Un dia muy lento
Ein internationaler Faul & Spaet Beitrag
Die unertraegliche Langsamkeit des Seins hat mich fest im Griff an diesem hochsonnigen Samstag in Santiago de Chile. War ich gestern noch zuviel Bier trinken auf einer WG Party mit ueberwiegend chilenischem Studentenanteil und Lungen vergiften mit diesen parfuemierten Dreckszigaretten von Belmont, so habe ich mich heute sprichwoertlich zur Ruhe gesetzt.
Um 12 aufgestanden und Verschwoerungstheorien zum 11. September von Andreas von Buelow in mich gepflanzt, dann eine halbe Stunde geduscht um die anschliessenden drei Stunden in einem Strassencafe in Bellavista zu verbringen. Man servierte Congrio, das ist eine Art Seeaal, fritiert und mit Salat. Davor ein Cortado und quasi als Aperitifo einen chilenischen Weisswein, dessen Namen ich vergessen habe.
Meine Begleitlektuere ist auch beim Essen das Verschwoerungsbuch und auch das ist ein gefundenes Fressen fuer gesellschaftliche Schienbeintreter wie mich. Natuerlich bin ich Herrn Buelow gegenueber skeptisch wie der Ostdeutsche gegenueber Zitronen, aber er stellt diverse unangenehme Fragen, die sich wohl jeder gestellt haben duerfte, der versucht hat, sich mit den wenig detaillierten Einzelheiten des WTC Anschlags auseinanderzusetzen. Wo war die Luftabwehr? Wo ist das Flugzeug geblieben, das angeblich ins Pentagon gerast ist? Warum ist bei der totalen Vernichtung von Tausenden von Tonnen Mobiliar rund ums WTC ausgerechnet der Pass von Mohammed Atta unversehrt geblieben? Spaeter in der Lektuere schiesst sich mir von Buelow allerdings etwas zu spekulativ auf den Mossad und ferngeteuerte Flugzeuge ein. Dass das Buch hochkontroverse Thesen aufstellt und Buelow – immerhin ehemaliger Minister der BRD – sich u.a. von Frau Maischberger den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen musste, soll aber hier nicht Gegenstand der Diskussion sein. Das Buch treibt nur diesen scheinbar unbeweglich schoenen Nachmittag gemaechlich an.
Aber zurueck zum chilenischen Tag, der sich genau so langsam verfluechtigt wie er vollzogen wurde. Die Schatten senken sich ueber die lebhaften Buergersteige von Bellavista und die Cafes tauschen ihre Betriebsamkeit langsam mit dem lauteren und wohlmoeglich auch unlauteren Treiben der Bars. Vielleicht treff ich noch eine gewiefte Mexikanerin, die mich darauf gebracht hat, eventuell naechste Woche nach Buenos Aires ueberzusetzen, aber sowohl das eine wie das andere wird noch nicht jetzt entschieden. Ich bin noch zu langsam fuer Entschlossenheit.
19. März, 2006 um 01:59
“immerhin ehemaliger Minister der BRD” hätte ich als Autor natürlich verschwiegen, käme es mir darauf an, glaubhaft zu erscheien. Das gesamte Buch erinnert mich an Hitlers “Mein Kampf” , in dem er die gefälschten “Protokolle der Weisen von Zion” heranzieht.
Da könnte ich mir wahrlich eine interessantere Urlaubslektüre vorstellen.
Zweitens: Ich hoffe sehr, daß du ein paar Urlaubsfotos nachlieferst. Und wie wärs mit der Besteigung eines Andengipfels, falls es mit der Besteigung der Mexikanerin nicht klappt?
19. März, 2006 um 02:53
Zu langsam für Entschlossenheit trotz aller Ungeduld? :)
19. März, 2006 um 13:31
hi burns,
falls es arg wird mit der entscheidung, kannst du ja vorher “die entdeckung der entscheidungsfreudigkeit” von stendahl nowottny lesen. ansonsten gebe ich opa recht.
lentitud o muerte!
19. März, 2006 um 15:12
mighty burns,
bin richtig neidisch. ich hoffe aber, du hast nicht den seiwert gelesen. der urlaub klingt so “entschleunigt”.
19. März, 2006 um 22:46
Lass Dich doch einfach treiben. Das kann sehr gesund sein, wenn man merkt sobald’s wieder gut damit ist.
19. März, 2006 um 23:05
Opatunist: Ein wenig weit hergeholt, die Hitleranalogie. Auch die Besteigung eines Maedchens erscheint mir ein wenig zu unterirdisch formuliert fuer deinen ansonstigen Sprachwitz. Die Anden habe ich im Visier, das kann man sagen. Ja.
An alle: Urlaubsphotos werden gehortet nachgetragen. Leider kann ich sie im Internetcafe hier nicht HOCHladen.
19. März, 2006 um 23:08
Drive slow, Homie. You never know, Homie.
von Buelow hätte mal besser recherchieren sollen:
- Luftabwehr hatte Mittagspause
- Das Flugzeug haben sie in der Area 51 zwischengeparkt
- Attas Pass war wasserfest
Aber naja, hat ja auch eine Südfruchtallergie, der Gute.
20. März, 2006 um 07:43
Handeln statt reden!
20. März, 2006 um 07:47
Das mußt du grade sagen !
20. März, 2006 um 07:55
Der Berg ruft, hörzes ned?
21. März, 2006 um 09:04
Da bin ich anderer Meinung. Du kennst vermutlich “Mein Kampf” nicht. Buelows Werk ist sogar eine schlechte Verschwörungtheorie. Mossad und nine eleven ist völlig abwegig, das hätten die sich nie getraut, denn NUR die USA können die Existenz Israels garantieren.
Wenn schon, hätte er mindestens auf die CIA kommen müssen und auch wäre nicht sehr wahrscheinlich, wo bei denen doch seit Jahren schon alles herauskommt, was die anstellen.
Sprachwitz: sorry, aber ich dachte, auch in der Hölle dürfe unterleibsgesteuert gelacht werden. Die dünne Luft in der Höhe schein deiner neuerdings dünneren Haut nicht unbedingt zu bekommen.
Was sagt Erwin?: DER BERG RUFT !!! Hörstes ned?
21. März, 2006 um 09:07
Vor “wäre” fehlt ein “das” . Bitte hindenken. Danke.
21. März, 2006 um 20:05
Baz, in der hauptsaechlichen These gehts ja auch um die CIA. Der Mossad ist eine gedankliche Exkursion. Und die Argumentation des Buches ist dir scheinbar so ungelaeufig wie mir angeblich “Mein Kampf”. Also motz net rum, nur um des Motzens willen.