Das Brett vor Augen
Ich wäre ja immer gerne Skater gewesen. Skaten hätte zu mir gepasst. Ich, das kleine Hardcore-Kid aus der Provinz mit den Verschwörungstheorien im Kopf und Poison Idea auf dem Kopfhörer. Statt 8 Stunden am Stück die Playse mit Tony Hawk’s Pro Skater zu penetrieren, hätte ich zu gerne in personam den einen oder anderen Olli oder Fake-Olli absolviert.
Barcelona ist eine Skater-Hochburg und vor dem MACBA (Museu d’Art Contemporani de Barcelona) üben und demonstrieren jeden Tag scharenweise junge Brettler ihre Künste und – mein lieber Scholli – das sind wahrlich Künste. In meinen kühnsten Träumen kann ich mir nicht ausmalen, wie man in der Realiät so auf sein Brett springt, dass es sich um 360 Grad und dazu noch um die eigene Achse dreht und man anschliessend nicht nur darauf landet, sondern auch noch weiterfährt (siehe Foto). Der Höhepunkt meiner kurzen Skater-Laufbahn waren 100 m Fahrt von meinem Appartement in München zum Pizzahändler um die Ecke. Mit achtmal absteigen versteht sich.

Jetzt hat mir der unglaublich liebenswürdige Freund meiner besten Freundin hier, ein chilenischer Skatecrack, angeboten, mich ein bisschen zu trainieren. Ich habe dankend abgelehnt. Meine Aussenbänder an beiden Füssen sind ausgeleiert wie die Schamlippen von Geena Lee Nolin, um es im MCdiolekt zu sagen. Ich schnackle momentan selbst beim Brötchenholen um. Zudem hab ich keine Lust, mich vor all den jungen katalanischen Skater-Frechdachsen (und die sind überall) zum Deppen zu machen. Und die Vorstellung, dass auch noch eine fesche Chica dabei zusieht, wie ich mich simultan zum Karl-Heinz und zum Krüppel mache, jagt mir eine Heidenangst ein. Eine Heidenangst. Also lass ich es wohl lieber, oder?
7. November, 2006 um 13:59
Komm schon, Sno*, du hast doch sicher was Gemeines beizusteuern für so Pseudoskater-Wannabees wie mich.
7. November, 2006 um 14:07
tu es! ich hätte auch gern die chance, mit nem quasi genadeten das zu lernen… und in deinem alter sollte man über die drumherum schon stehen.
7. November, 2006 um 14:44
Dabei war dein Board so hübsch. Ist das noch in Bayern?
7. November, 2006 um 14:44
Ich fahre jetzt seit 10 Jahren Skateboard. Frag mal lieber nicht wie meine Bänder aussehen! Im April hab ich mir erst wieder ne Außenbanddehnung zugezogen und dabei isn Stück gerissen….. Frag mich nicht wie es heißt. Tut teilweise heute noch weh :(
7. November, 2006 um 15:20
N4 2 L8 2 SK8!
oder zur Not ein Longboard kaufen, das zieht auch ohne Kickflip bei den Chicas.
7. November, 2006 um 15:25
und wenn du die Nasen mal richtig beeindrucken willst, dann leih dir meine Freeliner aus…
7. November, 2006 um 15:51
Dir foid a allawei no a bledana Schmarrn ei.
7. November, 2006 um 16:42
Kein longboard – bitte…
7. November, 2006 um 17:06
es wäre die einzigartige chance, sich sowohl seinen ängsten zu stellen (“karl heinz und krüppel”), als auch seine träume zu leben (“wäre gerne skater gewesen”). und das alles auf einmal. außerdem gibt es doch in jeder geschichte auch die chicas, die den verletzten helden mit den blonden haaren und blauen augen heimlich pflegen. das sind dann meistens auch die chicas, mit denen man gerne kinder haben möchte.
falls allerdings tatsächlich der krüppel das resultat wäre, würde ich es nicht hier posten. kann man später wenigstens seinen enkeln immer noch ganz ohne entlarvende internetquellen erzählen, dass das mit dem verkürzten linken bein, der fehlenden kniescheibe und den amputierten geschlechtsteilen von einem heftigen straßenkampf in den slums von kolumbien kam. oder wegen stalingrad. damals.
7. November, 2006 um 17:34
pussy:-) nicht rumheulen “würde gerne…ach könnte ich nur…” einfach machen! aktuelles skateboarding gibt es bei mir im blog unter videos…ich empfehle den new clip zum anfixen! schönen gruss! und ja: kein longboard! das ist das hinterletzte!
7. November, 2006 um 18:18
Da hat Ihnen der liebenswürdige Amigo ein Angebot gemacht, dass Sie sehr wohl ablehnen können. Lassen Sie sich im Übrigen nicht einreden, die Görls stünden alle auf Brett Pits.
7. November, 2006 um 18:30
Von unten nach oben:
KE: Alles für mich. Nichts mehr für die Girls!
