Im Bett mit Don Alphonso

St. Burnster interviewt seine Leser

Unsereins ist ja immer glücklich wenn’s ein wenig scheppert. Das kann der Kollege Rationalstürmer sicher abnicken. Wir Bayern sind halt geborene Rumpler. Umso mehr freue ich mich, dass ich heute mein Bett mit dem deutschen Meister im Hineinbetonieren teilen darf. Er mag eine kontroverse Figur sein und manchen gegen den Strich gehen, aber wenn’s ihn nicht gäb, müsst ich am Ende noch hinlangen und ich hab doch genug hier mit meiner Großstadtprosa zu tun. Eines vergisst man gerne bei ihm: Er ist nicht nur ein big pimpin Watschenbaum und Krawall-Seppl, er ist auch ein ein begnadeter Entertainer. Das zeigt er uns im Folgenden und dass wir Bayern halt auch irgendwie alle miteinander können, is eh klar. Bühne frei für Herrn Don Alphonso im Bett mit St. Burnster, ein Tête-à-tête, das sich prima mit seiner jüngsten humanitären Mission in Berlin verbinden ließ, wie man auf dem Foto sehen kann.

fonso.jpg

Seit wann liest du St. Burnster?
Ziemlich genau seitdem ich aus Berlin weg bin, Mitte 2005

Wie bist du auf mich und meine Seite gekommen?
Über die Blogroll von Modeste und auf ihre persönliche Empfehlung hin.

Was ist deine Lieblingsgeschichte?
Das ist fast alles, was Du über München und Grafentraubach schreibst. Weil es nah dran ist an meiner eigenen Geschichte.

Was magst du an St. Burnster?

Den Gegensatz, der auch der Meinige ist: Der Bayer, der weiss, wie grausam die Provinz und wie nichtig München sein kann, dann in Berlin landet und sich an dieser Stadt abarbeitet, die ihn ums Verrecken nicht haben will, weil er immer ein Bayer sein wird. Sie wird ihn in manches Bett und mitunter einen guten Tag haben lassen, aber am End spuckt sie einen aus wie eine Fliege im Bier, und dann hat sie einen sofort vergessen, weil wieder andere Bayern kommen und diese Erfahrung machen. Kurz: Die Seelenverwandtschaft.

Warum bist du so ein Raufbold?

Ich bin manchmal ein Raufbold. Weil mich die gschleckte Art mancher Leute ankotzt. Die nie irgendwas direkt sagen und immer hintrücks kommen. Diese bloggenden Schwaben und vorbalkanischen Ösis samma zwieda. Und wenn man hinlangt, soll man hinlangen. Dass ich deshalb der deutsche Meister im Hineinbetonieren bin – mei, irgendwo muss Bayern eben vorne sein. Wenn schon der FCB den Freischwimmer in der Brennsuppn macht.

Was sagst du zu dem Vorwurf, du würdest nur im Netz den Knüppel auspacken? Wie sieht’s mal mit privaten Prügeleien aus?
Geh weida, i kum von da Schanz. Was in Berlin zur Folge hatte, dass sämtliche Zeitungen über den Irrsinn an den Schulen berichteten, war bei uns damals selbst im Gymnasium ziemlich normal. Dass wir uns mit den Geodreiecken blutig gestochen haben, war keine Erfindung, sondern ernst. Wir hatten Rabauken aus den Dörfern an der Schule, ich war DIE ethnisch-religiöse Ein-Personen-Minderheit, und aufgehört hat es erst, als ich intensiv Sport betrieben habe und dann als Windsurfer und Rennradler paroli bieten konnte. Und auch heute würde ich mir nicht blöd kommen, wenn ich in der Reichweite meiner Beine wäre.

Bekommst du Drohmails?
Klar. Aber keine mit Adresse. Sonst würde ich nämlich vorbei kommen. Allerdings nicht allzu viele. Mein Clan wehrt sich traditionell nicht nur mit Flinte, Gewehr und Messer wie mein Opa, sondern mittlerweile auch durch einen Haufen selbstgezüchteter Juristen.

Was würdest Du tun, wenn ich auf St. Burnster plötzlich Toyota testfahren würde? Ich habe übrigens früher einen Tercel Kombi gefahren.
Und ich einen Subaru Libero 4WD. Das war ein Spaß in der Kiesgrube vom alten Donaubauer. Ich würde Dir eine Mail schreiben und sagen, dass es nicht zu Dir passt. Zefix, Du kommst aus Grafentraubach, dann mach Dich gefälligst mit einem 3er Blechdach-Cabrio zum Gschpött.

