Alles anders
Now that winter has fallen upon us
I need something that’s warm and honest
And if I found someone who thinks
That they’ll be true to me
I really wouldn’t want to change it
(Sugar – Changes)
Während sich diverse Blogger die Schädel einhauen und das Bloggen durch die ganze Werbediskussion allgemein ein wenig freudloser geworden ist, während das Niveau der Beschuldigungen und Beschimpfungen beinahe täglich sinkt, während FlickR-Accounts geschlossen werden und im Stillen neue Werbeverträge, während Gerupfte in ihrer Unsicherheit und dem Willen von allen geliebt zu werden, nur noch Mist fabrizieren, während sich alte Kollegen immer mehr zurückziehen, während Freunde umgezogen und andere ungezogen sind, während so manch einem das Herz bricht und anderen der Geduldsfaden reisst, die einen Bücher schreiben, die anderen ungerührt weiterbloggen und manche so derbe ehrgeizig an ihrer eigenen Biografie stricken, dass sie sich längst in einem Selbstbild verstrickt haben, wegen dem man sie auch gleich ins Irrenhaus liefern könnte, während all dessen bin ich immer noch der alte profilneurotische, selbstgefällige St. Burnster und schreibe dieses Blog und es ist dennoch alles anders geworden.
Mein Leben hat sich ein ein klein wenig verändert, seit ich wieder aus Barcelona zurück bin und spätestens mit meinem inszenierten Exitus hab ich eine alte Haut abgelegt, die ich mir jetzt nicht mehr überstreifen kann und will. Es ist ein bisschen beschaulicher geworden hier am Neuen Nordstrand und vieles, was mich bewegt, bringe ich nicht mehr zu Papier, weil es in der Kürze nicht möglich oder einfach zu privat ist. Der St. Burnster, der Schlachter der Nächte, der Alkoholapostel vom Prenzlauer Berg, der Derwisch aus der Fachabteilung Egomanie, hat sich ein wenig aus der Schusslinie genommen und so manches an meiner vergangenen Selbstdarstellung ist mir heute ein bisschen unangenehm. Lange Rede, kurzer Sinn: Bloggen fühlt sich dieser Tage ganz anders und nicht ganz folgerichtig an, der Kick fehlt. Das erklärt sicher auch die für mich untypischen Intervalle von zwei bis drei Tagen zwischen den Einträgen. Nachwievor versuche ich keinen Mist zu schreiben, lieber verringere ich die Frequenz der Posts. Ich weiß auch nicht genau, wie das hier alles weitergehen wird. Ich weiß nur, dass es das wird.
Was jetzt alles nach einer kleinen Blogdepression klingt, dahinter verbirgt sich eigentlich nichts anderes als ein marginaler Rückzug ins Private. Und zumindest das ist gerade alles andere als freudlos. Und jetzt bitte nicht auflegen, denn ich bleib dran.
28. Juni, 2007 um 10:44
Nachwievor schreibt man zusammen? Egal.
Mit dem ersten Teil hast du völlig recht. Auch wenn ich mir meine eigenen Gedanken mache, wäre es spannend gewesen, zu den angebenen Schlagwörtern einen Link zu finden. :)
Und nicht jeden Tag ein Post finde ich sogar ganz gut. Lieber ein paar weniger, dafür Qualität wahren. Ich les hier trotzdem, auch wenn ich selten kommentiere. Mir gefällts.
28. Juni, 2007 um 10:48
Wie der Herr Lindenberg einmal treffend formulierte:
“Auch Seifenblasen hinterlassen Trümmer.”
28. Juni, 2007 um 10:50
Vermutlich schreibt man es nicht zusammen, aber es fühlt sich gut an. Und die Schlagwörter zu verlinken wäre ja nun genau das Gegenteil von dem, was ich provozieren will. Und thanks fürs Lesen. Freut mich und beruht auf Gegenseitigkeit.
28. Juni, 2007 um 11:52
Kommt mir bekannt vor. Yepp. Wieder zurückfinden, Zeit ins Land ziehen lassen, echtes Leben leben – guter Mann.
28. Juni, 2007 um 13:32
Ich überlege fieberhaft, wie ich Sie ein bisschen anpieken könnte. Allein mir fehlt die Kraft.
28. Juni, 2007 um 13:32
Das Leben IST Veränderung. Und das ist gut so – und nach einer Depression hört sich das nicht an;-)
28. Juni, 2007 um 13:45
Isses auch nicht. Ein kleiner Blog-Biedermeier sonst nüscht, Helga.
Ach Frank, das waren noch Zeiten als wir quasi grundlos auf einander eingedroschen haben, wa?
Diaet: ..und endlich die letzte Sequenz von Monkey 4 fertig spielen. Liegt brach seit Weihnachten.
