April 2006 archive

And Death Shall Have No Dominion

Ein kostbarer Kuss von deinen köstlichen Lippen. Kein Mann hält soviel Süßes aus. Ein kurzer Blick unter deinen silbernen Rock gleicht einer Heilserscheinung. Der Geruch deiner Elfenbeinhaut bricht ganze Kriege vom Zaun, bei denen der Sieger dir ein wenig nahe sein darf.

Aber ich, ich warte auf den einen Tag, an dem du nicht mehr Nein sagen kannst. Jeder weitere Tag ist so lang wie ein ganzes Leben, in dem ich alles unternehmen werde, um dir mit Gewalt die Flügel von deinem sanften Rücken zu reissen. Und ich, ich warte auf den einen Tag an dem du nicht mehr Nein sagen kannst. Denn dann wird alles gut sein.

(frei übersetzt nach Tiger Lou “You Can’t Say No To Me)”

North Beach 06: United We Stand

Vierzehn verdammte Stunden Schlaf und danach zehn verfluchte Bahnen schwimmen, im Anschluss drei komma fünf verrückte Bar in mein neues Fahrrad blasen, um damit zu Saturn zu brennen und für fünfzehn verschissene Eusen die neue Saves The Day zu snatchen und am Tresen dieses verhurt gute Verkaufsgespräch mit anzuhören und sich beim anschließenden Open Air Frühstück denken: Was für ein verflixt guter Tag.

Verkäuferin: Wollen Sie eine Tüte oder geht’s so?
Theologiestudent: Ich weiß nicht. Es ist mir egal.
Verkäuferin: Mir auch!
Theologiestudent: Fein, dann sind wir uns ja einig.

Buenos Aires in Kreuzberg

Eine geschmacklose Anekdote aus meinem Nachtleben, in der ich im Mittelteil vom Präteritum ins Präsens springe, um dem Leser einen unmittelbaren Eindruck vom Flair der Situation zu vermitteln. Die Pointe aus der Überschrift erschließt sich im Übrigen erst nach mindestens der Hälfte des Artikels. Zumindest wenn man Spanisch kann oder das kleine Latinum hat. Also ausnahmsweise bitte mal mehr als den Anfang und das Ende lesen, liebe Freunde.

Eigentlich alles wunderbar. Sanft und polytox in den Abend hineinsacken. Sich über die milden Straßen Kreuzbergs an diverse Bars und Servicekräfte anschleichen, eine Portion Streetfood Ente beim Vietnamesen, ein bisschen Championsleague, ein bisschen Ronaldinhofresse, ein bisschen Pastis und ein paar Biers, schon ist das Maß voll und der Trakt braucht Durchzug.

Im Lido, wo man – typisch für Berlin – einer innenarchitektonischen Bauruinie pseudogesellschaftliche Funktionalität verleiht, schauten wir uns die zweite Hälfte an und das ohne Luft, Bildqualität und sympathische Menschen dafür aber mit spontanen Bildausfällen. Weil aus dem Spiel, ähnlich wie aus dem Gebäude, kurzzeitig die Luft raus war, beschloss ich, mich auf die Suche nach dem Herrenbadezimmer zu begeben. Ich verließ das Gebäude, betrat es durch einen Nebeneingang erneut, ging eine Treppe hinauf und fand mich in einem leergeräumten Stock mit diversen offenbar sanitär ausgestatteten Zimmern. Keine Menschenseele war zu sehen oder zu hören und eilig hatte ich es dann mittlerweile auch. Also nahm ich mir das erstbeste Scheißhaus vor, aber so richtig.

Als ich fertig war und meinen erleichterten Gesichtsausdruck nochmal im Spiegel sehen wollte, öffnete ich die Tür, damit das Licht vom Gang mein Anlitz erhellen konnte und der Durchzug meine ungeheuerliche Duftmarke in die Weite der Kreuzberger Nacht verscheuchen konnte. Doch was muss ich sehen, als ich die Tür zum Gang öffne? Ein vorlautes Mädchen steht mitten im Ausströmungsfeld meines Dampfhammers und quäkt etwas von:

“Jibt et hier Klopapier?”
“Ja, ja.” antworte ich ertappt und der Stinkerei überführt. Und dann fällt mir nichts Besseres ein, als zu sagen: “Sorry, ist noch nicht ganz geruchsneutrale Zone hier.”
“Ach, man riecht nüscht.” stößt sie hervor weil sie die Luft anhält.
“Ich wasch mir noch schnell die Hände.” setze ich die Peinlichkeitenparade fort.
“Na klar und du könntest doch ooch noch mit Seife runter spülen, wa.” meint sie.
“Äh, ich weiß nicht genau was du meinst.” gerate ich langsam ins Stammeln.

