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Llibreria Studio

Jeder neue Sprachkurs, den ich mache, stellt meine Toleranz auf eine harsche Härteprobe. Ich bin ja ohnehin nicht als Menschenfreund bekannt und den golden Schlüssel zu den Städten, in denen ich bisher residierte, bekam ich zumindest nie aufgrund herausragender sozialer Leistungen anboten, aber was einem in so einem Spanischkurs ins Gesicht schlägt, ist mehr als der raue Wind der Erasmus-Realität. Es ist der heisse Atem desjenigen Departments der Hölle, in das die Klugscheisser kommen. So verbringe ich meine momentan recht umfangreiche Freizeit lieber alleine mit Erkundungsgängen durch die Neustadt Eixample statt mit Komilitonen durch die verstopften Gassen der Altstadt. Und was mir dabei auffällt, ist die schier unfassbare Anzahl von Buchläden, modernen Antiquariaten und Bibliotheken. Man traut es dem Katalanen an sich gar nicht zu, aber er hat’s offensichtlich mit Büchern. Und wie prunkvoll das selbst im preislichen Low-Fi Bereich aussehen kann, sieht man auf dem Photo.

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Ich habe die letzten Jahre zu Gunsten von Wrestlingseiten und Sportteilen die Lektüre von echten Büchern ja etwas vernachlässigt und wenn, dann nur Historisches eingenommen. Aber die Buchläden der Stadt waren die letzten Tage so etwas wie eine Miniatur-Heilserscheinung. Als ob Sufjan Stevens mir eine Schwarte um die Ohren haut und sagt: “I can see a lot of life in you. And I think this book looks nice on you.”

Jetzt habe ich natürlich in Sachen Prosa und Kompanien einen sehr eigensinnigen Geschmack, deshalb warne ich meine Mutter jedes Jahr an Weihnachten: “Schenk mir kein Buch, Mama. Schenk mir lieber das neue Wrestlingspiel auf der Playstation.” Und trotz meines etwas eigenen (und ich sage bei Gott nicht elaborierten) Geschmacks ïn Sachen Roman, traue ich meinen Lesern zu, mir ein paar gute Empfehlungen in den Kommentaren mit auf den Weg zu geben. Oder ein paar explizite Warnungen auszusprechen. Oder sich über mich lustig zu machen, weil ich so ein Illiterat bin. Und spart euch die Klassiker. Ich habe Literatur in zwei Sprachen studiert.

Und auf diesem Wege will ich noch etwas loswerden:
Amazon-Wunschlisten sind deppert!
Wehe, es schenkt mir jemand was. No es una broma!

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25 haben herzlich gelacht bei “Llibreria Studio”

  1. keineinzelfall sagt an:

    Ihnen traut man zwar eher zu, den Roman des 20. Jahrhunderts zu schreiben (na gut: zu vertonen). Aber wenn’s nun mal um lesen gehen soll:

    Sunrise von Michael Köhlmeier (besticht nicht nur durch die Geschichte*, sondern auch Kürze: 74 S.)
    und/oder As I lay dying von William Faulkner.

    *Los Angeles, frühmorgens. Als der Vagabund Leo den Hollywood-Boulevard überqueren will, entgeht er um ein Haar dem Todl. Dessen Sichel verfehlt nämlich ihr Ziel und trifft nicht Leo, sondern die junge Stripperin Rita Luna. Weil die das Versehen nicht hinnehmen will, findet ein Wettbewerb findet statt, in dem Rita Luna und Leo um ihr Leben reden.

  2. Rationalstürmer sagt an:

    Wie wär es denn mal mit der Bibel?

  3. Rationalstürmer sagt an:

    Auch super: Fritz Riemann, Grundformen der Angst. Ist jetzt kein Roman, aber dir schlottern hernach trotzdem die Knie.

  4. Jokey sagt an:

    Mein Tipp wäre ja “Schlief ein goldenes Wölkchen” von Anatoli Pristawkin. Knappe 400 fesselnde Seiten geschichtlicher Realverfilmung Auszug aus dem Leben des Autors. Erschreckend realistisch, stark anregend zum nachdenken und einfach schockierend. Würde ich immer wieder noch mal lesen.

