Kurzkritik zu Wächter der Nacht

And now it’s time for a breakdown. So sehr ich die Meinung der geschätzten Modeste für bare Münze nehme und so sehr ich ihr Geschmack in Sachen Blut und Sinsistres bescheinige, bei ihrer „Wächter der Nacht“ Rezension kommen wir nicht zusammen. Ich war gestern im Kino und ich war sehr wohl rezeptionsfreudig. Schließlich kam ich gerade aus der Zahnklinik und so sollte der Tag nicht enden.

Auch mit viel Blut drin, kann ein Film blutleer sein und auch mit vielen Vampiren bleibt er einem von der Halsschlagader. Die Handlung um den Kampf zwischen But und Göse hat nicht nur einen Bart, so lang wie der Landeanflug des im Film fast abstürzenden Flugzeugs, ihr fehlt eine logische Linie , so wie den Hauptdarstellern jeder Funke von Ansehnlichkeit. Und Entschuldigung, wenn ich verschlissene Menschen sehen will, dann hab ich in Berlin ungefähr 34 Stadtviertel zur Auswahl, da muss ich nicht ins Kino.

Über schlechte Special FX kann man mit schnellen Schnitten ein Leichentuch legen, soviel habe ich begriffen. Aber nur weil’s die ganze Zeit dunkel ist, entsteht kein düsterer Film und nur weil am Ende ausnahmsweise das Böse das Gute einsackt, will ich noch lange keine Fortsetzung sehen. Das Burns Imperium schlägt nämlich sonst gleich mit dem nächsten Verriss zurück.

19 Kommentare

  1. Da hättest Dir ja gleich „House Of Wax“ mit der schrulligen Hilton ansehen können. Das siegt das Böse wirklich. Muss ich den jetzt auch noch gucken und rezensieren, damit Ihr Euch vertragt? :)

  2. Man ist nicht meiner Meinung?! – Ts! Aber im Ernst, natürlich ist der Film sichtbar billig und er Plot fad und die Schauspieler sind wirklich sehr hässliche Menschen. Der Reiz dieses Films geht nicht von seiner Bedeutung oder von seiner Ästhetik aus, sondern von dem spürbaren Unernst, der camp/i> Koketterie und der sowjetischen Hässlichkeit, die gerade durch ihre Verdrängung im medialen Raum etwas sehr Greifbares, sehr Sinnliches bekommt.

  3. hm. der trailer wirkte nett. aber das heißt ja nix. und ich mag vampire lieber, wenn sie schön sind. wobei, ehrlch gesagt, der vampir als sinbild bei mir grad etwas over ist. mein neues feindbild ist der candyman.

  4. Es würde mich wundern, wenn dieser Film wirklich so schlecht wäre, wie du da schreibst, Berni. ABER: über Geschmack kann und kann und kann man einfach nicht streiten, deshalb muß ich das wohl so formulieren: es würde mich wundern, wenn ich diesen Film wirklich so schlecht finden würde, wie du da schreibst, Berni. Ich bin voll der Gespanntheit!

    Lektorenmodus: on – ach… und: Verreißer schreibt man bittschön auch nach der Reform des Grauens mit „ß“ … Zweng dem „ei“ warat’s gwesn! ((jetzt bitte nicht als Klugscheißerei werten, ich bin nur so schrecklich „ß“-affin und möchte einfach nicht, daß es in der Versenkung verschwindet.)) – Lektorenmodus: off. [sorry]

  5. Ich denke auch, dass die Zahn-Sache Ihr Urteil quasi diskwahlifiziehrt. Kann ja gar nicht sein. Oder Sie sind zu amerikanisiert. Pah.

  6. Bitts: Nicht am Nordstrand. Da gibts nur Happy Beach People.

    MC: House Of Wax werd ich mir in meinen kühnsten Albträumen nicht ansehen.

    Ach, Modeste. Das Greifbare und Sinnliche hol ich mir lieber aus dem neuen Reese Witherspoon Film, zu dessen Pressevorführung ich nächste Woche geladen bin.

    Danke, Dottore Gatto. Für meinen nächsten Zahnklinik Termin ist eine Kombiveranstaltung mit darauffolgendem DVD Screening in meinem Wohnzimmer geplant.

    Glam, warum der Candyman? Candyman? Candyman? Candyman? Candyman? Ooops.

    Julchen: Ignorantenstadl On. Ich steh auf das bissssssige Doppel S! Imode Off.

    Novesia: Vielleicht bin ich auch einfach nur zu erkältet.

  7. Na da bin ich ja froh, dass die Vorstellung ausverkauft war, als sich meine Freundin und ich spontan dazu entschlossen hatten, „Wächter der Nacht“ anzusehen.

    Haben uns stattdessen im Mannheimer „Murnau“ ein paar Gin Tonic genehmigt, was mir rückblickend sehr weise erscheint…

  8. ne Freundin von mir wurde wegen demonstrativ gerlangweiltem, extra lautem Popcorntütenrascheln während des Films des Saales verwiesen und war darüber weit weniger unglücklich als über den Umstand, Geld für diesen Streifen hingelegt zu haben. Ich selbst kann dazu nix sagen, ich war nicht drin.

  9. hm. also ausdrücklichst empfehlen würde ich den film jetzt auch nich. ist halt an manchen stellen ein bisschen unstimmig. z.b. die seitenhandlung rund um diese verfluchte ärztin, der ein flugzeugturbinenschräubchen in die NESCAFE-tasse neben dem NOKIA-handy hineinpurzelt. und, schon recht: eine delicatessöse kamera bzw. ausstattung und eine hohe schnittfrequenz machen allein noch keinen guten film.

  10. Ich war sehr angetan von Wächter der Nacht. Vornehmlich wegen der von Modeste angeführten sowjetischen Hässlichkeit, die sich ausgezeichnet dazu eignet, stumpfeste Normalität/Realität darzustellen… dies immer wieder den übersinnlichen Aspekten des Films gegenüberzustellen, fand ich schlicht irre… im doppelten Sinn des Wortes.

  11. Ich muss gestehen, dass ich immernoch ratlos bin, ob der Film nun große Kunst oder stinklangweilig war. Ich warte lieber die kommenden zwei Teile ab und verreiß es dann…

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