Wir geben alle unser Bestes
A life full of grand ideas
A life full of grand designs
Of noble feats and noble minds
An entire lifetime of petty crime
(Leatherface – Fat Earthy Flirt)
Wir leben in Berlin. Und wir geben doch alle unser Bestes. Uns kann doch keiner vorwerfen, dass wir nicht alles tun, was in unserer Macht steht. Aber natürlich wurde uns übel mitgespielt, man hat uns benutzt und uns weggeworfen. Und nach einiger Zeit sind wir wieder aufgestanden und haben weitergemacht. Da kann man doch nun wirklich nicht erwarten, dass wir jetzt wieder genauso viel Rücksicht und Vertrauen mit uns bringen wie damals. Wir haben unsere Freunde und unsere Familien, für die wir da sind. Sie und wir sind alle noch am Leben und wen stört es da schon, wenn wir ab jetzt über Leichen gehen. Wir wären ja gerne für euch da, aber zunächst müssen wir jetzt an uns selbst denken. An unser Vorwärtskommen, an unser Leben. Einfach mal an uns selbst denken.

Aber es ist doch nun Unsinn, zu behaupten, in Berlin wären alle so egoistisch. Als würden wir nur auf die nächstbeste Gelegenheit warten, jemanden zu übervorteilen. Wir sind doch genauso zuneigungsbedürftig wie die Anderen. Wir treffen uns mit unseren Freunden oder gehen mal mit jemand aus dem Rio nach Hause. Wir haben Sex und treffen uns auch mal auf einen Kaffee. Klar verlieben wir uns hin und wieder. Und wir küssen uns auf der Raumerstraße in der Sonne und wir sind durchaus bereit uns zu binden. Wir wollen Kinder und natürlich werden wir uns ganz königlich um sie kümmern. Kinder sind uns das Wichtigste. Am Ende des Tages werden uns immer noch manche für kalt und berechnend halten. Am Ende des Tages werden wir müde ins Bett sinken und an manchen Tagen nicht aufstehen, weil uns die brutale Welt ans Bett fesselt. Ja, es geht uns beschissen und nein, wir haben keine Kraft für euch. Wir geben doch alle unser Bestes und wenn wir jetzt nicht für euch da sein können, dann ist das nicht unsere Schuld. Die Anderen jagen uns, sie jagen uns ganz gnadenlos durch die Tage. Sie spielen uns übel mit, sie zwingen uns die Knie. Sie verlassen uns, sie brechen uns. Und dabei haben wir doch nur unser Bestes gegeben.
Wir leben in Berlin, das ist unsere Stadt. Wir leben hier und geben unser Bestes, um nicht der Kälte und der Einsamkeit zum Opfer zu fallen. Wer uns im Weg steht, den räumen wir beiseite. Das ist nicht persönlich gemeint, das ist nur zu unserem Besten. Aber wir sind keine skrupellosen Egoisten, wir tun nur unser Bestes, um klarzukommen, denn wir haben diese großen Pläne und ab jetzt werden wir uns keinen Schritt mehr vom Weg abbringen lassen. Und es tut uns leid, wenn wir euch weh getan haben, aber wir geben ja auch nur unser Bestes.
26. Februar, 2007 um 01:34
Erinnert mich, Entschuldigung für meine Plattheit, an die alte Kommerzschlampe-die-man-nicht-mögen-darf Alanis mit ihrem superkommerzschweinischen Perfect.
Ich bin so meilenweit davon entfernt mittlerweile, deshalb auch mein unqualifizierter Senf an dieser Stelle.
Man kann durchaus auch ankommen in diesem Leben. Das geht, das ist das Erstaunliche.
Manchmal, wenn man nicht sucht, findet es einen. Einfach so. Mit einem Fingerschnippen. Als sei’s das einfachste der Welt.
26. Februar, 2007 um 01:47
Das da oben sag nicht ich, liebe Jule. Das sag ganz sicher nicht ich. Und auch nicht wir.
26. Februar, 2007 um 03:50
Und unsere Kinder nennen wir dann Rachel oder Paul, aber wenn wir dafür doch keinen mehr finden, dann wird es eben ein Hund oder zwei. Drehen wir uns dann eben um die.
26. Februar, 2007 um 05:41
What we call “I” is just a swinging door which moves when we inhale and exhale.
26. Februar, 2007 um 09:47
Ach Stilhäschen, du hast es einfach drauf. Immer wieder eine Freude, von dir zu lesen. Ganz ehrlich.
26. Februar, 2007 um 10:02
Wo ist mein Tshirt?
26. Februar, 2007 um 12:59
Und dann schreibt die Stadt dem Burnster ein Zeugniss in dem zu lesen steht: „Er hat sich nach bestem Gewissen bemüht.“
Nu‘ isser auf der Zielgeraden.
26. Februar, 2007 um 22:29
Soweit schon klar. Auch okay soweit. Nur: warum küssen Sie sich ausgerechnet in der Raumerstraße? Ich meine, was hat diese Straße, was sie zum Küssen geeigneter erscheinen lässt, als sagen wir: der Fehrbelliner Platz?
26. Februar, 2007 um 22:56
Jetzt haben sie mich kalt erwischt, Herr Poodle. Zum einen, weil ich es auch nicht genau begründen kann, zum anderen, weil es sich auf dem Foto um die Lychenerstr. handelt. Ich fand einfach, die Raumerstr. klingt nach genug Helmholtzplatz, um dem Gesindel eine Ausbreitung schmackhaft zu machen.
27. Februar, 2007 um 16:47
Ich finde jedoch, der Fehrbelliner Platz hätte durchaus was zum Küssen. Ich glaube, etwas monumentales. Viellicht ein Kussplatz für einen Heiratsantrag?
man kann sich das auch schön aus der luft aus anschauen
nur in der wikipedia steht wieder mal nix.