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Über Skythen, Saken und Phyrrer

Da war ich also neulich bei den Skythen im Martin-Gropius-Bau. Beziehungsweise auf einer Ausstellung über Skythengräber. Ein Skythe war sogar höchstselbst anwesend – in mumifizierter Form versteht sich. Jetzt wusste ich bis zu dem Museumsbesuch freilich überhaupt nicht, was ein Skythe ist. Vermutlich hätte ich sie mit den Phyrrern verwechselt und selbst die kenne ich hauptsächlich aus dem sprichwörtlichen Phyrrussieg. Die Skythenausstellung habe ich auch nur deshalb besucht, weil ich mir den Martin-Gropius-Bau anschauen wollte. Dass es mir die Skythen letztendlich doch angetan haben, ist dem Ausstellungs-Design, dem Leitsystem und der erstklassigen Dokumentation der Exponate zu verdanken. So habe ich wenigstens marginale Kenntnisse über beeindruckende Hügelgräber und ihre Standorte, die Modetrends der Steppenreiter, ihre freakigen Tätowierungen und ein wenig über die Geschichte Eurasiens mitgenommen. Das war dann auch die 10 Euro und eine Empfehlung hier auf burnster.de wert. Berliner, schaut’s euch an. Geht noch bis Oktober.

8 haben herzlich gelacht bei “Über Skythen, Saken und Phyrrer”

  1. Rationalstürmer sagt an:

    Ich will ja jetzt nix sagen, aber nachdem du da sozusagen eben erst mit dieser Profilierungssache so wunderbar aufgelegt hast, is´ ja eh scho wurscht. Reschbektieve hammer da ein 1A Quoderatexpectandum.

    Es ist nämlich so, dass man die Skythen – zumindest als Inhaber eines boarischen Abiturs – schon zu kennen hätt. Da wird in der Elften im Deutschen die Klassik durchgenommen, und 95 aller Deutschlehrer haben eine gewisse Schwäche für die Iphigenie. Ist meiner Meinung nach auch richtig so, weil der Infant von Spanien schwächelt streckenweise doch arg, das schillersche pièce de résistance Wallenstein nimmt man leider immer nur im Vorbeigehn mit, und die Maria Stuart ist halt die Maria Stuart, also wieder nix.

    Aber zurück zur Skythenwelt, bevor ich mich noch ganz und gar im Curriculum verhedder. Das arme Iphigenderl (aus Tantalus´Geschlecht, brauchst oiso net weida fragen, warum) wird ja da nach Tauris umme verschleppt, und da herrscht der Skythenkönig Thoas, den sie nach einigen Irrungenwirrungen, wia´s hoid aso is, tatsächlich vom grimmigen Krimkrieger zum versöhnten Humanitätsidealsanerkenner umerzieht.

    Wennst mich fragst, dann ist die ganze Gschicht und der Erfolg von diesem Griechenflietscherl zwar eher auf a) Wandel durch Annäherung oder b) weibliches Herumnölen, bis die arme Seel endlich eine Ruh geben tut zurückzuführen, aber wenn man seinen Deutschunterricht net in der Eisdiele oder beim Schafkopfen verbracht hat und der Lehrer kein Schillerianer war (diese Referendarepack war ja zu unserer Zeit noch so postrevolutionär angehaucht), dann sollt man zumindest das Skythennvolk schon kennen, zefixnoamoinei!

    PS: Recht schönen Dank für den Ausstellungstipp. Und nix für unguat.

  2. St. Burnster sagt an:

    Also mit der Iffi hab ich mich dank dem Herrn Reill in der K12 eigentlich recht ausführlich beschäftigt, aber das hab ich mich auch mit Algebra und du glaubst ja net ernsthaft, dass ich ohne Wikipedia auch nur im Ansatz wüsste, wie eine Binomische Formel ausschaut.

    Aber wenn ich hier schon recht wichtig mit Bildungsbloggen anfang, ist dieses Add-On deinerseits auch absolut erwünscht und berechtigt. Es muss einen auch gar nicht abschrecken, dass ein zutiefst oberflächlicher (sic!) Mensch wie ich allein durch prächtige Leitsysteme für Frühgeschichte zu interessieren ist, statt aus echtem historischen Interesse. Und dass jemand wie ich nur deshalb alles über das römische Reich nachgeholt hat, weil er die BBC/HBO-Serie “Rome” besser verstehen will. Es zählt allein der Wille zur Bildung und vielleicht auch der Wille zu meiner Fortbildung. Ich will ja hier auch was lernen.

    Insofern Dankschön!

  3. Rationalstürmer sagt an:

    Stimmt, man vergisst schon greislig viel wieder. Grad dieses Algebra hab ich schon wieder völlig verdrängt gehabt.

    Und enorm schön gesagt, das mit dem Willen zur Bildung. So wahr außerdem. Alles, was ich über Kunst oder Architektur weiß, hab ich mir ausschließlich aus dem einen Grund neipfiffen, dass ich vor dem jeweils mit nämlichem Geschäfte in der Hauptsache befassten Weib net dastehen wollt wie ein Tölpel. Ganz zu schweigen davon, dass mein Spanisch noch heute ein Trauerspiel wär, hätte es seinerzeit in Santiago nicht diese wundervolle Frau gegeben, der ich unbedingt an die Wäsche wollt.

    Und wennst wieder amal was wissen willst – allaweil gern.

  4. eva sagt an:

    und die cindy sherman nicht angeguckt. tss tss tss. a gibts doch kombitickets…

  5. nath sagt an:

    es mussss SKATEN, SAKE und FUEHRER heissen.
    und ausserdem: STOIBER is im curriculum,stoiber unn nix nimma nie skythen !
    nath

  6. nath sagt an:

    …@ rationalstuermer….das mit den skythen,das hat dir die pauli gesteckt!
    diese verwunschene franken-kassandra!
    nath

  7. über griechen und flitscherl und des ganze andere graffe | freundinnen und so weiter sagt an:

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