28. Juni, 2007 um 16:14
find ich gut.
28. Juni, 2007 um 20:43
Ich erkenne Pärchenscheiße, wenn ich eine sehe. Da mag sie sogar ein Herr Burnster noch so beneidenswert verklausuliert haben. Nix für ungut, steht eh da: der blanke Neid ist’s, der mich treibt.
Naja, oder die drei Feierabendbier.
28. Juni, 2007 um 21:40
Die von Ihnen erwähnte Beschaulichkeit fehlt mir derzeit. Sie sei Ihnen gegönnt und sollte voll ausgekostet werden.
28. Juni, 2007 um 22:00
Den Erfinder des Meta-Bloggens sollte man noch heute… aber achtkant!
28. Juni, 2007 um 22:01
Das Private ist sehr wichtig und sollte noch immer vor dem Bloggen stehen. Dann gibt es auch neue Sichten und die Geschichten werden vielleicht anders, aber nicht schlechter,
28. Juni, 2007 um 22:13
wärmer und ehrlicher als hier in diesem blogsumpf hast du es verdient, burnston babe. aber vor lauter privatiersgehabe nicht zu milde werden, hörst?
28. Juni, 2007 um 22:13
Selten, so was in einem Blog zu lesen, heutzutage, wo doch die meisten lieber die Frequenz erhöhen und die Qualität sinken lassen, oder ganz aus ihren leeren Worthülsen entfernen. Zwecks Säuberung, soll ja niemand denken, man hätte einen Verstand.
28. Juni, 2007 um 22:58
Mach das, worauf es Dir ankommt.
Das kommt auch an.
Dann und wann.
Und wenn nicht, so ist es keine Pflicht.
“In 50 Jahren ist alles vorbei.”
(Otto Reutter, kennste vielleicht)
28. Juni, 2007 um 23:31
Und darauf einen MaiTai mit besten Grüßen aus meiner ganz privaten Südsee.
29. Juni, 2007 um 00:23
Burnston: bei mir liegt sogar noch die 3er komplett unangetastet! Schwanzvergleich?
29. Juni, 2007 um 03:33
es is ok junge.es is ok.
bevor du das licht ganz aus machst …lern den pocher ein.
der kann zwar nicht schreiben,aber schmidt war das auch egal.
nath
29. Juni, 2007 um 10:55
Das einzig Beständige ist bekanntlich der Wandel. Und das ist gut so! Für mein Empfinden kommst Du viel lockerer rüber und wenn das ein Ausdruck Deiner Gemütslage ist kann nicht schlecht sein :-)
29. Juni, 2007 um 11:30
Mach wie’st mogst – Hauptsach du verschwindst net.
29. Juni, 2007 um 11:55
Wenigstens einer, bei dem was passiert. Alles Gute sei Dir gegönnt.
29. Juni, 2007 um 12:14
Ich wollt hier wirklich nicht um Gunst buhlen, aber schon lieb, was ihr Herrschaften so schreibt. Ich mach eh weiter, keine Sorge.
Und über deinen Kommentar Stilhase hab ich sehr geschmunzelt. Weilst halt auch wieder mal Recht behältst wie so oft.
Und du Jan wirst mich im Wettlucasarten sicher nicht mehr einholen;)
Und Herr Kid, treffender kann man es wie immer nicht ausdrücken.
Danke Britt, es ist ja nicht so, dass man manchmal nicht gern versumpft. Kennst das ja;)
Herr Bandini, schön von Ihnen zu hören.
Sno: Eh klar.
Frau von Welt: Aber sowas von Prost und ab ins Wochenende jetzt. Schönen Urlaub!
29. Juni, 2007 um 16:49
Verstehe das zu gut! Mach langsam aber gewaltig …
30. Juni, 2007 um 03:55
Hallo! Waren Sie zusammen mit Herrn Spackonautenallee.org in Barcelona? Nein? So ein Zufall aber auch.
Ansonsten sollten Sie so und so nicht aufhören, wo ich doch gerade erst anfange Ihren Blog zu lesen.
Grüße
Hurrz
30. Juni, 2007 um 03:58
…spackonauten.org …beherbergt die Allee der Spackonauten. Sorry.
30. Juni, 2007 um 14:00
Ja, die kenn ich freilich, aber das Barcelona-Exil haben wir nicht zusammen bestritten. Ansonsten weiterlesen, es geht ja auch weiter.
30. Juni, 2007 um 18:42
Aus dem Herzen gesprochen.
Ich bleib auf jeden Fall dran!
1. Juli, 2007 um 12:36
du hast so einfach recht.
3. Juli, 2007 um 12:27
Roger. Voll O.K.
3. Juli, 2007 um 20:38
Geht ja weiter. Immer.