    Servus

  5. isarblogger sagt an:

    Wenn was lyrisches sein darf: Wolf Wondratschek – Früher begann der Tag mit einer Schußwunde. Allein schon wegen des Titels. Oder doch einen Klassiker, aber kein deutscher ( und ich nehme an, die zweite Sprache, der Sie Ihre Studienzeit gewidmet haben, war nicht russsisch ): Der Meister & Margarita vom Michail Bulgakov. Großartiges Buch über den Teufel, die Politik und die Liebe. Also alles, was den Mann von heute so interessiert.

  6. Unbefugter Opa sagt an:

    Mein Sideboard ab näxt week.

  7. MC Winkel sagt an:

    Ich les’ nur MoPo und SMS.

  8. Liz sagt an:

    1. Ich finde Wunschlisten prima. Geschenke auch.

    Außerdem:

    Irving
    Krauss
    Foer
    Bryson
    Kertész
    Thompson (Comics)

  9. Liz sagt an:

    Ach ja. Such dir heute mal lieber einen Fernseher und lehn dich am Buchstapel an. Es ist Donnerstag.

  10. susi sagt an:

    ja hola, messerscharf hab ich soeben geschlossen, deine beste freundin in barcelona könnte eine sein, die in früher jugend immer heiße milch mit honig mit mir getrunken hat – wenn dem so ist, grüß sie doch mal von mir und ich grüß dich von mir gleich selber direkt…

  11. Burnster sagt an:

    KE: Danke. Faulkner hat mir mein Anglistik Studium etwas versaut. Dennoch super Zitat. Nur eine Frage bleibt offen: Wer ist dieser Todl?

    Razze1: Autor?

    Razze2: Ob der Katalane das führt?

    Jokey: Muchas Gracias.

    Isarblogger: Danke. Den Wondrabra find ich ja eher so semi. Meister & Magarita hab ich tatsächlich noch nicht gelesen: Shame On Me.

    Opa: Okee.

    MC: Claro que si.

    Liz: Du hast wohl auch eine Wunschliste, du verwöhnte Göre. Du meinst aber nicht Karl Kraus? Der mag so Leute wie dich aber nicht, des weisst schon, oder? Zudem habe ich kein deutsches Fernsehen. Und Popstars gehört sowieso einer anderen Zeitrechnung an.

    Susi: Que Bueno! Wird ausgerichtet. Schön, dass\’d auch mal vorbeischaust. Gfreit mi narrisch.

  12. Liz sagt an:

    Nein. Ich meine die Frau von Jonathan Safran Foer.

    Natürlich habe ich eine Wunschliste. Ich bin eine Frau.

  13. dieJulia sagt an:

    Die Arbeit der Nacht, Thomas Glavinic.

    (Da kannst du dann im Anschluß vermutlich Riemanns Grundformen der Angst gut gebrauchen, aber es lohnt sich tausendmal.)

    weiter mit den weiteren unendlich geilen Büchern meines letzten Vierteljahres: Spieltrieb/Juli Zeh (ein unfaßbar gut geschriebener Schädelspalter), Middlesex/Jeffrey Eugenides (arg), Water Method Man/Irving (zum Abbrechen witzig, les ich grad zum vierten Mal wieder… generell kann ich aber – wie schon jemand vor mir – alles von Irving empfehlen) und grundsätzlich den Herrn Tom Robbins (Halbschlaf im Froschpyjama wär ein netter Einstieg, aber auch Völker dieser Welt, relaxt! oder – mein Favorit – Pan Aroma).

    Alle Angaben ohne Gewähr – deinen Lesegeschmack kenn ich ja nicht, und Wassermusik vom Boyle fandest du, glaub ich, langweilig…

    Laß es dir gutgehn da in Spanien.
    liebGruß,
    dieJule

  14. stilhäschen sagt an:

    is ja gut, das mit den listen habe ich kapiert. spontan fällt mir mal ze do rock ein, der will deutsch revolutionieren, anstrengend, aber logisch.
    hihi, und nur, weil du das wort selber schriebst: du weißt schon, was eine dicke studienkollegin ist, oder? eine komilitonne…

  15. Burnster sagt an:

    Jule: Fantastisch. Auf dich ist halt Verlass.

