Die Diplomatie
Sie mag wohl eine hohe Kunst sein. Das merke ich daran, dass es mir sehr schwer fällt, sie zu beherrschen. Aber vor allem ist sie ein notwendiges Übel im Berufsleben und von ihrer Notwendigkeit kann einem ganz übel werden. Entmannt fühle ich mich durch sie. Entmannt und gedemütigt. Aber wenn ich sie einmal zuhause lasse und den Arbeitstag ungestört zum Rumpeln nutze, scheine ich mir damit keine Freunde zu machen. Und Lord knows, die brauchst du in der Medienbranche. Sonst kannst du gleich deinen Blumenladen im Helmholtzkiez anmelden und den ganzen Tag ein Lächeln für die Kunden aufsetzen. Und das wär ja wohl noch deutlich schlimmer als die gretzige Diplomatie. Das grenzte ja an lupenreiner Freundlichkeit.
2. August, 2007 um 03:00
Seit ich mein Leben mit Duplomatie und geheucheltem Devotismus nach außen vermauere, geht es mir besser. Sch*** auf die Diplomatie, werde als Exzentriker glücklich!
2. August, 2007 um 09:26
Entmannt fühlst du dich wenn du diplomatisch bist? Mir hat mal ein guter Freund einen heissen Tipp diesbezüglich gegeben: Im geheimen bist DU der Gewinner der “Auseinandersetzung”, wenn du Diplomatie einsetzt, denn indem du den anderen “am Leben lässt” stehst du drüber, und damit über demjenigen. (Funktioniert nicht immer, und das mit dem “über demjenigen stehen” ist rein psychologisch gesehen eher schlecht, aber mei, solangs hilft!) Wie du schon sagst, ohne freundliches Gschau ists im Berufsleben hart (naja, auch im Privatleben, oder?)
2. August, 2007 um 09:54
Julie, als leitende Exzentriker haben’s auch schon manche zu was gebracht. Das stimmt. Aber exzentrisch bin ich ja eh schon per se. Man darf sich mich nicht als kuschelnden Streichelzoobesitzer vorstellen. Bei aller Diplomatie.
Fly: Hat wohl was mit Erwachsenwerden zu tun. Freundliches Gschau is halt so gar net meine Stärke. Aber sie ham Recht. In beiden Disziplinen kommt man damit höher, schneller weiter. Zuhauen kann man auch mit einem Lächeln auf den Lippen.
2. August, 2007 um 13:35
Scheiße Burnstl, des is doch was für Versicherungsvertreter.
2. August, 2007 um 14:32
Ja, gelegentlich hat man den Eindruck in bestimmten Bereichen zählt das Schleimscheißen mehr als die fachliche Kompetenz …
2. August, 2007 um 14:38
Du als Dienstleistungserfahrener musstest doch noch viel Schlimmeres als diplomatisch sein, Raz.
Creezy: In allen, nicht in bestimmten.
2. August, 2007 um 16:27
Was glaubst, warum ich die Nasn so voll hab vom Diplomatieren?!
2. August, 2007 um 18:03
Aber es gibt doch zur Balance der Seele immer noch Alkohol!
Ach ja.
Ich vergaß, St.Softdrink! :)
2. August, 2007 um 23:43
[ein vermerk in eigener sache:
wie sieht es denn hier bitte schön aus? da ist man für nicht einmal eine woche im erzgebirge und schon 'verschandelt' ein neugeborener, eher noch auferstandener und selbsternannter "st. softdrink" seinen blogspielplatz. also wirklich.
was ist nur los mit Ihnen? das ist doch alles viel zu glatt hier. wo bleibt denn da der rock(er)? da kommt man ja fast auf die abstruse idee, dass Sie sich bald gel ins haar schmieren und sich nen seitenscheitel ziehen könnten. oder sesshaft werden. ]
3. August, 2007 um 06:33
Sie alte Motzmuddi:)
Glatt ist doch das neue Rau. Und Soft der neue Rock. Seitenscheitel trag ich doch seit Anbeginn der Zeit, das müssten sie doch wissen. Und Sesshaftigkeit ist die neue Rastlosigkeit. The Times they are a-changing, wie Robert Zimmerman einst sang.
Und Emme, da steht ein sanftes Comeback an. Heut abend noch.
3. August, 2007 um 13:22
So will ich Dich hören!