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Las Vegas

“Jeder hier will etwas Besseres als das was er gerade hat. Jeder vermutet schon an der nächsten Ecke die nächste große Überraschung. Den besseren Sex, die größere Liebe, den geileren Job, den glamouröseren Untergang. Gleichzeitig halten sie Alles krampfhaft fest, damit sie in Sicherheit sind, bis es soweit ist. So funktioniert diese Stadt. Ehrlichkeit und Loyalität haben hier keinen Platz. Es ist die perfekte Ferieninsel für den Traum von der bedeutungsvollen Existenz”. Samuels Augen sind müde, als er das sagt. Er hat seine Euphorie verloren. Er weiß schon ungefähr, was sie jetzt sagen wird.

“Ich verstehe nicht was du sagst. Ich hör dir zu und es klingt richtig was du sagst, aber es ist zu negativ. So als hättest du schon aufgegeben. Lass uns doch noch wo anders hingehen. Oder lass uns mal wohin fliegen. Vielleicht nach Las Vegas.”

Er mustert sie, während sie spricht. Ihre wässrigen blauen Augen, ihr nervösen Fingernägel, ihre blasse Haut, ihre langweilige Haarfarbe. Mit dieser Frau an seiner Seite war es doch kein Wunder, wenn man defätistisch wird. Er amüsiert sich über diesen Gedanken uns grinst, obwohl er alles andere als gute Laune hat. Als Martha noch bei ihm war, hatte er eine Verbündete. Sie war manches Mal verunsichert, wenn er alles verteufelte, doch eigentlich war sie unverschreckbar. Sie war eine Verbündete. Es war ihr egal an was er glaubte, Hauptsache er blieb.

“Komm lass uns hier abhauen. Die Leute sind Abschaum. Sie sind alle auf Drogen und die ersten ficken schon auf den Klos. Ich bin zu alt für den Mist.” sagt Samuel zu ihr.

“Willst du wirklich schon nach Hause gehen? Ich finde es ganz nett hier. Ich sag noch zu Marion Tschüß, dann können wir ja gehen.” Sie wirkt nicht gekränkt. Ihr fehlt nur das Verständnis. Sie ist keine Verbündete.

Als sie durch den Raum geht, bemerkt er wie ein Typ mit Bart und langen Haaren ihr hinterher schaut. Samuel stößt verächtlich die Luft aus. Einfältiges Pack. Im Taxi nach Hause schmiegt sie sich eng an ihn und flüstert:

“Lass uns doch mal nach Las Vegas fliegen, Schatz.”

Er sieht aus dem Fenster, die widerliche Trostlosigkeit der Torstraße bei 10 Grad minus verdirbt ihm auch den letzten Rest des Abends. Las Vegas, denkt er, ohne zu wissen was sie eigentlich genau meint.

“Halten sie hier an.” befiehlt er dem Taxifahrer.
“Ich geh das letzte Stück zu Fuß.” sagt er zu ihr und sieht sie in dem Taxi weiter die Torstraße entlang fahren.

14 haben herzlich gelacht bei “Las Vegas”

  1. sabbeljan sagt an:

    die B-files frieren mich immer so ein.

  2. MC Winkel sagt an:

    Es ist definitiv zu kalt. Da würd´ ich auch schauen, ob´s auf dem Klo wärmer ist.

  3. Ole sagt an:

    B-File-Fanclub-Mitglied Ole b-findet auch den neuesten Teiil aus dem Fledermaus-Umland für enorm gelungen und ganz schön heißen Scheiß, auch wenn hier mancher vor Kälte zittert.

  4. kein einzelfall sagt an:

    Schatz genannt werden ist schon Schicksal genug.

  5. Burnster sagt an:

    Dabei ist der eigentliche Sinn des Wortes ja ein sehr schmeichelhafter. Aber Samuel ist auch kein Schatz, eher ein Fluch für jede Frau. So, genug mit Piratensprech.

  6. brittbee sagt an:

    Manchen Menschen möchte ich gar nicht tiefer ins Hirn gucken.Burns, an den b-Tagen bist Du definitiv dabei.

  7. Burnster sagt an:

    Don’t intermingle fact with fiction, Brittogramm. Und ich lass mir ja auch nicht reingucken. Da nicht und woanders schon gleich gar nicht.

  8. brittbee sagt an:

    och schade eigentlich.

  9. Burnster sagt an:

    Dafür müssen wir schon einen Spezialisten bzw. besser eine Spezialistin anfordern.

  10. L9 sagt an:

    Will auch B-File-fan-club-mitglied werden.

  11. Jule sagt an:

    Lieutenant Julez runzelt die Stirn und wirft den Subraumscanner an.

  12. Burnster sagt an:

    L9: Hiermit aufgenommen in die Armee der Finsternis.
    Lieutenant Julez: Was gefunden im Subtext, äh Subraum?

  13. Hank sagt an:

    Der Taxifahrer wird sich gefreut haben als er ausgestiegen ist

    Hank

  14. St. Burnster » Blog Archive » Do Look Back In Anger (1) sagt an:

    [...] Dann auch noch dieser Schock: Der Würger von St. Pauli war spurlos verschwunden. Hatte ihn etwas der falsche Burnster auf dem Kerbholz. Gottseidank klärte sich auch dieses Rätsel bald von selbst und bevor ich in nach einem kurzen und unterkühltem Abstecher nach Las Vegas den grauenvollen Februar beginnen konnte, tröstete mich Herbert Grönemeyer noch mit seiner Coverversion eines Sealevel Songs [...]

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(Wenn du mir schon unbedingt einen Link hineinposten musst, unterstreich ihn doch bittschön, damit ihn ein jeder sieht. Dankschön.)