Auf und nieder immer wieder

Auf:
Das Cardigans Konzert letzten Donnerstag im Postbahnhof. Nina Persson mag ja zickig sein, aber eine Ausstrahlung hat die Puppe, da fällt mir nichts mehr ein ausser “Rise And Shine”. Dazu ihre grandiosen Jungs, allesamt dermaßen rhythmisch und feinfühlig, dass man sie für soviel Talent hinter schwedische Gardinen bringen müsste. Und alter Gibraltar, haben die viele großartige Songs mittlerweile. Alleine die letzten beiden Alben hätten die 80 Minuten fast ausfallslos füllen können. Und dazu gabs aber noch die Hits. Bis auf “Love Fool”. Aber der ist eh für Mädchen. Am Ende dann stattdessen “Communication.” Ich war devot, servil und einfach nur Fan. Sit, dog, sit.

Auf:
Die neue Built To Spill “You In Reverse”. Analoger Indierock mit Argusauge auf dem Dilemma der eigenen Unvollkommenheit. Vollkommen episch, vollkommen Breitwand, vollkommen überzeugend. Grandiose Produktion.

Auf:
Fruchtschalen für einen Euro beim Asiaten um die Ecke. Mit Melone, Erdbeere und Ananas.

Auf:
Das anstehende Comeback des Totgesagten. Dass die aber jetzt auch immer länger leben müssen ist in diesem Fall ein echter Glücksfall.

Auf:
Mein jüngster Besuch vom One Man Beer Bataillon Mathew Gordon aus der Munich Area. Zusammen ergeben wir eine höchstexplosive Mischung aus Abhängen und Absaufen.

Auf:
Das Sichverpissen von Berlusconi. Endlich wieder Caorleurlaub ohne Hintergedanken an die Landesadministration.

Auf:
Mehr Anzug tragen. Mehr Eleganz wider der Berliner Schlamperei. Startschuss mit dem Erwerb eines cremefarbenen 70er Jahre Anzugs.

Nieder:
Das Sichverpissen meines iPods neulich über den Anden. Noch niederträchtiger: Der Kostenvoranschlag von Apple: 260 Euter. Also kein Mp3 Player mehr. Ist vermutlich besser so. Nicht mehr den ganzen Tag diesen melancholischen Schrott hören.

Nieder:
Die Gitarrentabs für Tiger Lou’s “You Can’t Say No To Me”. Wie kann man denn eine Ballade mit offenen gezupften Akkorden in B-Moll schreiben? Ich brech mir noch sämtliche Finger beim Nachspielen.

Nieder:
Der ranzige Bauarbeitertyp bei Burger King neulich, der behauptete, er wäre schon die ganze Zeit in meiner Schlange gestanden und deshalb vor mir dran. Ich hab ihn genommen und einfach vor an die Kasse geschoben. Dann hab ich die Filiale mit dem üblichen “Scheißladen hier” verlassen und eine Currywurst gekauft. U & J.

Nieder:
Postalkoholische Selbstzweifel. Die Nachmittage nach dem Vollrausch sind so bleiern, dass man eigentlich gleich wieder anfangen muss zu trinken.

Nieder:
Griesgrämiges, verdruckstes Deutschland. Abgefucktes Berlin mit seiner bescheuerten Lumpenmode und den Möchtegernneurotikern und ihren hausgemachten Traumata. Pfui.

Nieder:
Der Niederschlag hier. Ich habe zuvor vier Wochen keinen Tropfen Regen gesehen und in meinem Herzen war bereits Hochsommer. Den nehm ich jetzt lieber mal vorsichtig zurück.

Fazit: 7 Aufs, 6 Nieder. Das lasse ich gerade noch durchgehen.

31 Kommentare zu Auf und nieder immer wieder

  1. Ole
    20. April 2006 at 09:55

    Zu Tiger Lou: Um nen Tritonus transponieren und in e-moll spielen? :)

  2. MC Winkel
    20. April 2006 at 10:09

    “Fruchtschalen für einen Euro beim Asiaten um die Ecke. Mit Melone, Erdbeere und Ananas.”