    Stilhase: Der war und ist gut!

  16. keineinzelfall sagt an:

    Wenn’s zwischendrin was Leichteres sein darf, dann vielleicht ein Bildband der Frau Schumacher: “Büchermäßig bin ich nicht so lesetechnisch unterwegs”.

  17. dieJulia sagt an:

    Im Zusammenhang mit Frau keineinzelfalls Empfehlung: Für den arrivierten Literaturkenner empfiehlt sich auch “50 – Literatur gezeichnet” mit … handlichen Zusammenfassungen der Weltliteratur (inklusive Musikempfehlung) von Robert Jazze Niederle.

    Da hab ich mich echt weggeschmissen.

  18. Ole sagt an:

    Von mir allesamt gelesen und für sprachlich wie erzählerisch hervorragend befunden wurden die folgenden Romane, bei denen ich allesamt glaube, dass sie Dir wirklich gefallen könnten. Kannst ja mal schnuppern gehen. Ich hatte Dir auch die Links zu den Perlentaucher-Besprechungen der Bücher (bis auf Pitigrilli, da findet sich aber auch bei Amazon.de Aufschlussreiches) beigelegt. Das hat aber Dein Spamfilter abgefangen, scheint’s. Also hier nochmal “ohne”:

    Jon McGregor – Nach dem Regen
    Terezia Mora – Alle Tage
    Dezsö Kosztolanyi – Ein Held seiner Zeit
    Magnus Mills – Die Herren der Zäune
    Pitigrilli – Kokain
    Gilbert Adair – Blindband
    Richard Flanagan – Goulds Buch der Fische

  19. Liz sagt an:

    Nina ist wieder raus. Sicher im Finale sind Cathi, Romina und Senna. Die anderen sind Wackelkuchen.

  20. susi sagt an:

    ja, also bin selbst ganz erstaunt, da surf ich ganz unverbindlich und stoß auf alte bekannte – also ja gleich auf zwei, wenn man die milchtrinkerin dazu nimmt, oder sogar drei, weil der ole, der is ja auch da, mei sowas!!!! sowas von asombroso!!!

  21. Burnster sagt an:

    Susi, wie surft man denn unverbindlich? Oder anders gefragt: wie surft man verbindlich?

    Was den Ole betrifft, das ist ein anderer als der den du kennst. Oder glaubst du ernsthaft, der Kutzner kann oder will lesen?

  22. Ole sagt an:

    Also ich kenne ja auch ein paar Susis. Näheren Kontakt habe ich allerdings mit keiner von ihnen, auch wenn ich sie nett finde. :)

  23. susi sagt an:

    ach soooo!!!! und ich hab mich schon gewundert über so narrisch viel buchtips vom ole, aber mei, ma weiß ja nie, was so a stadt-kultur-landstrich-sonst-noch-was-wechsel mit sich bringt. jetzt bin ich beruhigt, war da schon ganz verwirrt deswegen…und nachdem ich nur einen ole kenn, kenn ich halt den da jetzt net, also er mich auch net, und kontakt gibts da schon allein deswegen gar kein…ach so, ja, verbindliches surfen bringt meistens net viel, unverbindliches daher umso mehr, wie sich immer wieder bestätigt!! wie des an sich geht, kann i jetzt auf die schnelle net erklären, hochkomplizierte techniken halt, also dann…

  24. creezy sagt an:

    Quatsch, Amazon-Wunschlisten sind sehr geil. Ich bekomme lieber Bücher, die ich wirklich gerne lesen möchte … also unter anderem wenigstens …

  25. Stony sagt an:

    Lese leider noch nicht so lange hier und kann daher wahrscheinlich nicht perfekt einschätzen, ob das was für Dich ist, aber ich lege meinen Mitmenschen immer wieder gerne Kinky Friedman ans Herz. Ex-Frontmann von Kinky Friedman and the Texas Jewboys und Whisky und Zigarren liebende Hauptperson der eigenen Romane, inkl. illustrem Bekanntenkreis von Willy Nelson über Bob Dylan bis zum Altnazis jagendem Steve Rambam. Nennt seine Dusche den Regenraum, war lange mit kolumbianischer Marschverpflegung unterwegs und hat mir so manchen Tag gerettet.

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