Die Burns Verschwörung (6)
Folge sechs, in der Burns nach Berlin zurückkehrt und statt in den Armen seiner Liebsten in den Fäusten seines Golems landet. Und in der Burns unerwartete Unterstützung von einem unorthodoxen Streiter für das Assoziative auf der Welt bekommt.
“Du kannst nicht herein kommen.” Heike Makatsch versucht, mir ins Gesicht zu sehen. Ihre Stimme versucht, ein Zittern zu unterdrücken. Ihre Augen ein Flackern.
“Ist er da drin?” flüstere ich und sie nickt kaum sichtbar. Ich drücke sie zur Seite und vollziehe eine Flugrolle in Heikes Wohnung. Im Flur hechte ich versehentlich gegen einen großen Buddha aus Lavastein und prelle mir den Kopf und breche dem Buddha die Nase. Die Nase ab. Doch das ist nicht der einzige schmerzhafte Empfang, der mir in Heikes Wohnung bereitet wird. Neben Buddha begrüßt mich die Faust von Fons Tensfelder und sagt Hallo zu meinem Unterkiefer. Bevor der fleischgewordenen Regensburger Uppercut seinen nächsten Treffer landen kann, kippe ich ihm den Lavastein Buddha in den Weg. Er stürzt und ich rapple mich wieder auf. Mit dem Fuß trete ich ihm die Brille aus dem Gesicht und wenn jemand gesagt hat, man schlägt keine Brillenträger, dann hat er ja nicht von treten gesprochen. Tensfelder zeigt sich unbeeindruckt, steht auf und stürzt auf mich zu.
Bizarr, seine eigene Kreatur zu begutachten, wie sie dabei ist, einem die Fresse zu polieren. Tatsächlich sieht dieser Tensfelder genauso aus, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Ein Endvierziger Späthippie mit wirrem grauen Haar und einer mörderischen rechten Geraden. Die kann er jedoch nicht landen, stattdessen packe ich seinen rechten Arm und haue ihn gegen die Wand, was sich als Nachteil für Heikes Paul Klee Bild herausstellt, das sich samt Rahmen gen Dielenboden verabschiedet.
“Tensfelder, gib auf, du Pfeife.” schreie ich ihn an und komme mir als Schöpfer sehr überlegen vor.
“Burnse, ich bin nicht mehr deine Marionette. Ich hab ein Eigenleben und das wirst du nicht mehr lange von dir behaupten können.” schreit er zurück und verpasst mir einen Ellenbogen auf die Schläfe, dass mir schwarz vor Augen wird und ich zu Boden gehe. Der Tensfelder beugt sich über mich legt seine beiden faltigen Hände an meinen Hals.
“Aufhören.” höre ich Heike kreischen und sehe sie auf den Tensfelder zustürmen, doch der tritt nach hinten aus und trifft die arme Heike in den Magen, der doch eh so empfindlich ist. Dann wendet er sich wieder seinem Würgewerk zu und ich ziehe in Gedanken einen Schlussstrich unter mein jüngst etwas sonderbares Dasein.
Ein dumpfer Schlag reißt mich aus meiner Abschiedslethargie und ein gefällter Tensfelder schlägt neben mir auf den Dielen auf. Über ihm steht mein Freund und Kollege Ole Cordsen und hält einen Gegenstand in der Hand, der mir auf den ersten Blick reichlich absurd erscheint und mit dem er offensichtlich den Tensfelder niedergehauen hat. Es ist ein Buch mit dem Titel “Indische Aphrodisiaka. Kurzeinführung mit Illustrationen.“
“Hier, hab ich dir mitgebracht, Burns. Wolltest du doch haben.”
“Äh, danke Ole.” stammle ich und versuche Heikes ehemals besorgtem, jetzt aber latent vorwurfsvollem Blick auszuweichen.
Fortsetzung folgt…
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3. Februar, 2006 um 14:35
absurdeus ex machina?!
Knallharte Scharfmacherbücher taugen vielseitig als Retter! Mit pfeilspitzer Federer geschrieben: Großes Tennis, Burnse. Mal wieder.
3. Februar, 2006 um 16:33
ich glaub wir muessen mal tine wittler zu heike makatsch schicken.
3. Februar, 2006 um 16:39
[...] Und dann gibts Leute, die können schreiben, haben Fantasie, Wissen, Winkeldenken und keine Hemmungen es so rasiermesserscharf einzusetzen, dass um sie herum die Realität kapitulierend in kleinen Scheiben zu Boden klackert… und einem nichts mehr übrig bleibt, als in stummer Ehrfurcht in diesen Splittern zu lesen. [...]
3. Februar, 2006 um 16:56
Ich ahne, als was der Tense sich entpuppt.
Ich ahne da etwas.
3. Februar, 2006 um 17:32
Leiwand!
3. Februar, 2006 um 19:10
ehrlich gesagt, burns, ich bin gespannt wie ein brückenkabel, wann die heißen makatsch-szenen kommen.
3. Februar, 2006 um 20:47
Noch einer weniger: Ole der Judas, jetzt kann ich da auch nicht mehr hin. Bald bin ich ganz alleine, wenn sich der Fonse nicht wieder hochrappelt. Aber wartet nur, Burschen, ich sags euch jetzt zum letzten Mal: am gefährlichsten sind alte Männer, die alleine kämpfen!
3. Februar, 2006 um 21:25
vor der burnadette braucht man sich jedenfalls nicht zu fürchten.
cave canem, ts.
4. Februar, 2006 um 02:27
cave canem, pft, das ist doch bestimmt wieder was anzügliches, sie lateinischer Totschläger?
4. Februar, 2006 um 13:14
“vorsicht, witziger bissiger hund”
4. Februar, 2006 um 13:20
criminiy. schon wieder durchstreichen mit
kursivverwechselt.4. Februar, 2006 um 22:04
Hunde, die witzeln, weisseln nicht. Fragen Sie meine Ex-Vermieter.
6. Februar, 2006 um 10:58
Der arme Tense! Ich hab beinahe Mitleid mit ihm!
6. Februar, 2006 um 13:41
Er ist es ja auch gar nicht wirklich. Oder doch? Hell, I Don’t Know!
5. Dezember, 2006 um 13:33
[...] Der Soundtrack für einen beschissenen Dreckswinter läutete mein Februarslamento ein, während sich die Burns-Verschwörung nach dem Tod von Rationalstürmer und der blutigen Rückkehr von Fons Tensfelder auf ihrem vorläufigen Höhepunkt befand. [...]