Auf einmal stürmt ein weiteres Mädchen heran und schreit:
“Ach hier biste. Und hier ist auch das Klo. Ist das jetzt endlich mal frei?”
“Ja, der Typ hier ist, äh, gleich soweit.” entgegnet sie mit einem despektierlichen Blick auf meine Hände unter dem laufenden Wasserhahn und dann wirft sie ihrer Freundin einen Blick zu, der nur heißen kann: “Puh…”
Als ich das Klo verlassen will, um endlich aus diesem Schlund von einem Fettnapf heraus zu klettern, versperrt mir plötzlich auch noch die Barkeeperin des Lido den Weg und sagt zu den anderen Mädchen:
“Habt ihr’s jetzt gefunden? Das ist das andere Klo.” Und dann gerät auch sie, beziehungsweise ihr Atem, ins Stocken:
“Ach, äh, da ist ja jemand drin.”
Jetzt stehe ich also mittlerweile schon drei Mädchen gegenüber, die kollektiv die Nase rümpfen und eine davon arbeitet auch noch hier und kennt Leute, die ich auch kenne.

Während ich mich endlich aus der immer-noch-nicht-geruchsneutralen Zone verdrücke, denke ich trotzig: “Neuer Club, denen haste aber gleich mal gezeigt, wo der Burnster den Most holt.” Wir sind dann nach dem Spiel trotzdem sehr schnell aus dem Lido hinaus gegangen. Aber ist eh ein Kackladen. Und eigentlich war ja alles wunderbar in dieser milden Kreuzberger Nacht. Es roch sogar schon so ein bisschen nach Sommer.

In schlechter Gesellschaft

Die Stadt stirbt langsam im Frühjahr. Sie liegt auf dem Rücken und keucht, während wir mehr Gift in ihre Venen injizieren. Es fließt durch die Abflüsse in ihren Blutkreislauf. Ich will mehr Chemie, ich will mehr Gift. Alles ist besser als das hier. Ich werde wahnsinnig, wenn ich keine Chemie mehr habe. Alles ist besser als das hier. Diese sterbende Stadt ertrag ich nicht mehr. Nur in schlechter Gesellschaft lässt sich das alles hier ertragen. Ich bleibe in schlechter Gesellschaft, ich brauche die Chemie.

Sie sollen sich von mir aus in einer Reihe aufstellen. Ich nehme sie mir alle vor. Jeden Einzelnen werde ich vor den Kopf stoßen, jeden von denen werde ich in seine Einzelteile zerlegen. Ich bedeute Ärger. Ich bedeute Verlust. Ich bedeute Tod. Ich bin eine schlechte Gesellschaft. Es geht wieder los. Her mit der Chemie, ich werde wahnsinnig ohne die Chemie. Alles ist besser als das hier. Ein Königreich für einen guten Freund. Jetzt ein guter Freund.

Die Stadt stöhnt, aber ich höre sie nicht, so zugedröhnt bin ich von dem ganzen Unheil hier. Die Maschinen röhren und versuchen zu reparieren, was nicht mehr zu richten ist. Die Stadt stirbt und ich komme nicht rechtzeitig hier weg. Deshalb her mit der Chemie, denn alles ist besser als das hier. In einer Reihe sollen sie sich aufstellen, damit ich sie mir vorknöpfen kann. Das wird der letzte Sommer, der letzte Blick von oben auf die erstickende Stadt. Es wäre ein guter Zeitpunkt für eine echte Freundschaft. Statt dessen nur Chemie.

Und du hast ja keine Ahnung, wo ich stecke. Du ahnst nicht, warum ich meine Maschinen noch einmal angeworfen habe. Das ist der Endspurt. Wenn du nicht hier bist, gibt es endlich keinen Grund mehr zu warten. Ich werde mich nie ändern und jetzt her mit der Chemie, denn alles ist besser als das hier. Ich bin eine schlechte Gesellschaft, ich bedeute Ärger. Ich bin Verlust. Ich bedeute den Tod für diese Stadt.

Die Stadt stirbt langsam. Im Frühjahr liegt sie darnieder und im Sommer ist sie schon tot.