Du gibst ja schon gerne mit Stadtpalast, Cabrio und Weibern an. Ist das der Südländer in dir oder warum zeigst du uns dauernd wo der Bartler den Most holt?
Wer ko, der ko. Im Ernst, warum sollte ich mich marktgängig lügen? Wir haben einen Stadtpalast aus dem Jahr 1600 mit 53 Zimmern. Jetzt schon seit 150 Jahren. Und ich habe einen Roadster. Weil meine kleine Schwester den ihren nicht mehr wollte und mir der Punto auseinader gefallen ist. Und meine Liebste kommt im Blog nicht vor. Es is hoid aso.

Ich bin ja schon gerne schadenfroh, wenn wieder ein Arschloch von dir aufs Maul bekommt, aber irgendwie fürchte ich den Tag, wo’s auch mal mich erwischen wird. Führst du eine Abschussliste?
Ja. Für Österreicher, Schwaben, Preussen und PRler. Na, aufs Maul haben vielleicht 20, 30 Blogger was bekommen, von ein paar hunderttausend, und das auch nur, weil sich immer keiner traut, dem Arschloch was aufs Maul zu geben. Und irgendwann bin ich dann so geladen, dass sie eben beim Scheissen der Blitz trifft.

Den MC Winkel magst du ja nicht. Ich bin ja mit dem schon nicht undicke. Wirft das ein schlechtes Licht auf mich?
Der Winkel ist mir privat wurscht, und er wird Dich auch nicht beim Becks vollsülzen, wie geil er Opel, Coke und Videospiele findet, und wofür er sich sonst noch linienmässig hergibt. Aber wenn er den Werbeclown unter den Blogs gibt, dann sag ich halt, was für ein Werbeclown er ist.

Was für Kapriolen haben wir Bayern von einer fränkischen Führung unter Beckstein demnächst zu erwarten?

Ich hätt nie geglaubt, dass einer von denen mal Ministerpräsident wird und schon gar nicht der eine da. Er wird dafür sorgen, dass Bayern so bigott, rückständig, korrupt, wirtschaftlich erfolgreich und bierdimpflig bleibt, wie es nun mal ist. Aber er ist als Franke schwach und wird es nicht lang machen. Mehr Spass erwarte ich mir vom Huber Erwin, das ist ein Komödiant, der es sicher noch weit bringen wird, mit all seinen Freunden und Amigos. Die Staatspartei ist ein unausrottbares Übel, aber diese beiden Apparatschiks im Gespann werden es schaffen, das Ungetüm weiter zu ruinieren. Denn auch Bayern ist nicht mehr so wie früher, die jungen Leute sind anders, sie ficken durch den Tennisclub, lassen sich scheiden und waren sogar mal in München, und den Spagat kriegt die CSU nicht mehr hin.

Findest du es in Ordnung, dass Blogger gegenseitig miteinander schlafen? Hast du schon mal mit einer Bloggerin den Lattenrost überprüft?
Und den Fussboden und den Perserteppich und die Badewanne. Aber das ist eh unvermeidlich. Die Blogosphäre ist so fickfreudig wie dasTanzhaus A9 in Lenting nach der Betonmass-Time. Es redet kaum einer drüber, aber wer länger dabei ist, weiss, wie es läuft. Weniger da, wo ich jetzt bein, weil hier gibt es kaum Blogger ausser den Elitessen von der Wirtschaftsuni, aber in den größeren Städten und besonders Berlin ist das längst normal. Und bislang läuft das alles auch bemerkenswert diskret ab. Ich warte ja nur darauf, bis sich mal Eine durch die männliche Blogosphäre nascht und dann darüber ein Blog führt.

Du hast mir in einer spektakulären Mission unter Einsatz deines Lebens einen Kneitingerbock von Regensburg nach Berlin überführt. Selber trinkst du aber kein Bier. Wie verträgt sich das mit deinem Bayernbewusstsein?
Es is a so: Ich hab halt nie damit angefangen. Hat nicht zum Sport gepasst, weder zu den Brettern noch zum Radeln. Und ich habe auch ein paar wüste Parties in Austraghäusern im Donaumoos erlebt und wie sich dann ein paar Deppen in die Bäume gefahren haben. Oder wie sich meine Freunde während der Bundeswehr um den Verstand gesoffen haben. Da, wo ich herkomme, ist Saufen vollkommen normal, in der Audi gab es Leute, die haben am Tag einen halben Kasten gesoffen und sind dann hinterm Steuer heimgefahren. Da hab ich mir gedacht: Nein, das ist nichts für mich.

