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Danke, ausgezeichnet

Ja, ja, morgens ein wenig Yoga, dann ein paar Sit-ups und Liegestütz. Die Hanteln kurz in die Hand und mit dem Fahrrad zur Arbeit. Natürlich lange bevor die anderen da sind, schließlich bist du ja schon um 7 Uhr aufgestanden. Erstes Getränk des Tages ist lauwarmer Jasimtee, um den Körper wohlfeil in Schuss zu temperieren. An der Safttheke dann den Wellness-Mix und zu Mittag einen Joghurt. Abends dann mal was Handfestes und vielleicht zwischendurch einen Espresso, eine rote Gauloises und ein Gläschen Chardonnay. Ein Dinner mit dem stilsicheren Mädchen aus West-Berlin und früh zu Bett, man muss ja am nächsten Tag wieder um 7 aus den Federn. Natürlich parlierst du gelegentlich mit deinen Freunden, diskutierst mit Projektgruppen und rufst am Wochenende deine Familie an. Am Wochenende ist auch endlich Zeit für Schwimmen und Joggen, ein ausgiebiges Frühstück mit frischem Joghurt, Nüssen und Honig, sowie einem gediegenen Blick ins Feuilleton und den Sportteil der Süddeutschen. Am Schlachtensee ein wenig Boot fahren und abends im Straßencafé nochmals den Relaunch besprechen. Eine BBC Comedy auf DVD kaufen und sich eine alte Dinosaur Jr. Platte bestellen, eine interessante Monografie lesen und zu “Germany’s Next Topmodel” auf der Couch dösen. Nicht einmal das Abschneiden des FC Bayern ärgert dich sonderlich, nur der Kollege tut dir leid, wenn er in der Früh nach der jüngsten Niederlage ganz in Schwarz ins Büro schleicht. Ansonsten läuft alles rund, dir geht es gut, du bist gesund und kaufst dir mal wieder eine neue Röhrenjeans. Und als du abends an der Spree entlang im Abendrot nach Hause fährst, übersieht dich so ein Proll an der Kreuzung beim Ostbahnhof und fährt dich tot. Und das ist saublöd, weil bis eben hättest du auf die Frage wie’s geht, endlich mal sagen können: “Danke, ausgezeichnet.” Deshalb soll man’s weder mit der Gesundheit, noch mit der guten Laune übertreiben. Am Ende ist man nämlich so oder so der Dumme.

17 haben herzlich gelacht bei “Danke, ausgezeichnet”

  1. Rationalstürmer sagt an:

    Da sind Glanz und Elend des Wellness-Wixers aber sehr bravourös beschrieben, Hut ab. Kriegt auch nicht jeder so hin, diese Lässigkeit in der Feststellung, dass es letzten Endes auch alles nur ins Taschentüchl geht.

  2. St. Burnster sagt an:

    SInd wir nicht zumindest in Aspekten alle Wellness-Wixer? Ich hab Ansatzpunkte für jeden parat gestellt.

  3. schroeder sagt an:

    Ich bin in Ansätzen Wellness-Wixer, auch wenn ich das vor kurzem noch weit von mir gewiesen hätte. Danke, ich fühle mich persönlich verarscht und köstlich unterhalten! Starkes Ende auch…

  4. Rationalstürmer sagt an:

    Sind wir, ja freilich. Und “Ansatzpunkt” ist ja wirklich niedlich gesagt. Ich hab mir an dem Nagel, den du da rausstehen hast lassen, sauber den Arsch aufgerissen.

  5. MC Winkel sagt an:

    Supergeil mal wieder, Homie! Ich wusste doch, dass am Ende noch einer stirbt.
    Was Deine neuen Ernährungsgewohnheiten betrifft, könntest Du glatt bei meinem “Belly-Off-”-Projekt partizipieren. Das ist so ein Projekt, bei dem BloggerInnen gemeinsam abnehmen. Nicht viel, nur die Wanne wieder in Schuss bringen. Erzähle ich Dir mal, damit Du weisst, was ich gerade so mache.
    :)

  6. St. Burnster sagt an:

    Ich weiß, was du diesen Frühling getan hast, Van Emsing;)

  7. Dr.Sno* sagt an:

    Und genau deswegen bin ich für Killerspiele. Schliesslich verkürzen diese nachweislich die in solchen Fällen lebenserhaltende Reaktionszeit.

  8. St. Burnster sagt an:

    Seit gestern mache ich auch wieder die Straßen von San Andreas noch unsicherer als sie ohnehin schon sind. Schluss mit lustig.

  9. creezy sagt an:

    Sauber! Da habe ich doch eben noch schnell den Yoghurt-Zubereiter in die vollen Badewanne geworfen, die Nüsse den Eichhörnchen an den Kopf geschmissen, bin auf Roth Händle geswitcht und alle Dates ab sofort nur noch an der Kreuzung vom Ostbahnhof. Wäre doch gelacht, wenn ich nicht noch ein bisschen mehr Gaudi in mein Leben kriege!

  10. Opa sagt an:

    Essen, trinken und tun, was Spaß macht. Alles andere lassen – dafür habe ich keine Zeit mehr. Wie schnell bist du 87 …

  11. St. Burnster sagt an:

    Das ist das Herzblut, Creezy. Jawohl!

    Edi: Was ist mit dem Rauchen? Machste noch?

  12. Opa sagt an:

    Ich steck grad meine vorletzte an, damit ich wieder ein bisserl Luft krieg.

  13. saxana sagt an:

    Ach das mit dem Rauchen ist auch so ein Schmarrn. Als ich noch rauchte, fühlte ich mich besser und wenn nicht, wußte ich wenigstens warum. Jetzt fühle ich mich nur noch scheiße und weiß nicht einmal warum.

  14. kosmonautin. sagt an:

    bis zur vorvorvorvorvorletzten zeile war ich schon drauf und dran zu glauben, dass der herr burnster nun doch gänzlich von dannen gezogen ist.

  15. sabbeljan sagt an:

    nimmt man eigentlich von super-models-gucken automatisch ab?

  16. Burnster sagt an:

    St. Burnster is fuckin dead. Long live St. Burnster. Mit Schall und Rauch wie eh und je.

  17. Silka vom Ballsaal sagt an:

    ich höre sofort mit dem yoga auf. 7 jahre reichen. aber wundervoller text. tut mir gut. schließlich bin ich ja ständig von irgendwelchen sportlern umgeben. da hat man ständig druck. nur gut das ich keine waage benötige. 1 tafel schokolade am tag halte ich lässig durch.

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