Text inspiriert von Stephen Jenkins “Company”. Aufgenommen von der musikalisch nicht so besonderen Band Third Eye Blind.

Wenn die Gondeln Power tragen

Eigentlich hatte ich schon wieder einen fürchterlich morbiestigen Text auf der Tasche. Aber weil so schönes Wetter ist und weil ihr es seid: ein bisschen Frühling, auch wenn in Santiago De Chile auf dem Foto gerade Spätherbst herrscht.

Die Burns Verschwörung (7)

Folge 7, in der ein scheinbar glückliches Ende ohne Schrecken einem Schrecken ohne Ende Platz machen muss.

Heike Makatsch nimmt die Pfanne mit den gerösteten Kartoffeln vom Herd und stellt sie auf einen Teller. Dann schneidet sie das Fleisch in dünne Scheiben während ich ein wenig Honig auf den bereits angemachten Salat träufel. Dann zünde ich die Kerzen auf dem Tisch an und lösche das Deckenlicht, während Heike das Fleisch und die Röstkartoffeln auf den Tisch stellt.

“Heute ist also unser Einjähriges.” Sie schaut sie mich heraursfordernd an. Ich liebe ihre heisere Stimme.

“Ja, ich hab dich so oft im Prenzlauer Berg herumlaufen sehen, aber ich hätte nie gedacht, einmal mit dir hier am Nordstrand zu sitzen. Bei Monsieur Vuong, im Schwarzsauer, im Haliflor, im Schokoladen. In jeder beschissenen Szenebar hab ich dich gesehen und jetzt sitzt du mit mir hier am Nordstrand in meiner Küche, das Fenster zur Berliner Nacht steht weit offen und die warme Luft einer duftenden späten Mainacht weht um unsere Gläser Chardonnay. Heike, du bist ein Feuerwerk für mich.”

“Netter Versuch, du Schleimer”, sagt sie, aber lächelt dabei über beide ihrer tollen Ohren. “Aber du hast den unromantischen Teil unterschlagen. Den mit diesem irren Tensfelder, den mit der Autobombe, den mit der Verschwörung, den mit deinem toten Freund Rationalstürmer.”

“Ich habe auch keine Lust mehr, daran zu denken, süßes Makatschki. Es zählt das Hier und das Jetzt. Den Typen, der sich Tensfelder nannte haben sie in eine Anstalt verfrachtet und ich habe Ole aus Absurdistan gebeten, mich aus der Sache rauszuhalten. Auch Neo-Bazi hat sich bei mir in einem langen Brief für meine Verluste entschuldigt und es sieht so aus, als wäre dieser ganze Verschwörungskram zumindest an mir spurlos vorüber gegangen.”

“Nicht ganz spurlos, mein lieber Brennhase. Schließlich bin ich dir geblieben, nachdem du mich gegen diesen Tensfelder verteidigt hast.”

“Na ja, ein Trauma bleibt immer zurück.” Ich lächle breit, doch sie tritt mir trotzdem unter dem Tisch gegen das Schienbein. Ich mag diese Frau. Ich mag sie wirklich gerne. Wenn sie nur nicht so viel unterwegs wäre.

Morgen muss sie schon wieder auf einen Dreh. Ich glaube, sie spielt Wortschnittchen in einem Film über Berliner Blogger. Don Dahlmann wird von Axel Prahl verkörpert, Modeste von Minh-Khai Phan-Thi und mich sollte Kai Wiesinger spielen, wogegen ich Sturm gelaufen bin, so dass mich jetzt Ken Dukem mit schwarzgefärbten Haaren spielt. An den Haaren herbeigezogen ist auch die Handlung, in der eine Berliner Bloglesung zu einer Orgie ausartet und die gesamte Blogszene erst im Bett und anschließend in einer psychologischen Hetzjagd im Netz über einander herfällt. Ach ja, Fritz Wepper spielt Don Alfonso und MC Winkel spielt sich selbst in einer Gastrolle. Das kann doch nix werden.

Heike und ich essen, dann legen wir uns auf mein Sofa, schauen die letzte Wrestlemania auf DVD an und knutschen dabei. Nach dem dritten Match gehen wir ins Schlafzimmer und schlafen miteinander.

Als wir schon längst friedlich schlummernd Kopf in Arm nebeneinander im Bett liegen, zersplittert das Schlafzimmerfenster und mit einem dumpfen Schlag landet eine Tüte auf dem Boden. Ich schrecke auf und springe aus dem Bett, hin zu der Tüte. Ich hoffe inbrünstig, mich zu täuschen, als ich ein Büschel graue Haare aus ihr hervorragt. Ich stoße die Tüte leicht mit dem Fuß an und ich wünschte ich würde nicht sehen wie der Kopf von Fons Tensfelder mit leeren Augen vor meine Füße rollt.

