Ich möchte Doderer werden
Ich hab den Zweck dieses Vereins schon damals in meiner ruralen Phase nicht ganz begriffen, unsympathisch war er mir jedoch nie. Auf der Homepage meines geliebten Heimatortes hab ich jetzt aber einen Bericht zum zwanzigjährigen Clubbestehen gefunden, der mich eine zukünftige Mitgliedschaft ernsthaft in Erwägung ziehen lässt. Die komplette Unerwünschtheit von Frauen ist nur ein Aspekt. Die programmtische Teilnahme an Festivitäten ein anderer. Eine Bereicherung des dörflichen Vereinswesens wäre der Burnster allemal, oder?

Der Verein wurde im Frühsommer 1983 gegründet. Als erster Vorstand fungierte Siegfried Baumann Steinkirchen, der später von Georg Rohrmeier jun. und dann von Gerhard Bergwinkl abgelöst wurde. Der Burschenverein (Frauen sind nicht erwünscht) hat min. 14 Mitglieder, trifft sich monatlich einmal im Clubheim (bei Hartl) zur Aussprache. Die Doderer bereichern das dörfliche Vereins-Wesen mit ihrer Teilnahme an Sportveranstaltungen und Festen. Bei ihrem Gründungsfest waren viele Gäste anwesend und haben zum Jubiläum gratuliert. Ein Festzug war nicht geplant, weil es da hinten beim Manne-Weiher eh niemand gesehen hätte.
(Quelle: grafentraubach.de)
15. Dezember, 2005 um 11:47
“Ein Festzug war nicht geplant, weil es da hinten beim Manne-Weiher eh niemand gesehen hätte. ”
satzqualität: eins a!
15. Dezember, 2005 um 12:00
Bekommt auch mein Lakoniezertifikat Dezember 05.
15. Dezember, 2005 um 12:03
Und die Heimseite des Ortes bekommt den Website Award 2005 für das mutige Design.
15. Dezember, 2005 um 12:10
Allerdings! So eine avantgardistische Ästhetik traut man so einem marginalen Kaff doch gar nicht zu. Mein höchster Respekt geht an Herrn Einhauser und sein Team.
15. Dezember, 2005 um 12:44
Unter Aktuelles genau das, was da hinghört: mal mitteldunkel und mal ganzdunkel eine genaue Abbildung von was man aktuell draußen sieht.
Ich find Du sollst da mitmachen. Der erste Festzug, den wo man nur hört. Die neue stock-still Bewegung quasi.
15. Dezember, 2005 um 12:49
Frl. Vita, schön, dass Sie uns mal wieder beehren.
Die Sparte “Aktuell” spart sich den schnöden Mammon des dörflichen Alltags und kommt gleich zum philosophisch Wesentlichen: Der dunklen Seite der Provinz. Gut beobachtet vom Webmaster und freilich auch von Ihnen.
15. Dezember, 2005 um 13:16
Außerdem wusste ich nicht, dass Costa Rica eine Person ist (unter Links). Ist der Grieche? Und gegen den sollen unsere Buben das Eröffnungsspiel bestreiten? Ist das nicht total unfair?
Ich ruf mal kurz den Franz an…
15. Dezember, 2005 um 13:33
Ich kenn nur Klaus Doderer. Der schreibt fabelhaft über Fabeln. Aber er bereichert das Dorfleben nicht. Außerdem würde ich Dir abraten, ihm beizutreten.
15. Dezember, 2005 um 16:39
Unter seinem früheren Namen Hubert Prebeck hätte er wahrscheinlich nie an der WM teilnehmen dürfen.
15. Dezember, 2005 um 17:32
Mit Deiner bereichernden “Ich-liege-komatös-aufm-Kopfsteinpflaster”-Performance nach der letzten Dorfhochzeit dürfte doch Deiner Aufnahme in die ehrenwerten Reihen nichts mehr im Wege stehen.
15. Dezember, 2005 um 18:10
Was man als Doderer auch macht: Schriftstellern. So was:
“Im Mittelpunkt des Buches steht Childerich III. von Bartenbruch, ein grotesker Zeitgenosse, Nachfahre aus merowingischem Geschlecht. Er ist bestrebt, durch ein kompliziertes System von Heiraten und Adoptionen sämtliche Verwandtschaftsgrade in seiner Person zu vereinen. Es gelingt ihm, durch vier nach einem bizarren Plan ausgeklügelten Ehen, sein eigener Vater, Großvater, Neffe und Onkel zugleich zu werden. Schließlich aber gerät der Merowinger in Konflikt mit anderen Sippen, wird überwältigt, seiner weit über die Grenzen des Gewöhnlichen hinausgehenden Manneskraft beraubt und zu einem Schattendasein verurteilt.”
(Heimito von Doderer: Die Merowinger oder Die totale Familie)
15. Dezember, 2005 um 18:10
Sinnstiftend erklärt ist Aussprache beim Hartl ratschen nehm ich an. Jetzt ganz grob übersetzt, schon klar.