Du hast immer einen rechten Appetit, stimmt’s?
Ja. Sowieso. Ich komme aus einer Familie, für die das Essen stets im Zentrum der Bemühungen stand. Meine Oma hat nie gesagt, dass die Familie reich war, sie hat es so ausgedrückt: Bei uns war immer wos Fleischads am Tisch. Jeden Tag Fleisch war Luxus zu der Zeit, als sie jung war. Ich bin zwar Vegetarier, aber wie viele in der Region definiere ich mich dennoch durch den Genuss. Zweimal Wochenmarkt gehört einfach dazu, und man kann in Bayern immer über’s Essen reden. Am Montag war ich im Altmühltal auf einem Berg, da kam mir einee Frau mit Hund entgegen. Ich hab ihn gestreichelt und gesagt, dass ich leider nichts dabei hab, dann hat sie gesagt, dass er schon beim Frühstück was abbekommen hat, und dann stehen zwei wildfremde Bayern auf dem Berg und reden über einen kugelrunden Hund hinweg eine halbe Stunde über das Essen. Für einen Bayern ist das ganz normal, es macht einen auch nicht fett, aber woanders hat man das nicht so. Daher wirkt mein Blog verfressen, ohne dass ich es wäre. Neben diesem Interview habe ich nur einen Feldsalat gegessen. Mit gedünsteten Austernpilzen und gebratenem Haloumi, dazu Rucola, Bärlauch, Balsamessig und Olivenöl vom Gardasee, sowie Kümmelkuppeln, die um 11 aus dem Backofen kamen und noch warm waren.

Was ist das Schönste an Ingolstadt?

Die Autobahnauffahrt nach München. Nein, im Ernst, die Stadt ist wirklich schön, voller Geschichten und Geschichte, was ich erst in Berlin begriffen habe. Erst dachte ich, ich könnte hier nichts berichten, denn ich habe mein Blog eigentlich aufgemacht, um aus der Fremde zu berichten. Inzwischen aber weiss ich gar nicht mehr, wohin mit all den Geschichten aus der Provinz – und die Leute lesen es. Die Menschen hier sind sehr, sehr freundlich. Mitunter Rassisten und braune Kackbratzen und völlig akulturelle Idioten, aber dennoch, die Stadt ist wirklich lebenswert. Das Schönste? Meine Dachterasse mit Blick auf ein Hauptwerk der Brüder Asam, wo ich gerade sitze (16 Grad), den Salat esse und das hier schreibe. Es ist in der Stadt, aber gleichzeitig drüber. Ohne Internet wäre es natürlich unerträglich.

Berlin gefällt dir ja nicht so dolle, hab ich den Eindruck. Was kannst du Berlin dennoch abgewinnen?
Der unfasbare frühere Reichtum, der bei den Antikhändlern zum Vorschein kommt. Berlin war vor den Nazis tatsächlich die einzige Stadt neben München, die den Namen verdiente. Wer was konnte – Brecht, Fleisser, Feuchtwanger – ging nach Berlin. Und das merkt man bis heute an dem, was die Berliner wegwerfen. Ich esse meinen Salat von einem in Berlin gekauften Geschirr von Arzberg, klassische Neue Sachlichkeit, mit Berndorfer Tafelsilber aus Berlin, daneben steht eine Art Deco Tänzerin, und all das will Berlin nicht mehr haben. Was bleibt, hasse und verachte ich – den Müll, das Kaputte, die Chancen, die zertrümmert werden. Der Westen ist Landowsky, der Osten Mielke, und dazwischen ein Spielplatz für junge Leute, die eine Weile dort sind und dann wieder verschwinden. Weil der Müll, die Armut, die Lüge und die falschen Versprechungen auf Dauer unerträglich sind.

Wie beurteilst du aus der Ferne meine Heimat Grafentraubach? Können wir den Ort bitte noch etwas berühmter machen?

