2. Nachruf: Ein Prosit der Unsterblichkeit
von Don Alphonso
O mei, liabe Leid O mei. Etz hodsn dabreslt. I moan, wengaram so an bledn Muskl, so an hundsvare…. Huift ois nix. I sog’s, wias is. Auf Hochdeutsch, dos de Breissn des a vaschtengan.
An einem Tag, da die Sonne den warmen Boden Bayerns küsste, da musste unser St. Burnster dem Leben den Abschiedskuss geben. Fern der Heimat ereilte ihn das Schicksal, schnell und unerwartet, zumindest, was die Form des Abgangs anging. Wenn Bayern scheiden, dann stellen wir uns eine barocke Höllenfahrt vor, mehr als 200 PS in einem BMW etwa und eine Kurve mit Bäumen, oder eine Mass, die zwar noch ging, aber dann doch nicht passte, oder ein falscher Tritt auf einem tückischen Bergpfad. Eventuell auch noch ein Schlaganfall in einem Wirtshaus. Oder ein santes Scheiden der Sehnsucht auf der Ludwigsstrasse in München. Aber einfach so von einem versagenden Fressmuskel in Berlin, wo es eh nixn gibt, dahin gerafft zu werden – das macht ihn zu einem wahren Märtyrer, den wir nicht umsonst den St. Burnster nennen.
Ja, heult nur, ihr wadelnzeigenden Mädchen aus seiner Arbeit und seinen berühmten Konzerten, heult, weil ihr damals nicht ja gesagt habt und er deshalb noch eine im Bergstüberl trinken war. Weint, Ihr Bassisten, die ihr ihm nie mehr die Linie ziehen werdet für Gitarreund Gesang. Vergießt Eure Tränen, Ihr Leser seiner Episteln voller Heimatschmerz, Wahnsinn und genialischem Suff, denn mehr als sein bloggewordenes Vermächstnis werden wir nie mehr erhalten.
Der, der von uns gegangen ist durch die Unschlüssigkeit eines Muskels, ist jetzt schon weit weg. Vielleicht sitzt er in der Hölle und säuft all den Kneitinger Bock weg, der eigentlich der Linderung der verdammten Seelen dienen sollte, vielleicht aber zeigt er auch den Engerln die berüchtigte Mittelstürmerblutgrätsche des SV Grafentraubach, mit der er mehr A-Jugend in die Reha schickte als Nadelöhre durch Kamele gehen. Wir, die wir hier bleiben, wir wissen es nicht.
Ja, reicht schon, nicht mehr schluchzen, nachher hab ich einen Kasten zum owischwom. Bin auch gleich fertig.
Nichts also tun wir wissen hernieden. Aber eines, das tun wir doch wissen: Dass der Boden unseres herrlichen Freistaates Bayern trotz all der grindigen CSU nicht bleiben wird unfruchtbar und leer. Aus fetter Erde des Donautales wird dereinst wieder einer kommen, eine Gitarre wird er in der Hand haben, einen Brand in der Kehle und die Täler werden erdonnern vom Klang seiner Geschichten. Es wird sein im Frühling, da der neue Held erscheinen wird, die Glocken werden läuten und die Heiligenbilder wanken, und er wird sich durch all die fetten, dreisten Münchnerinnen ficken und dann seinen Weg in das steinerne Nichts der Stadt Berlin finden, und sort wird er vertilgen und verbrennen die Mauern, den Aussatz und das niedrige Gewürm, das es weiland wagte, hier in diesem Moloch den Körper unseres St. Burnster zu zerfressen, und Feuer wird sein und Schwefelgestank, wenn die Stadt ihren Bestrafer trifft, der kommt sich zu rächen an dieser eitlen Metze, die es nie gut genug mit unserem Burnster meinte.
Uns bleibt nur das Warten. Und der Bock. Oiso – auf dei Wohl, Moasta Burns!
26. April, 2007 um 07:55
Ja i vareck! Geh schaugst amoi Buam.
26. April, 2007 um 08:01
ich halte so lange die luft an, bis ich den brenner wieder habe.
so.
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26. April, 2007 um 08:32
Des is recht, Armageddon as seen in Grafentraubach. Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten. Am jüngsten Tag, da putzt ein jeder ja sein Gewissen und sein Gewehr. I bstei ma dawei hoid no a paar Hoiwe.
26. April, 2007 um 11:11
Wie kann denn zum Henker nochmal ein Unsterblicher solange tot sein?
26. April, 2007 um 12:53
Ihr seid’s schon ein paar Abg’feimte, Ihr. Da lasst Ihr den Heiligen Brenner on hellfire and bourbon so mirnichts dirnichts von uns gehen, und die Abgründe bleiben offen wie Himmelsschlünde.
26. April, 2007 um 21:36
I glab ollaweil, den Scheintoten druckts hoam noch Minga. Recht so.
27. April, 2007 um 13:10
Herr Burnster, sind Sie denn am Montag von Ihrer Wellnesskur-Auszeit zurück? Oder dürfen wir uns auf den Nachruf von MC freuen? Ähem klar, dass jetzt in Kürze auch von uns Lesern auf ein „Burnster im Bett mit Gott, Satan und Elivs“-Medley folgen sollte …
27. April, 2007 um 15:33
alles schön und gut, aber ich les lieber von burnster als über burnster
28. April, 2007 um 14:58
Ziagt er nach Minga da oide Sauhund ha? Des waar a freid :-)