Zeitzeugen: De Bello Ironico
Es tobt ein Krieg zwischen mir, meinen getreuen Funatikern und den Humorlosen. Ich nehme diesen Konflikt sehr ernst. Die Humorlosen sind in der Überzahl und zu allem Unglück verfügen sie über unterstützende Bodentruppen der Bierernsten und eine brandgefährliche Fliegerstaffel der Ironiefreien. Meine Truppen sind klein und schlecht organsiert aber haben schließlich das Schwarzhumorpulver erfunden. Zudem scheuen wir nicht davor zurück, das gefürchte Zynismusgas einzusetzen.
Das ganze begann, als die Humorlosen mit den Wörtlichnehmern gegen die Kryptiker paktierten. Ich und meine Truppen argwöhnten ob der schieren Brutalität der Humorlosen. Mit Hilfe der Panzerdivision der Witzlosen gelang ihnen ein vernichtender Schlag gegen die Kryptiker, was uns zunächst nicht weiter störte, wären da nicht diese aufdringlichen Expansionsversuche an der dadaistischen Grenze gewesen.
Die Skurrilisten und Absurden alarmierten ihren Schutzbefohlenen, nämlich mich, und als Weltspaßpolizei und Präsident der geheimen Hedonisten blieb mir nichts anderes übrig, als eine Spezialisteneingreiftruppe der Wortwitzinger zur präventiven Intervention zu entsenden.
Und schon war die Kacke am Dampfen. Die Humorlosen erklärten uns den Krieg und setzten ihre Kriegsmaschinerie in Gang, die innerhalb kürzester Zeit die trockensten und todbringensten Phrasen und ein zerstörisches Unverständnis zu Tage förderten. Als wir uns zu weit in ihr Gebiet vorwagten, fanden wir uns innerhalb kürzester Zeit umzingelt auf ihren Allgemeinplätzen, sprich, man konnte nicht gerade von Heimvorteil sprechen.
Momentan haben wir uns zurückgezogen in die Ironiehölle. Da ist es schön warm und wenn die Humorlosen vordringen, erwartet sie erstmal ein hochexplosiver Pointengürtel. Einige hochrangige Scherzkekse befehligen unser Heer unter der Gürtellinie, aber falls der Gegner das Tal der Lachtränen beschreitet, ist erst einmal Schluß mit lustig.
Apropos, ich fürchte den Tag an dem die Unlustigen und die Hirnlosen aus ihrem Absurdistan Feldzug zurückkehren. Dann wird es eng für uns und wir können nur noch auf eine schnelle Domestizierung der behenden Spaßtiger hoffen, nicht zu verwechseln mit der gemeinen Grinsekatze. Bis dahin haben wir an der Grenze des guten Geschmacks Lachsäcke und Spaßgranaten angebracht um uns vor dem Hagel aus klärenden Gesprächen zu schützen.
(Burnstinius der um einiges Jüngere)
2. August, 2005 um 17:13
die grinsekatze staunt – der text hat eingeschlagen, herr burnster! bombensache. tiefer krater. sie brauchen einen verleger.
ps: “absurdistan feldzug” – wo bleibt eigentlich ole?
2. August, 2005 um 17:22
der ist verreist, glaube ich gelesen zu haben. hab ihm auch ne einladung zu nem kryptik infight geschickt, hat er noch nicht geantwortet drauf. danke für die lobworte. sowas erfreut sehr.
2. August, 2005 um 17:44
Burnustinius, ich möchte bei Ihnen bitte ganz dringend als Fremdenlegionärin anheuern! Nieder mit den alten Männern in überteuerten Faltenröcken, die vor Jahrtausenden das Lachen zu Grabe trugen, nieder mit den wiedergeborenen Christen, nieder mit den Fanatikern sämtlicher Provenienzen, nieder mit den Eiferern, nieder mit den saft-, witz- und humorlosen sinnenfeindlichen Vampiren: Schon in einem meiner Lieblingsbücher (“Das Böse kommt auf leisen Sohlen”) von einem meiner Lieblingsautoren (Ray Bradbury) gewinnt der Held am Schluß nur, weil er das Heer an Schreckgespenstern am Ende, ja, einfach auslacht.