So weit ist das ja nicht. Grafentraubach liegt ja bei Straubing, was ein Vorort von Regensburg ist, was als Perle der Oberpfalz wiederum seine alten Kadaver nach Bad Abbach zum Kuren schickt, was bei Neustadt liegt, wovon es gerade mal stinkende 12 Kuhkäffer nach Ingolstadt sind… man sieht also, wir sind eigentlich Nachbarn. Ich glaube, dass Du Grafentraubach unterschätzt. So, wie ich Ingolstadt lange Zeit unterschätzt habe. Man kann da schon sein, wenn man mobil ist und ein- zweimal im Monat rauskommt. Es ist nicht schlimm, wenn ein Dorf sauber ist. es ist in Ordnung, wenn der Bäcker weiss, wer man ist. Natürlich hat Grafentraubach eine Website, bei der man glauben würde, das ist eine kranke Parodie, besonders mit dem Panzermuseum, aber man kann sich das Beste raussuchen. So wie der Mitte-Berliner nie nach Neukölln oder Mahrzan kommt. muss man in Grafentraubach auch nicht in den Reservistenverein. Ich bin alles andere als ein Christ, aber wenn man durch die sanften Hügel am Donau- und Labertal entlang fährt, dann muss man ab und zu zugeben, dass es ein gesegnetes Land ist, trotz Allem.

Was willst du den Lesern von St. Burnster sagen?
Irgendwann machen wir mit Mek eine Bayerisch-Tirolerische Exillesung im Berliner Bergstüberl, und wer dann nicht kommt, wird bis ins dritte Glied Opel Astra fahren müssen.

***
Bunster war bereits im Bett mit:
St. Burnster
Barbara Blender
MC Winkel
Markus Kavka

Neuere Kommentare

62 Kommentare zu Im Bett mit Don Alphonso

  1. creezy
    2. April 2007 at 09:25

    Pah, Ihr zwei seid gar nicht zusammen in der Kiste gewesen. Das sehe ich doch von hier aus …

    (Vermutlich bin ich die einzige, der man mit und wer dann nicht kommt, wird bis ins dritte Glied Opel Astra fahren müssen. richtig fieses Sorgen bereiten kann.)

  2. Rationalstürmer
    2. April 2007 at 09:31

    Beckstein in einem Satz, ganz prima. Überhaupt ist es ein elendes Elend, dass das wunderbare Franken dem Rest der Republik immer in Form von Vollpfosten wie Beckstein, Blöderlesöderle und neuerdings dem kochenden Scheißequirler Herrmann vorgeführt werden muss. Was für ein gebeutelter Stamm wir doch sind.

    Aber eins muss ich dann noch loswerden, bei allem Respekt, Don: Dass Bier net zum Sport passt, also des is ja wohl die unglaubwürdigste Ansage seit der Jungfrauengeburt. Oiso naaa!

  3. MC Winkel
    2. April 2007 at 09:40

    Schade, hatte mich schon so auf Dirk Bach gefreut! :)

    Aber Burnster, Du hast dem Fonsi schon gesagt, dass wir nur Holsten respektive Augustiner gemeinsam trinken, oder?

    Und auf den Beitrag der Bloggerin, die sich bereits durch die Blogosphäre gepimpert hat vielleicht bald tatsächlich eventuell durch die Blogosphäre schlafen können würden wollen tät, warte ich auch schon gespannt!

  4. dieJulia
    2. April 2007 at 10:40

    Oh, Österreicher-Bashing.
    Reizend.

  5. mq
    2. April 2007 at 11:54

    /St. Burnster: Schöne Pyjama-Hose. (Bestätigt den Kommentar zum Thema Bier und Sport vom Rationalstürmer.)
    /Don Alphonso: Schöner Morgenmantel.

  6. Roblonzki
    2. April 2007 at 13:38

    Pfui deifi! Angstoßn werd beim Bier unten!

  7. Juri
    2. April 2007 at 14:18

    „Diese bloggenden Schwaben und vorbalkanischen Ösis samma zwieda.“ Danke dafür!

    Tolle Rubrik! Wie willst du diesen Bettpartner noch steigern?

  8. St. Burnster
    2. April 2007 at 14:49

    Roblonzki: Das ist ein Kreuzen, kein Anstoßen. Erzählen Sie mir nix über’s Anstoßen.

  9. Malcolm
    2. April 2007 at 15:04

    @Juri: In zwei Wochen besuche ich Berlin, und hoffe, dass der Burnster Zeit für ein bisschen Kuscheln und Fummeln hat.

