Swimming Pool
Stell dir vor, es ist 1992, du bist ein Turmspringer bei den Olympischen Spielen in Barcelona und hast trainiert wie ein Verrückter, um in der Stunde des Wettkampfs hervorragend abzuschneiden. Du hast das Schwimmbad inspiziert und es hat dich von Anfang an fasziniert, wie es am Hang des Montjuic liegt und du das Gefühl hast, nicht ins Becken, sondern ins Häusermeer zu springen.

In der Stunde des Wettkampfes, im Moment vor dem Sprung stehst du da und weißt plötzlich nicht mehr, wo du eigentlich hinspringen sollst. Sollst du wirklich ins dafür vorgesehene lauwarme Wasser springen, oder lockt dich die Stadt mit ihren spitzen Türmen? Willst du in sie eintauchen und bis zur Sagrada Familia schwimmen? Willst du untergehen in den abendlichen Mengen von Leuten, die wie zähe, aber süße Flüssigkeit vom Tibidabo hinab ins Barrio Gotico fließen?. Willst du Teil der Stadt sein und in sie hineinspringen, oder willst du einfach einen guten Job abliefern und dich nach verrichteten Dingen wieder verabschieden? Stell dir vor, es ist 1992, du bist ein Turmspringer bei Olympischen Spielen in Barcelona und musst dich jetzt entscheiden.

27. November, 2006 um 17:34
Ich springe und tauche ein ins Barrio Gotico. Dort drüben, gleich neben der Ramblas und schlage mir dumpf die Fresse auf der harten Faust eines Algerischen Immigranten auf, dessen Kumpel mich von hinten würgt und mir den Kopf ins Schwarz der dunklen Gasse drückt.
27. November, 2006 um 17:36
Ja, Sno. Jetzt weiß ich mittlerweile, dass man dir hier Unrecht getan hat. Vielleicht sollte ich das echt lassen mit den literarisch angehauchten Beiträgen hier.
27. November, 2006 um 17:46
Sitzt halt tief, aber mach bitte weiter. Nicht weil ich masochistisch wäre, sondern weil ich die Stadt als solches einfach ziemlich spektakulär find.
27. November, 2006 um 18:12
Na gut. Du weisst ja hoffentlich, dass ich dich jederzeit rächen würde, hätte ich eine detailliertere Personenbeschreibung und etwas Glück.
27. November, 2006 um 19:15
Gerade bei hundertprozentiger Vorbereitung gelingt es häufig, grosse Auftritte zu verpatzen. Ohne Publikum läuft in der Regel alles perfekt, und dann schlägt man in der Endausscheidung mit dem Bauch auf dem Wasser auf.
27. November, 2006 um 20:22
Schwere Frage…
…ich springe in den Eimer mit Sangria.
27. November, 2006 um 22:36
“Über den Dächern muss der Smog ja wohl grenzenlos sein. Alle Menschen, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen…”
27. November, 2006 um 22:42
Einzelschicksale sind völlig unbedeutend. Wo kämen wir denn da hin! Gesprungen wird auf jeden Fall, egal wohin.
28. November, 2006 um 14:15
Ich würd da erstmal eine Nacht drüber schlafen…
28. November, 2006 um 15:44
Turmspringen oder Altstadt? Klingt beides irgendwie nach Gaudi.
28. November, 2006 um 16:00
Hier wurde wohl kollektiv mit Peter Lustig geduscht. Und eine Nacht über einen Wettkampfsprung schlafen geht nicht, weil der Wettkampf dann vorbei ist.
28. November, 2006 um 17:29
Barca sehen und einen guten Job abliefern.
Springen-eintauchen-schwimmen-untergehen, die Reihenfolge der Verben passt schon. Historisch Bedeutendes und Schönes mit einer Menge neuzeitlichem Blendwerk vermengt – Kein Surfspot für ewig.
1. Dezember, 2006 um 10:51
wirklich frandios diese aussicht. leider hatte das bad bei meinem besuch geschlossen. ein köpper ins häusermeer, das wärs gewesen…
18. Dezember, 2006 um 13:29
[...] Außerdem entdeckte ich in Barcelona eine ganz neue Seite an mir und in versuchte mich ausnahmsweise nicht im Stabhochstapeln, sondern im Turmspringen. Da oben ist übrigens auch schon mal ein Kylie-Video gedreht worden. Da zu “Slow” wenn ich mich nicht irre. [...]