The Office

Beim Anschauen des großartigen The Office folgende Beobachtung gemacht: Widerliche Arbeitskollegen erscheinen im Licht der Gewohnheit nicht mehr so abstoßend und mutieren in manchem Fall noch zu einer perversen Art von Sympathiewesen.

Auch in anderen Belangen ist The Office furchteinflößend. Die in tödlicher Unsicherheit getaufte Selbstgefälligkeit von Chef David Brent (unbe-fucking-lievable: Ricky Gervais) , die blockwartige Pomadität von Gareth (Mackenzie Crook) und der Isolationszynismus von Tim (Martin Freeman), der in die opportunistisch verlobte aber prekariatsmelancholische Dawn (Lucy Davis) verknallt ist.

Klar ist das auch zum Brüllen komisch, doch bleibt ein gewisser Verwesungsgeruch in der Luft hängen, wenn man im Angesicht drohender Umstrukturierungsmaßnahmen arbeitende Menschen sieht, die jeglicher Ideen verlustig geworden sind und denen die Zotenhaftigkeit und die Kalauer ihres Chefs zu den stumpfen Augen herausquellen. Speziell in diesem Humor spiegelt sich der Horror des Alltags.

Bei aller Grausamkeit der Alltagsnähe kann ich herzlich drüber lachen. Zumindest über einen Großteil der ersten Staffel, denn mehr hab ich zunächst nicht gesehen. Ich staune über die Schauspieler, die in der getürkten Doku nicht mehr als solche auszumachen sind.

6 Kommentare zu The Office

  1. brittbee
    7. Juni 2005 at 11:31

    Du auch „Office“-Gucker? Fein. Habe mir die komplette 1. Staffel letztens wieder intravenös gegeben. Brent ist der Größte. Geht´s Dir gut?

  2. Burnster
    7. Juni 2005 at 11:43

    der typ brennt vor talent. und wenn ich gerne infernalisches vokabular benutze (tödlich, brennen, flammen, hölle, horror, grauen), dann ist das nur meine aufwartung an das höllische flair dieses blogs. ois nur a riesen show, wie wir im süden zu sagen pflegen. es geht mir gut.

  3. bittersweet choc
    7. Juni 2005 at 13:16

    mist. heute kann ich nicht mitreden. habe ich mir noch nicht ausgeliehen. ich freue mich aber sehr über das lebenszeichen der spreepiratin :) ich war in sorge.

  4. Tierpfleger
    9. Juni 2005 at 11:10

    Der schönste Moment der Discofolge ist die letzte Szene. Garreth braust leicht verunsichert im Beiwagen davon.
    Grundsätzlich muss ich Dir zustimmen. Die Folge fällt etwas heraus. Aber ansonsten ist The Office das Beste was ich seit der Erfindung der Simpsons gesehen habe. Einfach unglaublich. Diese vielen Momente, in denen die Protagonisten auf den Boden starren.
    Die zweite Staffel und die Specials sind ebenfalls ganz hervorragend. Und jetzt: „Go, get the guitar.“

  5. Burnster
    9. Juni 2005 at 15:09

    Stimmt, der fahle Blick halb an der Kamera vorbei. Guter Moment! Ich werde nachlegen, ganz klar!

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