Clown gefrühstückt
Das gefährliche an Vinylsammlern ist, dass sie einfach nichts wegwerfen. So kommt es, dass ein paar meiner miesesten Aufnahmen aus den Sechzigern jetzt beim rigorosen Herrn ZAF wieder aufgetaucht sind.
Bei “Burnster Under The Sea” handelt es sich um einen Gefallen, den ich dem damaligen Capitol Chef Sir Joseph Lockwood getan habe. Er konnte nichts mehr verkaufen mit meiner Protestsingerhaltung und wollte mich unbedingt von dem Bob Dylan Trip runterholen. Aufgrund dubioser Knebelverträge und einem Krater in meiner Haushaltskasse wurde ich mürbe und nahm mit Phil Spector dieses Spaßalbum mit allzu krachigen Songs wie “Teenage Tentacles” auf.
Auf der darauffolgenden Tour erlitt ich einen Schwächeanfall aufgrund meines damalig überhöhten LSD Konsums und die Tournee musste abgebrochen werden. Sir Lockwood entließ mich aus meinem Vertrag, aber ich war zu kaputt, um weiter Musik zu machen. Jahrelang unterhielt ich mich mit meinem Kühlschrank und ließ mir manchmal von meiner dicken Haushälterin einen blasen. Erst gegen Ende der Neunziger entdeckten ein paar Regensburger Musiker mich in einem schäbigen Appartement am St. Marks Place und holten mich nach Hause, wo sie mit mir die Punkband Tri-Anger gründeten. Mit nacktem Oberkörper und whiskeyverbrannten Stimmbändern schrie ich die Ungerechtigkeit der letzten Jahrzehnte in den Regensburger Kneipen hinaus.
Jahre später in Berlin eröffnete ich dieses Weblog und gründete mit einem alten Weggefährten von damals, dem Forster Hans, die Band The Sealevel und jetzt bin ich endlich wieder so erfolgreich wie in meiner Zeit bei Capitol. Ich danke dem Herrn ZAF, dass er mir durch die Entdeckung dieses Audiofossils die Möglichkeit gegeben hat, endlich einer breiten Öffentlichkeit diese Geschichte zu erzählen. Besser ihr erfahrt es vom Chef persönlich als aus dieser lumpigen Biografie meines verlogenen Ex-Psychotherapeuten.

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14. Februar, 2006 um 11:08
frueher lsd gefruehstueckt und heute ein menschenfresser. stimmt also doch das mit den einstiegsdrogen und so…
14. Februar, 2006 um 11:19
Klar stimmt das. Nach meiner ersten Haschzigarette war ich sofort süchtig! Eine Woche später gab’s den ersten Jägermeister auf Ex. Von da an war’s nur noch ein kleiner Sprung zur ersten Heroinspritztour. Heute bin ich aber vollkommen clean und bin nur noch für meine Kids da.
14. Februar, 2006 um 11:28
Sehr hübsch, Herr Burnster, ganz reizend. Nur am Rande möchte ich jedoch anmerken, dass obenstehendes Dokument ihres früheren Schaffens mir doch einiges Nachdenken über den Wahrheitsgehalt Ihrer Angaben zu Ihrem tatsächlichen Alter beschert haben.
14. Februar, 2006 um 11:38
Und ich, liebe Modeste, hab Ihnen doch letzten Sommer diesen Song vorgesungen, um ihr Herz zu erobern: “Age ain’t nothing but a number!”
14. Februar, 2006 um 11:57
Ich erinnere mich, Butze. Wir informierten uns gerade bzgl. dieser bestimmten Modalitäten in Dänemark. Das muss so 1968 gewesen sein. Ich war 24 und Du 19.
14. Februar, 2006 um 12:01
Was ist ein Bob Dillum?
14. Februar, 2006 um 12:11
Hat der Spector dich eigentlich angefummelt?
14. Februar, 2006 um 12:17
ich hatte die ganze zeit schon so eine ahnung, dass sie mir von irgendwoher bekannt vorkommmen, herr mitallenwasserngewaschene
14. Februar, 2006 um 12:27
MC: Damals war das noch nicht so einfach. Gut, dass wir heute in einer viel liberaleren Gesellschaft leben, Schatz.