    SAUEREI! Sowas gibt´s nur in SOA und im Osten des Landes. Das sind schon 4-Auf-Zähler at once, Homie!

    “…Erwerb eines cremefarbenen 70er Jahre Anzugs.”

    My Talk! TAG-CI!

    “Das Sichverpissen meines iPods neulich über den Anden.”

    Es geht nicht ohne. Versicherungsbe_tr*g? Call on me.

    “…Currywurst gekauft. U & J.”

    Schmeckt eh besser. Wober der neue Wester BBQ… ach lassen wir das. U&J in Hochform! Mehr Schiebung!

    “Postalkoholische Selbstzweifel”

    Mag ich nicht, mochte ich nie. Also: Weniger Suff, Daddy-O. TAG-kompatibler.

  3. Rationalstürmer
    20. April 2006 at 10:15

    A rechter Hund bist fei scho. Bis auf die Ananas in der Fruchtschale beim Asiaten um die Ecke (ich mag halt keine Ananas nicht) denk ich grad dauernd: a rechter Hund isa hoid scho, der Sauhund. Und Herrschaftszeiten, die Persson, na klar, Jessas naa. Eben notiert auf der To-Do-Liste für die Post-Auferstehungsphase: Was schreiben, wo This is an invitation, it´s not a threat drin vorkommt und es irgendwie nicht zu autobiographisch aussehen zu lassen.

  4. Burnster
    20. April 2006 at 10:52

    Ole: geht nicht gibt’s doch, hab ich festgestellt
    Emme: Wer mag schon postalkoholische Selbstzweifel. Auf den Versicherungsbetrug komm ich zurück. Ich fühl mich ein wenig einsam ohne Soundtrack zu meinem coolen Leben.
    Razzle: Selber Sauhund. Machst mir manchmal schon Angst mit deiner Empathie, Oida.

  5. Ole
    20. April 2006 at 10:53

    Das verblüfft. :)

  6. Ole
    20. April 2006 at 10:53

    A oder H würden’s sonst ja unter Umständen auch schon vereinfachen, das Unmögliche…

  7. Burnster
    20. April 2006 at 11:00

    Aber bei offenen Akkorden verfälscht man ja das Klangbild wenn man transponiert. Leersaiten klingen nur wie Leersaiten wenn man sie leer lässt. Copy?

  8. Suedwind
    20. April 2006 at 12:18

    70er-Anzug? Cremefarben?

    FOTOS!!!!

    Bitte… ;-)

  9. Suedwind
    20. April 2006 at 12:22

    Übrigens Neid wegen Cardigans!!! Vor allem im Postbahnhof…

    Aber ich hab was zum Dagegenhalten: 1.5. Robocop Krauss; 7.5. Thrice

    Und am 12.6. sieht man sich vielleicht beim Tallentierten Billy in B…

  10. oma
    20. April 2006 at 12:22

    Auf und Nieder, immer wieder.

    Auf:
    Der alte Burnster.

    Nieder:
    Der faule Tensfelder.

  11. Fons Tensfelder
    20. April 2006 at 12:37

    Des hab ich ghört, Baze. Weisst, ich steck so im Korrekturstress gerade. Aber ich schreib vielleicht am Wochenende mal wieder ebs. Okay?

  12. Rationalstürmer
    20. April 2006 at 13:00

    Zum Korrekturstress des werten Herrn Professor sag ich jetzt nix. Wern halt die Biergärten langsam aufmachen in Regensburg…

    Zur Sauhundfrage, Burns: Is halt sowas wie Empathy for the Devil, irgendwas in der Art. Mir stellen sich da schon selber auch hin und wieder die Haar im Gnack auf.

  13. r0ssi
    20. April 2006 at 15:04

    postexzessive downs sind in der tat eine unangenehme begleiterscheinung des trinkerdaseins. muss man aber durch, am besten mit einem anspruchslosen film à la pauly shore und pizza.

  14. Dr.Sno*
    20. April 2006 at 15:20

    Hier scheint atacama-mäßig die Sonne, Berliner Currywurst beats BK Fastfood sowieso im großen Stil und IPods waren doch schon immer scheisse.