  10. isarblogger
    2. April 2007 at 15:08

    ich hab ja still getippt, dass diesmal ein niederbayer ins bett zu dir darf, aber auch mit dieser wahl bin ich sehr zufrieden.

    p.s.: ich kann gut damit leben, dass meine heimatstadt ein vorort von regensburg sein soll, solange wir in der ersten eishockey bundesliga spielen und die dombiesler nur in der zweiten.

  11. Juri
    2. April 2007 at 16:15

    @Malcolm: Uh, Kuscheln und Fummeln mit ihm? Schwer vorstellbar, diesen „Hansdampf in allen Gassen“ zähmt so schnell keine[r]…

  12. Opa
    2. April 2007 at 19:47

    Gott, sieht der süß aus.

    Aber Spaß beiseite: kein Wunder, daß der so große Haufen scheißt, als Vegetarier!

  13. mek
    2. April 2007 at 20:25

    Ich wage es nicht für Tiroler zu sprechen, aber als Südtiroler lese ich gerne. (die ham da weder Wein noch Kastanien in Innsbruck).

    Wann?

  14. Raducanu
    2. April 2007 at 23:05

    Äußerst unterhaltsam, dieses Interview. Man muss doch an einigen Stellen mindestens breit grinsen. Beste Folge bisher.

  15. kid37
    2. April 2007 at 23:13

    Zwei Daumen hoch fürs Arzberg-Geschirr. Was meinen denn die Leute, worauf ich meine Käsebrote lege?

  16. dieJulia
    2. April 2007 at 23:40

    Ja, und, tschuldigung schon, aber ich frag jetzt noch einmal ganz explizit, weil mir das irgendwie nicht aus dem alpenländischen (?) Schädel gehen will, was hat er denn nu‘ gegen „die Österreicher“?

    Nicht daß ich mich sonderlich betroffen fühlte. Ich bin sowieso ein Bastard, wie so viele hier. Jiddische Großmutter mütterlicher-, böhmische Großmutter väterlicherseits, Vater vermutlich Produkt eines Seitensprunges von böhmischer Oma mit sizilianischstämmigem GI, Muttern sehr glaubhaft dargelegt Produkt aus Seitensprung von jiddischer Mutter mit dem (katholischen) Pfaffen, der auch kein Dasiger war. Das, was „ich“ ist: Geburts- und Wohnort halt zufällig Ö. Und jetzt?

    Aber interessieren tätert es mich, das mit der Abschußliste und den „Ösis“. Ist es am End‘ zweng dem Dialekt?

  17. Burnster
    3. April 2007 at 02:16

    Ja, Signori Porcamadonna, sangs der jungen Frau doch mal, was genau Sie meinen. Die gute Jule is alt genug, um die Wahrheit zu erfahen;)

    Jule. der Dialekt ist bairisch, da sind wir art-, wenn nicht über Jahrtausende blutsverwandt.

  18. Lu
    3. April 2007 at 07:44

    das bild ist ein fake!
    ich weiß, was der fons trinkt, und das steht nicht auf dem tisch, ha!

  19. Don Alphonso
    3. April 2007 at 07:57

    Es is a so: Ich war lange Zeit als bayerisch-jüdischer Berichterstatter nach der blauschwarzen Machtübernahme in Wien. Stichworte: Gross, Spiegelgrund, SPÖ, Haider, Ferrero, Büberlpartie, Grasser, Schüssel, EUMC-Opening, Vernaderung, und so weiter. Wenn es für einen wie mich ein lebensfeindliches Umfeld gibt, dann sind es grindige Ösis, die Opfer sein wollen. Und des san do de mehran.

  20. dus
    3. April 2007 at 10:34

    hm. und nu?

  21. Ole
    3. April 2007 at 10:41

    Am Donnerstag, als ich einmal mehr Medikamente durch die Nacht kurven musste, war der normale Lieferwagen kaputt. Stattdessen musste ich mit einem Ersatzfahrzeug durchs Münsterland tuckern. Nun mag sich mancher fragen: Wieso erzählt der das hier?

    Nun, Ersatzlieferwagen hat kein CD-Deck. Also war ichgezwungen, Radio zu hören. Und weil der DLF-Empfang zu mies war, hörte ich Eins L1ve. Und da gab’s bei Domian „Bettgeschichten“ als Thema, und kurzzeitig überlegte ich, ob da wohl ein Berliner Exilbayer anruft und Bloggerintima über den Äther schickt… aber nix. Stattdessen erzählte irgendeine Trulla davon, wie sie Telefonsex im physischen Sinne mit ihrem Liebhaber hatte (Handy in gelben Sack gewickelt) und ähnlichen Unsinn.