Schröder, lass mittags die Finger von den Pilzen, äh Pilschen.
Ratzko: Nah, er wollte mich nur ein bisschen ins Bein schießen, der alte Waffennarr.
Frl. Fuchs: Das geht vielen so.
14. Februar, 2006 um 12:31
und damit es nicht nur mir so geht:
Habt ihr seit der Überschrift auch alle den Tears of a Clown Ohrwurm? Wenn nicht, dann hoffentlich jetzt *hrhr*
14. Februar, 2006 um 12:51
man könnt es auch mit den Yardbirds probieren. Ohrwurmtechnisch mein ich. Ha ha said the Clown.
14. Februar, 2006 um 12:57
ich hab ja grad erst “mit Alien-Wassern gewaschene” gelesen. Ein Hauch von Außerirdischkeit (im Positiven) herrscht hier ja manchmal auch. :)
14. Februar, 2006 um 13:16
Ich präferiere das Unterwasser Motiv: “I’d like to be under the sea
In an octopus’ garden in the shade.”
Yardbirds. Pffft.
14. Februar, 2006 um 13:33
ich find das alles gar nicht so schlimm. na ja okay. vielleicht das mit der dicken haushälterin. war die wenigstens auch noch alt? oder sogar hässlich?
14. Februar, 2006 um 13:45
Ich konnte nicht über meine Wampe hinübersehen. Also keine Ahnung wie die aussah.
14. Februar, 2006 um 14:24
ich frage mich eh, was gegen wampen spricht. man braucht auch weniger wasser beim baden. verdrängung mal pfiffig!
14. Februar, 2006 um 14:38
Pfiffiger Kommentar! Töfte eingetütet! Echt dufte!
14. Februar, 2006 um 16:35
Häh? Weniger Wasser? Ich glaub ja man braucht mehr Wasser. Weil der Grundriss eines Menschen mit Wampen im liegenden Zustand ist relativ ähnlich dem eines liegenden Menschen ohne Wampen. Nur die Höhe ist höher. Das heißt man muss mehr Wasser einlassen, damit die Höhe erreicht wird und dann das Wasser über den Bauch schwappen kann um eine geschlossene Oberfläche zu bilden. (Verdammt, ich kann das jetzt schwer erklären, müßte ich aufzeichnen.)
14. Februar, 2006 um 16:46
Aber das Aufzeichnen kann ja bei dir nicht das Problem darstellen, Lisa.
14. Februar, 2006 um 16:51
Hab bloß keinen Bleistift im Moment und sitz im Hotel fest.
14. Februar, 2006 um 21:11
Diese Aufnahmen bitte als file einstellen ;-)
14. Februar, 2006 um 22:16
In Wahrheit geht’s doch hier um Harald Juhnke “Clown sein”. Das mit den Drogen und der Haushälterin kommt auch hin.
14. Februar, 2006 um 22:22
Is wahrscheinlich auch wieder unterwegs. So wie der Ratze halt.
15. Februar, 2006 um 02:44
Ich sitze da und lächle (am Fuße
einerder Leiter)3. März, 2006 um 22:44
[...] Ich finde, darüber kann man streiten, ob man die Einzugsgebiete der Bordsteinschwalben als Nutzgeflügelbestand bezeichnen könnte oder nicht. Immerhin ist der Verdienst der Prostituierten einkommen- und umsatzsteuerpflichtig und somit deren Tätigkeit für den Staat von Nutzen. Und nein, Herr Burnster, ich habe keinen Clown gefrühstückt. trackback [...]
5. Dezember, 2006 um 13:32
[...] Inspiriert von einer genialen Kollage des Hamburger Künstlers Herrn ZAF ergriff ich die Gelegenheit, meinen Lesern endlich aus meiner Vergangenheit bei Capitol Records zu erzählen. [...]
16. Juni, 2009 um 15:20
Ich finde das alles eigentlich gar nicht so schlecht,doch es ist schön. Die Haushälterin war dick und hässlich….:)