Michel: Schau ich mir mal an einem multimediafähigem Rechner an. Hier an der Uni sagen sich WMP und Real Player gute Nacht. Aber danke!
Padre: Lebe deinen Traum, gilt doch nur für die Unterdreissigjährigen, oder? Und die Chicas machen sich auch ohne Knochenbrüche genug Sorgen.
Kaspar: Find ich auch nicht schön.
Razz: Wann hört das auf?
Sno*: Jetzt überrascht du mich wirklich. Vor allem der Longboard-Vorschlag. Ich dachte, das sei total verpönt.
Peter: Eben. Du sprichst aus, was ich fürchte.
Lisl: Es ruht momentan in Frieden in Bayern. Wie das meiste vom Besten aus meinem Leben;)
LV: Ich bin von Natur aus so peinlich, dass ich es nicht auch noch forcieren möchte.
7. November, 2006 um 18:41
Na, ich dachte dir gings drum, dass du dir dabei nicht weh tun willst?
7. November, 2006 um 18:48
No Pain, No Gain, sagte einst ein dummer Mann:)
7. November, 2006 um 20:03
stell dich lieber mit ner klampfe vor das museum und steuer nen ordentlichen skater-soundtrack bei. das geht auch nur auf die stimmbänder und die kannst du ölen.
die jungs da vor dem museum sind aber auch wirklich echte könner. ich war da auch recht erstaunt.
7. November, 2006 um 21:06
Nie hört das auf, Brenner. Niemals.
Und ja, lass es!
8. November, 2006 um 11:09
Wie wärs mit Inlinern als Ersatzsport. Nach meiner Erfahrung kann man das auch noch im hohen Alter lernen. Und die ausgeleierten Bänder sind in den Stiefeln geschützt. Allerdings muss man die Verachtung der Skater ertragen können! :-))
8. November, 2006 um 12:07
Vor dem MACBA haben wir meist mittags gesessen und frisches Baguette, Käse, Tomaten etc. aus dem Supermarkt oder der MArkthalle an den Ramblas verzehrt. Einmal ist so ein wahnsinniger Himmels
stürmerskater über uns, die wir da gemütlich zum Essen saßen, hinweggesprungen. Meine Pumpe jagte mir noch Minuten später seltsame Schocksignale durch die Pulsadern. Kurzzeitig, vor allem, weil Michael dies als Affront gegen sich persönlich betrachtete, sind wir danach häufiger in einen Kreuzgang unweit des MACBA zum Essen geschlurft. Das war weit weniger aufregend, auch die Architektur war eher lieblich als spannend, dafür fiel einem aber nicht das halbe Essen vor Schreck auf Granitplatten. Hach, ich will da wieder hin!!!8. November, 2006 um 13:02
Oliver: Busking. Das könnte klappen. Schnell noch ein paar NOFX Knaller unplugged einstudiert.
Razz: Scheisse.
W-Flo: Skaten mit Skistiefeln. Das isses!
Ole: Du kennst ja jetzt jemand da.
8. November, 2006 um 14:46
Der war nun aber wirklich sehr MCdiolektisch! Wobei ich in diesem Zusammenhang vermutlich eher “Labien” geschrieben hätte, um es etwas zu entplumpen. :)
N4 2 L8 2 SK8, Butze! Kann mich dem Sno* da nur anschließen…
8. November, 2006 um 15:24
Longboard hab ich mir dieses Jahr in Amerika auch eins mit übern Teich gebracht. Zum durch die Gegend cruisen ist das schon ganz nett. Vor allem als Alternative zu den 4-Rollen-in-einer-Reihe-Fahrern und zu den Radelfahrern, die man damit gerne mal stehen lässt. Aber rockt halt bei Weitem nicht so wie…. naja du haßt es ja beschrieben. ;-)
11. November, 2006 um 14:44
Ich würde da jetzt skaten lernen. Sieht Dich doch von uns keiner! ;-)
11. November, 2006 um 14:45
Also vorausgesetzt die Krankenversicherung ist noch aktiv …
14. November, 2006 um 11:14
Naja, mit dem Skaten wurde es bei mir letztendlich auch nix. Trotzdem lebe ich nach dem Motto “Skate&Destroy”… ohne das Skaten halt.
21. November, 2006 um 21:06
Mehr “Das Brett” vor Augen: hier. Sind allerdings eher News.
18. Dezember, 2006 um 13:30
[...] Man kann nicht unbedingt von einem reibungslosen Start in Barcelona sprechen und selbst der antizipierte Einstieg in die Skaterszene musste ob eines Dienstwagenausfalls meines Lehrers ausbleiben. Aber auch wenn zunächst alles nach biografischer Dunkelheit und Knochenarbeit klang, gab genug Licht in einem sommerlichen November um mich wieder auf Vordermann zu bringen. Darunter auch einer meiner Filme des Jahres. [...]