Wer bin ich?
Ich bin gestern nach ungefähr dreissig Jahren wieder mal in Berlin aufgetreten. Mit meiner Band. Es war schweineheiß, aber ich kam ganz sportlich rüber in meinem engen, weißen Shirt und das, obwohl ich weiß Gott nicht mehr der Jüngste bin. Mein Kumpel Roger (nein, nicht der aus dem hermetischen Café) war auch dabei. Es war mir ja ein bisschen peinlich, als er die ersten zehn Reihen gebeten hat, das Rauchen einzustellen. Der alte Sack. Ich warte immer noch vergeblich darauf, dass auch dem endlich die Haare ausgehen. Oder trägt er ein Toupet? So ganz sicher bin ich mir da nicht.
Wir haben wieder mal die ganzen alten Hits gespielt, auch den, wo Roger so stottert. Sogar mit Jamsession im Mittelteil. Später habe ich dann ein paar Tracks aus unserem aktuellen Konzeptalbum ins Set hinein gemogelt. Roger hatte teilweise keine Böcke zu singen, also musste ich ran. Dabei spiele ich viel lieber Gitarre. Ich bin ja auch Erfinder der Windmühle. Heutzutage kann ich auch wieder voll aufreissen mit meiner Telecaster. Schliesslich bin ich bereits halbtaub, da kann nicht mehr viel kaputt gehen.
Wir haben ja mittlerweile ein paar junge Hüpfer in der Band. Zakk und Pino heissen die. Bei denen muss man wenigstens keine Angst haben, dass sie einem bald wegsterben, wie der gute Ox vor gar nicht allzulanger Zeit. Komisch, dass die neuen Songs gar nicht so super ankamen. Dabei haben wir die 27min Nummer aus der neuen Rockoper gar nicht gespielt. Teilweise waren wir übrigens ein bisschen aus dem Takt, aber das sind doch diese Babyshambles auch.
Übrigens habe ich gehört, dass auch dieser angesagte Blogger, St. Burnster, im Publikum gewesen sein soll. Ich meine, wenn so ein Hipster zu unseren Konzerten kommt, dann gehören wir doch noch längst nicht zum alten Eisen. Oder? Und jetzt geh ich noch einen trinken. Weiß einer, wo sich dieser Burnster so rumtreibt? Würde gerne mal einen heben mit dem.
13. Juli, 2006 um 00:13
Muss wirklich ‘n cooler Typ sein, dieser Burnster. Hab’ schon verschiedentlich von ihm gehört. Soll auch gut schreiben. Sag’ mir, wenn du ihn findest.
13. Juli, 2006 um 07:01
Sitzrocker?
13. Juli, 2006 um 07:17
Abgesehen davon, dass “I can’t explain” von so ziemlich jeder 60′s Garage gecovert wurde, muss ich konstatieren, dass Du extremen Wagemut besitzt alte Who-Rockopas live zu besichtigen. Man weiß ja, zu was so alte Herren fähig sind (ich sach nur: Keith Richards, Jim Beam, Kokosnuss). Aber wenn’s rockt, dann rockt’s…
Talking ’bout my Geriatrie!
13. Juli, 2006 um 07:53
Neid!
13. Juli, 2006 um 09:04
King Fisher: Ich bleib am Ball.
Oliver: Nö, nö.
Matthias: The Who sind einfach wer. Ob Opa oder Oper. Oberwasser auf der Bühne hat unser Complete Pete immer noch. Vielleicht auch Wasser in den Oberschenkeln. Wer weiß und wer will.
13. Juli, 2006 um 09:17
I can’t explain aber wenn ich diesen Sound höre, muß ich immer an knocking on heaven’s door denken, huhuuhuuuh …. :-(
(aber ich werde ja mindestens 87)
13. Juli, 2006 um 09:21
was hat ein ticket gekostet? soviel wie 3 festivals?
13. Juli, 2006 um 09:33
Opi: Nun ja, solange du dabei an Bob Dylan und nicht an Axl Rose denkst.
Oli: Äh, keine Ahnung. Zuschauer waren so wenig, dass man das Konzert von der Wuhlheide in die wacke Arena verlegen musste. Weiß nicht, ob sich das durch individuell hohe Ticketpreise wieder reinspielte.
13. Juli, 2006 um 10:25
ah so, verstehe. mal wieder kostenlos teilgenommen. skandalös ;)
13. Juli, 2006 um 10:52
Irgendwie sind die schlecht promotet worden.
Schön geschrieben, heiliger Burnster, schön geschrieben!
13. Juli, 2006 um 13:20
Der Wer?
13. Juli, 2006 um 14:30
Wars wenigstens ordentlich laut? Man vernimmt ja, das beim Pete nicht mehr alle Sinne in Sollstärke vorhanden sind.
13. Juli, 2006 um 14:45
Ker0zene: Steht doch oben in Petes Bericht:)
13. Juli, 2006 um 15:48
Harrrrr, weiße T-Shirts…
13. Juli, 2006 um 17:51
Sie ham ein Leben…
13. Juli, 2006 um 18:21
Der chillt immer am Nordstrand.
Wenn er nicht da ist: Die Putze hat nen Schlüssel.
Und wg. Roger: Transplantation. Schau Dir mal seinen Steiß an.
14. Juli, 2006 um 11:13
Autsch, da hab ich wohl nicht richtig aufgepasst. Zeit, mal die eigenen Sinn zu justieren. Rot on, fellow drummers!
14. Juli, 2006 um 17:36
Obacht! Der spielt nicht nur Windmühlengitarre, der
liest auch Blogs.
14. Juli, 2006 um 17:36
Gnaa. Da ist ein Link hinter “liest”. Things are different as they seem.
15. Juli, 2006 um 10:16
Danke für den Hinweis, Herr Kid. Hatte ich schon wieder vergessen, wohl aber mal irgendwo gelesen.
Links am besten immer unterstreichen. Meine Lösung ist semi-optimal, ich muss mir da was für die CSS überlegen.
12. Dezember, 2006 um 13:12
[...] Auf eher ungewohnt wettbewerbliches Terrain begab ich mich – inspiriert vom Drummer meines Vertrauens – im Juli mit folgendem skurrilen Preisausschreiben. Absurde Filmtitel und neue Blogger lernte ich dadurch kennen, wobei die wesentlich unglaublichere Bekanntschaft kurze Zeit später mit den Liverpool Lads von 28 Costumes stattfand, die sich seit dem von mir organisierten Konzert im Magnet aufgemacht haben, Deutschland zu erobern und zum Beispiel im Januar in Berlin sein werden oder auch als Support von Mia in unseren Landen unterwegs sind. Doch der Monat hatte noch ein weiteres musikalisches Highlight parat und dafür versetzte ich mich in die Rolle eines armschwingenden Rockrentners, der rüstig satt rostig ein paar meiner Lieblingsoldies nach Berlin zurückgebracht hat. [...]