The Kids Aren’t Alright
Das absolut unerträglichste Livekonzert seit langem bestritten Uzi & Ari im Nbi am Sonntag. Emorotz, Indietronic und Betroffenheitsgewimmer mit beschissenem Schlagzeuger, dass mir ganz anders wurde. Aber Hauptsache, den kleinen Kindern gefällt’s und sie fühlen sich in ihrem Bedeutungsvakuum bestätigt, das sie nur füllen können, wenn sie sich vom Leben und der Liebe verlassen fühlen. Da kommt einem die Pasta vom Vortag wieder hoch. Gilt übrigens auch für die CD.
Lustig dagegen waren am Freitag die sagenhaften Hot Club De Paris, die ich der hässlichsten und langweiligsten Band der Welt, nämlich Clap Your Hands And Say Wäh!, vorzog. Auch wenn die Platte stellenweise nervt, fizzelten die Liverpooler ihren Frickelrock auf derart bodenständige und humoreske Art herunter, dass kein Auge trocken blieb, aber aus anderen Gründen als bei Uzi & Ari.

Eine tolle Platte kommt fast Widererwarten von den Klaxons mit “Myths Of The Near Future”. Die mittlerweile nervtötende New Rave Wave aus London und Umgebung hat tatsächlich ihr Zugpferd gefunden, das in seiner Kompromisslosigkeit auch so manch drittklassige Kopie nach sich ziehen würde. Ich habe in Barcelona bereits Klaxons-Kopisten live gesehen, da war die Platte noch nicht einmal abgemischt. Aber es sei ihnen vergönnt, den alten Spezis von Naughty James.
Während mich die Alben von The View und Little Man Tate ja eher enttäuschen, tut sich mit dem Tokyo Police Club eine Band hervor, die dem Credo “In der Kürze liegt die Würze” eine neue Dimension verleiht. 8 Songs in 18 Minuten sprechen eine deutliche Sprache, die jeder versteht, der gerne Bloc Party ohne Pathos hören würde. Und im Ernst, so manche beschissene Platte wäre auf 18 Minuten zusammengestaucht ganz gut geraten.
Die Shins-Platte wird allen Erwartungen gerecht, die neue LCD Soundsystem “Sound Of Silver” der erwartete Feger und Jazzpoplangweiler und Doogie Hauser des Pops, Sondre Lerche, liefert mit Band (Sondre Lerche and The Faces Down) und dem Album “Phantom Punch” das Belegexemplar, dass man sich auch manchmal im Dreck wälzen muss, um saubere Songs zu schreiben.
Zu guter Letzt nochmals ans Herz gelegt: Die “No Balance Palace” von den Dänen Kashmir aus dem Jahre 2005 und tausend Dank an C., dafür dass sie mich zu dieser Platte bekehrt hat. Es ist nie zu spät, gute Musik zu hören, ihr verweichlichten Indietronic-Heu(ch)ler da draussen. Und eure Youtube-Links könnt ihr euch auch gleich selbst raussuchen.
14. Februar, 2007 um 10:09
Also für “hässlichste Band der Welt” verlange ich Tantemen!
(Sind das Totenkopf-Socken auf dem Foto?)
14. Februar, 2007 um 10:53
Hallo Burnster! Würd gern hier mitlesen, aber die Schriftart wird sowas von beschissen dargestellt dass ich nach ein paar Sätzen keine Lust mehr hab. Gehört die Schrift zum Konzept, oder sind Darstellungsprobleme mit Firefox2@WinXP ein bekanntes Alltagsproblem? Wie schaffe ich da Abhilfe?
14. Februar, 2007 um 10:56
Hallo Glatzo, bei mir sieht die Schrift okay aus und auch sonst hat sich noch niemand beschwert. Ich benutze auch das Setup Firefox2/Win XP. Wenn noch andere dieses Problem sehen, bitte per Mail an mich.
14. Februar, 2007 um 19:43
Autsch!
Ich steh auf Uzi & Ari – und dennoch voll im Leben – seit 35 Jahren – Spätentwickler oder Frühaufsteher?…:-)
14. Februar, 2007 um 19:50
Du stehst vermutlich aus den richtigen Gründen auf die falsche Band. Damit sei dir verziehen und ziehe in Frieden. Dein Sankt Burnster.
14. Februar, 2007 um 22:01
OMG, die Socken hab ich auch!
15. Februar, 2007 um 16:52
Hattest Du bei Dings und Ari wenigstens ne Uzi dabei, um Frust ablassen zu können und die Jungs von der Bühne zu ballern? Die Shins find ich auch ganz manierlich, ebenso wie ich den unausgeglichenen dänischen Kaschmirpalast sehr mag. Und im Dreck wälzen hat seit eh und je gut getan. Mancher musste auch Regenwürmer probieren, ehe er Vegetarier wurde. ;)
P.S.: Ich könnte kotzen, dass ich mich derzeit gezwungen sehe, die scheiß Buchstabenabtippfunktion wieder einzuführen. Aber ein Zentner Spamkommentare pro Tag sind zu viel. Ich habe keine Zeit, täglich eine Dreiviertelstunde nur Schundkommentare behämmerter Pornofuzzis aus den USA zu löschen. Hoffe, die heilige Burnsternis hierdurch nicht durch allergische Reaktionen aus den milden Gefilden Absurdistans zu vertreiben…
15. Februar, 2007 um 18:39
Einen guten Geist wie mich treibt man nicht so leicht aus, mein Allerbester!
15. Februar, 2007 um 19:04
Auf weitere hochprozentige, hochgeistig-geistvolle Geistfülle, die nicht auf die schiefe Geisterbahn gerät. Oder so.
18. Februar, 2007 um 11:58
… dachte die hiessen d”‘kläppst di hemd uff und isch sach bäh”… naja, wieder was gelernt
18. Februar, 2007 um 16:31
Auch nicht übel, GF!