    10:3 und wenn wir ehrlich sind, mehr braucht’s auch gar nicht

  15. Burnster
    20. April 2006 at 17:13

    Wow, Doc. Du musst einen guten Tag haben, wenn du die Motivationskeule auspackst. Ich übrigens auch heute (den guten Tag).

    Rossi: You got the style.

  16. opa
    20. April 2006 at 21:29

    Also das ist mir jetzt aber peinlich, Herr Professor, daß mei Oide sich da wieder ungefragt einmischt. Ich hab ihr immer wieder beigebracht “Wer nix zu sagen hat, soll das Maul halten!” S’is schon a Kreiz mit dena Weibersleit. Sie hört halt scho a bisserl schlecht ohne Brille.

  17. Burnster
    20. April 2006 at 22:06

    Nimm ihr einfach mal des Labtop weg, dann is gleich a Ruh.

  18. dieJule
    20. April 2006 at 22:37

    So bilanztechnisch eh gut.
    In ein paar Jahren fragt keiner mehr nach den Details.

  19. opa
    21. April 2006 at 07:35

    Mach ich, wennse nicht wieder grad draufsteht. Und sag bitte dem Fonse, ich freu mich schon aufs Wochenende. Ich hab da nämlich schon so’ne Vorahnung offline geträumt heut nacht.

  20. Ole
    21. April 2006 at 09:54

    Ich hab ja ne Copy-Card.

  21. Don Alphonso
    21. April 2006 at 10:32

    Zefix, bei euch bieselts? Du ahnst ja nicht, wie blau der Himmel… aber ich will Dir ja keinen Vorwand zum Saufen geben…

  22. Burnster
    21. April 2006 at 11:08

    Ich brauch schon längst keinen Vorwand mehr. Wie kommts eigentlich, dass Berlin kurz vor der WM nur noch ein einziger Müllabladeplatz ist?. Ich wohne in Mitte. Warum zur Hölle bin ich dahin gezogen wenn es mittlerweile mehr Dreck als in Friedrichshain gibt? Prost.

    Aber regnen? Regnen tut es nicht. Vielmehr ist der Himmel blau. Also was der Berliner Himmel halt so an Farbe hergibt.

  23. Dr.Sno*
    21. April 2006 at 11:13

    …und noch dazu ist Freitag – hammer wenn die guten Tage mal so ne richtige Serie hinlegen.

  24. Burnster
    21. April 2006 at 11:18

    Survivor Series.

  25. Rationalstürmer
    21. April 2006 at 11:47

    … á la Nobody move, nobody will get hurt, gar wunderschön eingefroren unter Sonnenschein und Himmel Azur.

  26. opa
    21. April 2006 at 13:06

    Wenn sie in Hamburg ausnahmsweise mal scheint, die Sonn, werden die Röcke mini und dlie Gesichter freundlich. Da freut sich Opa. Aber scheint sie gar drei Tage hintereinander, was nur alle Jubeljahre mal passiert, sind die Visagen schon wieder normal verkniffen. Trotz Sonne.

  27. nora
    21. April 2006 at 13:12

    …wobei doch grade der Friedrichshain recht lauschig ist.

  28. Saint Burnster
    21. April 2006 at 16:31

    Liebe Nora: Der schon. Das nicht.

  29. nora
    22. April 2006 at 15:42

    ..und Mitte, gerade durch den Anspruch, so unglaublich trendig und schick sein zu wollen, so wenig “Charakter” hat. Sach ich mal so.

  30. Burnster
    22. April 2006 at 19:44

    Es gibt kein Mitte. Die Aspekte dieses “Stadtteils” sind so verschieden wie mannigfaltig. Und streng genommen wohn ich ja im Prenzlauer Berg, 10 Meter von der Grenze zu Mitte entfernt. Also, nächstes Klischee bitte:)

  31. nora
    22. April 2006 at 21:18

    och, jetzt kam ich grade so schön in Fahrt, mich über “Mitte” auszukotzen ^^

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