Vorschau auf Tod & Zerstörung

Weia, es ist im Moment so zärtlich hier, ich habe Sorge, das Wochenende könnte blutig enden …

Ja, der Kommentar von Creezy gibt mir freilich zu denken. Gerade noch hab ich ein triefendes Berlin-Lamento nach dem anderen angestimmt, aber kaum kehre ich heimatbeseelt aus Grafentraubach zurück, feiere ich den Moloch und seine irren Insassen ab wie Bolle auf dem Partywagon. So geht’s nicht weiter und deshalb kündige ich für die Karwoche schon mal alles andere als Schonkost an. Da wird es eine Kurzgeschichte geben, die erzählt, wie man sich als Liebespärchen gegenseitig erst aufs Kreuz legt und dann nagelt. Ausserdem eine Skandalausgabe von „Im Bett mit St. Burnster“ mit einem ganz besonderen Gast.

Also genießt die gute Laune, solange sie anhält. Euer St. Burnster wetzt schonmal die Messer, während ihr noch denkt, das Leben ist ein Krautwickerl.

12 Kommentare zu Vorschau auf Tod & Zerstörung

  1. Rationalstürmer
    30. März 2007 at 11:25

    Vielleicht dürft man sich da auch was wünschen? So detailmäßig, mein ich jetzt. Alldieweil doch eine meiner vielen unglücklichen Lieben die Patricia Arquette ist. Und die hat doch in diesem katholischen Rührstückerl, das da neulich wieder im Fernsehn gelaufen ist, eine Stigmatisierte gespielt. Ich hab ja selber auch schon einmal gedacht, ich wär Stigmatiker, weil einmal bin ich vom Joggen heimkommen und wollt duschen, und da war mein ganzes weißes T-Shirt auf einmal total eingsaut mit Blut. War aber kein Blut, wie sich herausgestellt hat. Die Farbe kam da von so einem Lederbanderl, das mir eine andere unglückliche Liebe geschenkt hat, und das war eigentlich braun, aber die Farbe hat sich vom Schwitzen abgelöst und ist mir den Hals und den Buckel nunterglaufen. Und ausgeschaut hats echt wie Blut, ich schwörs. Ich bin total erschrocken und wollt schon gleich im erzbischöflichen Ordinariat anrufen, aber das hat sich dann glücklicherweise doch erledigt. Naja, wurscht eigentlich, hat nur grad so schön da herpasst.

    Viel wichtiger ist ja der Detailwunsch, vielleicht könntst du da was machen. Wenn das also gehn tät, dass da bei der Anskreuznagelung in dera Kurzgschicht, also dass du es da vielleicht so einrichten könntst, dass die Nägel nicht durch die Handteller geschlagen werden, sondern eher so hinterm Handgelenk, also in Richtung Unterarm. Weil so ein Handteller, der reisst ja pfeilgrad durch, der hält ja das Gewicht von einem Menschen nie und nimmer, selbst wenn das jetzt so ein 2007er-Standard-Mäderl ist mit einem durchnittlichen Anorexie-Risiko und vielleicht bloß 51 Kilo. Man müsste die Nägel eher so bei den Sehnen neihaun, verstehst schon, was ich mein, oder? Des wär fei super. Dankschön schon amal im Voraus.

  2. Burnster
    30. März 2007 at 11:32

    Ich geb’s an die Agentur. Mal schaung wie die’s noch reinbringen und was die kurzfristige Änderung kostet. Aber für dich is mir ja nix zu teuer, mein Teuerster.

    Was Stigmata anbelangt. Ich hab mal einen schwer romantischen Revival-Abend mit einer verbracht, die ich saugern mochte und bei der ich mir aber nicht sicher war, ob diese Saugernheit ein heilsames Ding ist. Am nächsten Tag hab ich das erste Mal in meinem Leben Blut gespuckt in der Früh. Vorher nicht und nachher nicht mehr. Und das wurde nix mit dem Mäderl. Ein wenig Blut auf dem Bettlaken noch, aber das war’s dann auch.

  3. Rationalstürmer
    30. März 2007 at 12:56

    Jaja. Mir ham allezamm schon was erlebt, gell. Und dankschön.

  4. stilhäschen
    30. März 2007 at 14:58

    Wenn ich mich da kurz einmischen dürft`? Ob das so ein Handteller echt net aushält, wag‘ ich sogar ohne große Anatomiekenntnisse zu bezweifeln. ‚S ist halt wie bei allem im Leben: viel hilft viel und auf die Größe kommt’s an. Also beim Nagelkopf jetzt.

  5. MC Winkel
    30. März 2007 at 15:25

    Ach Du meine Güte, Dirk Bach kommt?

  6. Rationalstürmer
    30. März 2007 at 15:58

    Verehrtes Stilhäschen, jetzt hab ich das natürlich leider selber noch nicht ausprobiert, aber extra noch einmal nachgelesen.