Das laß ich jetzt raus.
2. August, 2005 um 17:53
sie können anheuern, holdes fräulein julia. das wär doch gelacht.
2. August, 2005 um 18:05
So schön hat noch nie einer das Gefühl, eine Sabine Christiansen-Talkshow gezwungenerweise sehen zu müssen, formuliert! :)
Neee – ehrlich wieder mal Big Time bei Burnster!
Hoffentlich wurde Ole nicht auf dem Weg nach Berlin von dem Fahrer der Mitfahrgelegenheit in einem Strassengraben zum Ana… nicht auszudenken! Da wird doch wohl nichts passiert sein?
2. August, 2005 um 18:09
Ich würde gern einer besonders rücksichtslosen Untereinheit der geheimen Hedonisten beitreten dürfen. Ich nehm dann direkt das Lachgras.
2. August, 2005 um 19:08
Ole ist wohlauf, urlaubt noch bis morgen mittag in der ostfriesischen Tiefebene und erholt sich von den unerklecklichen Nervereien der Wohnungssuche. Daher kurzes Abtauchen. Aber morgen wird wieder richtig aufgetaucht, einen kleinen Vorgeschmack gibt’s schon auf Absurdistan (feierliche Verabschiedungen und so – nicht ich selbst verabschiede mich, aber wurscht). Den Fehdehandschuh hab ich inzwischen zurückgeworfen und Spähtrupps wurden ausgeschickt, um die Unlustigen und Hirnlosen auf ihrem Absurdistanfeldzug anzugreifen, ihr Hab und Gut zu plündern, das Zeug zu verschachern oder sie wenigstens in Schach zu halten… heißa, auch in Ostfriesland gehen mir schlechte Wortwitze leicht von den Fingern. :)
Große Grüße aus den Riesenweiten der ostfriesischen Tiefebene…
Ole
2. August, 2005 um 23:16
Super, Verstärkung aus Absurdistan naht.
3. August, 2005 um 13:42
Ich schlage zur Unterstüzung des Schlagabtauschs vor, zusätzlich die Nahrungsmittel des Gegners zu vergiften. Scherzkekse sollen sich hierfür ganz hervorragend eignen.
BTW: mehr Erfahrung der älteren Generation nutzen! Engagieren Sie ein paar Witze mit Bart!
3. August, 2005 um 13:43
Nahrungsmittelergänzung (*autsch*):
Kichererbsen!
3. August, 2005 um 14:10
Bin gerade mit einem Doppel-Guinness befrachtet an die Wirkungsstätte zurückgekehrt und lese diesen fulminanten Artikel, bei dem sogar ein Nicht-Lateiner ahnt, welch gesellschaftlicher Sprengstoff dort eingelagert ist.
Als furchtloser Pensionsberechtigter älteren Semesters gehöre ich zwar einer Spezies an, die von allen Seiten beargwöhnt wird. Gleichwohl betrete ich das Blachfeld mit gezogenem Schwert um meinen Blödsinn in die Kakaphonie der Stimmen einzubringen.
Nieder mit den Korinthenkackern!
3. August, 2005 um 15:11
ich seh schon, zusammen sind wir stark. noch mehr söldner und der gegner wird sich bald vor lachen in die hose bieseln.
“Würden einmal wieder Barrikaden gebaut, ich wäre der Erste, der sich darauf stellte, ich wollte noch mit der Kugel im Herzen den Rausch der Begeisterung spüren.”
3. August, 2005 um 17:33
Das einzige, was wir als Waffe erst im Notfall nutzen sollten ist der “Deadly Joke”, den ich aus dem Nachlass von Palin, Cleese und Co. in einem blickdichten Jutesack rausgeschmuggelt habe… wir wollen ja keine Verlsute im eigenen Lager, falls einer von uns auch mal reinlugen will…
3. August, 2005 um 20:40
rightokowski, der deadly joke ist der killer, aber verwahr ihn lieber im ministry of silly walks. die wissen mit sowas umzugehen.