“Alles in Ordnung, Schatz?” höre ich Heikes ängstliche Stimme hinter mir.

Folge 6 finden Sie hier
Folge 5 finden Sie hier
Folge 4 finden Sie hier
Folge 3 finden Sie hier
Folge 2 finden Sie hier
Folge 1 finden Sie hier

Auf und nieder immer wieder

Auf:
Das Cardigans Konzert letzten Donnerstag im Postbahnhof. Nina Persson mag ja zickig sein, aber eine Ausstrahlung hat die Puppe, da fällt mir nichts mehr ein. Dazu ihre grandiosen Jungs, allesamt dermaßen rhythmisch und feinfühlig, dass man sie für soviel Talent hinter schwedische Gardinen bringen müsste. Und alter Gibraltar, haben die viele großartige Songs mittlerweile. Ich war devot, servil und einfach nur Fan. Sit, dog, sit.

Auf:
Die neue Built To Spill “You In Reverse”. Analoger Indierock mit Argusauge auf dem Dilemma der eigenen Unvollkommenheit.

Auf:
Fruchtschalen für einen Euro beim Asiaten um die Ecke. Mit Melone, Erdbeere und Ananas.

Auf:
Mein jüngster Besuch vom One Man Beer Bataillon Mathew Gordon aus der Munich Area. Zusammen ergeben wir eine höchstexplosive Mischung aus Abhängen und Absaufen.

Auf:
Das Sichverpissen von Berlusconi. Endlich wieder Caorle-Urlaub ohne Hintergedanken an die feindliche Administration.

Auf:
Mehr Anzug tragen. Mehr Eleganz wider der Berliner Schlamperei. Startschuss mit dem Erwerb eines cremefarbenen 70er Jahre Anzugs.

Nieder:
Das Sichverpissen meines iPods neulich über den Anden. Noch niederträchtiger: Der Kostenvoranschlag von Apple: 260 Euter. Also kein Mp3 Player mehr. Ist vermutlich besser so. Nicht mehr den ganzen Tag diesen melancholischen Schrott hören.

Nieder:
Die Gitarrentabs für Tiger Lou’s “You Can’t Say No To Me”. Wie kann man denn eine Ballade mit offenen gezupften Akkorden in B-Moll schreiben? Ich brech mir noch sämtliche Finger beim Nachspielen.

Nieder:
Der ranzige Bauarbeitertyp bei Burger King neulich, der behauptete, er wäre schon die ganze Zeit in meiner Schlange gestanden und deshalb vor mir dran. Ich hab ihn genommen und einfach vor an die Kasse geschoben. Dann hab ich die Filiale mit dem üblichen “Scheißladen hier” verlassen und eine Currywurst gekauft.

Nieder:
Postalkoholische Selbstzweifel. Die Nachmittage nach dem Vollrausch sind so bleiern, dass man eigentlich gleich wieder anfangen muss zu trinken.

Nieder:
Griesgrämiges, verdruckstes Deutschland. Abgefucktes Berlin mit seiner bescheuerten Lumpenmode und den Möchtegernneurotikern und ihren hausgemachten Traumata. Pfui.

Nieder:
Der Niederschlag hier. Ich habe zuvor vier Wochen keinen Tropfen Regen gesehen und in meinem Herzen war bereits Hochsommer. Den nehm ich jetzt lieber mal vorsichtig zurück.

Die Kunst ein Mensch zu sein

Ouzo mit Wasser. In der Küche schnell eine kurzen Watson Coke (= Wodka Cola). Vor dem Schließen der Haustür noch einen Schluck Chardonnay aus der Flasche. In der Kneipe auf Linie bleiben mit einer oder zwei Weißweinschorlen. Dann fliegend zu Gin Tonic wechseln und für unterwegs zum Club noch ein Becks. Im Club zwei, drei Watson Red Bull, um nicht die Übersicht zu verlieren. Zwischendurch eine Runde Wodka für mich und die Freunde. Dann auf ein Bier und einen Plausch an die Theke. Noch ein paar Bier und dann gehts zum Döner, wo noch ein Jägermeister und ein Becks auftauchen. Zuhause noch ein Gutenachtbier aus dem Kühlschrank und einen Schluck Ouzo gegen den Dönergeschmack. Mittags aufstehen, in die Sonne, ins Café auf ein Pils. Und immer wieder ein kleines Zigarettchen zwischendurch.