    Weil es ist nämlich so: Genauso wie Weisheiten á la Viel hilft viel oder Auf die Größe kommt es an im richtigen Leben nicht greifen und mehr oder weniger hanebüchen sind, genauso ist auch bei einer fachmännisch korrekt gemachten Kreuzigung eben strikt drauf zu achten, dass der Nagel, wenn denn schon ausschließlich genagelt werden soll (man könnt natürlich auch noch Schnüre dazunehmens, so als Extra-Befestigung, aber eine Premiumkreuzigung mit allen Schikanen ist das dann natürlich nicht, und hier gehts ja schließlich um best practice, net wahr), exakt hinterm Handgelenk und zwischen Elle und Speiche zerscht durch den Arm und dann ins Holz neitriebm wird.

    Dabei muss man natürlich elend aufpassen, dass man nicht versehentlich mit dem Nagel in die Pulsader neihaut, weil sonst ist der Delinquent im Nu ausgeblutet und hat ja gar nichts mehr von seinem Leiden. Das wär insofern schad, als es beispielsweise der Herr Heiland auf die Art vielleicht gar nimmer seine letzten sieben Worte durchbracht hätt und wir so möglicherweise auf so schöne Sachen wie dem Haydn Bepperl sein Oratorium hätten verzichten müssen. Weil ein Dieter-Thomas Heck wird er wohl nicht gewesen sein, der Kollege Messias.

    Alles andere haut sozusagen nicht hin, sondern reisst schlichtweg durch, also die Hand jetzt, um es einmal so zu formulieren. Hätten die seinerzeit einen TÜV gehabt, also nie und nimmer wär da sowas durchgangen wie eine Kreuzigung durch die Handinnenflächen. Und selbst ohne TÜV hat ja so ein Henker oder Scharfrichter auch seinen Stolz. Nicht zu vergessen die vielen Händler und das Publikum. Die gehn doch nicht nach einer halben Stund schon wieder heim, die wolln doch was sehn.

  7. dieJulia
    30. März 2007 at 17:07

    Es is jetzn vielleicht ein bisserl unangebracht, aber ich muß das loswerden.
    Lieber Rationalstürmer, es ist ein unbeschreiblicher Heidenspaß, miterleben zu dürfen, wie’s dich in der Schreibhand juckt. A Waunsinn, wie der gelernte Wiener sagt und dabei vor lauter Freud‘ auf den Tisch haut, wenn er’s aus tiefster Seele meint.

    Und, Burnster, ich tät‘ mich ja extrem sakrisch über eine „St. Burnster im Bett mit dem Rationalstürmer“-Folge freuen. Falls das nicht eh die angekündigte Skandalausgabe wird.

  8. creezy
    30. März 2007 at 19:31

    Yo danke auch. Und wenn’s wieder zu heftig wird, dann heißt’s die creezy war Schuld! Außerdem wird creezy klein geschrieben. Ich mahne Dich jetzt mal ab, ist doch ok Du, oder, Du?

    Sieh Dich vor dieses Wochenende, nicht das Du mir unter die Räder kommst …

  9. Burnster
    30. März 2007 at 21:54

    Tschuldigung, CREEZY.
    Ja, Julia, und wie’s ihn juckt. Aus seinen Kommentaren könnte man ein eigenes Blog machen. Nächste Woche geht er aber noch nicht mit mir ins Bett. Ich bin ausgelastet mit Bettbekanntschaften, aber wehe ihm er kommt nach Berlin. Dann is er dran. So schnell kann er gar net schaun, so schnell landet er mit mir in der Kiste.

  10. dieJulia
    30. März 2007 at 22:43

    Man kann das heutzutage aber auch ganz bequem per Mail veranstalten, so ein zwonulliges Betthupferl. ;-)

    Gespannt bin ich nämlich eh in jedem Fall. Und Stammleserin seit ewig bin ich sowieso. Auch wenn ich nicht immer was dazu sage. Du weißt das, Burns, oder?

  11. Rationalstürmer
    31. März 2007 at 00:27

    Liebe Julie, da ist jetzt dein Lob mindestens so ehrenvoll für mich wie dem Burnstl seine – rrrrrrrrrrrr- Drohung, mit mir ins Kisterl steigen zu wollen. Bei seiner krankhaften Vorliebe für Six Feet Under bleibt zwar der eine oder andere eiskalte Schauer, aber ein bisserl was Perverses haben wir ja alle. Beinah ein wenig tragisch, dass ich so schnell nimmer nach Berlin reisen werde.

    Was die Schreibhand angeht, so hast du, geschätztes Goiserermadl, sozusagen beinah sowas wie eine augurenhafte Seherfähigkeit an den Tag gelegt. Es ist zwar mehr ein Phantomschmerz als ein Jucken, aber das wirst dann schon sehn, am Sonntag, bei mir drüben.

  12. wuestenfoh
    31. März 2007 at 07:28

    Ich musste diese blasphemische Äußerung mit der Karwoche unbedingt zitieren. Da ich schon von langer Zeit aus der Kirche ausgetreten bin, werden ich dafür wohl auch nicht in der H.lle schmoren müssen.

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