  22. St. Burnster
    3. April 2007 at 12:11

    Klingt nicht uninteressant, Ole.

  23. KleinesF
    3. April 2007 at 13:01

    Nichts gegen Toyota!

    Und wo zur Hölle wohnen Preissen?

  24. Dr.Sno*
    3. April 2007 at 13:47

    Windsurfer?!?

    Das nächste mal wenn der Don Fotos am Strand schiesst werd ich ihn eigenhändig nötigen sich ein g’scheits Brett auszuleihen…

  25. vitamaria
    3. April 2007 at 17:53

    Bayrisch-Tyrolerisch grenzwertig bin ich und mia ham keine Maroni nicht, des ist war. Wega da Käitn schätz ich jetzt mal.
    Aba da hod si schon eppa wos dabei dacht, es gabad koan oanzign Dantla ned, der von Südtirol an die wilde Isar käm.
    Nicht, dass sich bei uns im Isartal jetzt eine Maroni Kultur entwickelt hätt aber Geschichten müssen erzählt werden. Wega was is ja wurscht.

  26. Opa
    3. April 2007 at 19:55

    @ dieJulia

    Ich will ja nicht behaupten, daß der Don lügt, wer bin ich denn!

    Bei uns im Allgäu ist es jedenfalls so: unsympathisch sind uns vor allem die männlichen Österreicher. Die kommen nämlich immer über die Grenze und schwängern unsre Madeln.

  27. Opa
    3. April 2007 at 20:10

    Ach ja, und die Trucker. Ich war im selben Job damals wie Ole, allerdings in einem Vectra unterwegs auf der A7 von Ulm Richtung Füssen mit Tempo 210.
    (Damals, als Opel noch in Polen geklaut und nicht gebaut wurde).

    Aus der LKW-Kolonne rechts schert plötzlich so einer mit Nummer A usw. aus, nicht einmal geblinkt hat das Arschloch. Gottseidank gabs schon ABS und die Straße war trocken. Eine Sache von vielleicht 10 Metern – sonst säße ich jetzt nicht hier als Giftverspritzer. Wär doch schad, oder?

  28. Petr Pivo
    3. April 2007 at 21:26

    Und wo kommt der Hass auf Schwaben her?

  29. dieJulia
    3. April 2007 at 21:42

    Burns: Über Jahrtausende blutsverwandt ist man sowieso mit der halberten Welt, gell? :)
    Don: Aha. Aber wissen Sie was? „de mehran“ gehen mir grundsätzlich einmal am A* vorbei. Und das meine ich todernst. Und „Buberlpartie“. Es heißt Buberlpartie. Ah jo, und Strache heißt der neue Haider. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies Übel kroch.
    Opa: Ja, weißt was? Ich wäre einmal beinah mit einem österreichischen Geisterfahrer kollidiert. Alles Arschlöcher hier, wirkli woa. Im Allgäu würde ich dich dann irgendwann aber trotzdem einmal besuchen kommen, wennst nix dagegen hast. Oder gilt die Sippenhaftung? ;-)

  30. Rationalstürmer
    3. April 2007 at 22:29

    Ein Hass auf die Schwaben ist nie verkehrt.

  31. Opa
    4. April 2007 at 00:16

    @ dieJulia

    Ja mei, wenn i des no erleben derfat! Natürlich gilt im Allgäu noch die Sittenhaftung, aber nur die beschränkte …

  32. Petr Pivo
    4. April 2007 at 14:09

    @ Rationalstürmer:

    Wenn das mit den Schwaben und dem Hass stimmt, wie hat es Poodlepop dann in Deine Blogroll geschafft? ;)

  33. Rationalstürmer
    4. April 2007 at 18:20

    @ Petr: Ähm, also, das ist eine ganz hervorragende Frage.

    Zum einen bin ich – horribile dictu – selbscht in Schduaget oufd Wälld komme, was ich aber a) immerzu verheimliche und b) eigentlich irrelevant ist, weil man hat mich ziemlich schnell von dort ins wunderbare Bayern verbracht. Zum anderen hege ich für den Poodlepop eine gewisse kopfschüttelnde Bewunderung, die weit über die Grenzen von Ethnien hinweg reicht.