15. Dezember, 2005 um 21:31
Sehr gut aufgepasst, meine teuerste Britts! Selbst wenn man von meiner legendären Regensburger Shotgun Wedding Performance in Grafentraubach nichts mitbekommen haben dürfte, lassen sich gewiss einige Zeitgenossen als Fürsprecher eines wahrhaft trinkfreudigen Doderers in spe aktivieren.
Frau Keinzelfall, man sieht: Am Ende steckt hinter allen Dummköpfen der Weltgeschichte doch immer nur Inzest.
Frau Vita, ich weiß nicht, ob mit “Aussprache” wirklich Kommunikation im eigentlichen Sinne des Wortes gemeint ist. Also so, dass einer was sagt und der andere antwortet. Ich bin mir da nicht so sicher.
15. Dezember, 2005 um 22:03
Dablegg mi ned aso. Erklär mir die Niederbayern. Saufen halt oder? Ich mein ohne Frauen bleibt das üba. EIn Dodl – damit hats aber nix zu tun, Fragezeichen
15. Dezember, 2005 um 23:12
Ich vermute mein Stamm ist von eher schlichtem Naturell. Und das steckt natürlich auch in mir. Das ganze Wissen und die Ausflüge, all das sind Mutationen. Ein Dodl ist ein Depp. Das hatten die Doderer wohl nicht im Sinn.
15. Dezember, 2005 um 23:33
mir erschliesst sich da kein sinn. was machen diese doderer so? rumburschem? xy spielen? tragen die durch irgendwas ausser durch nichtteilnehmen an festumzügen zum gemeinwohl von grafentraubach bei? wie geht so ein doderer-treffen vor sich? wie erklärt sich das wort “doderer”? kann ich das nachschlagen (wikipedia)? was ist nur in grafentraubach los?! bittersweetchoc frowning.
15. Dezember, 2005 um 23:39
Don Buba, hatte heute einen stressigen Tag.. Und das hatte noch nicht einmal ´was mit dem WD-Ding zu tun. However; there ain´t no day without sayin´: Moin Buzz!
Topic: Join! Wenn die Dich bezahlen können…
16. Dezember, 2005 um 00:11
Liebes bittersüßes Fräulein: Die Romantik und der Reiz der Doderer liegt wohl gerade in ihrer Dolce fa niente Attitüde, insofern man Saufen nicht als richtige Tätigkeit bezeichnet.
Die Herkunft des Vereinsnamens vermochte ich übers Internet nicht zu recherchieren, aber ich begebe mich ja in wenigen Tagen in unmittelbare Nähe der Doderer Jagdgründe, vielleicht werde ich da schlauer.
Lieber Emz. Danke für deinen Besuch. Gewöhn dich schon einmal daran, nicht mehr so viel Zeit für deine alten Freunde zu haben. Ich bin noch zu bezahlen für die Doderer. Ein Gastspiel von dir würde nach dem heutigen Tag wohl schon deren 20Jahresbudget sprengen.
16. Dezember, 2005 um 00:33
aha! danke für die auskunft :)
kannst du nicht mit einer versteckten kamera an so einem dodi-treffen teilnehmen und uns das dann hier vorspielen? ich finde solche “verbände” genauso spannend wie männergefängnisse. da öffnen sich die türen maximal zum sommerfest und auch nur, wenn ich einen brieffreund hinter gittern habe.
16. Dezember, 2005 um 08:53
Der Club der himmlischen Deuter hat dich (der originale Barry hat am Großen St. Bernhard die meisten Menschen gerettet, er hatte immer ein Fäßchen um den Hals) und ein paar andere zum MATEI gewählt. Üb schon maldie samoanische Nationalhymne auf deiner Laute.
16. Dezember, 2005 um 08:57
die Marianische Männerkongregation klingt aber auch spannend
Am 8. April 1646 errichte der Jesuiten Pater Lazarus Krieger in Straubing die Herren- und Bürgerkongregation und stellte sie unter den Schutz der vom Engel gegrüßten Maria. Klein war der Anfang, 20 Männer schlossen sich damals zur besonderen Verehrung der Gottesmutter zusammen. Aber diese Vereinigung wuchs bald zu einer mächtigen Organisation heran, die sich über den ganzen Gäuboden und von den Isarhöhen bis tief in den Bayerischen Wald hineinzog.
Die Pfarrei Grafentraubach ist derzeit mit 56 Mitgliedern vertreten. MC-Obmann ist Josef Wachter, der zugleich 2. Assistent der Zentralkongregation ist.
Und was machen die anderes als die Doderer? Keine Ahnung, aber Bier wird auch getrunken…
16. Dezember, 2005 um 11:02
Wowee Zowee, Dr. Schroeder. Sie sind ja auf Zack. Der Wachter, ja, ja. Reaktionäres Katholizisten Pack. Dann lieber Doderer.
Bazi, entnimm meine himmlische Reaktion bitte deiner Kommentarspalte.
16. Dezember, 2005 um 11:15
Kongregation war doch Neuromanisch für Inquisition oder fahr ich da auf dem falschen Dampfer? Der Ratze [jetzt den apostolischen meinend] kam doch von daher, ney?