Wie füreinander gemacht

“Sie ist ein faules und mieses Dreckstück. Sie ist eine brutale Selbstdarstellerin und eine Selbstbereicherin. Alles, was sie tut, tut sie für sich. Und wenn sie jedem gefallen will mit ihrem “Ich bin ein süßes Gör”-Charme, dann nur, damit ihr die grauenvollen Selbstzweifel nicht an die Nieren gehen. Sie hasst ihre eigene Verletzbarkeit und lässt jeden über die Klinge springen, der ihr zu nahe kommen könnte. Sie will Köpfe rollen sehen und am besten sofort meinen. Das Dumme ist, nur dass sie sich verliebt hat und sich die Fingernägel zerbeisst und die Lippen zerfleischt wenn ich mich nicht für sie interessiere. Sobald ich an ihrem Rockzipfel klebe, kann sie mich abwischen und abwaschen wie einen Schokoladenfleck, eine Süßigkeit, eine Schwäche die man sich gönnt bevor man wieder zum Tagesgeschäft übergeht. Doch kurz bevor sie mich auf den Asphalt klatscht und mir den Schädel eintritt, kurz vorher wird ihr bewusst, dass sie mich liebt. Und dann lässt sie mich am Leben.”, sagt Robert.

“Aber dann verstehe ich nicht, warum du dir das antust. Du weißt doch ganz genau, dass so eine Beziehung entweder von kurzer Dauer ist oder sich schnell in eine lebende Hölle verwandelt, wenn man jetzt nicht Stop sagt. Sag Stop. Sag es jetzt. Das ist doch keine Liebe.” Christopher schüttelt den Kopf voller Unverständnis.

“Oh doch. Genau das ist es.”, entgegnet Robert. “Danach habe ich all die Jahre gesucht, und ich hatte schon geglaubt, ich hätte es verloren. Wir sind glücklich zusammen und ich denke, wir werden bald heiraten.”

*

“Er ist ein herrsüchtiges und minderwertigkeitskomplexbehaftetes Arschloch und sein Schwanz ist zu klein für mich. Er überwacht mich, gönnt mir nicht die geringste kleine Freude und muss überall seine Nase hineinstecken. Er klebt an mir und er nervt mich bis aufs Blut. Wenn ich ihm eine in die Fresse haue, will er nur noch mehr. Seine Romantik ist albern und aufdringlich und seine Geilheit auf mich raubt mir den letzten Atem. Das Dumme ist nur, dass er mir fehlt, wenn ich mich mal wieder ein, zwei Wochen freigeschwommen habe. Und wie er mir fehlt. Es tut weh, wenn er nicht da ist, der Vollidiot. Er ist wie ein Kaiser Chiefs-Song. Billig und mies, aber man bekommt ihn nicht mehr aus dem Kopf.”, sagt Jessica.

“Das klingt ganz so, als wärst du verliebt.”, lächelt Katharina.

7 haben herzlich gelacht bei “Wie füreinander gemacht”

  1. mark793 sagt an:

    Das passt so schön, dass ich versucht bin, Plattitüden abzusondern von Töpfen und Deckeln oder Ärschen auf Eimern.

  2. Opa sagt an:

    So ist das also mit der Liebe. Da hab ich ja so einiges falsch gesehen, gedacht und gemacht im Leben.

  3. St. Burnster sagt an:

    Mark793: Tun Sie sich um Gottes Willen keinen Zwang an:)

    Edikarl: Bei dir ist doch eh Hopfen und Malz verloren, Edi. Du ewiger Gutmensch, du.

  4. mq sagt an:

    Mit den Menschen ist es wie mit Hemden und Hosen: Hauptsache, sie passen nicht zueinander. (Sorry, aber Aufforderungen zu Plattitüden nehme ich grundsätzlich ernst. Auch wenn sie nicht an mich gerichtet sind.)

  5. creezy sagt an:

    Das kann nur Liebe sein! Geht gar nicht anders! Und so liebevoll beobachtet …

  6. glasscherbenviertel sagt an:

    die liebe liebt das schwierige. (giordano bruno)

  7. dieJulia sagt an:

    per aspera ad dingsbums. Oder so.

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