  34. Petr Pivo
    4. April 2007 at 21:03

    Verstehe, verdrängtes Schwabentum, daher die Militanz.
    Bin ebenfalls in Stuttgart geboren, was sich a.) unmittelbar nach Heimatbesuchen und daraus resultierenden temporären Sprachverfärbungen schwer verheimlichen lässt, dafür kommt aber b.) meine Freundin aus der Oberpfalz, was mich (in Abwandlung eines Jules-Winnfield-Zitats) ja auch zu so einer Art Bayer macht…

  35. Rationalstürmer
    4. April 2007 at 21:07

    Auweh. Ich glaube, ich sag Ihnen jetzt besser nicht, wie wir hier zu den Oberpfälzern sagen… Wobei die Oberpfalz schon passt. Gute Schnitzel und Tanzkeller aufm Land.

  36. Petr Pivo
    4. April 2007 at 21:12

    Bin leider Vegetarier, aber die Tanzkeller! Und bei meinem ersten Besuch dort hat mich ein Eingeborener über alle Ethnien hinweg gleich zu einer Wirtshausschlägerei eingeladen, die ich zu seinem ehrlichen Bedauern – die Enttäuschung stand im ins Gesicht geschrieben – ausschlagen musste. For lady reasons, Sie verstehen…

  37. Burnster
    5. April 2007 at 00:05

    Deine Freundin macht dich natürlich keineswegs zum Bayern aber wenn es noch die ist, die ich kenne, rechtfertigt sie deine Anpassungsbemühungen:)

  38. Petr Pivo
    5. April 2007 at 10:57

    @ burnster

    Immer noch die selbe. Die geb ich auch nicht mehr her – zumindest nicht freiwillig… Und was die Anpassungsbemühungen angeht: da bleibt mir quasi gar nix anderes übrig: verfalle ich ins schwäbische Idiom, setzts ne Fotzn.

  39. presswurst
    5. April 2007 at 12:11

    Inhaltsloses Gesabbel und Selbstbeweiräucherung zweier G-Klasse Promis einer R-Klassen Interessensgemeinschaft names Blogger. Naja, wenn man sonst nicht von der Anderen wahrgenommen wird, holt man sich halt gegenseitig einen verbal runter.

  40. presswurst
    5. April 2007 at 12:11

    Inhaltsloses Gesabbel und Selbstbeweihräucherung zweier G-Klasse Promis einer R-Klassen Interessensgemeinschaft names Blogger. Naja, wenn man sonst nicht von der Anderen wahrgenommen wird, holt man sich halt gegenseitig einen verbal runter.

  41. Juri
    5. April 2007 at 12:17

    Uh, da ist aber jemand gleich doppelt neidisch…

  42. St. Burnster
    5. April 2007 at 12:42

    Endlich passiert hier mal wat, Herr Presswurst. Und selbst Martina sagt: Endlich mal konstruktive Kritik. Recht hamse nämlich: Wir sind nur Pseudoprominenz und nicht einmal das. Und einen runterholen tun wir uns ganz massiv mit diesem Beitrag. Was aber auch daran liegt, dass Selbstbefriedigung einen irren Spaß macht. In jedem Sinne, danke für den Doppelschlag, ich kann die ganze Lobhudelei eh nicht mehr ertragen. Wunderschöne Ostern, Ihr Berni Mayer.

  43. Rationalstürmer
    5. April 2007 at 14:12

    Ich hätt eigentlich nur gern angemerkt, dass wir bei dem Wort „Interessengemeinschaft“ es – nachdem ja bei dem Wort „Selbstbeweihräucherung“ die Rechtschreibschwäche schon korrigiert worden ist – auch noch einen Fehler drin haben.

    Weil es ist ja keine Essensgemeinschaft, um die es dabei gehen soll, wenn ich mir den Kontext richtig erschlossen hab. Aber sowas passiert natürlich schon einmal, findet man immer wieder auch im Steuerrecht, wenn ambitionierte Laien darüber reden. Da heißt es dann völlig falsch „Einkommenssteuer“ und „Vermögenssteuer“, wobei die Steuer, um die es jeweils geht, ja die ist, die auf das Einkommen oder das Vermögen erhoben wird und nicht die Steuer des Einkommens oder des Vermögens. Das aber nur als kleiner Exkurs.

    Ach, und liebe Presswurscht, Sie haben da noch ein bisschen Geifer im Mundwinkel.

  44. St. Burnster
    5. April 2007 at 15:01

    A Hund bist fei scho, Nobbe!

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