Die Überschrift zu diesem Artikel entstand durch folgende Google Kombi: “Harald Juhnke Brian Wilson Getränke Liste”. Danke für den Tipp, Maff. Du hast Talent, sagt die One Man Blue Man Group

London

“Ich wünschte, du könntest jetzt die Themse sehen wie sie in der Abendsonne glitzert. Wenn ich hier so lang schlendere auf meinem Nachhauseweg, glitzert die Sonne auf der Themse. Ich glaube, du würdest es mögen. Ich gehe schon eine ganze Weile hier entlang. Ich glaube, du würdest London mögen. Du darfst nicht immer daran denken, dass ich mit ihm zusammenlebe. Darum geht es doch nicht. Das ist halt praktisch. Ich mag London und du würdest es auch mögen. Ich habe gestern Damon Albarn getroffen und man hat mir mein Handy geklaut. Ich muss jetzt auflegen, ich bin bald in der Brick Lane. Wir kochen alle. Das ganze Haus kocht zusammen. Ich mag dich auch. Tschüss.”

Und als sie mit ihm auf dem Bett liegt und der Fernseher läuft, hören sie ein Klatschen und ein Schreien aus dem Zimmer nebenan. Die Wände sind dünn und durchlässig hier.
“Sie mag es, wenn er sie auf den Hintern schlägt”, sagt sie.
“Dann versucht sie vielleicht heute nacht nicht, sich umzubringen”, meint er.
“Ich möchte mit dir schlafen jetzt. Ich mag dich nämlich.” Sie küsst ihn schnell auf die Stirn.
“Das hast du noch nie so direkt gesagt.” Er ist verunsichert.

Sie knöpft seine Hose auf und holt seinen Schwanz heraus. Als sie ihn streichelt, schaut sie ihn genau an. Normalerweise vergräbt sie dabei ihren Kopf in seinen Armen. Aus dem Nebenzimmer hört man ein Klatschen und ein Schreien.

Später hilft sie ihm, die Gitarren in den Backstageraum zu tragen. Vor dem Auftritt treffen sie G. und R. und sie wünschen ihnen Glück. Als er beim Soundcheck ist, geht sie mit R. auf die Toilette, um ein wenig Koks zu nehmen. Sie mag das Gefühl. Zuhause ist es schwer, welches geschenkt zu bekommen. Doch hier hat es jeder. Es ist wie ein Bier spendiert zu bekommen. G. und R. haben diese Band, Bloc Party. Sie nehmen eine Single auf, aber sie weiß nicht, ob jemand diese seltsame Musik mögen wird. Musik. Alles ist voller Musik.

Sie sieht ihm zu, wie er in Zeitlupe auf der Gitarre den Song begleitet. Sie versucht an seinen Schwanz zu denken, doch sie schämt sich ein wenig. Mit Koks schämt sie sich aber immerhin weniger als früher. Es wird schon besser. M. steht neben ihr und muss sich übergeben. Er trifft einen Teil ihres Rocks, den sie sich gestern bei Top Shop gekauft hat. Hier fällt es ihr so leicht, Röcke und Strumpfhosen zu tragen. Sie will diese Stiefel, die F. anhat. Die kleine Asiatin ist so unglaublich hübsch. Sie würde gerne einmal ihre Füße anfassen. Ihre Füße sind sicher viel, viel kleiner, als die Stiefel vermuten lassen. S. küsst sie in den Nacken. Er schreibt manchmal für den NME. G. geht mit einem Mädchen in Richtung Klo. Mark Owen ist auch da. Er lächelt ihr kurz zu und sie lächelt zurück. Mark Owen ist ständig im Barfly. Das Konzert dauert ihr zu lange. Sie will nicht wieder seine Instrumente nach Hause tragen. Berlin ist lächerlich, denkt sie und macht sich auf die Suche nach R.

“Es war sehr schön gestern. Ich gehe gar nicht mehr so viel aus hier. Und ich fühle mich sehr unscheinbar. Eigentlich bin ich nicht mehr so hübsch. Ich habe meine Haare pechschwarz gefärbt. Ich mag es hier. Ich mag London. Du weisst doch, dass du nicht einfach so kommen kannst. Berlin ist doch auch toll. Ich mag dich auch. Bis bald.”

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