I Gotta Get Out Of This Place
Im Prinzip ist es immer wieder eine festliche Angelegenheit, in den Schoß der Heimat zurückzukehren. Doch die mentalen Vorbereitungen dafür sind eine Pein. Erst beißt man sich halb die Finger ab, hofft, dass einem die Mitfahrgelegenheiten absagen und die Flieger zu teuer sind, aber am Ende ringt man sich doch durch und verlässt hinkend den Moloch gen Süden, koste es was es wolle. Und das, obwohl man in den Wochen zuvor sich selbst gegenüber den dringenden Wunsch geäussert hat, nach Hause zu kommen, sich für ein paar Stunden aus dem Irrenhaus hier zu verpissen. Berlin lässt mich nie leicht gehen, denn es gaukelt mir vor, dass das nächste große Ding, der große Skandal, die große Liebe und der große Untergang just an jenem Wochenende passieren könnten, an dem ich die Stadt verlasse. Doch ich durchschau dich, du nuttige Urbansirene. Und das ist dann letztendlich der finale Trotzschub, den es gen Süden benötigt. Jetzt der schwarzen Stadt die blitzenden Zähne zeigen, bis an welche ich mit neuen Ideen bewaffnet zurückkommen werde. Und ab nach Bayern, ab durch die Mitte nach München, wo jemand Geburtstag feiert, der meinen Besuch noch zu schätzen weiß, im Gegensatz zu den zu Tode unterhaltenen Szeneleichen hier. Bavaria here I come, right back where I started from.

23. März, 2007 um 10:26
Burnster, ich sach it nich jerne, aba nächstes Weekend: keen Unterjang, dafür det voll fette Ding und die absolute megagroße Liebe.
Aber im Bierland ist auch schön!
23. März, 2007 um 12:16
“Nuttige Urbansirene” – großartig! Erfrischend und narkotisierend zugleich.
4:11 am.
Das Beruhigende ist, auch in München wird am Sonntag die Uhr umgestellt werden.
23. März, 2007 um 12:30
Berlin ist eben keine Stadt, sondern ein trauriger Notbehelf, Berlin ist ein Conglomerat von Kalamitäten. Frank Wedekind
23. März, 2007 um 15:44
Ich gebe mir dieses Miniaturdrama ja so ca. im Zweimonatsrhythmus, fahre jedesmal unwillig und auf den letzten Drücker aus der Stadt und komme jedesmal mit dem Gedanken zurück – Mensch, ein paar Tage länger könnt ich jetzt gut vertragen. Ich nenne es übrigens das Stadtmensch-Landei-Paradoxon.
23. März, 2007 um 18:19
Ich sag lieber nix.
23. März, 2007 um 18:48
Hab ich vor Wochen schon gesagt. Steppin´Out ist das einzig Wahre. Is hoid so vui schee unsa Hoamat.
24. März, 2007 um 09:24
…und i wart scho, dass er kimmt da bua.
24. März, 2007 um 17:12
Gute Reise! (Wie der asiatische Tourist gern auf Paulaner-Bestellungen erwidert)
25. März, 2007 um 12:57
Lieber Ole, damit du mir von dem Paulaner-Biergarten-Scheissdreck ja nicht auf die wirkliche Wirklichkeit in unserm wunderbaren Bayernland schliesst: Das ist ungefähr das selbe Industrie-Brunzwasser wie bei euch droben das Holsten und hat mit richtigem Bier ungefähr so viel zu tun wie der ebenfalls Paulaner-gekaufte Ottfried Fischer mit richtigem Humor.
25. März, 2007 um 23:15
Ratze: Keine Sorge. Ich war selbst schon vor Ort und habe Formidables aus winzigen Privatbrauereien getrunken. Nur ärgerlich, dass man hier oben so schlecht da rankommt. Zünftige Hefeweizen sind hier oben rar. Jenseits von Kloster Andechs ist dann auch schon Schluss.
25. März, 2007 um 23:41
Das ist schön zu hören, Ole. Man macht sich ja auch immer so seine Gedanken. Und wenn das Bier nicht zu dir kommt, hat ja nicht jeder einen Fahrdienst wie der Hausherr hier, dann musst du eben zum Bier kommen.