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Das letzte Gold verfallener Sterne


Die Stars als Elektropop zu bezeichnen birgt ein inhärentes Missverstehen der Kanadier. Diese Band ist einfach nur Indiepop. Darunter verstehe ich eine süßliche Abhandlung zwielichtiger Dinge aus dem Gefühlsleben der musikalischen Protagonisten. Und kaum ist das Pferd von hinten aufgezäumt, passt die Definition auf das neue Album der Stars aus Montreal “Set Yourself On Fire” (City Slang). Das Wechselspiel zwischen männlicher und weiblicher Haupstimme und der sauber arrangierte Simultangesang wecken ohnehin stets eine Sehnsucht nach Klärung schöpfungsalter Missverständnisse zwischen Mann und Frau. Mein Paradebeispiel, das mich zum Verzweifeln bringt, ist Kristofer Aströms “The Wild”, allerdings in der “Loupita” Version. Torquil Campbell (hin uns wieder Sidekick bei Sex &The City) und Gesangskollegin Amy Millan erledigen diesen Job, ohne jemals miteinander liiert gewesen zu sein, gar prächtig.

Aber zurück zum Elektropopdiskurs des Eingangssatzes. Im Gegensatz zu Postal Service und Konsorten ist die Elektronik hier nur schnöder Mammon, ein überwiegender Teil der Musikalität dieser Platte badet sanft in Belle & Sebastianeskem Blubberwasser. Doch Lyrik und Nimbus wandeln das Badewasser zuweilen zu tiefen Seen kalkulierter Melancholie. Und auch wenn die Musik Haken schlägt, das innere Fahrwasser der Platte bleibt in geregelten Bahnen. Ein Weicheiertanz sicherlich, aber für ein bisschen “Ageless Beauty” verkauft man doch gerne mal seine Männlichkeit.

18 haben herzlich gelacht bei “Das letzte Gold verfallener Sterne”

  1. Bateman sagt an:

    Da ist der Herr Bateman mal wieder zu spät (aber nicht faul). Glückwunsch nachträglich!

  2. burnster sagt an:

    Dankschön, Batey!

  3. dieJulia sagt an:

    Weißt, Burns, es ist irgendwie zum Schämen. Da klick ich mich durch deine “Rock ‘n’ Roll”-Kategorie und kenne so gut wie keine Band.

    Hab ich alte Soul-Sau mit Affinität zu fetten Bläsersätzen und nicht minder fetten Mammas, die mit Verve Background singen da bei dir überhaupt Chancen, oder fall ich nach meinem mutigen Outing jetzt voll durch?

  4. burnster sagt an:

    Musikgeschmack wird überbewertet, Julchen. Du bist auch mit Soul gut bei mir im Rennen. Schau, was soll denn der MC Winkel sagen mit seim ganzen Hippy Hoppy?

  5. dieJulia sagt an:

    Oh, danke, Börnie! (Wobei Hippy Hoppy auch geil ist. The Roots, Erykah Badu…) – wann heiraten wir?

    Und ja, es stimmt – Musikgeschmack wird definitiv überbewertet.. bei mir dürfen Eminem und Bach, Ella Fitzgerald und die Chili Peppers, Björk und Rage Against The Machine, James Brown und Tool jedenfalls koexistieren. Genauso wie ich Irving und Boyle genauso lese wie Darrieusecq und Nothomb bzw. Murakami und Jakob Wassermann.

    Variety is the spice of life! ;-)

  6. burnster sagt an:

    Ich bin ja auch net so engstirnig. Obwohl, bin ich doch.
    Übrigens: der K. wird mich hauen, wenn ich unserer Heirat jetzt einen Termin gebe, oder?

  7. dieJulia sagt an:

    Äh, der K.??

  8. dieJulia sagt an:

    Ach, ups. Ich dachte an Herrn K. von Herrn Brecht zuerst. Und dann an den Herrn K. vom Kurier. Und dann erst an Herrn Knut. Was für ein Lapsus. ;-))

  9. burnster sagt an:

    An den K. vom Kafka hast du wenigstens nicht auch noch gedacht. Der arme Knut:)

  10. dieJulia sagt an:

    Verdammt. Fortwindungs- äh, Wortfindungsstörungen.

    Da schau! Du verwirrst mich! So sehr, daß ich mehr als rinks und lechz verwechsere.

  11. burnster sagt an:

    Ich hab diese Wirkung auf Frauen. Der Doktor sagt, er kann nichts machen.

  12. dieJulia sagt an:

    puh.

    Bist du Fatalist?

  13. burnster sagt an:

    Ich nicht. Vielleicht der Herr Doktor. Aber ich bin ja kein Fachmann, ich muss dem Rat eines solchen einfach blinden Glauben schenken.

  14. dieJulia sagt an:

    ;-)

    Ich _mag_ dich! Rufzeichen!

  15. Neo-Bazist sagt an:

    Aha, so macht man das heute. Schon wieder was gelernt.

  16. Ole sagt an:

    Was hast Du gegen “The Wild” in der “Loupita-Version”? Kristofer hat noch weitaus großartigere Stücke auf der Scheibe (und v.a. auf den vorangegangenen Alben), aber ich finde die Version bedeutend schöner als das mediokre Geklampfe auf seiner letzten Platte.

  17. Ole sagt an:

    Mist, der Link sollte eigentlich hierhin führen.

  18. mark793 sagt an:

    Hm, die Headline zu diesem Beitrag läßt mich schwarzen Tau denken, der von der Stirne tropft. Hatten Sie beim Schreiben “Elis” von Erben der Schöpfung im Ohr?

Dein Servus hier:

(Wenn du mir schon unbedingt einen Link hineinposten musst, unterstreich ihn doch bittschön, damit ihn ein jeder sieht. Dankschön.)