Letzter Nachruf: In fahlere Himmel
von Kid 37
Mortal lovers must not try to remain at the first step,
for lasting passion is the dream of a harlot
and from it we wake in despair.
(C.S. Lewis. “The Pilgrim’s Regress”. 1933.)
Ach, Blogger, Freunde, Mitverschwörer! Der Burnster, der Gute, er ist nicht mehr. Manche haben es kommen sehen, viel zu oft beschwor er die tiefsten Abgründe des dunklen Abyss’, warf sich hinein in den tosenden Maelstrom wilderer Herzen, trotzte furchtlos dem steinernen Moloch, dem seelenfressenden Berlin. Mit flammender Zunge und feurigen Augen kochte er noch die Glut, peitschte den Furor des Leidens in die dunkelsten Schlünde und kehrte zurück aus Gefahren, die einen einfacheren Mann schaudern machten.

Wenn ich nun schaue aus dem einsamen Fenster, in fahlere Himmel, um den Flug der dunklen Vögel zu ergründen, so sehe ich kein Licht, kein Stern leuchtet und weist den Weg durch die Nacht. Du Hund, rufe ich. Du Niederträchtiger! schleudere ich hinaus in die Nacht, während trauernde Raben sich auf meiner Schulter niederlassen. Warum, zage´ich, warum hast du uns verlassen?
Doch begraben will ich Burnster, nicht ihn preisen! Tot will er sein? Ja, dann sei tot! Toter noch als Abfall und Verfall, als Mörtel, Eisen und Beton. Tot sollst du sein wie ein kalter Stern, der Schmerz nur läßt und dunklere Materie im ganzen Universum. Denn nur dann, wenn unser ganzes Ich zur Klage wird, wenn Träne alles, was wir fassen, wenn alles Asche ist, was bleibt, wenn man dreimal gerufen hat, noch vor dem Morgengrauen: “Burnster, alter Sack, wenn ich dich in der Hölle erwische!” – nur dann will ich singen sein Lied, will ich Hoffen, das etwas bleibt. Mehr als bloße Fragen.
Und wie ich hier stehe am offenen Sarg des Teuflischen, des Höllenfeuerverbrenners, des schwefligen Verderbers holder Berliner Jungfrauen und unschuldiger Blog-Madonnen – so möchte ich rufen:
4. Mai, 2007 um 10:14
Jetzt muss ich doch weinen …
4. Mai, 2007 um 13:39
Dieser Nachruf – natürlich von einem Hamburger – ist schöner, als der Verblichene jemals war oder hätte werden können.
4. Mai, 2007 um 15:30
Oh. Man will ihm wünschen, dass er das lesen kann an dem Ort, wo er jetzt ist.
5. Mai, 2007 um 22:55
gä gää gäää, dees glaabst doch sejwa ned, das der obkratzt is. oda ? bsuffa werd a umanandaflacka, wos den sunst ?
8. Mai, 2007 um 09:57
der tod ist schlafes bruder. gähn gähn gähn.