Lachgas geben
“Siehst du den Typ da drüben, der ständig lächelt?” fragt mich Tim und ich sehe einen ziemlich smart lächelnden Typen, der von Menschen umringt ist. Wir befinden uns auf einer Business Party der Musikindustrie und die Leute hier gehen mir aus Prinzip auf den Sack und deshalb entgegne ich in der mir ureigenen sympathisch raunzigen Art:
“Dauerlächeln ist debil und nervt mich. Wer immer was zu grinsen hat, hat nichts kapiert.”
“Hmmm.” meint Tim. “Aber ich glaube mit einem Lächeln kommt man weiter. Klar darf das Lächeln nicht überheblich sein und freilich auch nicht dämlich. Es muss einfach nur so wirken, als hätte man gute Laune. Der Typ kommt bei seinen Mitmenschen sicher irre gut an. Besonders bei den Frauen.”
“Unsinn. Wenn ich blöd durch die Gegend grinse, geht meine mystische Aura flöten. Aussderdem ist der Typ vollkommen wack. Guck ihn dir doch an, wie dumm er die Zähne fletscht. Überhaupt ist mir der ganze Diskurs hier zu esoterisch. ” mache ich mein Statement und dampfe übelgelaunt ab.
Bereits wenige Minuten später fange ich aber an, über das eben Besprochene nachzudenken. Ich setze verstohlen ein Testlächeln auf und was soll ich sagen: Die Empirik umarmt mich mit diversen Gegenlächeln. Hmmm, denke ich, wenn das so einfach ist, warum dann nicht öfter mal lächeln? Man muss nur etwas finden, das einen amüsiert. Das ist in einer Stadt wie Berlin nicht schwer. Da gibt’s genügend Albernheiten, sobald man auch nur einen Fuß vors die Haustür setzt. Ergo: Lächelkommando ist ab heute angesagt.
Sechs Monate später ziehe ich Bilanz. Ich hab nur ein weiteres Mal den Lachfressenjoker gezogen. Das war gestern. Und es war ein großartiger Abend. Notiz an mich selbst: Öfter lächeln.
2. Februar, 2006 um 12:19
Hm, ick weeß nich so recht … Ne Lachfresse in Berlin kann och jefährlich sein, wa. Die meisten Menschen fahren nicht umsonst mit ‘ner steinernen Vopo-Fresse inner U-Bahn – sie ham Angst entweder angeredet zu werden oder eins von jemandem aufie Fresse zu kriegen, der Streit sucht. ;-)
2. Februar, 2006 um 12:33
Für die Ubahn empfehle ich in dem Fall ein abfälliges Lächeln. Ausserdem will man in der Ubahn ja niemanden von sich überzeugen. Ich zumindest nicht, weil ich hab ja ein Ticket. Augen zu und durch ist da eher meine Devise. Insofern auch Mund zu.
2. Februar, 2006 um 13:12
Keep smilin’ folks.
Make this world a happier place…
(Boah, wattn Quatsch!)
2. Februar, 2006 um 13:55
Mundwinkelgymnastik für Experten. Auf dass Noscorephasen ab jetzt und auf ewig in den belächelnswerten Abgründen der Vergangenheit ihr kümmerliches Dasein fristen werden!
2. Februar, 2006 um 14:09
Soweit isses noch nicht ganz…
2. Februar, 2006 um 14:20
Naja… Babysteps zum Erfolg. Hauptsache, es geht aufwärts! :)
2. Februar, 2006 um 14:48
Na, wenn Sie sich mal vor Augen führen, was da alles nach Ihrem Zustand benannt wurde, dann ist das schon mal ein müdes Lächeln wert.
2. Februar, 2006 um 15:28
frau k.e. hat mich an was erinnert.
2. Februar, 2006 um 15:29
Das Vorwort von Spaßzündapp Bill Cosby schein mir Garant genug für gute Laune.
2. Februar, 2006 um 15:54
hui – vorsicht mit dem dauerlächeln! nicht, dass dir blonde. lange haare wachsen, die du mit kleinen kämmchen voluminös auf deinem hinteroberkopf feststeckst, plötzlich rosa jäckchen trägst und du beim von-der-leyen-luk-a-leik mitmachen kannst und obendrein den ersten preis gewinnst.
2. Februar, 2006 um 16:02
och man bsc, jetz waren sie aber wirklich schneller mit der der u.v.d.l. -sache als ich….na gut, zum trost grinse ich meinen bildschirm an.
2. Februar, 2006 um 16:09
Na da bin ich doch froh, dass ich Ihnen auf dieser Business Party der Musikindustrie noch was beibringen konnte, Mr. Burns.
2. Februar, 2006 um 16:11
Laecheln ist die beste Gymnastik fuer das Gesicht und als Medizin fuer jeden menschen bestens geeignet. Lachfalten machen nicht alt, Sorgenfalten schon ;-) Also, weitermachen..
2. Februar, 2006 um 16:35
Wobei ich auch schon erlebt habe, durch unsere City (hihi) mit einem Lächeln zu laufen (weil es mir tatsächlich gut ging) – und nur verwirrte Blicke zu ernten, die einem allesamt sagen wollten: “Bist Du eigentlich gaga?”
Machte allerdings zugegebenermaßen dadurch noch mehr Spaß, und führte dementsprechend zu einem noch festeren Lächeln -> ein Teufelskreis.
2. Februar, 2006 um 16:50
Im Ernst, Leute: Das kann sich doch niemand vorstellen: Ich mit Dauerlächeln. Contradictio in se. Da verzicht ich doch lieber auf den ein oder anderen Fick.
Eigenart, der war gut!
2. Februar, 2006 um 17:00
Mindestens skurril.
2. Februar, 2006 um 17:04
1. Mir hat mal ein kompetenter Mensch erklärt, dass manche Leute dann am breitesten Lächeln, wenn Sie über die traurigsten Dinge sprechen, oder gerade daran denken.
2. Wenn’s ehrlich ist wirkt es Wunder. Menschen erkennen aufgesetztes Lächeln – irgendwie.
3. Morgen habe ich Urlaub und ein wohlbegründetes Lächeln liegt auf meinem Gesicht.
2. Februar, 2006 um 17:36
Wense das öfter machen, so als Grinsekopp, könnse sie die Nominierung für den Grimmig-Preis wohl vergessen.
2. Februar, 2006 um 18:36
Das ist eine Warnung, die gesessen hat, Fish. Ich gelobe Besserung. Scheissdreck, ausgefotzter.
3. Februar, 2006 um 09:35
any other day, yes. today, even smiling makes my face ache. (grippe.)
3. Februar, 2006 um 10:02
Hör auf damit, Buzzrule, wer immer was zu grinsen hat, hat nichts kapiert!
:)
Aber isso: Gute Laune zieht. Und wenn Dir zu düster zum Lächeln zumute ist, denk an Embow, wie er bei BK feilscht. Da habe ich nämlich auch ein Lächeln gehört!
3. Februar, 2006 um 21:38
Ich fand deine erste Analyse vonwegen “dumm und künstlich durch die Gegend lächelnde Typen würden nerven” viel besser. Die Geschichte ansich aber ist ein Lächeln wert.
Cheers
Hank