Feuer zieh mit mir
Das personifizierte Grauen heißt neben Oliver Pocher und Oliver Geißen natürlich auch immer Bob. Mein Votum für den schlimmsten Filmbösewicht geht eindeutig an Frank Silva, der den parabelhaften Genussmörder Bob beim guten alten Twin Peaks gibt. Gerade sind die finalen Folgen endlich auf DVD erschienen und seit Tagen fürchte ich mir nachts den Arsch weg. Und ich bin nun wirklich nicht leicht zu erschrecken. Zudem erschreckend, dass der gute Frank/Bob 1995 an AIDS verstorben ist und bei all der Abschlachterei in der Serie wohl schon in einem fortgeschrittenerem Stadium gewesen muß. Das tut im Prinzip nichts zur Sache, macht die Sache nur einfach noch grauenvoller. In einem alten Interview habe ich gelesen, dass David Lynch dem sympathischen Hernn Silva eigentlich weder ein Drehbuch, noch eine Charakterbeschreibung geliefert hat. Er gab ihm weder Schminke, noch Kostüm, ließ ihn sitzen und warten bis zum Drehbeginn und erteilte ihm dann ein paar knappe Anweisungen. Das war alles. Der Rest kam aus Frank Silva. Dass Lynch dieses Potential erkannte oder auch erweckte, ist eine beunruhigend genialische Leistung. Sogar die berüchtigte blaue Jeansjacke gehört Silva selbst.
Die Eulen sind nicht, was sie zu sein scheinen und in den Wäldern da draußen geht Merkwürdiges vor sich. Noch ein paar beruhigende Takte von Sonic Youth’s “Teenage Riot”, bevor ich mich wieder zu Bob in die Wälder begebe und unter grauslichen Träumen einschlafe. Gute Nacht!
13. April, 2007 um 00:41
Nach grauslichen Träumen empfehle ich ein Stück Kirschkuchen und eine Tasse verdammt guten Kaffee!
13. April, 2007 um 00:53
Bestmöglicher Kommentar, Matze!
13. April, 2007 um 14:37
Das heisst nicht, dass jetzt niemand anderes mehr kommentieren soll;)
13. April, 2007 um 14:39
Incinerate (Sonic Youth) würde als Vorbereitung u.U. auch passen.
13. April, 2007 um 16:00
Meine wunderbare Berliner Bumse is ja auch immer so auf diesen Twinpeaks-Styler-Scheißdreck abgegangen. Ich hab das nie verstanden, wie einem – und da zitier ich mal die große Humoristin Beatrice Richter aus einem ihrer Sketche mit dem viel zu früh von uns gegangenen Dieter Krebs – “so e Schweinkram gfalle kann”.
Warum kann man denn nicht einfach den Metzger-Seppe aus der Freiheit nehmen, wenns schon unbedingt ein Fernsehmetzer sein soll?! So, Kommentarbefehl ausgeführt, Moasta.
13. April, 2007 um 16:54
Du Weichei! Wegen deiner Bumse machst jetzt wieder einen auf “Ich bin dagegen, egal worum es geht.”
Den hättest du dir folglich sparen können, Kamerad.
13. April, 2007 um 18:17
Ein Schmarrn, Bumstl, des Maderl war doch nur zur Illustration gedacht, weils mich halt da schon immer aufgeregt hat, Brutalopposition geht doch bei mir ganz anders.
13. April, 2007 um 19:44
Ich trudel ja noch mit Diane durch die erste Staffel – in Erinnerung an selige Tage, an denen man im Gras lag, Kirschstengel im Mund verknotete und abends vielleicht zum Tanzen ging. Vielleicht im One Eyed Jacks.
13. April, 2007 um 20:41
Hab mir den zweiten Teil der zweiten Staffel auch zugelegt. Jetzt überlege ich, wann und wie ich mir etwas Zeit freischaufeln kann, um alle Folgen in einem Zeitraum von drei bis fünf Tagen zu schauen.
13. April, 2007 um 21:57
Willkommen in meiner Welt, Raducanu!
Ins DoubleR ging man zum Tanzen. Ins One Eyed Jacks doch eher zum Stanzen.
13. April, 2007 um 23:09
Schön, daß ich jetzt wieder weiß, worauf’s rauslief. Kann ich mir die Wiederholung wenigstens sparen. Reicht ja, wenn man sonst in jedes Näpfchen viermal mit Anlauf springt.
Aber ja doch, gut war’s schon.
14. April, 2007 um 21:14
Ach Burni, det ist doch och nur Film und so’n Schmus. Und überhaupt in Deinen Träumen ist das Blut doch auch nicht echt .
15. April, 2007 um 18:29
Sorry, ins Roadhouse ging man zum Tanzen. Im DoubleR gab’s ja den tollen Kaffee. Dich, Stilhäschen, verstehe ich heute nicht und dich, Creezy, genausowenig.
16. April, 2007 um 07:28
Naja, wenigstens Audrey hatte im DoubleR ihre kleine Tanzeinlage. ; )
17. April, 2007 um 23:05
Burns, das klingt arg nach “Trösten Sie jetzt: den Frauen-nicht-Versteher”. Aber damit muß man eben klarkommen.
(Bimbam, dabei war’s doch gar nicht schwer. Ein kleiner Sermon gegen das Den-Mörder-Verraten, gepaart mit Selbstmitleid und Nostalgie-Kicks halt. Niemand versteht einen mehr. So ein Mecker.)
18. April, 2007 um 10:47
Quatsch mit Soße. Den Mörder hab ich doch nicht verraten. Guck die Serie und du wirst verstehen, wer oder was mit Bob überhaupt gemeint ist.
19. April, 2007 um 18:09
Tatsächlich? Hab’ ich da wieder was verbutzelt mit meinem gnädigen Hirnsieb? Jaja, ich erinnere mich düster, das war irgendwie so metaphysisch. Am End hat’s auch noch eine Bedeutung, daß du nicht schriebst, das Feuer solle laufen.
Aber gesehen hab’ ich das schon, und wahrscheinlich einfach nicht kapiert. Man kann nicht alles haben.